Travelbear am Do 15 Apr 2010, 17:57
Hallo Sonnenschein,
bitte sei mir nicht böse, aber beide Pflanzen wurden über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte falsch gepflegt, was zu ihrem artuntypischen Wachstum geführt hat. Dieses kannst Du leider nicht mehr korrigieren, außer Du entscheidest Dich zu einem Radikalschritt; Pflanzen zu köpfen und das Kopfteil neu zu bewurzeln. Allerdings gehört dazu etwas Kakteenkenntniss und Erfahrung. Die Bilder zeigen mir aber, daß es an beidem mangelt und so ist es vielleicht besser die Pflanzen einfach zu lassen wie sie sind und in Zukunft für mehr Licht, SEHR VIEL MEHR Licht zu sorgen. Deine Kakteen sind Gewächse, die eher im freien Gelände wachsen und dort auch volle Sonne 12-14 Stunden lang bei bis zu 40°C aushalten müssen. Schatten gibt es dort so gut wie keinen. Allerdings sei so sensibel und stelle die jetzt nicht sofort in die pralle Sonne. Wie Du würden sie mit heftigen Sonnenbrand reagieren. Allerdings, bleibt dieser Sonnenbrand dann, anders als bei Dir, das ganze restliche Kakteenleben erhalten und sorgt für eine zusätzliche Unzier. Wie die Anpassung an die neuen Lichtverhältnisse zu geschehen haben, haben ja meine Vorschreiber schon gut erklärt.
Dein zweiter Kaktus könnte aus dem was ich gesehen habe, ein herrerae v. brevispinus sein. Diese sind eigentlich Kugelkakteen und werden erst im hohen Alter säulig. Ich spreche dabei von einem Alter von 80 Jahren und mehr (bis ca. 250 Jahre). Deine Pflanze ist also eigentlich noch ein Jugendlicher, der allerdings schon geschlechtsreif sprich blühfähig sein sollte. Um aber die Blütenbildung in der Ruhephase zu induzieren, braucht die Pflanze einerseits kühlere Temperaturen, andererseits aber auch eine Trockenphase von ca 3 - 4 Monaten. Ich würde beide Pflanzen, wenn es etwas wärmer ist ins Freie auf eine Terrasse oder sonnigen Balkon stellen; wohlgemerkt aber ersteinmal schattig bis beschattet um einen Sonnenbrand zu vermeiden. Nach der Gewöhnungsphase vertragen dann Pflanzen ganztägig volle Sonne. Ich bin zwar kein Echinopis-Spezialist, aber diese Gattung braucht in der Wachstumsphase relativ viel Wasser und auch Düngergaben um gut zu wachsen (Kakteendünger!!!!). Auch der Fero möchte ähnliche Bedingungen, allerdings mag er nicht ganz so viel Wasser wie die Echinopsen. Sein Düngeranspruch ist aber ähnlich! Sollte es tatsächlich ein herrerae v. brevispinus sein, dann hast Du auch die schnellwüchsigste Art der Gattung, was sich im Nährstoffbedarf niederschlägt.
Wenn Du die Pflanzen alle 14 Tage bis 3 Wochen mit ca. 2g/L Dünger im Gießwasser versorgst, dürftest Du ein gesundes Wachstum erhalten. Auch die Bedornung dürfte sich significant verschönern (allerdings nur im Neutrieb, bei dem bisher Vorhandenem wird sich nichts mehr ändern)! Wenn Du dann noch die kühle Temperaturen im Winter und die absolute Trockenruhe einhälst, dürften Dich Deine Pflanzen dann 2011 mit Blüten überraschen!
Viel Erfolg und viel Glück
Peter