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Ton- oder Plastiktöpfe

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Ton- oder Plastiktöpfe Empty Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  Hendrik am Di 28 Jun 2011, 10:18

Hallo Leute

Ich würde gerne mal eure Meinungen bezüglich der Kultivierung von Ariocarpen in Tontöpfen hören. Gibt es inzwischen einigermaßen gesicherte Erkenntnisse, die dafür oder dagegen sprechen?

Als ich vor 15 Jahren in den USA war, wurde mir dort immer wieder gesagt, wie wichtig Tontöpfe für Ariocarpen sind. Sie sollen dadurch - ihrem natürlichen Standort entsprechend - wesentlich langsamer und auch robuster wachsen. Vor allem sollen sie so auch vor Schimmel, Pilzen und ähnlichen "Freunden" geschützt sein.

Wie siehts aus? Könnt ihr das so bestätigen? Gibt es dazu aktuellere Erkenntnisse? Da meine Ariocarpen nun die letzten 15 Jahre in Tontöpfen verbracht haben und ich gerade dabei bin alle mit frischem Substrat zu versehen stellt sich für mich momentan diese Frage.

Grüße, Hendrik
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Beitrag  turbini1 am Di 28 Jun 2011, 10:38

Hi Hendrik,
Tontöpfe gehen garnicht und für nichts, zumindest bei mir. Seit locker 25 Jahren steht bei mir nicht mal mehr die schäbigste Pfropfunterlage in Tontöpfen. Ein sehr wichtiger Grund ist für mich das sich die Wurzeln an den Tontöpfen verteilen und festsaugen und gerade die Pflanzen der Gattung Ariocarpus reagieren mitunter sehe empfindlich auf größere Beschädigungen an der Wurzel. Weitere Gründe sind mehr praktischer bzw. optischer Natur weil mir die Platzverschwendung und die dadurch entstehenden Lücken durch runde Töpfe nicht gefällt und weil Tontöpfe gerne Kalkablagerungen ansetzen und dadurch optisch bei mir anecken.
LG
Stefan
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Beitrag  davissi am Di 28 Jun 2011, 10:55

turbini1 schrieb:Hi Hendrik,
Tontöpfe gehen garnicht und für nichts, zumindest bei mir. Seit locker 25 Jahren steht bei mir nicht mal mehr die schäbigste Pfropfunterlage in Tontöpfen. Ein sehr wichtiger Grund ist für mich das sich die Wurzeln an den Tontöpfen verteilen und festsaugen und gerade die Pflanzen der Gattung Ariocarpus reagieren mitunter sehe empfindlich auf größere Beschädigungen an der Wurzel. Weitere Gründe sind mehr praktischer bzw. optischer Natur weil mir die Platzverschwendung und die dadurch entstehenden Lücken durch runde Töpfe nicht gefällt und weil Tontöpfe gerne Kalkablagerungen ansetzen und dadurch optisch bei mir anecken.
LG
Stefan

Hallo Hendrik, Hallo Stefan,
dieser kleine Erfahrungsbericht erhält meine volle Zustimmung. Einziger Vorteil, wenn man das als Vorteil sehen kann wäre das Tontöpfe schneller trocknen. Tontöpfe sind außerdem teurer als Plastiktöpfe. Noch ein Nachteil: Plastiktöpfe kannst du desinfizieren. Tontöpfe aber nicht , da Ton porös ist und somit schwer zu desinfizieren ist. Ein Plastiktopf kann dir so oft du willst runterfallen, ein Tontopf ist beim ersten Mal schon futsch.
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Beitrag  Isabel S. am Di 28 Jun 2011, 11:07

Stimme davissi & turbini zu! Wink 2 weitere Nachteile bei Tontöpfen sind, dass sich die Pflanzen beim Umtopfen schwerer aus dem Topf lösen lassen (-> Wurzelschäden) & dass Tontöpfe sich viel schneller erwärmen (deswegen sollte man sie normalerweise einbetten).

LG
Isabel
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Beitrag  davissi am Di 28 Jun 2011, 11:25

...und auf schnellere Erwärmung folgt schnellere Verdunstung des Wassers.
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Beitrag  Arzberger am Di 28 Jun 2011, 11:54

Ich verwende Tontöpfe ausschliesslich für grössere Pflanzen in Freilandkultur. Bei grösseren Töpfen, so ab 20 cm Dm trocknet
das Substrat viel langsamer aus und da haben die Tontöpfe den Vorteil der schnelleren Verdunstung.
Kleine Tontöpfe finde ich total unbrauchbar.

Viele Grüsse
Alex
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Beitrag  Liet Kynes am Di 28 Jun 2011, 11:57

Korrigiere : Für manches gehen Tontöpfe ( gerade in Schalen-Form) sehr wohl, sonst hätten einige meiner Sukkulenten eben über besagte Jahre nicht so schöne Wurzeln entwickelt.
Die Meisten Kakteensammler kamen aber nach und nach in Mehrzahl von Tongefäßen ab, soviel kann man schon allgemein beobachten. Kakteen stehen bei mir auch nicht mehr in Tontöpfen,alleine weil die Warnungen so massiv sind. Ausnahme Austrocylindropuntia subulata, weil sie öfter gegossen wird als andere Sachen.
Alternativ kann man in Tontöpfe getopfte Kakteen in Beeten samt Topf einfüttern. Das kommt zwar für die meisten Sammler aus anderen Gründen kaum in Frage, soll aber Sinn machen.
Auch kann man Tongefäße samt Wurzel-Inhalt mit Vlies oder Tüchern eingefüttert überwintern. Ist natürlich doppelt gemoppelt, aber soll gehen. Gruß, Tim
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Beitrag  Hendrik am Di 28 Jun 2011, 16:25

Hmmm.... Der definitive Nachteil von Tontöpfen was unnötigen Platzverbrauch, Kosten, Pflegeleichtigkeit etc. betrifft da habt natürlich vollkommen recht. Diese Vorteile liegen klar auf der Hand. Das fällt bei mir aber nicht so ins Gewicht da meine "Sammlung" recht überschaubar ist ( 40-45 Pflanzen, davon ca. 25 Ariocarpen ).

Worum es mir eher ging waren so die Fragen wie verhält es sich mit dem Wurzelwachstum, mit tierischen Schädlingen, Pilzen, können die Pflanzen Dünger besser in Plastik oder Ton verwerten usw.

Ich habe natürlich mitbekommen, daß Tontöpfe inzwischen völlig out sind, anderer seits denke ich mir: "should i change a winning team?". Meine Pflanzen sind nahezu verlustfrei durch die letzten 10 Jahre gegangen und nun überlege ich mir natürlich woran es gelegen hat. Genau kann ich es nicht sagen aber ich habe drei Dinge die wohl in Betracht kommen, bzw stark dazu beigetragen haben:

1. Die regelmäßige Zugabe von Asche und Kohle seit ca. ebenfalls 10 Jahren ( mit der hochgradig antifungiziden Wirkung )
2. Der damalige Standortwechsel. Weg von dem ultimativen Ariocarpen-Seuchenherd namens Obstbaum. in meinem Fall waren es Mirabellen und Pfirsiche, die mich eine Pflanze nach der anderen gekostet haben.
Und eben als 3. Punkt die Verwendung von Tontöpfen. Ich zähle einfach mal die ( aus meiner Sicht ) Vorteile auf und nehme zu euren Argumenten Stellung.

Von Stefan "Ein sehr wichtiger Grund ist für mich das sich die Wurzeln an den Tontöpfen verteilen und festsaugen und gerade die Pflanzen der Gattung Ariocarpus reagieren mitunter sehe empfindlich auf größere Beschädigungen an der Wurzel"
Ja das stimmt. Der Pflanze gehen mit Sicherheit einige Faserwurzeln mehr verloren. Die Töpfe muß ich auch nicht selten zerschlagen. ( womit wir wieder bei den Kosten wären... ) Allerdings frage ich mich, ob der Vorteil der stärkeren Wurzelbildung diesen Nachteil nicht überwiegt. Ich denke entscheident ist, daß die Pflanze später wieder in einem pilzfeindlichen Medium untergebracht ist.
Ein Bsp. von heute mittag:
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Auf solche Wurzeln habe ich bei meiner Kultivierung in Plastiktöpfen oft vergeblich gewartet.

Davissi schrieb: "Einziger Vorteil, wenn man das als Vorteil sehen kann wäre das Tontöpfe schneller trocknen."
Ist das nicht ein entscheidender Vorteil? Die Pflanzen stehen dadurch tendenziell doch immer viel trockener. Nehmen das Wasser auf und dann verschwindet es wieder. Pilze können durch die Trockenheit und die bessere Durchlüftung doch viel schwerer Fuß fassen. Davon gehe ich zumindest aus....
Davissi schrieb: "Noch ein Nachteil: Plastiktöpfe kannst du desinfizieren. Tontöpfe aber nicht , da Ton porös ist und somit schwer zu desinfizieren ist"
Ja das stimmt natürlich. Aber in der Regel bekommen die Pflanzen ja auch frische Töpfe bzw. den Mehraufwandt für eine Desinfizierung muß man dann wohl in Kauf nehmen. Ist aber machbar.
Isabel schrieb: "Stimme davissi & turbini zu! Wink 2 weitere Nachteile bei Tontöpfen sind, dass sich die Pflanzen beim Umtopfen schwerer aus dem Topf lösen lassen (-> Wurzelschäden) & dass Tontöpfe sich viel schneller erwärmen (deswegen sollte man sie normalerweise einbetten)."
Klar, den Hammer müßte man dann ggf auch einsetzten. Wegen der Hitzeentwicklung im Topf, hast du wohl Recht, weiß allerdings auch nicht ob die Arios nicht "warme Füße" mögen. Ich habe sie im Tontopf in einem Blumenkasten stehen. Die Sonne kommt so nicht ran aber viel frische Luft dafür. Mit dem Einbetten hätte ich wieder Sorge, daß sich Feuchtigkeit hält und ein Pilz wieder begünstigt wird.
Ich vermute man soll Tontöpfe einbetten damit ein zu starker Wasserverlust vermieden wird. In freier Wildbahn ertrinken aber Ariocarpen regelrecht im Wasser, wenn es welches gibt. Auch meine Ariocarpen haben dann "land unter" Ich glaube einfach, daß die schnelle Wasserableitung dann entscheident ist.

Wegen tierischen Schädlingen fällt mir wenig ein. Tendenziell ist es bei mir wesentlich weniger geworden. Wenn überhaupt mal ein paar Wurzelläuse. Mögen die mehr Plastik oder Ton?

Boah.... war das ein Text ( hoffentlich ließt den überhaupt jemand ). scratch

Macht auf jeden Fall richtig Spaß hier im Forum.

Sonnige Grüße an alle *liebguck*
Hendrik
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Beitrag  Isabel S. am Di 28 Jun 2011, 18:01

Hi Hendrik Wink,

hab ihn gelesen! Razz

Mal zu den Tontöpfen & der Erwärmung: Ist das nicht so, dass sich der Topf um die Mittagszeit bei Sonne (oder viel Wärme) immer weiter erwärmt, und in der Nacht auch noch Wärme erhalten ist? Das der Kaktus also Nachts kühl vom äußeren & warm vom "Inneren" steht? Einbetten würde ich (wenn überhaupt) in einem sehr saugfähigen Substrat.

Bin leider kein Ario Spezialist (habe nur 3 Stück), möchte dazu auch nicht so viele Dinge sagen.... Wink Daniel kann dir da bestimmt besser helfen! Very Happy

LG
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Beitrag  karlchen am Di 28 Jun 2011, 18:41

Hallo Henrik,
ich denke, wenn du Erfolg mit deinem "Stiefel" hast, solltest du ihn auch anlassen.
Zu den Fragen ganz oben in dem Text geb ich mal meinen Senf dazu:
Wurzelwachstum: Meine Erfahrung ist ebenfalls, dass sich die Hauptwurzelmasse an der Aussenseite der Tontöpfe konzentriert, was sich bei großen Töpfen aber relativiert.
Pilze: Hier verhält es sich meiner Meinung nach so: Der Topf trocknet schneller ab, soviel ist klar. Da Pilze ja Feuchtigkeit für ihren Entwicklungszyklus benötigen, werden sie dadurch im Vergleich zu Plastiktöpfen gehemmt.
tierische Schädlinge: Kann nix dazu sagen, hatte noch nie Probleme mit Wurzelschädlingen, weder in Plastik noch in Tontöpfen.
Dünger: Bin mir sehr sicher, dass es vom pflanzenphysiologischen Standpunkt keinen Unterschied gibt! Es ist jedoch so, dass durch die länger anhaltende Feuchtigkeit in Plastiktöpfen, die Nährsalze länger in wässriger Lösung bleiben. Die Aufnahmephasen werden dadurch natürlich verlängert.
Ich persönlich halte nur winterharte/frostharte Opuntien und Echinocereen in großen Tonschalen und Tontöpfen. Und die stehen immer draußen. Das sind meiner Meinung nach auch die Bedingungen, unter denen Tontöpfe ihre Vorteile ausspielen können.
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