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Ton- oder Plastiktöpfe

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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Tontöpfe?

Beitrag  Leoric am Do 17 Mai 2012, 22:10

Hallo Zusammen,

meine neuen Pflanzen werden von mir immer sofort umgetopft in Tontöpfe mit Drainage aus Blähtonkügelchen und Tonscherben am Boden. Das mach ich schon mit gewisser Sorgfalt und lass mir auch Zeit dafür *Kaktus*
Aber nachdem ich mich bisschen eingelesen habe, frage ich mich immer mehr, ob das wirklich so gut ist.

Warum Ton? Ich dachte, Ton atmet und die Wurzeln können nach dem Giessen schneller wieder abtrocknen. Auch ist so ein Tontopf schon stabiler im Aufstellen und beim Umräumen. Allerdings beobachte ich nach dem Giessen, daß die Töpfe schon durch die Verdunstung SEHR kühl werden. Tut das den Wurzeln auf Dauer gut?

Was sind eure Erfahrungen? Benutzt ihr Plastik oder Ton?


Grüße,

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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Re: Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  Hardy_whv am Do 17 Mai 2012, 22:25

Leoric schrieb:Warum Ton? Ich dachte, Ton atmet und die Wurzeln können nach dem Giessen schneller wieder abtrocknen. Auch ist so ein Tontopf schon stabiler im Aufstellen und beim Umräumen. Allerdings beobachte ich nach dem Giessen, daß die Töpfe schon durch die Verdunstung SEHR kühl werden. Tut das den Wurzeln auf Dauer gut?

Gerade in der Atmungsaktivität liegt das Hauptproblem der Tontöpfe. Das Wasser im Substrat wandert aufgrund der Verdunstung Richtung Topfwand. Dementsprechend wandern die Mineralien Richtung Topfwand. Und dem folgen die Wurzeln. Die Wurzeln konzentrieren sich daher bei einem Tontopf an der Topfwand, während sie bei einem Kunststofftopf dazu keine Veranlassung haben (da dort kein Wasser an der Wand verdunstet). In einem Kunststofftopf ist die Wurzelbildung viel gleichmäßiger über das gesamte Topfvolumen. Da das Wasser in einem Kunststofftopf nicht Richtung Topfwand wandert, gibt es beim Kunststofftopf auch gar keine Ablagerungen. Weitere mit diesem Effekt verbundene Nachteile: 1. Die Wurzeln haften oft am Ton und werden beim Umtopfen eher verletzt. 2. Aufgrund der Verdunstung entsteht Verdunstungskälte. Vielen Kakteen ist das gerade in unserem Klima gar nicht angenehm.

Die oben genannten Probleme hat man/frau früher, als Kunststoff noch nicht als Alternative zur Verfügung stand, durch "Einfüttern" reduziert. D.h. die Töpfe wurde in Sand oder ein Torfgemisch gesetzt. Das hat die Verdunstung an der Topfwand deutlich reduziert und damit die o.g. negativen Auswirkungen.

Von optischen Gesichtspunkten abgesehen ist daher m.E. der Kunststoff die erste Wahl. Und zwar mit Abstand.


Gruß,

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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Re: Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  davissi am Do 17 Mai 2012, 22:38

Hallo Leoric,


auf meiner Seite habe ich dazu einen ausführlichen Beitrag geschrieben:
http://mein-kaktusblog.blogspot.de/p/die-kultivierung-von-kakteen-und.html
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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Re: Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  Hardy_whv am Do 17 Mai 2012, 23:42

Hallo David,

du schreibst einerseits:

Vorteil: schnelle Verdunstung des Wassers

und andererseits

Nachteil: sollten eingefüttert werden

M.E. ist gerade die schnelle Verdunstung das Hauptübel der Tontöpfe. Warum habe ich oben beschrieben. Um die mit der Verdunstung verbundenen Nachteile zu vermeiden, füttert man ein. Insofern sehe ich in der schnelleren Verdunstung im Grunde keinen Vorteil, sondern eher einen Nachteil.

Tontöpfe mögen bei falschem, wenig durchlässigen Substrat die Gefahr durch dauernasses Substrat reduzieren, aber dieses Problem gibt sich eigentlich nur bei Anfängern, die ein ungeeignetes Substrat verwenden.


Gruß,

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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Re: Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  davissi am Fr 18 Mai 2012, 07:28

Hallo Hardy,


vielen Dank für deine Antwort.

Der "Vorteil" ist, wie Du schon geschrieben hast, eigentlich gar nicht so bedeutend. Letztlich kann es aber auch bei Erfahrenenen ein Vorteil sein, z.B. wenn nach der Wassergabe eine Kälteperiode mit Regenwetter das Wetter beeinflusst. Aber eines ist klar: Die Nachteile der Tontöpfe überwiegen!
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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Re: Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  Ralph am Fr 18 Mai 2012, 08:57

Ich finde die stark konische Form eines Standardtontopfes ungünstig für eine gute Platzausnutzung.

Das Problem der Porösität bekommst Du mit Acryllack in den Griff. Es kursieren auch Produkte mit dem Namen "Tondicht" o.ä., was aber meiner Meinung nach nichts anderes als verschnittener und überteuerter Acryllack ist.

Gruß
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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Re: Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  Leoric am Fr 18 Mai 2012, 12:44

Au je, vielen Dank für die Hinweise.

Dann wars mit meinen Überlegungen zum Tontopf wohl nicht so dolle Rolling Eyes

Ich werde dann auch auf Kunststoff umsteigen.


Grüße,

Leoric
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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Re: Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  Astrophytum Fan am Fr 18 Mai 2012, 21:44

So schlecht könne die Tontöpfe ja auch nicht sein. Haage kultiviert seine Mutterpflanzen auch in Tontöpfen
Mfg Michael
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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Re: Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  Cristatahunter am Di 02 Okt 2012, 00:53

Eigentlich bin ich auch eher der Plastiktopffetischist. Aber bei heiklen oder schwierigen Wurzeln habe ich auch sehr gute Erfahrungen mit Tontöpfen gemacht. Angefangen hat es mit einer Blossfeldia wurzelecht. Ich habe das kleine Pflänzchen im Tontopf gekauft und mich nicht getraut umzutopfen. Mit dem Gedanken das Blossfeldias oft in Steinritzen wachsen wo sie auch wenig Platz haben liess ich es beim gleichen Tontopf belassen. Doch die Blossfeldia wurde immer schrumpliger und drohte zu vertrocknen. Kein Wunder. Der Tontopf verdunstet das Wasser viel schneller. Dann habe ich die Lösung gefunden. Der 4er Tontopf mit der Blossfeldia steckt jetzt eingelassen in einem 7ner Plastiktopf und siehe da die Blossfeldia entwickelt sich herrlich und wächst fast wie eine gepfropfte. Seither habe ich besonders heikle Rüben und Pflanzen im Tontopf eingesenkt in einen Plastiktopf. Zwei Fliegen mit einer Klatsche der Tontopf regt das Wachstum der feinen Wurzeln und der Plastiktopf hält die Feuchtigkeit zusammen.
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Ton- oder Plastiktöpfe - Seite 3 Empty Re: Ton- oder Plastiktöpfe

Beitrag  Liet Kynes am Di 02 Okt 2012, 13:30

Das klingt recht einleuchtend,schöner Versuch. Man liest ja oft, dass Kakteen in Beeten nicht selten in Tontöpfen eingegraben werden, da verhält es sich mit dem Effekt ähnlich.Deine ist eine schöne Lösung für wenig Platz. Ich habe das Gefühl, es kommt doch ziemlich auf die Gattung (evt.auch Art) an.Ich habe hier auch Notos und Matucana, die in einer kleinen Tonschale sehr gut gedeien.Gegossen werden sie bei mir vergleichsweise wie andere Kakteen in kleineren Plastiktöpfen.Sie sind noch relativ jung (ca.3 Jahre) und überlebten darin trocken sogar 6° im letzten Winter. Allerdings waren sie noch leicht durch den Bananenkarton geschützt, in dem die Schale stand.
Das soll allerdings kein Tip sein,diese Temperatur war für jene Gattungen doch sehr grenzwertig. Ich stelle nur weiter fest : Tontöpfe sollte man nicht verteufeln. Sie bieten alternative Kulturmöglichkeiten. Gruß,Tim
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