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braune, feste korkige Stellen mit kleinen Löchern & verdorrende Feigen (Opuntia ficus indica) - Pilz, Brennfleckenkrankheit??

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braune, feste korkige Stellen mit kleinen Löchern & verdorrende Feigen (Opuntia ficus indica) - Pilz, Brennfleckenkrankheit??

Beitrag  Saimondo am Di 13 Aug 2013, 20:14

Hallo , liebe Mitforisten,
ich bin ein Kakteen-Einsteiger (mit nur 5 Exemplaren), habe aber jetzt schon ein Sorgenkind:

Meine Opuntia ficus indica scheint mir nicht ganz gesund zu sein (in dieser Form vor 1 Monat bei Flora Exotic als „beste Qualität“ gekauft).  Könnte mir jemand bitte sagen, was mein Kaktus hat und was ich tun kann? Danke!

SCHADBILD:

- Nur 2 Kaktusfeigen reiften gut, 4 fielen vertrocknet und mit einer weißen Struktur überzogen ab (siehe Foto):
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Shocked 

- Eine weiße Struktur ist auch stellenweise auf den Segmenten zu sehen. Die erinnert mich aber etwas an einen anderen Thread, wo die Mehrheit meinte, es sei harmlos:
https://www.kakteenforum.com/t9579-pilz

- Die braunen, korkigen Flecken sind über das Blatt so verteilt, dass es mir nicht nach einer normalen, gesunden Verkorkung aussieht. (Eine normale Verkorkung ist zusätzlich an den unteren Bereichen und den Blattübergängen  zu sehen und erscheint mir rauer)
Diese braunen Stellen weisen kleine Löcher (wie Einstichlöcher) auf; mit einem Messer kann man feststellen, dass sie  in ihrer gesamten Tiefe von 2mm fest sind.


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(gehört eigentlich 90 im Uhrzeigersinn gedreht)

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WELCHE URSACHE?:
Ich bin unerfahren, halte aber Folgendes für möglich:

1) Erinnert inklusive Löcher leicht an die „Brennfleckenkrankheit“ http://www.wuestengarten.at/html/pflanzenschutz.html (siehe yucca Palme dort)
2) Der Feigenkaktus durch einen überstandenen Insektenangriff so geschwächt wurde, dass er nun einen Pilz hat.
3) Milben?  mitbloßem Auge nichts erkannt, vielleicht würde ich mit einer Lupe was sehen?

VORHABEN:
Leider habe ich auch keinen Platz, um die Opuntie von meinen anderen Pflanze zu isolieren.
Obwohl ich eigentlich nach den vertrockneten Himbeeren eigentlich ein robustes Selbstanbau-Obst haben wollte Cool (und der Verkäufer die Früchte für essbar hielt) , würde ich den Feigenkaktus gerne zur Sicherheit mit für Obst zugelassenen chemischen Mitteln behandeln. Ich könnte zwar auch abwarten und schauen, ob er umgetopft und an mein Klima gewöhnt, nächstes Jahr besser drauf ist, aber zumindest sanft möchte ich da gerne helfen.
Was haltet ihr davon? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

FUNGIZID?:
Für den ökologischen Landbau zugelassene Mittel wären laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Pflanzenschutz :

- Kupferverbindungen: Kupferhydroxid und Kupferoctanoat: gegen Mehltau(echt & falsch), Schorf, Blattflecken-Pilze, div. Pilze etc. Grünkupfer (=Kupfer (II) Hydroxid Carbonat) soll  sowohl gegen Rostpilze, als auch (präventiv gut, akut zumindest etwas) gegen die Brennfleckenkrankheit wirken. http://www.wuestengarten.at/html/pflanzenschutz.html empfiehlt das als StandardPflege.

- Schwefel: wohl  vor allem gegen echten Mehltau,  vereinzelt auch beschrieben gegen: „pilzliche Doldenerkrankung“, Schorf

Chemische Fungizid-Keule:
Obstzugelassene Breitband-Fungizid wären:

- Azoxystrobin (z.b. Celaflor®️ Gemüse-Pilzfrei Saprol®️, Ortiva Spezial Pilz-frei) oder

- Difenoconazol  (z.B. COMPO Duaxo Universal Pilz-frei),

- Myclobutanil (z.B. Universal-Pilzfrei Ectivo) aber auch viele Weitere.

Ich würde ja gerne sanft anfangen (erst mal nur auf die Blätter) aber ich denke gegen Resistenzentwicklung bei Fungiziden sollte man mit der chemischen Keule dann auch richtig, mit der vollen Dosis lt. Anleitung losknüppeln. Hat jemand Erfahrung bei Opuntien?

INSEKTIZID/ Akarizid?:
Sollte ich gegen Insekten präventiv vorgehen?

- Gelbtafeln würden zwar nicht „stören“, aber helfen wohl nur gegen Trauermücken..

- Rapsöl wäre gegen Spinnmilben und Gallmilben. Schadet es, die Löcher damit zu tränken?

Vermutlich wirkungsvoller als Rapsöl allein, als Natürliche Extrakte für Öko-Landwirtschaft zugelassen. Gesundheitlich akzeptabel:

- Azadirachtin (vom Neem-Baum) „blattminierende Insekten, Beißende Insekten, Saugende Insekten; ausgenommen: Wanzen“.

- Pyrethrine + Rapsöl: gegen Spinn- und sonstige Milben. Wie in https://www.kakteenforum.com/t2-schadlings-dungemittel-nicht-nur-fur-kakteen beschrieben.

- Tabak/Spiritus/Kaliseifen-Sud

KAKTUSHALTUNG:  in einem großen Tontopf (mit Loch) umgetopft (Wurzeln waren sehr dicht, aber ok), unten kleine Seramis-Drainage,  darüber ca 1/3 Seramis, 2/3 Baumarkt-Kateenerde, Fensterbank Süd-West, Gießen: 1x / Woche, an heißen Tagen 2 x /Woche, trocknet dazwischen recht gut aus. Bisher 2 x mit Kakteendünger.
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Danke für das durchgehen meiner umfangreichen Frage und Eure Tipps/Einschätzungen!
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Re: braune, feste korkige Stellen mit kleinen Löchern & verdorrende Feigen (Opuntia ficus indica) - Pilz, Brennfleckenkrankheit??

Beitrag  nikko am Do 15 Aug 2013, 07:38

Hallo Saimondo,
ich muß ehrlich gestehen, genau so ein Schadbild habe ich noch nicht gesehen...
Ich denke aber Du kannst sicher ein Fungizid nehmen, dass für den Ostanbau zugelassen ist. Schaden kann es nicht, nur den Nutzen wird Dir auch keiner garantieren können.
Wäre es meine Pflanze, so würde ich erst mal auf tierische Schädlinge kontrollieren (Lupe!) und wenn keine da sind die Pflanze beobachten. Stabilisiert sie sich würde ich nichts tun, nehmen die Flecken zu doch mal ein Fungizid geben.

Falls noch gesunde Blätter da sind, würde ich eins abnehmen und neu bewurzeln, allein schon um die Pflanze nicht komplett zu verlieren.

Sorry, mehr weiß ich auch nicht...

LG,
Nils
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Re: braune, feste korkige Stellen mit kleinen Löchern & verdorrende Feigen (Opuntia ficus indica) - Pilz, Brennfleckenkrankheit??

Beitrag  Cristatahunter am Do 15 Aug 2013, 08:43

Das sieht wirklich sehr pilzverdächtig aus. Wenn du ein nichtbefallenes Ohr hast, dann dieses abtrennen und neu bewurzeln.
Vielleicht kannst du auch die Pflanze ins Freie stellen. Manchmal wirkt das Wunder. Regen, frische Luft und Sonne. Oft haben Pilze in der Wohnraumatmosphäre leichtes Spiel. Wogegen in der der freien Natur die Karten neu gemischt werden. Die Flecken gehen vom Fungizid nicht weg, es gibt einfach keine neuen mehr. Wiederholtes Spritzen kann die Pflanze auch schädigen.
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Danke für die Antworten

Beitrag  Saimondo am Mi 18 Sep 2013, 14:23

Ich habe die oben genannte Opuntie ein paar Tage auf dem Balkon stehen lassen, gewaschen (und einen Überzug abgewaschen) die möglicherweise befallenen Stellen herausgeschnitten (Tipp aus dem anderen Forum) und mit Zimt desinfiziert. Einige Tage später hab ich die Pflanze mit Azoxystrobin anwendungsfertig (=AF) stark eingesprüht.

Leider geht´s der Pflanze nicht gut, sie lässt die Blätter hängen. Wenn ich Glück habe, weil es gegen Winter geht. Wenn ich Pech habe, bin ich zu aggressiv vorgegangen (den Belag auf der Pflanze hätte ich evtl besser nicht so aggressiv abgewaschen)..
Die anderen Kakteen haben das Fungizid gut vertragen.

Dafür hab ich dank Spaßsteigern auf eBay eine eigentlich viel zu große Kakteen Sammlung für wenig Geld bekommen. Also für neu bewurzeln hab ich gar nicht so viel Platz Wink 
Also Danke für die Antworten & falls sich noch was Lehrreiches in diesem Fall auftut, poste ich das.
Gruß
Saimondo
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Re: braune, feste korkige Stellen mit kleinen Löchern & verdorrende Feigen (Opuntia ficus indica) - Pilz, Brennfleckenkrankheit??

Beitrag  Cristatahunter am Mi 18 Sep 2013, 16:40

Na dann viel Spass mit der neuen Sammlung. Die Opuntia scheint die Rosskur nicht zu überleben. Entsorge sie damit deine neue Sammlung gesund aufwachsen kann.
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