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Kaktus gerettet, was nun?

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Kaktus gerettet, was nun? Empty Kaktus gerettet, was nun?

Beitrag  Doppelgold am Do 19 Sep 2013, 15:03

Hallo liebe Afficionados!

Ich kenne mich nicht aus und habe auch keinerlei Erfahrung mit Kakteen.
Bei einer kürzlichen Müllentsorgung entdeckte ich diesen Kaktus in der Tonne. Da ich es schade finde, eine lebende Pflanze einfach zu entsorgen (sie zu essen wäre etwas anderes...), entschloss ich mich, sie zu "retten". Leider spricht sie nicht. Ich weiß also weder, wie sie heißt, woher sie kommt, und was sie bereits durchgemacht hat.

Meine Verlobte verwies die Pflanze der Wohnung. Nun steht sie an meinem Arbeitsplatz auf dem Fensterbrett. Mir ist aufgefallen, dass sie in dem Monat, seit dem ich sie besitze, Unmengen an Wasser verschlungen hat. Das hätte ich einem Kaktus gar nicht zugetraut. Und er scheint immer noch nicht genug zu haben. Ich spreche hier von etwa einem halben Liter pro Tag. Nachdem ich ihn mal eine Woche nicht gegossen habe, ließ er sich hängen - an dieser Stelle muss ich mich bemühen, einen jugendfreien Vergleich zu vermeiden. Einen theatralischeren Anblick habe ich an einer Pflanze bisher noch nicht beobachten können. Nun ja, ich habe ihn also wieder gegossen und er richtete sich wieder auf. Ich habe das Gefühl er ist in den letzten 4 Wochen etwa 30 cm gewachsen, kann das sein? Seit etwa einer Woche lässt er sich trotz ausreichend Wasser wieder etwas hängen und ich weiß nicht warum. Da sein ursprünglicher Topf eine Größe von etwa einem Liter hatte, habe ich ihn in einen größeren Topf gesetzt. Diesen habe ich - bestimmt falsch - mit herkömmlicher Blumenerde aufgefüllt. Trotzdem muss ich ihn anlehnen, damit es einem nicht gleich Tränen in die Augen treibt, ihn zu sehen.

Ich wäre Euch also sehr verbunden, wenn Ihr mir folgende Fragen beantworten könntet:

1. Was ist das für ein Kaktus?
2. Ist das normal, dass der so ein Schluckspecht ist?
3. Gerade am "Stamm" (?) ist er kaum noch grün, eher braun und trocken. Wurde der Arme misshandelt? Muss ich irgendwie darauf reagieren?
4. Braucht er eine andere, vielleicht spezielle Erde?
5. Kann ich ihn einfach beschneiden, bevor er auch mit diesem 20 Liter-Topf sein Gleichgewicht verliert? Und wenn ja, wie?

Ich danke Euch herzlich auch im Namen meines neuen, stummen Freundes!

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Kaktus gerettet, was nun? Empty Re: Kaktus gerettet, was nun?

Beitrag  Rouge am Do 19 Sep 2013, 15:34

Hallo und herzlich willkommen!

Dein Kaktus sieht aus wie eine Opuntie (ich hoffe, daß ich jetzt bei der vorläufigen Bestimmung nicht ganz daneben liege, aber die richtigen Profis werden noch kommen Wink )

Opuntien gedeihen - soweit ich das weiß - in fast jedem Boden, allerdings würde ihr ein "Mehr" an mineralischer Beimischung (Kies, Perlite o.ä.) sicher nicht schaden!

Meine Kakteen stehen zwar noch draußen - kommen jetzt aber nach und nach ins Treppenhaus rein und werden dann bis Ende Februar nicht mehr gegossen!

Und bei Opuntien lassen sich die Ohren supergut bewurzeln Wink 

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lg Kerstin  [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] 

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Kaktus gerettet, was nun? Empty Re: Kaktus gerettet, was nun?

Beitrag  Doppelgold am Do 19 Sep 2013, 18:30

Hallo Kerstin,

vielen Dank für eine erste Einschätzung und die Tipps.

Ich gieße ihn oft mit Mineralwasser, das hier in den verschiedenen Büros stehen gelassen wird und man sonst wegschüttet (!). Das wird wohl als "mineralische Beimischung" nicht durchgehen... Naja, Kies sieht ja auch nett aus.

Soll ich den Kies dann unter die Erde mischen? Wie gesagt - ich habe da keine Erfahrungen. Und wie bewurzel ich die Ohren? Einfach ins Wasser stellen?

Erneut danke und LG Very Happy 
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Kaktus gerettet, was nun? Empty Re: Kaktus gerettet, was nun?

Beitrag  mythe am Do 19 Sep 2013, 19:07

Bei Kakteen funktioniert das mit den Stecklingen etwas anders als mit anderen Pflanzen. Einfach ein Ohr abbrechen, ein paar Tage antrocknen lassen und dann in leicht feuchten (keinesfalls nassen) Sand stecken. Dann sprießen bald Wurzeln. Gerade Opuntien sind da sehr pflegeleicht. Selbst ein abgefallenes Ohr das zufällig in irgendeinem Topf landet wird dort höchstwahrscheinlich nach einiger Zeit anwurzeln. Smile

Ich habe aber noch nie gehört, dass eine Kaktee schlapp macht sobald sie kein Wasser bekommt. Generell halte ich meine Opuntien eher trocken und gelegentlich werden sie etwas schrumpelig aber hängen nicht durch. Vielleicht kann jemand sagen, woran das liegen könnte? Ich könnte mir vorstellen, dass du evtl. zu viel gießt und sie mehr Wasser aufgenommen hat, als gut für sie ist.. aber ich bin mir nicht sicher. Andere Vorschläge?


Liebe Grüße
Anne
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Beitrag  Shamrock am Do 19 Sep 2013, 20:41

Hallo Doppelgold,

an erster Stelle mal ein Hallo und herzlich Willkommen hier im Forum!

Interessant was man so alles auf dem Müll entdeckt... Das braune unten ist völlig normal. Da ist deine Opuntia verholzt, was primär der Stabilität dient. Mittlerweile ist sie ja groß genug, dass diese Fläche nicht mehr unbedingt als Assimilationsfläche benötigt. Allerdings schließt diese Tatsache nicht aus, dass sie (DIE Opuntia) vielleicht nicht wirklich mißbraucht wurde. Aber sie hat ja Glochiden (diese winzigen Dornen mit Widerhaken, die einfach überall stecken bleiben - auch wenn deine davon sehr wenig hat) und weiß sich damit im Notfall auch zu wehren.

Übrigens sehr gut geschlussfolgert, dass diese Erde nicht unbedingt kakteentauglich ist. Wenn man sich so überlegt wo Kakteen normalerweise wachsen, dann bietet sich Humus/Torf nicht unbedingt an. Allerdings sind Opuntien, wie schon geschrieben, quasi das Unkraut unter den Kakteen. Die kommen mit allem möglich klar... Wenn du mal umtopfen willst, dann nehme für deine Opuntia einfach handelsübliche Baumarktkakteenerde und mische diese gut mit mineralischem Material (Lava, welche im Winter oft als Streumittel angeboten wird, Sand aus dem Sandkasten der Nachbarskinder, etc. - einfach mal kreativ sein). Für andere Kakteen würde ich diese Vorgehensweise nicht empfehlen aber so eine Opuntia dürfte damit glücklich und zufrieden sein.

Beschneiden, warum? Wenn dir aber unbedingt danach ist, dann immer "zwischen den Ohren", also an der dünnsten Stelle.

Hat denn der Topf wenigstens unten Abzugslöcher wo das gesamte Mineralwasser wieder raus kann? Ansonsten gibt´s über kurz oder lang gammlige Wurzeln... So oder so wird die Opuntia sich über Regenwasser mehr freuen als über Evian, Bad Brambacher, Franken Brunnen oder Gerolsteiner.

Einen Fensterplatz hat sie ja bereits ergattert. Ist es wenigstens ein Südfenster? Sie braucht Licht, Licht und nochmals Licht. Gerne auch ein Freilandaufenthalt im Sommer.
Im jetzt nahenden Winter aber kühl (um die 8°C) und trocken. Auch wenn´s schwerfällt und sie einen auf Drama-Queen macht. Furztrocken. Da wird die Opuntia nämlich schlafen geschickt. Sonst gibt´s nur noch mehr von diesen dünnen, langen Ohren (vergeilt..., schönes Wort, oder?).

Warum sie aber so säuft wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Großer Nachholbedarf? Eigentlich sollte ihr Topf in der Wachstumszeit (Sommer) zwischen den Gießabständen auch immer wieder mal komplett austrocknen. Seltsam! Hingen alle Triebe so schlapp oder nur die vergeilten oben?

Viele Grüße und viel Erfolg! - Shamrock (aka Matthias)

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Beitrag  Hardy_whv am Do 19 Sep 2013, 22:25

Von der Verwendung von Mineralwasser würde ich dringend abraten; du tust dem Kaktus damit keinen Gefallen. Mineralwässer sind meist sehr "hart". Die Mineralien die drin enthalten sind, sind für die Kakteenernährung nicht geeignet. Die Mineralien führen zur Versalzung des Substrats, der pH-Wert steigt und der Kaktus kann irgendwann keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Viel besser ist weiches Wasser, z.B. Regenwasser.


Gruß,

Hardy   [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
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Kaktus gerettet, was nun? Empty Re: Kaktus gerettet, was nun?

Beitrag  prosopis am Fr 20 Sep 2013, 14:42

Hallo, Doppelgold, Hallo mythe
Normalerweise machen Opuntien nicht so leicht schlapp bei Wassermangel. Es sei denn es handelt sich um extreme Trockenheit. Habe hier mal ein Beispiel einer Opuntia, welche der von Doppelgold sogar ähnlich sieht, die wohl extremster Trockenheit ausgesetzt war. Das Bild entstand Ende August, die Pflanze fand ich im "Vorgarten" eines aufgegebenen, halb verfallenen Beduinenrestaurants am Süd-Sinai. Sie wächst (wuchs) in sehr sandig-kiesiger Erde, welche bestimmt auch etwas versalzen und mineralreich ist, etwa 30 Meter vom Meer entfernt. Mineralwasser mag bei der häuslichen Pflege nicht ideal sein, aber eine Erdmischung mit hohen Torfanteilen ist dazu möglicherweise noch ungünstiger. Mein Tipp wäre, die Pflanze erst mal in eine mineralisch gehaltene Erdmischung zu verpflanzen. Ob man das jetzt schon macht oder erst im Frühjahr, dürfte wohl unerheblich sein.

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eine Cylindropuntia ist diesem dortigen "Standortextrem" bereits zum Opfer gefallen

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wogegen ein paar Meter weiter, neben einem noch in Betrieb befindlichen Gebäude, anscheinend noch jemand da ist, der ab und an Wasser an seine dortige Cylindropuntia gibt

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Mineralwasser schadet vorerst mal wenig, allerdings gebe ich zu bedenken, dass die Erdmenge, in welcher die häuslichen Pflanzen wachsen begrenzt ist, daher schneller eine Übersalzung eintreten kann, und deswegen Regenwasser auf Dauer geeigneter ist. Da gebe ich Shamrock und Hardy_whv Recht.

Und, Doppelgold: Die nicht jugendfreie Anwandlung Deiner Pflanze mag damit zusammenhängen, dass das Gewebe wenig Stützskelett enthält, also irgendwie "schwammig" ist und halt durch Wasserdruck (Turgor) aufrecht gehalten wird. Gute Mineralische Erde (Lava, Bims etc.) und Beigaben von richtigem Kakteendünger statt Mineralwassersalzen sollten diese physiologische Schwäche mit der Zeit korrigieren. Und wichtig: Viel Licht! Im Sommer nach draußen wäre ideal.

Zum Deiner Frage Nr.1: Wenn "Opuntia monacantha" dranstünde, dann könnte das evtl. stimmen. Von dieser Art gibt es auch einen stärker sprossenden Wuchstyp. Deine Pflanze entspricht dem normalen Typ.
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Kaktus gerettet, was nun? Empty Re: Kaktus gerettet, was nun?

Beitrag  Doppelgold am Di 01 Okt 2013, 13:26

Vielen Dank für die vielen und ausführlichen Informationen. So gesehen scheint meine Opuntie der ideale Einstieg zu sein.

Sie (oder er... hab noch nicht nachgeguckt, hehehe) hat tatsächlich ein Südfenster bekommen. Der Platz scheint gut zu sein. Ich werde sie also erst gegen Ende des Winters wieder gießen und dann auch mit der richtigen Erde umtopfen. Auf dass sie groß und stachelig wird.

Auch das "Abhängen" scheint nicht mehr zu ihren Hobbys zu zählen. Eine Kollegin meinte neulich, dass in meiner Abwesenheit die Rollos etwas heruntergelassen waren. Möglicherweise ist hierin die Ursache für das Fehlverhalten zu suchen.

In jedem Fall finde ich es super, dass Ihr mir so weitergeholfen habt. Das zeugt von einer gewissen Leidenschaft, die sich langsam vielleicht auch in mir wecken lässt. Bin zumindest auf dem Weg...
Danke noch einmal!! Very Happy
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