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Pflanzprojekte, Ansiedelung von Xerophyten in unseren Breiten

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Pflanzprojekte, Ansiedelung von Xerophyten in unseren Breiten Empty Pflanzprojekte, Ansiedelung von Xerophyten in unseren Breiten

Beitrag  Olaf usm Seyerland Fr 03 Jan 2014, 22:10

Schon seit meiner Kindheit hatte ich legal erstandene Rotlister und auch weniger bedrohte Arten vermehrt und in für sie geeignete Habitate entlassen. Dies war nur der Anfang einer Arbeit, für die ich offenbar geboren bin. Seit Jahren bepflanze ich den Monte Schlacko in Siegen- Geisweid. Auch nach der langen Zeit haben sich Yucca flaccida, Sedum sedoides, Melica cilliata und weitere "Steingartenpflanzen" erfolgreich gehalten.
Es ist ein Extremstandort in mancher Hinsicht: Nord- und Südflanke des Kegels sind mit Birken und Weiden locker bewachsen, haben aber stellenweise Schatten. Vom Osten erfolgt ein Anstieg, der durch den tiefer gelegenen schon etablierten Wald führt. Wie ist aber die Westseite beschaffen? Sie stellt wohl die größte Herausforderung dar mit ihrem starken Gefälle, den Sandrutschen und soeben am Leben bleibenden Strauchweiden, deren Wurzen zum Teil sehr entblößt sind. Ja, die Erosionsrate ist enorm, und es ist ein Wagnis, da rumzukraxeln mit nur einer Pflanzschaufel als gleichzeitiger Steighilfe und in der anderen Hand ein paar Töpfen. Auf die Weise hatte ich es jahrelang durchgeführt. Auch zur Nord- und Südseite geht es recht steil ab, wenn auch dank der Bäume nicht gar so kriminell. Die auch als "Wetterseite" bekannte Sandrutsche läuft zum Norden etwas um, bevor die Bewaldung sich verdichtet.
Ein echter Abenteuerspielplatz für Gärtner  Teufel ... Nur Schweben ist schöner, nu ja. Ohne Seil sich da rumzutreiben, verlangt schon eine gute Portion Verrücktheit. Aber da befindet man sich gleich in bester Gesellschaft mit anderen Forschern und wie sich Draufgänger sonst noch nennen.
Die Wetterseite hat sich während ungefähr 5 oder mehr Jahren drastisch verändert. Von ihrer früheren Substanz ist nicht allzu viel übrig blieben. Wie überrascht ich war, als ich nach den wenigen Jahren Unterbrechung erstmals wieder auf der Kuppe stand, kann man sich kaum vorstellen. Von der Dicke der Front fehlt bis zu 1m! Alles abgerutscht. Es ist wirklich ein Extremstandort, auch was den scharfen Wind angeht, verbunden mit Flugsand. Bestens geeignet für Pioniere wie Dünenbefestiger in Form von Strandgräsern, Rutenhirse, wuchernden Bambusarten usw. Da kann kein Kaktus Fuß fassen. Milder verläuft noch der Nordbereich, von wo aus Yuccas und Opuntia arenaria sich des Westens annehmen könnten. Das ist schon eingeplant.
Wie ich vorgehe
Am Einfachsten ist wohl das Erweitern der festgelegten Partien, wo die Alpinen und Sukkulenten ihre Kolonien konsolidiert haben. Im Vorjahr gegen Herbst habe ich Opuntia fragilis getufft, auch eine O. cymochila zur Probe. Das Melica ciliata hat sich sehr langsam ausbreiten können. Hauptproblem ist nach wie vor die Erosion, welche kaum Saatgut zulässt. Ergo stellt eine Kombination von Ausläuferbildnern mit Horstbildnern die probateste Option dar. Fortsetzung folgt.


Zuletzt von Olaf usm Seyerland am Fr 03 Jan 2014, 22:19 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag  Ralla Fr 03 Jan 2014, 22:18

Hast du von der Pflanzung mal ein paar Bilder, dass man sich das besser vorstellen kann?

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Liebe Grüsse,

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Beitrag  Olaf usm Seyerland Fr 03 Jan 2014, 22:23

das ist noch nicht möglich, aber ein sehr nahes Ziel. Im Netz kannst Bilder finden unter `Monte Schlacko Siegen´, da gewinnt man einen ersten Eindruck von der Gestalt.


Zuletzt von Olaf usm Seyerland am Fr 03 Jan 2014, 22:26 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag  Echinopsis Fr 03 Jan 2014, 22:25

Bilder zum Monte Schlacko in Siegen (klick)

Vielen Dank für den sehr interessanten Einstieg Olaf, bin auf Langzeiterkentnisse und Erfahrungen sehr gespannt!

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Beitrag  Olaf usm Seyerland Fr 03 Jan 2014, 22:35

das ist aber lieb von dir. Ich war noch in der Edit, und so kamst du mir zuvor.
Korrigendum: Der Anstieg befindet sich samt Wald im Norden, West ist spärlicher bewaldet als Ost, und im Süden befindet sich die Wetterseite.


Zuletzt von Olaf usm Seyerland am Fr 03 Jan 2014, 22:42 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag  Rouge Fr 03 Jan 2014, 22:38

Ich will hier nur kurz nachhaken:

Der "Monte Schlacko" ist doch als Naturschutzgebiet ausgewiesen? Hast Du denn da eine offizielle Genehmigung zur Bepflanzung? Gerade in Naturschutzgebieten ahnden die Behörden Verstöße gegen das bestehende Gesetz mit extrem empfindlichen Geldstrafen! Das gilt sowohl für die ENTnahme geschützter Pflanzen, als auch für die Veränderung der bestehenden Bepflanzung durch "Guerilla-Gärtner"!

Ich weiß, ich bin mal wieder der Spielverderber, aber bevor hier zur Guerilla-Bepflanzung animiert wird, sollten sich - auch gerade die jüngeren Pflanzenliebhaber - über bestehende Gesetze, Gebote und Verbote informieren  Rolling Eyes 

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Beitrag  Olaf usm Seyerland Fr 03 Jan 2014, 22:48

In der Tat ist es geschützt, ein paar Orchideenarten und Insekten wegen. Doch niemand kümmert sich um das Gelände, da liegt mancher Unrat. Grade weil es offiziell ein Schutzgebiet ist, kann wohl niemand etwas gegen gärtnerische Unterstützung haben.
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Beitrag  Fred Zimt Fr 03 Jan 2014, 23:05

Ich schlage mich mal vorsichtig und bis ich verstanden hab was da genau abläuft,
auf die Seite der Spielverderber.  Rolling Eyes 
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Beitrag  Olaf usm Seyerland Sa 04 Jan 2014, 02:24

vom Nutzen der Pflanzung
Wenn wir uns vor Augen führen, wie fragil die Flächen sind, auf denen Orchideen und erdnistende Insekten des Monte Schlacko leben, brauchen sie festlegende Flora. Das ist auch der Grund, warum die Minengesellschaft überhaupt solche Anstrengungen aufgebracht hat. Wenn ich mir die Abdrift anschaue und mit Jahren zuvor vergleiche, so muss ich feststellen, dass es falsch war, ein paar Jahre untätig zu sein. Die Orchideen besitzen keine Stolonen, durch die sie eine efektivere Verankerung hätten. Auch die Erdbienen und Grabwespen halten sich auf Dauer nur, wo ihre Nester nicht bloßgelegt werden. Ergo brauchen sie jemanden, der die Initiative ergreift und anpackt.
Genau hier sind gute Optionen, die Sandflur zu stabilisieren, ohne dass ihr offener Charakter verändert würde. Dünengräser und weitere Ausläuferbildner leisten genau passenden Dienst. Yuccas liefern zudem Pollen und Nektar, desgleichen tun das auch die meisten Alpine und sonstige "klassische Steingartenpflanzen" wie Sedum, Sempervivum, Sempervivella, xerophile Nelkenarten, Sonnenröschen und andere Zistartige, Fingerkräuter uvm.
Auch Kakteen, Disteln, Zwergsträucher bis hin zu Latschen und Knollen/Zwiebelblumen kommen in Frage. Seltene, am Heimatstandort bedrohte Arten, können solch ein geschütztes Ökosystem aufwerten.
So bald meine Kamera einsatzbereit ist, werde ich versuchen, entsprechende Stellen des Berges zu dokumentieren, wo sich die Pflanzengesellschaften etabliert haben und wie empfindlich ihre ungesicherte Umgebung das Fortbestehn tangiert. Fortsetzung folgt.
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Beitrag  plantsman Sa 04 Jan 2014, 13:26

Moin,

aber das Ansalben von nicht autochtonen Pflanzen ist ökologisch eine sehr heikle Sache, nicht nur in einem Naturschutzgebiet. Man sieht ja, was aus einigen ehemals netten Gartenpflanzen geworden ist (Staudenknöterich, Drüsiges Springkraut, Kakteen in Australien und Südafrika). Es sind auch nicht nur die großen Pflanzen, die Schlimmes anrichten können. Es gibt ein engeschlepptes Moos (!), das möglicherweise dafür verantwortlich ist, das der Brachpieper in Mitteleuropa noch weniger Brutmöglichkeiten hat als vorher (Wikipedia-Eintrag). Dieses Moos sorgt dafür, das an warm-trockenen Sandstandorten das Substrat nicht erodieren kann. Da es sehr dunkel ist, trocknet es sehr schnell aus und Keimlinge höherer Pflanzen vertrocknen in diesen dichten Polstern. Einheimische Moose und Flechten haben überhaupt keine Chance mehr. Der Vogel braucht aber diese gestörten Stellen im Schutz der umgebenden Vegetation um seine Nester anzulegen. Du siehst, Du kannst nicht wissen was durch Deine Tätigkeit dort eventuell angerichtet wird.

Dann würde ich lieber eine Initiative gründen und mit Absprache einer ansässigen Naturschutzorganisation mit fähigen (!) Pflanzensoziologen/Ökologen einen Pflanz- und Pflegeplan entwerfen anstatt nicht einheimische Pflanzen dort anzusiedeln.

Viele Tier- und Pflanzenarten derartiger Standorte sind auf regelmäßige Störungen des Lebensraumes angewiesen. Da schafft ihnen immer wieder kleinklimatisch sehr reichhaltige Habitate und die Vielfalt wird von alleine groß. Es ist aber ein langsamer Prozess in den man nicht mit der Anpflanzung nicht einheimischer Pflanzen nachhelfen sollte/darf.

Verstehe diesen Beitrag bitte nicht als Angriff. Es ist der Versuch konstruktiv Kritik an Deiner Idee zu üben und Dir aufzuzeigen, daß Dein Handeln Konsequenzen haben könnte, die kontraproduktiv sind.

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