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Meine erste Aussaat nach vielen Jahren

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Meine erste Aussaat nach vielen Jahren Empty Meine erste Aussaat nach vielen Jahren

Beitrag  Timm Willem am Sa 22 Nov 2014, 14:31

Dies ist mein erster Fachbeitrag in diesem Forum und ich hoffe auf Milde.
In diesem Jahr wollte ich nach vielen Jahren mal wieder Kakteen aussäen. Also Samen bestellt. Vor einigen Wochen wurde ich dann neugierig, wie Kakteen sich in Gläsern entwickeln. Aussaatmedium für Erdorchideen war vorhanden. Also die ersten Samen(Echinocereus und Trichocereus) oberflächlich sterilisiert. Nach fünf Tagen war noch nichts gekeimt, aber schon etliche Samen von Pilzen oder Bakterien überwuchert, aber offensichtlich von innen!
Das sah dann so aus:
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Nach einigen weiteren Tagen dann doch noch Sämlinge.
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Da über 50% der Samen von innen kontaminiert waren, lag die erfolgreiche Keimung bei nur etwa 3%(habe ich so schlecht allgemein noch nie erlebt).
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Aufgrund der stark kontaminierten Samen wurden weitere Aussaatversuche sehr schwierig. Mehrfach hatte ich danach noch Totalausfälle. Die Ursache des Problems schein immer die gleiche, die Samen fermentieren in den Früchten unbemerkt und Bakterien dringen in den Samen ein. In einem anderen Fall war die Saat zu 50-70% von innen mit Schimmel kontaminiert, das kann aber nur nach der Ernte erfolgt sein, möglicherweise durch unbrauchbare Beize.

Langsam schwant mir aber warum man so wenig Literatur über Kakteen in Gewebekultur findet.(oder diese dann so viel verschweigt)

Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand schon einmal ähnliches ausprobiert hätte und darüber berichten würde.
Timm Willem
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Beitrag  Soulfire am Sa 22 Nov 2014, 15:41

Shocked
Das ist ja mal eine faszinierende Art auszusähen!
Kannst du mal Genaueres erzählen?
Also was genau ist das für ein Nährboden, hast du da irgendwas noch beigemischt (Dünger z.B.), hast du Glas, Samen oder sonstiges vorbehandelt, wie sind deine Licht/Wärmeverhältnisse?
Sind das Einmachgläser?
Das würde mich auch in den Fingern jucken, dass auszuprobieren, weil man da soviel sieht!
Ich bin extrem neugierig und bei dir sieht man ja sogar die Wurzeln wachsen! Very Happy
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Beitrag  Sabine1109 am Sa 22 Nov 2014, 16:21

Das ist wirklich faszinierend, da muß ich Soulfire Recht geben! Ich weiß gar nicht, ob Kakteen oder andere Sukkulenten sich generell für Aussaaten auf Nährmedien eignen - bekommen die auf diese Weise denn genügend Sauerstoff? So schlechte Keimquoten hatte ich bei meinen völlig normalen Aussaaten auf alle Fälle nie - mag aber auch am Saatgut gelegen haben, vielleicht war Deines überaltert oder so?
Auf alle Fälle ist es ein wirklich interessantes Projekt, ich würde mich freuen, wenn wir noch mehr Bilder von Dir zu sehen bekämen.

Grüße, Sabine
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Beitrag  nikko am Sa 22 Nov 2014, 18:06

Moin Simon,
ja, ein faszinierendes Experiment, ich bin sehr gespannt, wie die bisherigen Überlebenden sich weiterentwickeln!

Erinnert mich daran, wie ich früher mal versucht habe Pleionen auszusäen. Auch bei diesen Orchideen ist eine der Schwierigkeiten, mit sterilisierten Samen zu arbeiten. Das wird oft umgangen, indem man die Orchideenfruchtkapseln vorzeit öffnet und sofort aussäet. (In den Kapseln ist es ja noch keimfrei) Ich glaube aber nicht, das so etwas bei Kakteen funktioniert, unreifer Samen keimt meines Wissens nach nicht.

Wie hast Du die Kakteensamen den sterilisiert? Auch mit Natriumhypochochlorid wie bei den Orchideen? Scheint jedenfalls nicht gereicht zu haben, ich würde empfehlen zusätzlich ein Pilzmittel zu verwenden, z.B. Aatiram. Desinfizierend wirkt sicher auch konz. Schwefelsäure - manche hartschaligen Kakteensamen bekommen von mir ein 15 minütiges Bad darin. (Sclero's, Toumeya, Echinocactus)

Also mein Rat: gründlich desinfizieren und ein Pilzmittel zur Vorbeugung verwenden. (Ist schon ein wenig der Overkill, aber Du kannst es ja mal versuchen)

LG,
Nils
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Beitrag  Timm Willem am Sa 22 Nov 2014, 18:10

Das sind Marmeladengläser, das Medium besteht grob aus Wasser, Dünger, Zucker und Agar und alles ist bei 120 Grad sterilisiert.

Der Samen wurde oberflächlich sterilisiert und danach mehrfach gespült, alles mit sterilem Material.

Man benötigt schon eine Sterilbank, für Kakteen auf jeden Fall. Orchideen kann man auch in Wasserdampf aussäen. Bei Kakteen kommen nach meinen jetzigen Erfahrungen mehr Waschlösungen und Geräte hinzu, dadurch kann man die Wasserdampfmethode vergessen.

Allgemein hatte ich Probleme mit den Bedingungen für die Gläser, zunächst konnte ich sie nicht warm stellen da die Kontaminationen zu schnell gewachsen wären. Dann habe ich keine Möglichkeit sie hell aufzustellen. In der nächsten Woche werde ich die Gläser aber wohl bei viel Licht und 26 Grad aufstellen und hoffe auf einige Nachkeimung.

Das Problem ist ja nicht die reale Keimrate, die kenne ich gar nicht. Das Problem tauchte auf, als die ersten Samen keimten und aus der Hülle Pilze und Bakterien kamen, ob diese Samen dann eigentlich keimfähig waren kann man nicht mehr sagen, da sie innerhalb eines tage komplett überwuchert waren.

Prinzipiell ist die Kultur von Kakteen unter sterilen Bedingungen kein Problem. Man sollte nicht unbedingt Medien verwenden, bei denen noch Wasser in die Pflanze gepumpt wird, das führt früher oder später zu Pflanzen, die man nicht mehr so einfach aus dem System wieder heraus holen kann.

Normalerweise vermehre ich Dactylorhiza in den Gläsern.
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Beitrag  nikko am Sa 22 Nov 2014, 18:23

Moin Simon,
die Knabenkraut-Säminge sehen super aus! Very Happy

Die geringe Keimrate lag dann bestimmt am fehlenden Licht, Kakteensamen wollen es warm und schön hell...
Probier doch noch mal andere Methoden zur Sterilisation aus, dann sind die Ergebnisse bestimmt noch besser.

LG,
Nils
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Beitrag  Ralla am Sa 22 Nov 2014, 21:43

Simon, nicht alles, was in Erde wächst, muss steril ausgesät werden! Kaktüsse sind keine Orchideen. Ist aber ein interessanter Versuch. Teufel


_________________
Liebe Grüsse,

Carola
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Beitrag  Timm Willem am Sa 22 Nov 2014, 22:19

nikko schrieb:Erinnert mich daran, wie ich früher mal versucht habe Pleionen auszusäen. Auch bei diesen Orchideen ist eine der Schwierigkeiten, mit sterilisierten Samen zu arbeiten. Das wird oft umgangen, indem man die Orchideenfruchtkapseln vorzeit öffnet und sofort aussäet.  (In den Kapseln ist es ja noch keimfrei) Ich glaube aber nicht, das so etwas bei Kakteen funktioniert, unreifer Samen keimt meines Wissens nach nicht.
Hallo Nils,
ich denke, in dem Bereich liegt das Problem, vermutlich gären viele Früchte zum Abschluss des Reifeprozesses, wenn sie nicht ihrer eigentlichen Bestimmung nach in einem Tiermagen landen. Das wäre aber wohl nicht so schlimm, wenn die Gärung nur rechtzeitig unterbrochen werden würde.
nikko schrieb: Wie hast Du die Kakteensamen den sterilisiert? Auch mit Natriumhypochochlorid wie bei den Orchideen? Scheint jedenfalls nicht gereicht zu haben, ich würde empfehlen zusätzlich ein Pilzmittel zu verwenden, z.B. Aatiram. Desinfizierend wirkt sicher auch konz. Schwefelsäure - manche hartschaligen Kakteensamen bekommen von mir ein 15 minütiges Bad darin. (Sclero's, Toumeya, Echinocactus)
Die Bleiche erfolgte mit Natriumhypochlorid, dies hat auch zumindest bei der großen Mehrheit der Samen zwei bis drei Tage gereicht, die Kontamination kam erst aus den Samen raus, nachdem die Quellung weitgehend abgeschlossen war.
Wenn man von dieser Beobachtung ausgeht, kann man da mit Oberflächensterilisation nur wenig ausrichten. Würde man bleichen bis die Kontamination innen auch weg ist, wäre auch der Embryo zumindest geschädigt.
Ich habe auch mehrere Bleichreihen gemacht, es macht nur relativ wenig Unterschied ob man bei 0,5 % NaOCl 10 oder 40 Minuten bleicht, die Samen werden von innen nicht sauber.
nikko schrieb:
Die geringe Keimrate lag dann bestimmt am fehlenden Licht, Kakteensamen wollen es warm und schön hell...
Das mit dem Licht kann schon sehr gut sein, aber ich habe die Gläser in der ersten Woche mindestens zweimal am Tag mit Kaltlicht-LEDs durchleuchtet, um mögliche Kontaminationen möglichst früh zu erkennen. Die ersten Gläser von vor drei Wochen sind jetzt sicher sauber, die werden nächste Woche mit wesentlich mehr Energie versorgt.
nikko schrieb:
Probier doch noch mal andere Methoden zur Sterilisation aus, dann sind die Ergebnisse bestimmt noch besser.
Ich habe in der Vergangenheit schon einige Mittel zum bleichen verschiedenere pflanzlicher Oberflächen verwendet, Quecksilber(II)-chlorid, Wasserstoffperoxid und Calciumhypochlorit sind alle besser als NaOCl. Der große Vorteil von NaOCl ist nur, dass man es relativ zuverlässig frisch in diesen blauen Flaschen im Supermarkt bekommt und keine uralte Lagerflasche. Deshalb ist die Wirkung immer fast gleichbleibend, es ist zuverlässig.

Ein anderes Problem ist, dass ich mich zwar mit der Sterilisation von Antibiotika auskenne und diese auch machbar ist, aber die Sterilisation von Fungiziden nicht üblich oder bekannt ist.

Jetzt muss ich erst mal sehen wo ich noch neuen Samen für Versuche her bekomme, die Partien die ich noch habe sind alle durchgetestet und zu stark belastet.

Um das alles nicht zu finster erscheinen zu lassen, muss ich auf jeden Fall noch schreiben, dass es einzelne Chargen gab mit 20, 30 und über 50 % Keimrate. Bei den gezeigten Echinocereus viridiflorus sind 17 Sämlinge aus etwas über 20 Samen entstanden und zeigen eine sehr schöne Keimkraft.
Viele Grüße
Simon
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Beitrag  Timm Willem am Sa 22 Nov 2014, 22:28

Ralla schrieb:Simon, nicht alles, was in Erde wächst, muss steril ausgesät werden! Kaktüsse sind keine Orchideen. Ist aber ein interessanter Versuch. Teufel

Hallo Carola,
es ist ja nicht so, dass ich anders könnte, das habe ich schon lange nicht mehr unter Kontrolle.

Übrigens wurden alle Partien, die stark belastet getestet wurden bei meinem Arbeitgeber unter Assimilationslicht in Erde ausgesät. Da ist auch die Keimrate wesentlich besser.
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Beitrag  Ralla am Sa 22 Nov 2014, 22:30

Hehe, Aussaat => Autopilot => Nährboden kochen..... usw.

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Liebe Grüsse,

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