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Sulcorebutia rauschii

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Re: Sulcorebutia rauschii

Beitrag  Wüstenwolli am Mi 28 Dez 2016, 17:48

Super, Willi-
bin erstaunt, wie variabel die Art nicht nur in der Ausfärbung der Epidermis ,
sondern auch in der Blütenfarbe ist!
Hatte es bislang bei der Anschaffung einer rauschii gelassen, die aber schon mehrfach durch Sprosse vermehrt wurde.
Diese bewurzelten Sprosse blühen reicher als die Altpflanze.
Ob das Abnehmen von Sprossen die Altpflanze in Stress versetzt und sie sich mehr um Neubildung / Ersatz dieser bemüht, anstatt zu blühen?

LG Wolli

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Beitrag  sulco-willi am Mi 28 Dez 2016, 18:37

Wüstenwolli schrieb:Super, Willi-
bin erstaunt, wie variabel die Art nicht nur in der  Ausfärbung  der Epidermis ,
sondern auch in  der  Blütenfarbe ist!
Hatte es bislang bei der  Anschaffung einer  rauschii gelassen, die aber schon mehrfach durch  Sprosse vermehrt  wurde.
Diese bewurzelten Sprosse blühen  reicher als die Altpflanze.
Ob das  Abnehmen  von Sprossen die Altpflanze in Stress versetzt und sie sich mehr um Neubildung  /  Ersatz dieser bemüht, anstatt zu  blühen?

LG Wolli


Hallo Wolli,

im Grunde genommen ist das eine bekannte Sache, die mehr oder weniger für alle Sulcos gilt. Je größer die Gruppe, desto blühfauler wird die Pflanze. Ganz sicher gibt es jetzt welche, die mir sofort das Gegenteil beweisen wollen, aber ich rede von sehr zurückhaltender Kultur - karges Substrat, 1x Dünger pro Jahr. Aber auch klar - es gibt Ausnahmen. Ich habe das allerdings schon oft erlebt. Beispiel: S. steinbachii v. taratensis. Da gibt es ja diese winzigen Formen, die früher mal als "minima" bezeichnet worden sind. Wenn du davon einen voll gepackten Topf hast, wirst du selten Blüten sehen. Mach mal einen Spross ab und setze den in ein Filmdöschen. Spätestens 2 Jahre später blüht der Kamerad.

Es gibt aber noch einen zweiten Aspekt. Wenn ein Klon X-mal vermehrt wird, tritt oft eine gewisse Degeneration ein. Besonders wenn die Pflanze zwischendurch auch mal gepfropft war. Dadurch kann die Blühfähigkeit extrem leiden. Das tritt nicht in der ersten oder zweiten Sprossgeneration auf, aber es sind viele Pflanzen auf dem Markt, da ist man bei Generation 20 oder 30 - wobei das natürlich keine echten Generationen sind, denn es ist ja immer noch der selbe, alte Klon.

Ich habe hier viele Pflanzen aus den 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts stehen. Die lassen sich nicht mehr bewurzeln und sie haben total vergessen, was Blüten sind. Manche lassen sich selbst gepfropft kaum noch am Leben erhalten.
Beste Grüße
Willi

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Re: Sulcorebutia rauschii

Beitrag  Wüstenwolli am Mi 28 Dez 2016, 20:58

Hallo Willi,
danke für die ausführlichen Erläuterungen!
Degenerien Sulcos am natürlichen Wuchsort auch?
Gepfropft sind sie dort ja nie.
Deine alten Pflanzen aus den 1950er/60er Jahren - die wären doch auch einen Bilder - Thread wert -
auch ohne Blüten-
oder gibt es die schon im Bild zu sehen?

LG Wolli



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Re: Sulcorebutia rauschii

Beitrag  Litho am Mi 28 Dez 2016, 21:03

Wüstenwolli schrieb:Hallo Willi,
danke für die ausführlichen  Erläuterungen!
Degenerien Sulcos am natürlichen Wuchsort  auch?
Gepfropft sind sie dort ja nie.
Deine alten Pflanzen aus den 1950er/60er Jahren - die wären doch auch einen Bilder -  Thread wert -
auch ohne Blüten-
oder gibt  es die  schon im Bild zu  sehen?

LG Wolli

Ich schließe mich gern Wollis Wunsch an.
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Re: Sulcorebutia rauschii

Beitrag  Cristatahunter am Mi 28 Dez 2016, 23:29

Mich erstaunen die grossen Unterschiede in der Bedornung. Sind doch einige nahezu nackt. Ich nehme doch an dass alle unter identischen Bedingungen im Gewächshaus gewachsen sind. Sind doch gerade die Sulcorebutias in ihrem natürlichen Habitat starkem Sonnenlicht ausgesetzt (UV Strahlung). Einige der pectinat angeordneten Dornen erinnern an Zeckenbeine und sind nicht gerade als Sonnenschutz geeignet.


Es gibt doch auch noch eine bläuliche und eine violette Variante. Oder sind das die degenerierten?
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Beitrag  sulco-willi am Do 29 Dez 2016, 13:50

Wüstenwolli schrieb:Hallo Willi,
danke für die ausführlichen  Erläuterungen!
Degenerien Sulcos am natürlichen Wuchsort  auch?
Gepfropft sind sie dort ja nie.
Deine alten Pflanzen aus den 1950er/60er Jahren - die wären doch auch einen Bilder -  Thread wert -
auch ohne Blüten-
oder gibt  es die  schon im Bild zu  sehen?

LG Wolli

Hallo zusammen,
ich hatte ja an anderer Stelle schon gepostet, dass ich dabei bin, meine allerersten 2500 Dias zu scannen. Das hatte ich mir bisher verkniffen, weil das eine heillose Arbeit ist. Die Bilder der Jahre 1990 und später konnte ich gerade so runterscannen. Einmal einstellen, 40 Bilder in den Einzug das war´s. So habe ich neben meinen über 35 000 Privatbildern auch fast 8000 Sulcodias gescannt, die teilweise auch schon in unserem Buch und im Sulcolexikon zu sehen sind. Die älteren Bilder sind viel schwieriger, weil ich immer wieder mit unterschiedlichen Filmen und Belichtungstechniken experimentiert habe. Da kann ich froh sein, wenn ich mit einer Einstellung mal 5 Dias scannen kann. Trotzdem will ich das durchziehen, denn darunter sind Bilder von Pflanzen, die heute überhaupt nicht mehr existieren, aber immer noch wichtig sind, da das die Exemplare sind, nach denen viele alten Sulcos beschrieben worden sind oder die damals von Leuten wie Cardenas, Rausch; Lau, Krahn und letzten Endes Knize nach Europa kamen. Man stelle sich vor, ich hatte Anfang der achziger Jahre an die 100 "Albidas" original von Knize. Leider sind diese Pflanzen in alle Winde zerstreut, wenn sie überhaupt noch leben. Ähnliches gilt für meinetwegen HS78, die Swoboda zu tausenden importiert hatte. Zu dieser Zeit bekam man nichts anderes und da hat man sich eben auf das gestürzt, was da war - und im Gewächshaus war noch Platz.

Ich habe schon verschiedene Pläne, z.B. mal Bilder von allen KK1567, die ich mal hatte, Bilder hochzuladen etc. Lasst euch überraschen, aber das geht nicht von heute auf morgen.

Beste Grüße
Willi

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Degenerieren - Bedornung

Beitrag  sulco-willi am Do 29 Dez 2016, 17:58

Cristatahunter schrieb:Mich erstaunen die grossen Unterschiede in der Bedornung. Sind doch einige nahezu nackt. Ich nehme doch an dass alle unter identischen Bedingungen im Gewächshaus gewachsen sind. Sind doch gerade die Sulcorebutias in ihrem natürlichen Habitat starkem Sonnenlicht ausgesetzt (UV Strahlung). Einige der pectinat angeordneten Dornen erinnern an Zeckenbeine und sind nicht gerade als Sonnenschutz geeignet.


Es gibt doch auch noch eine bläuliche und eine violette Variante. Oder sind das die degenerierten?

Hallo,
ich habe es eigentlich schon immer für zweifelhaft gehalten, dass bei Kakteen die Bedornung als Schutz vor Strahlung angeshen wird. Das mag bei Oreocereen etc. mag das der Fall sein, aber bei Sulcos ist das wohl eher die Ausnahme (Vielleicht hertusii oder patriciae, die wirklich dicht bedornt sind). Nur, warum wächst dann S. tarabucoensis ssp. patriciae im Gras und fast immer unter Büschen. Bei anderen Sulcos erzeugen in manchen Fällen die Dornen eine geringfügige Schattierung, aber ein wirklicher Schutz ist das meist nicht. Bei mir sind z.B. die dicht bedornten Steinbachiis besonders hitzempfindlich - klar, sie haben hier natürlich nicht das Dornenkleid, wie in ihrer Heimat. Nein, ich denke, ein sehr wirksamenr Schutz gegen zu viel UV-Strahlung ist die Färbung der Epidermis und da ist gerade S. rauschii das Musterbeispiel. Warum dann einige Exemplare trotzdem hellgrün sind, kann ich auch nicht erklären. Eine wichtige Rolle spielt sicher auch die Fähigkeit, in Zeiten wo der Saftfluss fast zum erliegen kommt, sich in die Erde zurückzuziehen. Ich bin hier sicher nicht der Experte, aber ich denke, je nach Art oder Population spielt der eine oder der andere Mechanismus eine mehr oder weniger große Rolle und Mutter Natur ist erfinderisch. Da gibt es bestimmt noch eine Menge anderer Tricks. Bei den Steinbachiis hat bestimmt der ständige Wind großen Einfluss. Ich kenne auch viele Steinbachii-Populationen deren Pflanzen fast komplett im ewig feuchten Moos stecken..........usw. usw.

Nein, diese Farbvarianten bei S. rauschii sind sicher nicht mit Degeneration in Verbindung zu bringen. Den violetten Rauschklon habe im Lexikonbeitrag abgebildet, obwohl der bei meiner Kultur nicht so schön rauskommt, wie im Gewächshaus. Ich denke, der Färbung der Epidermis bei S. rauschii - z.B. auch bei S. callichroma und anderen - ist keine Grenze gesetzt und das ist ja einer der Gründe, warum wir so verrückt auf diese Pflanzen sind.

Beste Grüße
Willi

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Re: Sulcorebutia rauschii

Beitrag  Wüstenwolli am Do 29 Dez 2016, 18:16

Wir lassen uns gerne überraschen,  Willi!
"Gut Ding braucht  Weile"  .- daher keine Eile!

Wenn ich zurückdenke -  Anfang der 80er kannte ich die Gattung Sulcorebutia noch  gar  nicht,
obwohl schon im Besitz einer  kleinen Sammlung Kakteen.
Habe heute mal den KuaS - Jahrgang von 1990 durchgeschaut -
auf ca 250 Seiten war nur ein Bericht über  Sulcorebutien - über eine Cristat-Blüte.

LG Wolli

( sorry- hatte nicht bemerkt, dass schon eine weitere Antwort auf Stefan´s Beitrag gepostet wurde )
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Re: Sulcorebutia rauschii

Beitrag  Cristatahunter am Fr 30 Dez 2016, 08:25

Hallo Willi

danke für deine Antwort. Ich bin auch der Meinung das die Bedornung nichts mit der Beleuchtung zu tun hat.
Ich habe das auch schon oft hier im Forum diskutiert.
Ich vermute das in den S. rauschiis die Chemie im Innern eine grosse Rolle spielt. Vermutlich ist die Färbung eine Warnung. Friss mich nicht.

Gruss Stefan

PS: Gratulation zu deinem interessanten Beitrag im KuaS.
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Färbung

Beitrag  sulco-willi am Fr 30 Dez 2016, 12:38

Cristatahunter schrieb:Hallo Willi

danke für deine Antwort. Ich bin auch der Meinung das die Bedornung nichts mit der Beleuchtung zu tun hat.
Ich habe das auch schon oft hier im Forum diskutiert.
Ich vermute das in den S. rauschiis die Chemie im Innern eine grosse Rolle spielt. Vermutlich ist die Färbung eine Warnung. Friss mich nicht.

Gruss Stefan

PS: Gratulation zu deinem interessanten Beitrag im KuaS.

Hallo Stefan,
ich weiß nicht, ob die Färbung ein "Friss mich nicht"-Zeichen ist. Zumindest hilft es nichts, denn dort wo Kühe und vor allen Dingen Ziegen hinkommen, ist jede Pflanze angefressen. Mir ist das ganz extrem bei meiner ersten Bolivienreise 1983 aufgefallen, als ich nahe Aiquile an einem Hügel S. mentosa gefunden habe. Aus der Sammlung kennt man S. mentosa als Einzelköpfe. Nur größere Pflanzen sprossen auch mal. Dort an dem Standort gab es kaum eine Einzelpflanze, dafür aber riesige, vielköpfige Gruppen. Der Grund war sofort klar, den überall lagen Ziegenknöttel herum.

Übrigens, danke für deine Anerkennung meines Juckeri-Beitrags. Ich hatte schon gedacht, keiner hätte ihn gesehen.

Beste Grüße und einen Guten Rutsch allerseits
Willi

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