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Sukkulenz

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Sukkulenz

Beitrag  Shamrock am Do 20 Okt 2016, 20:43

Guten Abend in die Runde,

hab jetzt eine Weile überlegt, in welchen Thread bzw. in welches Unterforum es denn passen würde - aber seltsamerweise fiel mir hier in einem KuaS-Forum nix Passendes ein. Falls jemanden noch eine Idee kommen sollte, kann man natürlich gerne Verschieben.

Bei Spektrum.de im "Kompaktlexikon der Biologie" wird Sukkulenz defniert als "Ausbildung fleischig-saftiger Wasserspeichergewebe."
Beim Einräumen der Crassula ovata zog ich auf dem Weg ins Treppenhaus mal wieder eine Blätterspur hinter mir her. Da dacht ich mir spontan, ich zeig dem Junior mal was das bedeutet, hab ein Blatt in der Mitte zerbrochen und das Wasser aus dem dicken Blatt rausgequetscht. Hat ihn schon etwas beeindruckt.
So sieht ein frisches Crassula ovata-Blatt zum Beginn der Winterruhe von innen aus:
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]

Dann hat er sich selbst ein Blatt geschnappt, zerbrochen und in der Wohnung auf die Heizung gelegt. Durch die massive Verletzung des Verdunstungsschutzes (= Epidermis) kam nach drei (!) Tagen dies hier dabei raus:
[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]

Und komplett ausgetrocknet ist das Blatt immer noch nicht! Jetzt kann man sich mal ausrechnen, wieviel Prozent der Blattmasse vor Beginn der Trockenzeit wohl Wasser sein mag... Damit kommt man doch locker über einen langen Winter, zumindest wenn der Stoffwechsel ordentlich runtergefahren ist.

Die schlechte Qualtität der Fotos bitte ich zu entschuldigen, aber anfangs waren diese ja auch nicht für eine Veröffentlichung gedacht.

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Re: Sukkulenz

Beitrag  Datensatz am Do 20 Okt 2016, 23:21

Der Vergleich sieht schon beeindruckend aus. Allerdings im Einzelfall kann sich die Frage stellen: Wie sukkulent ist sukkulent, und wie winter ist Winter? Inwiefern wird der Kreislauf heruntergefahren, und wenn nicht ganz, was bleibt dann noch? Mir sind bei Temperaturen von 12 °C bis 14 °C schon viele Sukkis bös eingetrocknet. Kakteen kommen dagegen in der Regel gut klar mit diesen Bedingungen.
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Re: Sukkulenz

Beitrag  Shamrock am Fr 21 Okt 2016, 08:28

Klar, zwischen sukkulent und sukkulent gibt es enorme Unterschiede. Unsere heimischen Sedum-Arten beispielsweise haben es ja gar nicht nötig, hochsukkulent sein zu müssen. Die vorhandene Fähigkeit Wasser zu speichern reicht ja bereits aus, um einen enormen Vorteil bei der Besiedelung karger Standorte gegenüber der Konkurrenz zu haben.

Eggli schreibt in seinem Sukkulentenlexikon, dass das Verhältnis Trockenmasse zu Wasser bei einigen hochsukkulenten Mesembs bei 1:70 liegt. Bei Aloen sind es immerhin noch 1:8 - allein in diesen Zahlen sieht man ja schon einen enormen Unterschied.

Da kommen wir zu dem von dir geschilderten Vertrocknen von aS über der Winterruhe. Vielleicht waren die 12 bis 14 °C einfach nicht kalt genug, um den Stoffwechsel ausreichend runterzufahren. Dann liegt ggf. immer noch ein geringer Wasserverbrauch vor und wenn dann auch noch die Sonne auf die Pflanzen knallt, wird zudem noch der Verdunstungsschutz etwas überfordert - und schon hat man das Desaster.
Oder die entsprechende Pflanze war einfach nicht sukkulent genug. Siehe oben...
So oder so soll man ja auch die meisten aS auch im Winter mit minimalen Wassergaben versorgen. Wenn ich mein Cyanchum marnierianum im Keller drei Wochen lang vergesse, dann hatte ich recht schnell die längste Zeit meine Freude an dieser hübschen Pflanze...

Eine Blattausbildung maximiert ja auch die Verdunstungsfläche. Deshalb verzichten ja schlauerweise Kakteen darauf. Die epiphytischen Kakteen dagegen mussten wieder dem Umkehrweg gehen, damit sie genug Assimilationsfläche auf ihrem Baum haben.
Egal, einen klassischen, sukkulenten Kaktus vertrocknen zu lassen grenzt schon an ein Kunstwerk. Da bekommt man ihn mit einem Zuviel an Wasser deutlich schneller über den Jordan.

Noch ein paar Zahlen dazu aus Walther Haages Kakteenlexikon:
- Eine große (wird nicht näher definiert) Carnegia gigantea kann 2.000 bis 3.000 Liter Wasser speichern. Zum Vergleich: In eine klassische Badewanne passen rund 140 Liter.
- Einen Ferocactus mit 37,6 kg Gewicht hat man sechs (!) Jahre lang an einem schattigen Ort komplett trocken gehalten. In der Zeit hat er rund 1/3 seines Gewichtes verloren, während der Wassergehalt unverändert bei 94% lag. Da sieht man mal, was dem Kollegen Ferocactus in den sechs Jahren wirklich wichtig war... Wink


Zuletzt von Shamrock am Fr 21 Okt 2016, 08:32 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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