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Schädlingsbekämpfung im Backofen?

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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  Dietmar am Sa 26 Nov 2016, 13:59

Spinnmilben breiten sich in trockener Luft aus. Sie finden deshalb zu dieser Jahreszeit in geheizten Wohnräumen gute Lebensbedingungen. Deshalb wäre zunächst einmal die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Zur Bekämpfung in größeren Sammlungen sind Raubmilben eine Alternative. Diese laufen dann die Pflanzen ab und saugen die verschiedenen Stadien der Schädlinge aus. Man sollte unbedingt eine ausreichende Anzahl und ggf. verschiedene Spezies dieser Nützlinge ausbringen.

Gruß

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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  Litho am Sa 26 Nov 2016, 20:02

Hardy, herzlichen Dank für diese ausführlichen und hilfreichen Anmerkungen!
Hier meine Kommentare:

Hardy_whv schrieb:...
die Heißwasserbehandlung ist für die Pflanzen ein erheblicher Stress. Dem Hitzestress sind dabei überwiegend die Wurzeln ausgesetzt, ob das der gesamte Pflanzenkörper aushält, wäre überprüfen. Die Methode ist für Kakteen und einige andere Sukkulenten erprobt, ob Adenien das ertragen, ist mir nicht bekannt.
Ich probiere das aus-

Hardy_whv schrieb:Spinnmilben und deren Eier sind auf der Oberfläche der Pflanze sowie im Substrat. Wenn du das Substrat entfernst, sind auch schon viele der Eier weg. Die Temperatureinwirkung bei der Heißwassermehtode muss die Wurzeln durchdringen, da ja Wurzelälchen in den Wurzeln erreicht werden sollen. Wie lange die Temperatureinwirkung bei den oberflächlich vorhandenen Spinnmilben und deren Eiern erforderlich wäre, wäre zu erproben. Ob die 55 °C der Heißwasserbehandlung auch für Spinnbilben und deren Eier lethal wäre, wäre ebenfalls zu prüfen.
Ja, erstmal das Substrat entfernen und entsorgen. Wurzelälchen habe ich nicht entdeckt aber auch nicht danach gesucht. Ich habe erstmal "nur" Spinnmilben gesehen. Ich versuch's mal mit 50° unter Benutzung eines Thermometers, das im Ofen sichtbar ist. Ich kann ja als Thermostat tätig werden und die Temperatur nach Bedarf einstellen. Erstmal 120 Minuten.

...

Hardy_whv schrieb:Des weitere würde ich vermuten, dass selbst wenn du die Spinnmilben nur auf deinen jungen Adenien siehst, sie durchaus auch in den anderen Töpfen herumwandern. Ein durchschlagender Erfolg wäre damit mit einer selektiven Behandlung der Adenien nicht gegeben.
Die verseuchten Pflanzen befinden sich separat - im Flur. Bei ca. 50% Luftfeuchte und 20°C. Sie sind im Wachstum bzw. nicht in Winterruhe.

Hardy_whv schrieb:Zur Heißwasserbehandlung gehört, dass die Pflanzenwurzeln erst langsam an 40 °C gewöhnt werden und erst nach einer gewissen Gewöhnung, die Temperatur auf 55 °C gesteigert wird. Damit soll wohl ein Temperaturschock verhindert werden. Wie sich das im Backofen gestalten lässt, wäre zu durchdenken. (Oder vielleicht ist es auch unnötig.)

...

Hardy_whv schrieb:Da die Pflanzenschutzmittel nur auf die Tiere und nicht auf die Eier wirken, sind mehrere Anwendungen im Abstand von 4-10 Tagen (in Abhängigkeit vom Generationswechswechsel; je wärmer, umso kürzer) erforderlich. Ein Wechsel (nicht nur des Mittels, sondern des Wirkstoffes) ist dabei vorzusehen. Der Einsatz systemischer Mittel wäre vorteilhaft, da dadurch auch noch ein paar Tage nach dem PSM-Einsatz Wirkung vorhanden wäre. Dies Wirkung wäre aber auch davon abhängig, ob die Pflanzen im Wuchs sind. In der Ruhephase der Pflanzen ist m. W. auch die systemische Wirkung reduziert (da die PSM dann im Körper oder in der Epidermis nicht verteilt werden).
"4-10 Tage" - Auf den Sprays steht nur "nach 10 Tagen wiederholen". Das mit den 4 Tagen wusste ich noch nicht. Wechselnde Mittel: Beide unterschiedliche Sprays haben allerdings dieselben Wirkstoffe! Beide sollen systemisch wirken. Die Pflanzen sind im Wuchs.
Die Mittel:
1. Bayer Garten "Zierpflanzenspray Lizetan Plus" mit 0,025% Thiacloprid und 0,05% Methiocarb
2. Bayer Garten "Spinnmilbenspray Plus" mit denselben Wirkstoffen und Konzenrationen. Ich dachte bis eben, dass die sich unterscheiden...  Rolling Eyes

"Zwichendurch hatte ich auch Pyrethrum gesprüht. Sozusagen als Zwischenmahlzeit zwischen den Bayer-Sprays.
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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  benni am Sa 26 Nov 2016, 20:57

Also, ich hab´s versucht mit der Heisswassermethode bei stark mit ganz kleinen Schildläusen
befallenen und ziemlich stark bestachelten Tricho- und Echinopsishybriden. Bei denen war mit
Absammeln oder Bepinseln nicht weiter zu kommen. Als Alternative hatte ich nur noch das Entsorgen.
Die Kakteen habe ich mit Topf und Substrat bis über Kopf gut 15 min. in 55* C heisses Wasser gestellt,
natürlich kontrolliert mit einem Küchen-(Fleisch)thermometer. Wenn die Temperatur absackte, wurde
durch ein Röhrchen fast kochendes Wasser in kleinsten Mengen nachgefüllt, so dass die Temperatur
gehalten werden konnte.
Fazit : es hat funktioniert, die Dinger haben ihren Geist aufgegeben und liessen sich danach mit warmem
Wasser abspülen. Habe dann das Substrat entfernt und entsorgt und nach dem Abkühlen der Pflanzen
diese mit Alkohol-Wasser-Mischung (Fensterputzspray) besprüht und einige Tage später in meinen
Aussenbeeten ausgepflanzt.
Das war vergangenen Sommer - dieses Jahr haben die grösseren Pflanzen alle Blüten gebracht, wenn
auch nicht so viele wie sonst.
Der Versuch war es wert.

Liebe Grüsse
benni
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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  Litho am Sa 26 Nov 2016, 21:04

Sehr hilfreicher Beitrag, Benni. Danke schön.
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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  Dietmar am Sa 26 Nov 2016, 21:05

benni schrieb:Also, ich hab´s versucht mit der Heisswassermethode bei stark mit ganz kleinen Schildläusen
befallenen und ziemlich stark bestachelten Tricho- und Echinopsishybriden. Bei denen war mit
Absammeln oder Bepinseln nicht weiter zu kommen. Als Alternative hatte ich nur noch das Entsorgen.
Die Kakteen habe ich mit Topf und Substrat bis über Kopf gut 15 min. in 55* C heisses Wasser gestellt,
natürlich kontrolliert mit einem Küchen-(Fleisch)thermometer. Wenn die Temperatur absackte, wurde
durch ein Röhrchen fast kochendes Wasser in kleinsten Mengen nachgefüllt, so dass die Temperatur
gehalten werden konnte.
Fazit : es hat funktioniert, die Dinger haben ihren Geist aufgegeben und liessen sich danach mit warmem
Wasser abspülen. Habe dann das Substrat entfernt und entsorgt und nach dem Abkühlen der Pflanzen
diese mit Alkohol-Wasser-Mischung (Fensterputzspray) besprüht und einige Tage später in meinen
Aussenbeeten ausgepflanzt.
Das war vergangenen Sommer - dieses Jahr haben die grösseren Pflanzen alle Blüten gebracht, wenn
auch nicht so viele wie sonst.
Der Versuch war es wert.

Liebe Grüsse
benni

Da hast Du sogar noch zwei draufgesetzt, denn der Alkohol aus Deinem Fensterputzspray durchdringt den wasserabweisenden Schild und im Freien gibt es viele Fressfeinde, sodass Du eventuellen Überlebenden der Heißwassermethode den sicheren Garaus gemacht hast.

Gruß

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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  benni am Sa 26 Nov 2016, 21:20

Hallo Dietmar,
Du hast es erkannt - so ist es.
Und ich bekämpfe nach wie vor mit meinem billigen Supermarkt-Fensterputzspray auch
weiterhin gelegentlich wieder auftauchende Viecher - auch andere Spezies. Dafür werde
ich zwar gelegentlich für "nicht ganz bei Trost" gehalten, aber das stört mich nicht - solange
es funktioniert. Sogar meine befallenen Lithöpse habe ich ausgetopft und darin gebadet.
Es hat geholfen. Wirklich giftige Mittel lehne ich generell ab.
Da meine Pflanzen alle ganzjährig im Freien stehen, wenn auch teilweise überdacht, so fliegt
mir doch so allerhand Viehzeugs zu.
Hier bei uns sind´s eben sehr häufig die winzigen Schildläuse, die auf den gelbgrünen Pfaffen-
hütchen hausen, besonders im Sommer, wenn´s sehr heiss ist.
Danke für Deine Antwort
Liebe Grüsse
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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  Msenilis am Sa 26 Nov 2016, 23:19

Hallo ,
wenn es dir nur um Spinnmilben geht, solltest Du mal die entsprechenden Themen zu ihrer Bekämpfung ansehen.
Dein Spinnmilbenspray kenne ich nicht, weiß aber, das es viele Mittel gibt, die nicht viel bringen.
Ich persönlich verwende Kiron, bekämpft Tiere und Eier, und bin damit sehr zufrieden.
Alles andere hinsichtlich Wärme ist eigentlich in dem Fall zu vergessen, auch meine Heißwassermethode.
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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  Hardy_whv am So 27 Nov 2016, 10:41

Litho schrieb:Ich versuch's mal mit 50° unter Benutzung eines Thermometers, das im Ofen sichtbar ist. Ich kann ja als Thermostat tätig werden und die Temperatur nach Bedarf einstellen. Erstmal 120 Minuten.

Hallo Litho,

mir erscheinen die 120 Minuten sehr lang. Ich vermute, die Pflanzen sind bereits nach 30 Minuten gar. Willst du vielleicht nicht erstmal mit einer kürzeren Zeit anfangen? Bei der Heißwasserbehandlung setzt man die Pflanzen dem Stress auch nur für 10 Minuten aus.

Gruß,

Hardy   Cool
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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  cactuskurt am So 27 Nov 2016, 11:37

Sehr Interessant was man alles machen und Probieren kann und auch Funktioniert aber sehr zeitaufwendig ist. Ein Lob denen die sich diese zeit nehmen und Versuchen was machbar ist und über Erfolg oder Misserfolg berichten. DANKE sagt Kurt
LG Kurt
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Re: Schädlingsbekämpfung im Backofen?

Beitrag  Shamrock am So 27 Nov 2016, 11:38

Danke Hardy, dacht ich mir auch. Zumal Adenien dünne Blätter und keinen dicken, kompakten und sukkulenten Pflanzenkörper haben. Da würde ich jetzt schon prognostizieren, dass so ein Blatt diese Temperaturen deutlich kürzer unbeschadet überstehen dürfte als ein dicker Kaktus.

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