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Aussaat von Sclerocactus

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Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  GerhardG am Mo 20 Feb 2017, 19:11

Hallo Sclerophile!

Nun hat mich auch das Interesse an der Gattung Sclerocactus gepackt und habe mir Saatgut von mehreren Arten bzw. Subarten bestellt. Ich weiß, über die Aussaat von Sclerocactus wurde bereits im Forum berichtet. Trotzdem hätte ich einige Fragen:
Wie funktioniert das mit der Schwefelsäure? Wie bzw. mit was bringt man die Samen in die Säure und kann sie wieder aus dem Bad herausnehmen. Ein Teeei? Wie macht man das rationell, wenn man 12x20 Samen skarifiziern will?
Bei Youtube gibt es ein Video, das eine alternative Vorbehandlung zeigt. Bad in Chlorbleiche (aber eher zur Desinfektion) und dann Abspaltung des Hilum mit einer Präpariernadel. Das setzt eine wirklich gute Pinzette voraus, die das sichere Festhalten des Samens gestattet. Hat das schon jemand ausprobiert?

Ja dann würde mich interessieren, ob ihr vielleicht unkonventionelle Methoden mit Erfolg versucht habt? Wäre ein längeres Wasserbad 24-48 Stunden hilfreich. Abschmirgeln mit Schleifpapier wäre denkbar. Bei 240 Korn müsste ich wahrscheinlich einen Urlaubstag einplanen.

Bitte teilt mir eure Erfahrungen mit.
Grüße
Gerhard
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GerhardG
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Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  Mexikaner am Mo 20 Feb 2017, 20:00

Hallo Gerhard,
nein bitte, bitte kein Teeei.Die Säure ist ja korrosiv und greift das Metall an.Ich mache das folgendermaßen:
1.Du nimmst dir einen Reagenzglasständer (kann auch ein Glas sein) und stellst die beliebige Menge an Reagenzgläsern herein (jedes mit einer Zahl versehen damit ich die Arten zuordnen kann).
2.Du nimmst eine Pipette mit der du in jedes Glas 1-2 ml der Säure füllst (vorher!! Handschuhe,einen Kittel  oder langärmlige Kleidung anziehen und Schutzbrille aufsetzen)
3.Dann nehme ich mehrere Plastiktrinkbecher und fülle sie zur Hälfte mit Wasser und gebe in jeden einen Teelöffel Kaisernatron (zur späteren Neutralisation der Säure)
4.Danach gebe ich die Samen in die Säure und warte eine Minute,dann gebe ich die nächste Portion ins nächste RG. (1 Minute Abstand damit man später  nicht in Zeitnot gerät).
5.Wenn 15-18 Min verstrichen sind schwenke ich das RG LEICHT! und gebe den Inhalt in den jeweiligen Becher mit Wasser (IMMER DIE SÄURE IN DAS WASSER! nicht umgekehrt).
6,Wenn Samen im Glas hängen bleiben,eine Pipette nehmen und mit der Natronlösung nachspülen und wieder in den Becher kippen.
7.Neben mir steht dann ein Eimer mit Wasser in denen ich das RG dann lege (dem Wasser kann auch Natron zugesetzt werden).
8.Die Samen dann einfach abfiltrieren und direkt aussähen!

Liebe Grüße,
Ines


Zuletzt von Mexikaner am Mo 20 Feb 2017, 20:23 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  Cristatahunter am Mo 20 Feb 2017, 20:07

Ja, ich habe das so gemacht. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Da die Samen relativ gross sind, geht das mit der Nadel gut.
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Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  abax am Mo 20 Feb 2017, 20:14

Hallo Ines,
zu Punkt 5: lautete der Spruch nicht "NIEMALS WASSER IN DIE SÄURE SONST GESCHIEHT DAS UNGEHEURE"?! Shocked Shocked Shocked
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Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  Mexikaner am Mo 20 Feb 2017, 20:23

Um Gottes Willen,sowas passiert wenn man unkonzentriert ist Shocked Mad .Entschuldigt bitte,natürlich hat abax recht!!

PS:Habe es jetzt geändert.Vielen Dank für den Hinweis (hätte ja sonst fatale Folgen haben können! Embarassed Mad Shocked)
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Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  ClimberWÜ am Mo 20 Feb 2017, 20:31

Anstelle von Reagenzgläsern greife ich zu Teelichtschalen aus Glas z.B. vom großen skandinavischen Möbelhaus. Die bieten ein gutes Handling und lassen sich leichter reinigen. Schräggestellt bzw. an einer Seite angehoben benötigt man wenig Säure. Man hat im Gegensatz zu Reagenzgläsern jederzeit Zugriff.
Auch beim Beizen z.B. mit Kaliumpermanganat oder dem Vorquellen der Samen bleibt so leicht kein Korn hängen.

Soweit ich mich belesen habe braucht das Säurebad in konzentrierter Schwefelsäure kaum länger als 10 Minuten zu sein. Zu lange im Bad belassen verringert sich die Keimquote. Korrekturwerte zu einer Behandlung mit Batteriesäure mit ~33,5% konnte ich nicht finden. Obwohl auch geringere Konzentrationen Zellulose trotz anderer Reaktionsmechanismen u.a. Zellwandbestandteile angreifen.

Aus Wiki Schwefelsäure "Hingegen wird sogar reines, unedles Eisen durch Passivierung von konzentrierter Schwefelsäure nicht angegriffen." D.h. man kann mit einem Teesieb oder Teeei arbeiten.
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Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  nikko am Di 21 Feb 2017, 07:50

Moin,
ich nehme kleine Schnapsgläser aus Glas, etwas Säure hinein - gerade so, dass der Boden ca. 8mm bedeckt ist, Samen dazu, mit einem Plastiklöffel umrühren. 10- 15min abwarten , dann den Inhalt des Schnapsglases durch ein Plastikteesieb in eine große Schüssel mit Wasser gießen. Das Teesieb und die darin befindlichen Samen unter fließend Wasser spülen, dann die Samen auf ein Papiertuch geben und abtrocken. Nun kann ausgesäet werden.

Es empfiehlt sich bei der ganzen Prozedur eine Schutzbrille zu tragen!

LG,
Nils

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Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  sensei66 am Di 21 Feb 2017, 12:53

ClimberWÜ schrieb:Korrekturwerte zu einer Behandlung mit Batteriesäure mit ~33,5% konnte ich nicht finden. Obwohl auch geringere Konzentrationen Zellulose trotz anderer Reaktionsmechanismen u.a. Zellwandbestandteile angreifen.
Batteriesäure klappt nicht, da zu wenig konzentriert. Die saure Hydrolyse von Cellulose dauert sehr lange, da würde man in einer überschaubaren Zeitspanne nichts ausrichten. Hier ist die oxidative (wasserabspaltende) Wirkung der Schwefelsäure gefragt, und die funktioniert nur bei relativ hochkonzentrierter Säure. Sonst würde es auch mit HCl funktionieren.
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Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  ClimberWÜ am Di 21 Feb 2017, 13:13

sensei66 schrieb:
ClimberWÜ schrieb:Korrekturwerte zu einer Behandlung mit Batteriesäure mit ~33,5% konnte ich nicht finden. Obwohl auch geringere Konzentrationen Zellulose trotz anderer Reaktionsmechanismen u.a. Zellwandbestandteile angreifen.
Batteriesäure klappt nicht, da zu wenig konzentriert. Die saure Hydrolyse von Cellulose dauert sehr lange, da würde man in einer überschaubaren Zeitspanne nichts ausrichten. Hier ist die oxidative (wasserabspaltende) Wirkung der Schwefelsäure gefragt, und die funktioniert nur bei relativ hochkonzentrierter Säure. Sonst würde es auch mit HCl funktionieren.
Also unterscheidet sich die Reaktion stark von der Einwirkung auf Polyamid?
Bei Nylon (=PA) erreicht man bereits mit geringer Konzentration hinreichende Schwächung auch im Gegensatz zu manch anderer Säure. Dto. kann man experimentell mit chemisch verwandten Produkten aus Zellulose wie Pappe, Papier und Laborkittel strukturelle Schwächung mit niedriger Konzentration erzielen.
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Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  GerhardG am Di 21 Feb 2017, 18:47

Hallo!

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten! Also die Säurebehandlung scheint die Methode erster Wahl zu sein, wenn man vor Chemikalien keine Angst (aber natürlich gesunden Respekt) hat.

@Ines u. Peter u. Nils: Super, danke für die genauen Anleitungen. Jetzt kann ich mir vorstellen wie das funktioniert. Und man braucht so mit viel weniger Säure hantieren. Schwefelsäure habe ich bereits gekauft, Reagenzgläser und Reagenzglasständer sollten noch im Keller herumliegen. Natron muss ich besorgen.
Ist die Säurebehandlung auch gleichzeitig Pilzkeim-tötend oder muss man noch mit Chinosol oder Permanganat beizen?

@Cristathunter: Du hast die Methode der Abspaltung des Hilum ausprobiert mit mäßigem Erfolg?
Dann werde ich diese Variante auslassen.

@Stefan: Danke für deinen Einwand!
@sensei66: Ebenfalls danke für deine Ergänzung.

Grüße
Gerhard
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