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Aussaat von Sclerocactus

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Aussaat von Sclerocactus - Seite 4 Empty Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  Andreas75 Mi 31 März 2021, 22:34

Ok, ich habe dann heute die Sache einfach mal auf eigene Faust gestartet. Habe von jeder Feldnummer erstmal fünf Korn genommen und gemacht, und zwar folgendermaßen:

a) Samen in Teefilter (platzsparender als Kaffeefilter, weniger Gekniffe und Gefalte nötig, auch flexibler zu handhaben)
b) Samen für etwa 15- 20 Minuten in 85 %ige Ameisensäure (sollte man beim nächsten Schnupfen vllt. mal dran riechen, der Geruch befreit die Nase nämlich zuverlässig!)
c) Die Filtertüten mit Samen (beschriftetes Etikett oben in die Öffnung gesteckt, um nichts zu verwechseln) in ein Wasserbad
d) Im Wasserbad Tüte nach Tüte abgearbeitet, indem ich diese schlicht aufriss und die Samen frei ins Wasser gab. Die schwimmen obenauf (weiteres Indiz für meine Theorie zur Saatverbreitung und Einlagerung im Habitat), so kann man sie leicht nochmal von der Säure frei spülen.
e) Jedes Samenkorn mittels guter Lupe und Pinzette sowie einer Nähnadel "gechipt", sprich die Spitze wie bereits weiter vorn im Thema beschrieben abgeschnickt. Hier Vorsicht, nicht zu doll drücken, damit einerseits die Samen nicht zerbrechen, und andererseits die Samen nicht bis sonstwohin wegflippen.
f) Samen hernach etwa 5- 10 mm tief im Substrat versenkt und leicht angedrückt
g) hernach herzhaft angegossen

Substrat ist eine Mischung aus:
- 30 % mediterrane Kübelpflanzenerde (Compo)
Ist wesentlich (!) günstiger als Kakteenerde, und durch Sieben von torfigen und anderen groben Bestandteilen befreit bereits was recht feines.
- 30 % Bausand von 1- 3 mm Körnung, gewaschen und gesiebt aus 0- 5 mm handelsüblichem Baukies
- 20 % Bims 0- 10 mm
- etwa 10 % Dolomitkalk, um die Alkalität und den Gipsanteil hinzubekommen, den Dolomit ja zu einem guten Teil enthält
- etwa 10 % Lehm, recht pulverig zerrieben auf die Substratoberfläche, um den verschlämmenden Feinstpartikelanteil des heimatlichen Substrats nachzuahmen

Zu 80 % mineralisches Substrat (in der Kübelpflanzenerde ist auch sandiger Anteil) sollte die Sache eigentlich recht gut treffen, da das heimatliche Substrat auch alles andere als frei von organischen Bestandteilen ist. Bei den jährlichen Blitzfluten nach den Regenfällen wird teils unglaublich viel organisches Material jeder Größe mit transportiert, dass sich während des Jahres so in den Flutrinnen ablagert, und bei den Fluten mit den schlammigen Anteilen vermischt und bei Abklingen der Flut mit abgelagert wird. Somit also zumindest in den Randzonen dieser temporären Creeks gut vorhanden sein sollte. Just wie bei unseren Flüssen, wo das Fluss- oder Bachbett in der Hauptströmung meist rein mineralisch ist, während sich an den Spülsäumen der maximalen Wasserstände organisches Material ablagert und oft von mineralischem Feingeschiebe eingebettet wird. Schaue ich mir Videos von Flash Floods in den amerikanischen Wüsten an, zeigt sich dieses Bild ebenfalls, und genau an den Rändern solcher Flutkanäle, oder auch auf der Fläche solcher Flutkanäle selbst, wenn sie nur langsam überflossen und daher seicht und schnell wieder abtrocknend sind, scheint dem feinpartikelreichen und bei Trocknung aufreißenden Bodenbild zufolge auch S. mesae- verdae sein Habitat zu haben.

Bin sehr gespannt, was bei der Sache heraus kommt.
Und habe ein Geheimnis ergründet, warum das wahrscheinlich solche Raritäten sind- das unglaubliche Gepiddel bei der Aussaat, wo man jedes einzelne Korn fummelig und feinfühlig fixieren und die Samenkappe abchippen muss. Ist bei 25 Korn noch gut machbar, bei hunderten aber schlicht nicht zu leisten. Wenn einem der eigene Rücken was wert ist. Zum Glück sind die Samen so groß, ansonsten wäre die Art wohl bereits lange wieder aus dem Hobby verschwunden.


Zuletzt von Andreas75 am Mi 31 März 2021, 23:10 bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Beitrag  Shamrock Mi 31 März 2021, 22:37

Ich drück jedenfalls die Daumen für ein gutes Gelingen! Möge der Aufwand großzügig belohnt werden.
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Beitrag  Andreas75 Mi 31 März 2021, 22:42

Danke Dir Smile!

Und PS: Um ein substratverlustreiches/ wurzelnacktes Pikieren und Umtopfen der als sehr verpflanzempfindlich geltenden S. mesae- verdae zu umgehen, habe ich jedes Korn sofort in einen eigenen 5x5x6 cm- Vierkanttopf gesetzt.
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Beitrag  Antonia99 Do 01 Apr 2021, 21:17

Ich bin sehr gespannt zu hören, ob Deine Mühen belohnt werden. Bitte berichte zeitnah bounce
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Beitrag  Kakteenfreek Do 01 Apr 2021, 21:37

Hallo Andreas75;
Welch ein Wahnsinnsaufwand hast du da betrieben??
Bei mir kommen die Samen ohne solch einen Aufwand einfach in das Substrat und gut ist. Was keimt ist okay, was nicht keimt muss
auch akzeptiert werden!  Da bin ich aber auf die Ersten  und die späteren Ergebnisse sehr gespannt!! Bitte berichte uns Zeitnah.
Übrigens meines Wissen nach, sind die Samen, welche im Wasser oben schwimmen, eigentlich Taub, also nicht Keimfähig! Warum sollte das bei den Scleros anders sein?
Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Glück, möge der Aufwand sich gelohnt haben!
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Beitrag  Shamrock Do 01 Apr 2021, 23:13

Kakteenfreek schrieb: Übrigens meines Wissen nach, sind die Samen, welche im Wasser oben schwimmen, eigentlich Taub, also nicht Keimfähig! Warum sollte das bei den Scleros anders sein?
Das hat Andreas doch hier argumentativ logisch erklärt: https://www.kakteenforum.com/t26365p20-aussaat-von-sclerocactus#491056
Ich dachte eigentlich sowieso, dass sich der Fan frostharter Nordamerikaner Simon (nopal) dazu mal meldet... scratch

Und die Aussaat in Einzeltöpfe macht bei pikiersensiblen Pflänzchen natürlich absolut Sinn.
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Beitrag  Nopal Do 01 Apr 2021, 23:26

Vielleicht morgen, wenn ich Zeit habe. 

Beste Grüße
Simon
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Beitrag  Andreas75 Fr 02 Apr 2021, 01:21

Stimmt eigentlich auch, Kakteenfreek.
Aber Kokosnüsse zB, oder Haselnüsse, schwimmen auch oben. Erst durch die Eigenschaft konnten die Römer zB manche belagerten Städte retten und ernähren, die von Feinden ausgehungert werden sollten und welche auf dem Landweg alle Versorgung abschnitten. Haben sie flussaufwärts einfach kübelweise Nüsse ins Wasser geschüttet, die sie dann in der Stadt rausgefischt haben. Birkensamen, Weidensamen, Erlensamen schwimmen auch keimfähig bestens. Macht bei gewässernah wachsenden Pflanzen ja auch absolut Sinn Smile.
Ansonsten sind mir die Samen halt sehr wertvoll. Sie waren zwar nicht teuer, aber dennoch. Jede Pflanze zählt bei den Populationen im Habitat, die teils kaum wenige Dutzend Exemplare umfassen, die Population SB 1010, Sheep Springs zB gilt als ausgerottet. Und nach einem ziemlich verheerenden Dämpfer Mitte der 00er Jahre haben sich viele Populationen auch noch nicht wieder erholt. Auch wenn die europäischen Herkünfte allerwahrscheinlichst niemals wieder amerikanischen Boden sehen, hilft jede sorgfältig dokumentiert vermehrte Pflanze, die wilden Populationen zu schützen, indem sie Importe etc. weniger nötig machen. Darum der Aufwand.

Da die Samen als bis zehn Jahre keimfähig gelten (was wiederum Sinn macht- falls sie zu tief eingebettet werden, haben sie ein bisschen Puffer zu warten, wieder etwas oberflächennäher zu geraten) werde ich die nächsten 25 Stk. bereits im Spätsommer säen. Ohne chippen, ohne Säure (oder 25 mit und 25 ohne Säure, für den Vergleich- habe von jeder Feldnummer 20 Korn genommen, und je 23 bekommen), trocken. Im Herbst dann einmal angewässert und dann mit etwas Schutz über Winter der Einwirkung der Elemente überlassen. Alles möglichst habitatsnah. Ist vllt. nicht nötig, aber das kann man ja rausfinden.

Ich berichte auf jeden Fall weiter.
Das Aussäen in gleich Einzeltöpfe habe ich auch daher erwogen, weil die nächsten Verwandten von S. mesae- verdae, S. wetlandicus, bereits im zarten Alter von zwei Wochen bis 6 cm lange Wurzeln haben können. Die gehen gleich richtig in die Tiefe. Und wie viele Fotos zeigen, machen auch S. mesae- verdae als Keimling gleich riesenlange Wurzeln, die aus der feuchten Aussaatatmosphäre genommen natürlich sehr empfindlich sind, so auf dem Substrat. Und beim Pikieren ebenfalls- was vllt. schon ein Faktor für die hohe Sämlingssterblichkeit in Kultur sein könnte. Und umgangen eventuell höhere Überlebensraten ergibt. Und mein Ansinnen ist auch, das ganze wurzelecht hinzukriegen. Darum ...
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Aussaat von Sclerocactus - Seite 4 Empty Re: Aussaat von Sclerocactus

Beitrag  Kakteenfreek Fr 02 Apr 2021, 22:17

Hallo Andreas 75;
Danke für deine Antwort, wir hören bzw. lesen voneinander!
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Aussaat von Sclerocactus - Seite 4 Empty Sclerocactus

Beitrag  Nopal Sa 03 Apr 2021, 13:44

Sclerocactus, gepfropft sind sie so empfindlich wie ihre Unterlage!
Bei falscher Wahl der Unterlage kann sich die Pflanze aber auch nach einigen Jahren verabschieden.
Die Pfropfung an sich ist schon mit Arbeit und dem Risiko, die Pflanze zu verlieren, behaftet.
Wurzelecht sind sie wahrhaftig eine sehr große Herausforderung !Übrigens waren ca. 80% der Pflanzen, welche ich als Wurzelecht gekauft habe, in Wirklichkeit tief gepfropft.
Also schaut beim Erwerb oder umtopfen mal ganz genau hin! Siehe: https://servimg.com/view/18621954/3860#A

Auch würde ich nicht unbedingt mit Sclerocactus mesae-verdae die wurzelechte Kultur probieren. Ein Versuch mit havasupaiensis wäre einfacher! Diese Art ist meiner Meinung nach etwas toleranter sowie auch manche Populationen von parviflorus oder Toumeya (Sclerocactus papyracanthus).

Zu den Fragen:

a)Warum eine andere Säure verwenden, wo es doch mit konzentrierter Schwefelsäure so viel gute Resonanz gibt?
Mit diesem „am Samen herum schnippeln“ habe ich aufgehört, da es mir zu viel Arbeit macht! Manche Kakteenfreunde schwören aber auf diese Methode.
Die Samen wie in der Natur mit wiederholenden Frost und Auftauphasen auszusetzen funktioniert. Allerdings ist die Quote nie so gut und konstant wie mit konzentrierter Schwefelsäure, welche für mich die erste Wahl ist.

b)Sclerocatus mesae-verdae wächst auf Hügeln, die nie saisonal überflutet sind.Hier ein Foto wo Sclerocactus mesae-verdae wächst.
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Organische Bestandteile sind vorhanden, jedoch in einer sehr geringen Konzentration.Sollte die Kultur auf der eigenen Wurzel angestrebt sein, würde ich möglichst ganz darauf verzichten


c)Die Samen tiefer im Substrat zu säen funktioniert durchaus, so lange die Samen nicht zu tief im Substrat liegen und das Substrat nicht zu sehr „verbackt“.
Die Sämlinge durchbrechen das Substrat und haben oft ein Hut aus Erde, welcher die sämlinge zusätzlich vor der Sonne schützen kann.
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Letztendlich ändert sich aber dadurch nichts an der Empfindlichkeit der Art und ich sehe es nicht als Notwendigkeit an, die Samen tiefer zu säen.
Außerdem schwimmen meine Sclerocactus Samen im Substrat immer nach oben.

Die Scleros machen hier keinen großen Unterschied zu anderen Kakteen. Sie sind spezialisiert an ihren Lebensraum.
Gerade Sclerocactus mesae-verdae keimen zumeist in Trockenrissen, am liebsten noch zusätzlich beschattet durch andere Gewächse.
Die lange Wurzel hat den Zweck möglichst schnell und tief in die Erde zu gelangen, damit siemöglichst lange Feuchtigkeit aufnehmen kann und in ihrem Speicherkörper so viel Wasser wie möglich speichern kann.
Eigentlich logisch und ein simpsonii oder horizonthalonius macht es auch nicht anders.
Das Foto zeigt wie sich die Wurzel in Richtung Boden bewegt.
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d)Bis vor wenigen Jahren wurde im Forum immer davon abgeraten, die natürlichen Bedingungen zu imitieren.
Ich persönlich finde es schon allein aus optischen Aspekten viel ansprechender ein Substrat zuverwenden, welches dem im Habitat einigermaßen ähnlich ist.
Mittlerweile habe ich schon massenhaft Substrate getestet und bin der Meinung, dass viele Wege nach Rom führen.
Wer keine Lust auf eine große Wissenschaft hat, kann es auch mit der mineralischen Erde aus Erfurt probieren,wie hier auf dem Foto:
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https://www.kakteenforum.com/t29626p160-ich-bin-ein-fan-von-sclerocactus-ich-hatte-gerne-mehr-davon#451106
Nach dem Pikieren leben noch alle Pflanzen! (außer einem Exemplar welches aber schon zuvor geschwächt war.)


Ich war nicht in Sheep Springs und bin ebenfalls auf dem Stand, dass dort keine Pflanzen mehr gefunden wurden!
Auch bei einigen anderen Standorten wie z.B. in Snow Flake wurden keine Toumeya papyracantha mehr gefunden...
Dafür werden aber auch hin und wieder neue Populationen entdeckt. z.B. Toumeya papyracantha in Mexiko. Da die Bedingungen ähnlich wie am Standort in Texas sein sollen, habe ich das bereits schon länger vermutet.

Mit den Feldnummern nehme ich es nicht so genau, da z.B. die Sclerocactus mesae-verdae Standorte aus Colorado mehr oder weniger aus derselben Ecke stammen.
Es ist ähnlich wie mit Pediocactus knowltonii und seinen Feldnummern SB304, HK1201, FH 27.5, La Boca, La Boca Canyon, La Boca Ranch usw... alle P.knowltonii stammen von ein und demselben kleinen Hügel ab.
Daher kann ich nur schmunzeln, wenn ein Pediocactus knowltonii für 5€ angeboten wird und ein Pediocactus knowltonii La Boca im selben Shop für 7€ angeboten wird.

Das Klima in den USA schwankt schon immer. Es gibt Jahre oder gar Jahrzehnte, die sehr trocken sind und Jahre in welchen es „viel“ Niederschlag gibt.
Ich hatte das Glück nach einer längeren Trockenperiode die Kakteen zu sehen und auch nach einem sehr niederschlagsreichen Jahr. Das war das Interessanteste überhaupt!
Manchmal stirbt aufgrund der extremen Witterung eine Population einfach ab.
Da die Samen auch deutlich länger als zehn Jahre keimfähig bleiben, kann sich eine Population durch die Samenbank im Boden durchaus wieder im Laufe vieler Jahre erholen, vorausgesetzt die Bedingungen passen.

In Texas wird die Kältewelle diesen Winter vermutlich auch einige Pflanzen oder gar ganze Populationen zerstört haben.
Auf der Seite Netzmanager.de: http://www.netzmanager.de/D_Oliver_Lee.pdf ist mein Vortrag vom Oliver Lee Memorial State Park.
Alle Echinocereus dasyacanthus an diesem Standort hatten einen Frostschaden, da es einige Zeit zuvor eine extreme Kältewelle mit kurzzeitig -21°C gegeben hat.

Durch den Klimawandel und die stetig wachsende Bevölkerung wird es zukünftig leider auch nicht besser werden.
Außerdem wird es immer schwieriger an "gutes" Saatgut zu gelangen, die USA beschränken die ausfuhr bestimmter Kakteen, die EU beschränkt die einfuhr was sich schon jetzt deutlich am preis widerspiegelt.
und zu all dem durchmischen massenhaft Hybriden den Markt.


Da Sclerocactus relativ schnell keimen bin ich sehr gespannt, wie sich dein Experiment in dennächsten Wochen/Monaten entwickelt.
Die Herausforderung liegt aber nicht nur im Keimen, sondernd darin, die Pflanzen dauerhaft erfolgreich zu kultivieren.
Letztes Jahr hatte ich in einem Topf viele Toumeya durch einen Pflegefehler verloren. Die Pflanzen verzeihen leider nichts...
Aber aus Fehlern lernt man, also nicht aufgeben und immer weiter machen!!!
Dieses Jahr schieben meine Toumeya so viele Knospen wie noch nie! Also gibt es durchaus Erfolgsmomente, wo man auch alles richtig gemacht hat!
Beide Daumen sind feste gedrückt!

Zum abschluss noch 2 Fotos:
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Beste Grüße
Simon
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