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alternative zur schwefelsäure

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alternative zur schwefelsäure

Beitrag  heinrich am Mo 05 Jun 2017, 22:10

Hallo zusammen,

in einigen Beiträgen wurde hier empfohlen, schwer keimende Samen einer Schwefelsäurebehandlung zu unterziehen. Dadurch soll ein Teil der Samenschale abgetragen werden und damit die Keimung wegen des dann reduzierten Samenmantels vereinfacht werden.

Nun bin ich nicht begeistert davon, mit Säuren zu arbeiten, erst recht nicht mit einer relativ starken Säure wie Schefelsäure.

Ich habe nun überlegt, ob man die Verminderung der Schalendicke nicht anders erzeugen kann und will hier mal fragen, ob das schon mal jemand ausprobiert hat. Ich denke an eine mechanische Lösung. Idee: man lege die Samen zwischen zwei Blätter feines Schmirgel- oder Holzschleifpapier (natürlich die Schmirgelseiten beide in Richtung Samen) Dann bewege man die Blätter unter leichtem Druck zwei oder dreimal hin und her. Natürlich nicht so fest drücken, dass die Samen zerstört werden. Die Samenschalen sollten dann etwas aufgerauht/abgetragen sein. Man könnte danach direkt säen oder die Samen erst noch ein paar Tage in Wasser zum Quellen legen.

Ich habe einige Samen von Hajek bezogen, darunter auch die bekannten Navajos, für die eine Samenbehandlung oft für nötig gehalten wird. Die will ich halt mit Erfolg aussäen......
Bisherige Erfahrungen mit harten Samen:
Yucca: nach 4 Wochen nichts passiert bei normalem aussäen. Daher seit ein paar Tagen im Wasserbad. und dann wird man sehen
Mandarinen: Keimen nur sehr schlecht. Waren einige Zeit im Kühlschrank und sind danach nach ca. 6 Wochen doch noch gekeimt (ich weiss, dass das keine Kakteen sind, aber einen harten Kern haben die auch....)

Also: hat jemand schon mal die Schmirgelmethode verwendet? Ich werde das in den nächsten Tagen mal probieren. Aber falls schon jemand Erfahrungen damit hat über die er/sie berichten kann würde mich das freuen.......

Gruß
Heinrich
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Re: alternative zur schwefelsäure

Beitrag  ClimberWÜ am Mo 05 Jun 2017, 22:56

Hallo,
die mechanische Skarifikation findet sich häufiger in der Fachliteratur.
Bei einem großen Opuntoideae Körnderl kann man mit einer Feile ran. Je mehr feinmotorische Fähigkeiten vorhanden sind desto kleiner darf dann das Objekt der Begierde sein  Cool
Ich bin damit allerdings unbedarft mit der Anwendung und teste Tephrocactus, Toumeyea, Austrocatus & Co. ohne Hilfsmittel...
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Re: alternative zur schwefelsäure

Beitrag  Sabine1109 am Mo 05 Jun 2017, 23:28

Hallo Heinrich!
Vorweg: nein, mit Schleifpapier habe ich es nie versucht. Warum?
Nun, die Schwefelsäure trägt nicht wirklich einen Teil der Samenschale ab sondern macht sie quasi poröser und somit durchlässiger, das passiert im Habitat wohl durch ein Zusammenspiel verschiedener Dinge  (extreme Tag -Nacht-Unterschiede usw.), die wir in den Sammlungen nicht haben.
Ich glaube nicht, dass man den Effekt mit Schleifpapier wirklich nachahmen kann - und bis wo runterschleifen??
Was erprobt (nicht von mir  Very Happy ) funktioniert ist das chippen, siehe hier: https://m.youtube.com/watch?v=MGG2-YpGDWA
Ich selbst benutze tatsächlich Schwefelsäure. Nach mehreren frustrativen Versuchen hatte ich die Nase voll.
Und es klappt prima und ist sicher, wenn man ein paar Grundregeln beachtet.
So hatte ich bei manchen Pedios Keimquoten von 100% und sogar Mammillaria theresae keimt jetzt endlich...... Cool

Viele Grüße, Sabine
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Re: alternative zur schwefelsäure

Beitrag  sensei66 am Di 06 Jun 2017, 13:26

Hallo Heinrich,

vermutlich ist es genau anders herum, die Schwefelsäure ist die Alternative zu mechanischen Verfahren wie anschleifen etc., die sicher schon viel länger angewendet werden. Selbst ausprobiert habe ich es aber auch nicht, da ich, falls überhaupt nötig, zur Schwefelsäurefraktion gehöre.
Zu den Yuccas: ich habe in den vergangenen Jahren mehrfach verschiedene (winterharte) Yucca-Arten ausgesät. Die keimen eigentlich ohne jede Vorbehandlung problemlos. Sogar nach drei Jahren hatte ich noch eine Keimquote von ca. 50%. Ich vermute daher, dass die Samen nichts mehr taugen.

ciao
Stefan
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Re: alternative zur schwefelsäure

Beitrag  heinrich am Do 08 Jun 2017, 13:27

Hallo zusammen,
ok, es scheint unterschiedliche Erfahrungen zu geben mit den Samen der Navajo etc. Ich habe jetzt mal alles in den kühlschrank gelegt. Nach ein paar Tagen werde ich die Samen zum quellen in ein Wasserbad legen und dann aussäen. Also verzichte ich erstmal auf jede Art der mechanischen oder sonstigen Bearbeitung .......Mal sehen ob das klappt. Vorsichtshalber werde ich nur die Hälfte aussäen. Danach sieht man weiter.

@Stefan: ich habe Samen der Yucca aloifolia im Februar 2017 über die DKG Samenverteilung bekommen. Sollten also einigermaßen frisch sein. Sind nach mehr als 8 Wochen noch immer nicht angegangen........ Liegen jetzt ein paar Tage im Wasser und ich habe den Eindruck, dass sie nun etwas gequollen sind. ==> Kommen morgen wieder in Erde und werden erneut a la Fleischer behandelt. Mal sehen ob das jetzt besser klappt.

nochmals vielen Dank an alle die geantwortet habe, ich werde demnächst berichten, ob sich etwas getan hat

Viele Grüße
Heinrich
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Erfahrungen

Beitrag  heinrich am So 02 Jul 2017, 20:55

Hallo zusammen,

ich komme nochmals auf meinen 3 woche alten Beitrag zurück.

Zuerst einmal: von meinen ca. 10 Yucca Samen sind nach einer Woche Wasserbad und anschließender Aussat nunmehr 3 aufgegangen. ein weiterer Samen könnte auch noch kommen. Offenbar hat das gewirkt

nun zu den von Hayek bezogenen Samen. Habe alle etwa eine Woche im Kühlschrank gelagert. Anschließend ca. 10 Tage ins Wasserbad auf die Nord/West Fensterbank (die ACM habe ich nicht gewässert, die wissen dass sie Astrophyten sind und sollten auch so schnell kommen....) Heute abend habe ich mir die Gläser angesehen und die Samen ausgesät, Interessant ist, dass von den Pedios zwei schon im Wasserbad kurze Würzelansätze geschoben haben, ein dritter Samen ist ziemlich dick aufgequollen und sieht aus, als würde er auch bald kommen. Bei den Toumey ein ähnliches Bild, auch hier sind zwei ziemlich dick geschwollen aber noch sind keine Wurzeln zu sehen.

Aussaat: in kleine Töpfe mit Haages Kakteenerde ausgesät. Erst die mit Erde gefüllten Töpfchen gut gewässert. Dann mit der Pinzette die Samen aufgebracht und nochmals von oben angefeuchtet, so dass sich die Samen etwas tiefer "eingraben " konnten. Dann in noch vorhandene Rocher Döschen gesetzt (musst ich extra dafür kaufen und leeressen .....) und dann ca. einen halben cm Wasser dazu. Deckel drauf und auf die Fensterbank

Jetzt heisst es abwarten. wenn die Pedios und Toumeyas jetzt kommen könnte das eine gute Alternative zu der Schwefelsäure Vorbehandlung sein. Ich persönlich habe jedenfalls kein gutes gefühl, wenn ich mit so etwas hantieren soll......aber wenn die jetzt angehen ist ja alles ok.

Vielleicht noch zur Info: gekauft bei Hayek (CZ) und ausgesät habe ich jetzt:
1. | 269 - Astrophytum caput-medusae - 10 seeds:
2. | 878 - Austrocactus intertextus Gan Gan, Arg - 10 seeds:
3. | 105 - Echinocactus texensis SB 1918 s Cuatrocienegas, Coah - 10 seeds:
4. | 739 - Navajoa peeblesiana Holbrook (Golfplatz), Az - 10 seeds:
5. | 141 - Navajoa peeblesiana ssp. fickeisenii RP 145 Mohave Co, Az - 10 seeds:
6. | 868 - Pediocactus nigrispinus ssp. indranus FH 5 Idaho - 10 seeds:
7. | 282 - Sclerocactus glaucus SB 1749 De Beque, Colo - 10 seeds:
8. | 166 - Toumeya papyracantha FH 087.2 Washboard Wash, Az - 10 seeds:

Hayek hat alles sehr schnell und professionell abgewickelt. Wenn jetzt noch alles angeht bin ich sehr zufrieden.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten (und auch Bilder einstellen, sobald sich etwas blicken lässt)

Viele Grüße
Heinrich
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Warum Schwefelsäure?

Beitrag  Litho am So 02 Jul 2017, 21:14

Warum überhaupt Schwefelsäure verwenden?
In der Natur keimen die Samen doch auch ohne Schwefelsäurebad.
Und überhaupt: Welche Säure-Konzentration sollte es denn sein??
Selbst Apotheker haben gewisse Hemmungen, wenn sie mit konzentrierter Schwefelsäure hantieren sollen, z.B. zum Verdünnen.
Konzentrierte, quasi reine Schwefelsäure lässt organisches Material in Sekundenschnelle verkohlen... affraid
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Re: alternative zur schwefelsäure

Beitrag  Shamrock am So 02 Jul 2017, 21:25

Litho schrieb:Warum überhaupt Schwefelsäure verwenden?
In der Natur keimen die Samen doch auch ohne Schwefelsäurebad.
Wenn beispielsweise eine Frucht zum Verzehr durch ein Säugetier gedacht ist, damit dieses dann die Samenverbreitung übernimmt, wie ersetzt du dann die Magensäure der Natur?
Klar kannst du auch hier den natürlichen Weg nehmen und danach in den Aussaattopf sche**en, aber da finde ich persönlich eine professionelle Schwefelsäurebehandlung vor der Aussaat angenehmer. Wink

_________________
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969
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Re: alternative zur schwefelsäure

Beitrag  ClimberWÜ am So 02 Jul 2017, 21:36

Shamrock schrieb:
Litho schrieb:Warum überhaupt Schwefelsäure verwenden?
In der Natur keimen die Samen doch auch ohne Schwefelsäurebad.
Wenn beispielsweise eine Frucht zum Verzehr durch ein Säugetier gedacht ist, damit dieses dann die Samenverbreitung übernimmt, wie ersetzt du dann die Magensäure der Natur?
Klar kannst du auch hier den natürlichen Weg nehmen und danach in den Aussaattopf sche**en, aber da finde ich persönlich eine professionelle Schwefelsäurebehandlung vor der Aussaat angenehmer. Wink
Nur wäre es recht einseitig obligat einen Aufenthalt von mindestens einer Stunde in einem Milieu mit pH < 2 zu evolutiv "programmieren"! Alternative Wege eröffnen neue Chancen, höhere Reproduktionswahrscheinlichkeiten. Das Vermögen eine Magenpassage zu überstehen muss nicht das Keimen in anderem Milieu unter anderen Bedingungen verhindern.
Und HCl unterscheidet sich in der Wirkung von H2SO4...
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Re: alternative zur schwefelsäure

Beitrag  Litho am So 02 Jul 2017, 21:39

Sham, Dein sche**en wäre natürlich gleichzeitig eine hervorragende Düngung.
Aber sag mal, welche Kakteen sich durch Säugetiermägen verbreiten?
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