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Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

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Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  kunterbunt5 am Do 07 Sep 2017, 21:25

Liebe Foris,
selten, aber leider ab und an erwische ich Schädlinge im Gewächshaus, gewöhnlich Schmierläuse. In der Regel ist der Befall punktuell und ich gieße die betroffenen Pflanzen z.B. mit BI 58 Lösung. Ich schließe das Gewächshaus danach ab und betrete es mindestens drei Tage nicht mehr. Das Gewächshaus hat automatische Fensterheber, so dass in der Zeit für Frischluft gesorgt ist. Trotzdem riecht es noch wochenlang nach BI 58 und ich habe regelmäßig Horror, mit Resten des Pflanzenschutzmittels in Kontakt zu kommen. Umtopfen der behandelten Pflanzen kommt erst nach Wochen wieder in Betracht, bei jedem Gießen habe ich das Gefühl, das der Geruch intensiver wird und da vielleicht doch noch "etwas ist". Bin ich da zu ängstlich? Wie wird Pflanzenschutzmittel "abgebaut", wenn es nicht von den Pflanzen aufgenommen wird, z.B. als Lösung in der Schale, in der die Töpfe stehen, verbleibt und später eintrocknet? Ist nur die Lösung selbst aktiv und nach dem Eintrocknen zerfällt der Wirkstoff? Oder ist es der Einfluss von Licht? Und wie lange dauert das im Zweifel?
Die Infoblätter zu Pflanzenschutzmitteln geben da leider nicht viel zu den Details her.

Viele Grüße
kunterbunt5
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Re: Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  Litho am Fr 08 Sep 2017, 08:26

Normalerweise sind in den Beipackzetteln die Wartezeiten aufgeführt - besonders wichtig natürlich für die Behandlung von Essbarem. Da wir ja im allgemeinen keine Kakteen essen, dürften Wartezeiten keine Rolle spielen.

Jeder organische Stoff zerfällt unterschiedlich lange bzw. in unterschiedliche Bestandteile. Anorganischen Schwermetall-Atome bleiben dagegen erhalten.
Bei Aldi gibt's günstige 100 Stck-Packungen Einweg-Latex(?)handschuhe. Damit kommst du nicht mit eventuellen Resten in Hautkontakt und darfst dich sicher fühlen.

Was den lästigen Geruch anbelangt: Ich bin der Meinung, dass er unschädlich ist. Je länger es her ist, dass du das Mittel gegossen / versprüht hast, umso weniger Stoff ist in der Luft.

Wer trotzdem Bedenken hat, muss ja keine chemischen Mittel einsetzen. Man kann ja Nützlinge oder Jauchen oder Fliegen-Gaze verwenden.
Letztlich ist es Ansichtssache oder manchmal Ideologie, die den Kampf gegen Schädlinge bestimmen.
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Re: Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  Cristatahunter am Fr 08 Sep 2017, 09:14

Zum Glück riecht diese Dimethoat so streng das bei uns im Kopf die Alarmglocken läuten. Ich hatte erst gedacht das dieser Geruch dzugemischt wird, als Warnung.
Jetzt habe ich gelesen das es der Geruch des Giftes ist. Es gibt da einiges was zu bedenken ist. 
Dimethoat nicht erhitzen oder verbrennen. Es entstehen hochgiftige Dämpfe. Das Mittel nicht sprühen nur giessen. Die Aerosole durch zerstäuben könnten sonst eingeatmet werden. Man fällt nicht gleich tot um aber das Gift kann spätfolgen hervorrufen(Krebs).
Dimethoat und auch andere PSM sollten nicht im Hochsommer bei heisser Witterung ausgebracht werden. Die Epidermis kann dadurch beschädigt werden. Verbrennungen, Verätzungen, Schorf und Korkbildung sind die Folge.
Am besten ist eine Behandlung im Herbst. Die Pflanzen haben saugfähige Wurzeln und können das Gift gut aufnehmen. Das Wetter ist mild, es fliegen nur selten Bienen und der Geruch ist an kühlen Tagen nicht so intensiv. Lässt man die Sammlung anschliessend abtrocknen wird das Mittel gut in die Pflanze eingelagert und bietet einen langanhaltenden Schutz vor beisser und sauger. Der Geruch verschwindet ganz.
Nur gegen Milben nutzt das Gift nicht. Da muss dafür im zeitigen Frühling gehandelt werden.
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Re: Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  Litho am Fr 08 Sep 2017, 09:21

Cristatahunter schrieb:...
Dimethoat und auch andere PSM sollten nicht im Hochsommer bei heisser Witterung ausgebracht werden. Die Epidermis kann dadurch beschädigt werden. Verbrennungen, Verätzungen, Schorf und Korkbildung sind die Folge...

Jetzt weiß ich auch, warum meine Veilchenblätter vom Rand her verwelken. Ich hatte sie an einem heißem Sommertag mit Dimethoat gesprüht.
Gegen Dickmaulrüssler.
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Re: Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  Cristatahunter am Fr 08 Sep 2017, 10:07

@Angelika
Beim Anwenden von PSM nicht punktuell die befallenen Einzelpflanzen behandeln. Damit förderst du die Resistenz von Schädlingen. Wenn du nur die sichtbaren Schädlinge bekämpfst gibst du den Nachkommen die Chance zu überleben diese können dann resistent werden oder resistente Nachkommen zeugen.
Das ist wie Antibiotika nicht richtig anwenden. Die Erreger werden dann gegen Antibiotika immun.
Wenn ich irgendwo ein paar Läuse sehe dann kaufe ich ein 0815 Mittelchen im Handel. Dann brauche ich nicht den Hammer wo eine Pinzette genügt.
Übrigens sichtbare Wollläuse können auch mit einem feinen, kleinen, steifen Pinselchen ins Jenseits befördert werden.
Sehe ich aber ein Befall von ein paar Pflanzen so bekommt die ganze Sammlung eine Behandlung im Herbst.
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Re: Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  Cristatahunter am Fr 08 Sep 2017, 10:19

Ob der Geruch schädlich ist kann ich nicht beurteilen.
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Re: Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  feldwiesel am Fr 08 Sep 2017, 10:22

Sukkulenten behandle ich unbedingt nur am späten Abend -

1. weil dann die Verdunstung geringer ist,
2. es durch die Tröpfchen nicht zu Verbrennungen durch Sonne kommen kann und
3. nachts die Stomata offen sind und ich vermute (!) dass dadurch die Aufnahme des (systemischen) Wirkstoffs verbessert wird.

Inzwischen trage ich bei der Anwendung übrigens eine Atemmaske mit Aktivkohlefilter.

Zum Thema Resistenzen:
Unbedingt die Wirkstoffe wechseln, nicht nur die Hersteller!!!
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Re: Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  kunterbunt5 am Sa 09 Sep 2017, 20:45

Vielen Dank für eure Beiträge! Feldwiesel, ich nutze auch eine Atemmaske bei der Ausbringung, ist mir auf jeden Fall sicherer. Handschuhe natürlich auch, bin da vorsichtig. Mir ging es bei den Fragen auch darum, wie lange die Wirkstoffe im Gewächshaus noch aktiv sein können. Wenn bei BI 58 der Geruch wie Christatahunter schreibt, vom Dimethoat selbst kommt, heißt das, das Mittel ist im Prinzip noch "da", solange man es riechen kann, also auch die Mengen, die nicht von der Pflanze aufgenommen wurden und noch im Erdreich sind oder eben als Rest in der Pflanzenschale. Da frage ich mich halt schon, ob man nachträglich noch etwas abbekommen kann.
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Re: Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  kunterbunt5 am Sa 09 Sep 2017, 20:49

Alternativen hatte ich in der Vergangenheit ausprobiert - Nützlinge (Florfliegenlarven), Promanal, Spiritus-Wasser-Gemisch, Kaliseife.....leider bin ich dann doch wieder bei den chemischen Keulen angekommen Rolling Eyes
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Re: Pflanzenschutzmittelfrage an die Chemiker

Beitrag  Cristatahunter am Sa 09 Sep 2017, 20:59

Eine Behandlung alle zwei Jahre ist ein dauerhafter Garant.
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