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Puya santosii

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Beitrag  romily am Mo 04 Jun 2018, 13:58

Hallo,

ich habe mir eine kleine Puya santosii gekauft. Im Netz finde ich nichts zur Pflege. Der Verkäufer meinte: im Sommer sonnig und warm, im Winter verträgt sie schon mal -1°C. Was ja nicht bedeutet, daß sie auf Dauer mit niedrigen Temperaturen zurecht kommt, immerhin sind das ja Monate, die sie im Winter bei Kälte aushalten muß.

Ich habe 2 Möglichkeiten:

1. GWH, ca 5°C. Allerdings ist die LFdurch die Gasheizung bei etwa 85 - 95%. Dürfte aber doch ehe vorteilhaft sein, oder?
2. Im Haus bei 15°C am Süd-Ost-Fenster, LF bei ca. 70%

Hat jemand Erfahrung mit dieser Puya und kann mir raten?

Danke schon mal!
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Beitrag  plantsman am Mo 04 Jun 2018, 16:54

Moin Katrin,

Erfahrung hab ich nur mit einer afrikanischen Riesenlobelie, die in Afrika an ähnlichen Standorten wächst, dem Paramo bzw. einer paramoähnlichen Vegetation am Mount Kenya. Die Erfahrungen sind keine guten.
Das Problem bei diesen Hochgebirgspflanzen aus den tropischen Hochgebirgen nahe des Äquators ist, ihnen täglich (!) die starken Temperaturschwankungen zu bieten. Jeden Tag Sommer, jede Nacht Winter. Bei Puya santosii heisst das, nachts stets an den Gefrierpunkt und tagsüber immer knapp an die 20° C. Noch größer ist aber das Problem, die Temperaturen möglichst niemals über 25° C steigen zu lassen. Hitze ist nämlich der größte Feind dieser Pflanzen und "meine" Riesenlobelien sind während einer kurzen Phase mit über 30° vor zwei Jahren innerhalb von einer Woche gelb geworden und eingegangen. Du musst Dir also eine sommerliche Kühlung ausdenken. Gleichzeitig brauchen sie aber auch eine hohe Einstrahlung! Wie macht man sowas, kühle Temperaturen und volle Sonne........ viel Spaß Rolling Eyes .

Ich hab Dir mal einen kleine Fahrplan anhand der dortigen Klimatabellen erstellt:
Tagesdurchschnitts-Temperatur jeden Tag (!) 8° C mit stärkeren Schwankungen nach oben und unten.
Frühling feucht, Sommer mäßig feucht, Herbst feucht, Winter mäßig feucht; in den feuchten Phasen etwas schattieren, in den trockeneren mehr Sonne.
Ganzjährig Luftfeucht.

Die Böden im Paramo sind im Allgemeinen recht saure und gut durchlässige Humusböden. Deshalb denke ich, dass eine Rhododendronerde mit ca. 50% mineralischen Zuschlag, z.B. Bims oder Lava, funktioniern müsste. Wasserhaltend aber gleichzeitig gut durchlässig.

Das hab ich mir anhand von Standortbeschreibungen kolumbianischer Seiten und GPS-basierten Fundorten "zusammengereimt" und mit den Erfahrungen aus den botanischen Gärten Bayreuth (haben ein tropisches Hochgebirgshaus) und Hamburg (haben eine sehr große Espeletia-Sammmlung, Begleitpflanzen Deiner Puya) kombiniert.

Ich drück Dir die Daumen, denn leicht wird es nicht, sie am Leben zu erhalten.

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Beitrag  romily am Di 05 Jun 2018, 00:17

Erst mal ein ganz liebes Dankeschön für die ausführliche Antwort. Das hilft mir sehr.

Da wären ja unsere Temperaturen hier mal für was nütze... Warme Nächte mit 20°C gibt es nur ganz ganz selten, zur Zeit sind tagsüber an die 30°C und nachts 11 - 13°C, wir haben im August oft Nachttemperaturen im einstelligen Bereich. LF bewegt sich um die 80% im Moment (nachts)

Also werde ich die Pflanze aus dem GWH rausstellen und einen Platz für sie suchen, wo sie tags Sonne abbekommt und nachts in der Kälte steht.

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