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Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS)

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Beitrag  Shamrock am Do 29 Aug 2019, 23:16

soufian870 schrieb:Wer ist denn Heike  ?
Eine ganz nette! Wink

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Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS) - Seite 16 Empty KuaS September 2019

Beitrag  Dt. Kakteen-Gesellschaft am So 01 Sep 2019, 00:11

Das erwartet uns in der Ausgabe September 2019 unserer Zeitschrift „Kakteen und andere Sukkulenten“:
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Titelbild: Denmoza rhodacantha, Echinopsis formosa, Maihuenia glomerata (Foto: Manfred Hartl)

„Die faszinierende Uebelmannia pectinifera HU 106“ von REINER PÜTZSCHEL
Uebelmannia pectinifera weiß mit ihrer fein strukturierten Epidermis, ihren akkurat verlaufenden Rippen und den zu einer Linie verschmelzenden Areolen zu beeindrucken – im Besonderen die Pflanzen mit der Sammelnummer HU 106.

„Wilhelma – Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart“ von DETLEF BAUER
Einst exklusives Badehaus für die höfische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Wilhelma zu einem Eldorado für Pflanzen und Tiere aus aller Welt. Eine Erfolgsgeschichte, die aber auch dramatische Kapitel umfasst.

„Wie mein Oreocereus pseudofossulatus zu Blüten und seinem Namen kam“ von MANFRED HARTL
Was könnte der Grund sein, wenn ein Steckling im Gegensatz zur Mutterpflanze blüht? Dazu gibt es mehrere Ansatzpunkte. Die Freude ist doppelt groß, wenn die dann entstandenen Früchte die wahre Identität der Pflanze preisgeben.

„Friedrich Sellow – ein wenig bekannter Forschungsreisender in Brasilien“ von ANDREAS HOFACKER
Obwohl Friedrich Sellow (1789–1831) die Botanik seiner Zeit ein großes Stück vorangebracht hatte, geriet er schon bald nach seinem Tod in Vergessenheit. Heute versucht man mit Hilfe von Schriftstücken mehr über sein Leben zu erfahren.

„Ein bemerkenswerter Fund von Rebutia (Aylostera) sumayana von LOTHAR DIERS & HANSJÖRG JUCKER
Einst von Walter Rausch entdeckt, konnte Rebutia (Aylostera) sumayana lange Jahre nicht mehr aufgefunden werden. Die Aussaat von Standortsamen und der Vergleich mit den Originalpflanzen brachte eine Überraschung.
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Aylostera sumayana (Foto: Lothar Diers)

Darüber hinaus gibt es wie in jeder Ausgabe Kurzportraits von sechs „Empfehlenswerten Kakteen und andere Sukkulenten“. Diesmal sind es Brasiliopuntia brasiliensis, Monsonia crassicaulis, Sulcorebutia tarijensis, Crassula sarcocaulis, Echinocereus triglochidiatus subsp. mojavensis f. inermis sowie Aichryson tortuosum.

Auf den beiden Karteikarten werden Mammillaria thornberi und Mammillaria varieaculeata beschrieben und auf der Seite „Neue Literatur“ werden drei Ausgaben des Mitteilungsblattes „Inter-Parodia-Kette“ vorgestellt.

Die Nachrichten aus den drei Herausgeber-Gesellschaften mit Kleinanzeigen, Hinweisen auf Veranstaltungen und vielem mehr runden die KuaS ab. Nicht zu vergessen, der allmonatliche Rückblick auf die KuaS vor 50 Jahren.
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Beitrag  konsilia2014 am Mo 16 Sep 2019, 00:22

Kleine Anregung (als Serie gedacht) ...

Stellt doch mal die hiesigen Kakteenhänndler im Portrait vor - vor allem wie bei denen jeweils alles anfing. Mglw auch kurzes Interview...

Beim Kreuzworträtsel könnte man jetzt sagen, um die Ecke gedacht ;-)
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Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS) - Seite 16 Empty Re: Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS)

Beitrag  Shamrock am Mo 16 Sep 2019, 09:09

Deine Idee find ich klasse! *daumen*
Mach doch mal, in der KuaS-Redaktion freut man sich über jeden Autor!

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Beitrag  konsilia2014 am Di 17 Sep 2019, 05:47

Dafür fehlt mir leider die Frei-(Zeit)

Ortsgruppen könnte man ebenfalls in einer Serie vorstellen - Text und Bilder müßten dann von williger OG's selbst kommen.

Wäre mal statistisch interessant wieviel DKG-Mitglieder prozentual in OG's organisiert sind und wieviel nicht (freischaffende Künstler oder so)

Schätz mal ca 50-50 ...
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Beitrag  Avicularia am Di 17 Sep 2019, 10:21

In den Gesellschaftsnachrichten finden die Ortsgruppen einen Ort, wo sie sich präsentieren können und über ihre Aktivitäten berichten können. Sicherlich eine gute Möglichkeit sich darzustellen.

Dafür fehlt mir leider die Frei-(Zeit)

Das ist das große Problem. Wenn es danach ginge, hätten wir wohl jeden Monat ein Heft mit leeren Seiten in der Hand. Deshalb ist es um so höher zu bewerten, dass es einige Leute gibt, die in derlei Projekte trotz beruflicher und familiärer Belastung sehr viel Zeit investieren. Davon profitieren wir alle.

Aber ich möchte an dieser Stelle alle ermutigen es doch einfach mal zu versuchen. Es geht nicht darum seitenlange Abhandlungen über eine bestimmte Art zu schreiben. Oftmals sind die kleinen Beobachtungen im Gewächshaus auch für andere interessant. Da genügen manchmal schon ein paar Sätze. Mit einem netten Bild wird daraus gleich ein richtig schöner kleiner Beitrag. Und wer sich unsicher im Schreiben fühlt, der bekommt auch Hilfestellung. In der KuaS Redaktion gibt es sehr nette und hilfsbereite Redakteure, die gerne weiterhelfen. Also einfach mal versuchen. Smile

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Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS) - Seite 16 Empty Re: Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS)

Beitrag  Shamrock am Di 17 Sep 2019, 10:28

konsilia2014 schrieb:Dafür fehlt mir leider die Frei-(Zeit)
Wenn das jeder sagen würde, dann würde es überhaupt keine KuaS geben. Die Redaktion macht das auch nicht beruflich... Wink
Theoretisch könnte man ja auch den Kakteengärtnereien explizit die Möglichkeit geben sich selbst vorzustellen. Drei Seiten Text samt Fotos - wer´s nutzt hat sich die "Werbefläche" auch verdient und wer nichts macht, ist sowieso selber schuld. Finde die Idee gar nicht mal so schlecht...

Bei den OG behaupte ich jetzt mal, dass maximal ein Drittel die Chance nutzen würde. Und das wahrscheinlich auch erst nach dreimaliger Aufforderung. Aber wer weiß, vielleicht kann man sich ja auch schnell eines Besseren belehren lassen. Wäre sowohl für die KuaS gut denkbar, wie auch für den Newsletter https://www.dkg.eu/newsletter/ bzw. https://www.dkg.eu/newsletter-archiv/

Generell werden seitens der KuaS-Redaktion viele Zahlen ziemlich professionell gesammelt und ausgewertet. Ob es aber auch Zahlen zum Anteil OG-Mitglieder/Nicht-OG-Mitglieder gibt, weiß ich nicht. Wäre aber wirklich interessant... Schätzen find ich da relativ schwierig, da kann man weit daneben landen.

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Beitrag  Grünling am Sa 28 Sep 2019, 16:14

Die Oktober KuaS hat mich heute auf so erfreuliche Weise das schlechte Wetter vergessen lassen, dass ich allen Autoren/ -innen an dieser Stelle einmal meinen herzlichen Dank aussprechen möchte.
Matthias, deine Fotos (und der Bericht natürlich auch Very Happy ) sind wie immer herausragend. Ob sonst noch jemand hier aus dem Forum schreibt weiß ich nicht, deshalb ein allgemeiner Dank an die ehrenamtlichen Schreiber/innen.
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Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS) - Seite 16 Empty Re: Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS)

Beitrag  Avicularia am Sa 28 Sep 2019, 20:26

Ich freue mich auch immer sehr wenn ich jemanden aus dem Forum als KuaS Autor entdecke. Mir gefällt Matthias´ Beitrag auch super. Ich weiß, dass einige aktive KuaS Schreiber gerne hier im Forum lesen. Deshalb wenn euch ein Beitrag besonders gut gefällt, dann schreibts hier einfach rein. Jeder der sich die Mühe des Schreibens macht freut sich über eine kurze Rückmeldung. :-)

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Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS) - Seite 16 Empty Re: Kakteen und andere Sukkulenten (KuaS)

Beitrag  Shamrock am Sa 28 Sep 2019, 21:37

Sicherlich freut man sich da immer sehr! Genauso wie ich mich auch gefreut hab, als ich bereits vorgestern (!) die KuaS im Briefkasten fand. Ganz ehrlich Isabel, so eine kleine Rückmeldung tut wirklich sehr gut und motiviert! Danke! Very Happy
Ich find´s nur schade, dass die Fotos kurzfristig getauscht wurden und jetzt bei beiden Nagelfleckfotos auf der ersten Seite sind, wo es noch um das Weidenbohrerpärchen geht, welches dann auf der zweiten Seite beim Nagelflecktext zu sehen ist.

Auch der Artikel von Michael muss lobend erwähnt werden. Solche netten Artvorstellungen inkl. Kulturerfahrungen mag ich generell sehr.  *daumen*

Und der Chile-Reisebericht gleich zu Anfang ist sowieso genial... Weiter als bis zu den Gesellschaftsnachrichten bin ich dann noch nicht vorgedrungen.


Wobei mein letztes Werk aber leider abgelehnt wurde. Zuviel Käfer und zuwenig KuaS. Wobei ich das aber auch nachvollziehen kann... Hab ich mir beim Schreiben auch schon gedacht und es kamen mir auch zwei, drei Ideen, wie ich den Sukkulentenbezug etwas ausbauen könnte, aber das wäre alles etwas gekünstelt geworden und man hat ja schließlich auch einen gewissen Anspruch. Aktuell weiß ich aber leider keine andere Publikation, welche damit vielleicht was anfangen könnte. Bevor nun alles für die Katz war, kann ich den Artikel ja zumindest hier mal Erstveröffentlichen:

Cleistocactus schließt Verbreitungslücke seltenen Käfers

Als ich vor etlichen Jahren anfing, mich mit größeren heimischen Käfern zu beschäftigen, stieß ich auch auf den wunderschönen, 2,5 bis 3,6 cm großen Walker (Polyphylla fullo) aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), dem einzigen Vertreter seiner Gattung in Mitteleuropa. Das Verbreitungsgebiet des Walkers reicht zwar von Nordafrika bis in den Süden Schwedens, mit einer östlichen Verbreitungsgrenze auf dem Balkan und am Kaukasus, doch ist er fast überall wo er vorkommt sehr selten (SAGE 2012). In Deutschland ist er mittlerweile auf der Roten Liste 2 als stark gefährdet vertreten und durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Wer ihn hier finden will, hat noch am ehesten in den Heide- und Dünenlandschaften Nordostdeutschlands Erfolg, da er sandige Lebensräume wie etwa Ränder sonniger Kiefernwälder, Weinberge oder eben Dünen besiedelt. Er ernährt sich überwiegend von Kiefernnadeln (KRETZSCHMAR 2000), ohne dabei wirtschaftliche Schäden anzurichten.

Mein Gedankengang war, dass es den Walker doch theoretisch auch hier bei mir im Regnitztal (Landkreis Forchheim) geben könnte: Puren Sand kenne ich von der Gartenarbeit zur Genüge und Kiefernwälder haben wir auch in großer Zahl. Die wenigen Tage des kurzen, erwachsenen Käferlebens finden im Juni und Juli statt, wo er primär zwischen 21 und 22 Uhr schwärmt (SAGE 2012). Somit verbrachte ich zahlreiche sommerliche Abenddämmerungen einsam und allein an Waldrändern in der Hoffnung, dafür mit einem Walkerfund belohnt zu werden. Natürlich kann man das Glück nicht erzwingen und der Walker blieb mir leider verwehrt.

Eines sommerlichen Freitag-Mittags 2016 kam der Sohnemann mit dem Gerippe eines größeren Käfers von der Schule zurück. Meine Bestimmungsversuche führten mich eindeutig zu einem Blatthornkäfer, wo in dieser Größe hierzulande eigentlich nur der Walker übrig bleibt. Diese Käferreste haben wir dann per Foto auf www.kerbtier.de gemeldet, wo Käferfachleute mit wissenschaftlichem Hintergrund Verbreitungskarten, Phänogramme, etc. erstellen. Als Antwort kam, dass der Fund in dieser Form nicht sicher bestimmbar ist und der Walker durchaus im Bereich des Möglichen sei – allerdings ist er bisher aus meinem Messtischblatt nicht bekannt. Selbstverständlich könnten beispielsweise die Störche auf dem Schuldach den Käfer sonstwo aufgestöbert haben.

Klar, ein sicherer Nachweis ist dies nicht, aber die Spur wird heißer… Wie es der Zufall will, fand ich rund einen Monat später beim Kehren des Gehsteiges eine Käferflügeldecke, welche wirklich unverkennbar dem Walker zuzuordnen war. Dies bestätigten auch die Käferfachleute von kerbtier.de. Natürlich immer noch kein Nachweis der Verbreitung des Walkers im Landkreis Forchheim (der Wind etc. lassen grüßen…), aber für mich schon ein recht sicheres Indiz.

Ende Mai 2019 drehte ich eine Runde in einem Wald, welcher als Hirschkäfer-Habitat bekannt ist. Dort fragte mich auf einem einsamen Waldweg ein zufälliger Passant neugierig, was ich denn in meiner geschlossenen Hand halte. Durchaus seltsame Situation… Passiert mir so auch nicht alle Tage. Ich erwiderte beim Öffnen meiner Hand: „Nur ein paar Flügeldecken samt einem Geweih von Hirschkäfern.“ Erleichtert stellte der Passant fest, dass er doch nicht der einzige Verrückte sei, welcher durch heimische Wälder geistert, um dabei nach Käfern Ausschau zu halten. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Biologielehrer an der Schule meines Sohnes handelt, welcher ebenfalls ein großes Faible für die heimische Käferwelt hegt. Es gibt einfach Zufälle, die gibt es gar nicht! Natürlich folgte ein angeregtes Gespräch über Käfer und Co., wobei wir danach lose in Kontakt blieben.

Sonntag, 30.06.2019, Gartengießen: Ich dachte, ich sehe nicht richtig – sitzt da ein Walker unübersehbar im Garten! Pure Euphorie, das Adrenalin sprudelte… Von wegen Dämmerungen an sandigen Kiefernwaldrändern. Wenn man den Walker live und lebendig erleben will, muss man nur sonntags den Garten gießen. Natürlich hab ich sofort beim Junior Sturm geklingelt… Aber es kommt noch besser: 25.07.2019 – da turnt doch tatsächlich eine Walkerdame an der Blüte des Cleistocactus smaragdiflorus rum! Besser geht es nun gar nicht mehr! Bei einem weiteren Kontakt mit dem besagten Biologielehrer stellte sich zudem heraus, dass genau dieser in genau unserem Zeitfenster auch einen Walker, rund fünf Kilometer von uns entfernt (was auch etwa der Breite des hiesigen „Sandstreifens“ entspricht), gefunden hat. Ausgerechnet die Käferfreunde finden auch den seltenen Großkäfer. Es gibt einfach Zufälle, ach, das hatten wir ja eben schon.

Bisher lagen für den schwarzbraun-weiß marmorierten Käfer in Franken nur wenige Nachweise vor. Einzelfunde bei Kehlheim, Alzenau, Erlangen, Bamberg und ein bekanntes Vorkommen bei Nürnberg (SAGE 2012). Zwischen Bamberg und Erlangen klaffte mit Forchheim eine Lücke, welche nun, nicht zuletzt auch durch den Fund auf dem Cleistocactus, geschlossen werden konnte. Die sogenannte Sandachse Franken mit Binnendünen, entsprechenden Naturschutzgebieten, etc. erstreckt sich von Bamberg bis Weißenburg in Bayern und der Flusslauf der Regnitz lässt sich von nun an auch noch als „Walker-Achse“ mit einem geschlossenem Vorkommen bezeichnen.

Der deutsche Name Walker stammt übrigens vom Geräusch der Stridulation (spezielle Form der Lauterzeugung durch Reiben zweier gegeneinander beweglicher Körperteile) einer Kante des vorletzten Hinterleibsegmentes und einer Leiste am Hinterflügel der Käfer, welches an das Walken von Leder oder Stoffen erinnert (KEMPER 1959). Gut, persönlich kenne ich dieses Geräusch beim Walken nicht – aber ich weiß jetzt, wie es sich anhört, wenn der auch „Türkische Maikäfer“ genannte Walker striduliert. Fiepen? Quietschen? Pfeifen? Knarren? Ich wüsste nicht, wie man dieses Stridulationsgeräusch bezeichnen könnte. Es wird wohl so ähnlich klingen, wie die seltsamen Geräusche beim Walken von Leder. Übrigens wurde Polyphylla fullo schon von den alten Römern schlicht „Fullo“ genannt – so wie die Leder- und Stoffwalker. Der Dichter Petron schrieb in „Scena Trimalchionis“ den schönen Satz: „Balneus fullo est“ (Das Bad ist ein Walker), weil man ja nach dem Schwimmen auch oft etwas ausgelaugt ist.

Die Weibchen des Walkers legen ihre Eier im Sandboden ab und versterben kurz darauf. Die bis zu 8 cm großen Larven entwickeln sich drei bis vier Jahre lang im Boden und ernähren sich dabei überwiegend von Graswurzeln (SAGE 2012). Da das letzte gefundene Weibchen vom Cleistocactus kurz nach dem Fund tot am Boden lag, ist es nicht unwahrscheinlich, dass ich nun auch noch Walker-Larven im Garten beherberge. Mal gucken, wann und wo sich der nächste Walker hier blicken lässt. Sehr gerne auch wieder auf oder zwischen meinen Kakteen.

Literatur:
KEMPER H. 1959: Die tierischen Schädlinge im Sprachgebrauch. Unter Mitarb. von Waltraut Kemper. Duncker & Humblot, Berlin. 230
KRETZSCHMAR E. 2000: Der neue Kosmos Tier- und Pflanzenführer. Unter Mitarb. von STICHMANN W., Hrsg. STICHMANN-MARNY U., Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart
SAGE W. 2012: Mitt. Zool. Ges. Braunau, Bd. 10, Nr.3: 317 - 322

Vielleicht haben´s ja jetzt hier zumindest dann zwei, drei Leute gelesen. Wink
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