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Eigenheiten bei der Nomenklatur

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Eigenheiten bei der Nomenklatur - Seite 6 Empty Re: Eigenheiten bei der Nomenklatur

Beitrag  chrisg Sa 10 Jul 2021, 01:42

Shamrock schrieb:Eben, das ist nämlich das Nächste: Fünf Kunden suchen unter fünf verschiedenen Namen. Sicher will da jeder Händler jeden Kunden bedienen, wenn er die Art schon vorrätig hat. Da wäre es ja dumm, wenn sich der Händler auf einen Namen beschränkt. Das hat dann doch sicher nichts mit Betrug zu tun.

Wenn es um Namensänderungen bei Kakteen geht, dann stimme ich Dir zu. Darüber rege ich mich überhaupt nicht auf. Es sind andere Situationen die für mich die Betrugsgrenze überschreiten. ZB bei den Hoyas aber auch bei KuaS ist seit längerer Zeit bekannt, das einige Händler Namen erfinden um attraktiv aussehende Sorten noch mal zu verkaufen. Es handelt sich also bewusst um die ein und derselben Sorte bez. Art. Besser wäre, die Sorte beim Verkauf mit Namen und bekannten Synonymen zu präsentieren. Das lohnt sich aber nicht, denn so wird die Ware nur ein mal pro Kunde verkauft. Das nenne ich Betrug. Es wird mehrmals berichtet, das Händler das nachhinein sogar zugegeben haben. Hier handelt es sich meist um erfundene Namen aber auch gängige Populär- oder Handelsnamen werden vertauscht. Der Sinn dabei ist neben reinem Profit, die Lizenzgebühren für patentierte Sorten auszuweichen. Deshalb verkauft man halt die Sorte unter einen anderen, selbst erfundenen Namen. Ein Rechtsstreit wird dadurch unterbunden, das die Analysemethoden um die Sache näher zu prüfen, sehr kostspielig für den Lizenzinhaber sind. Und so wird die Hobbywelt mit weitere Namen befüllt, die nur Synonyme darstellen. Wenn dem Händler bewusst ist was er tut, dann ist es Betrug und kein Service oder "guten Geschäftssinn". Unkenntniss ist was ganz anderes, jeder kann mal Fehler machen.

Ich bin dafür, das man die Namen seiner Schützlinge soweit wie nur möglich genau erfasst, um die oben beschriebenen, völlig überflüssige Namensgebungen zu unterbinden. Das hat aber eher mit Patentrechte als mit Nomenklatur zu tun, obwohl falsch angewandte Nomenklatur sehr wohl einem Käufer suggerieren kann, das es sich um eine Neuheit handelt die er dann unbedingt haben möchte. Es lässt sich aber nicht immer googeln und die Litteratur kann knapphändig sein. Deshalb sehe ich es gerne wenn der Händler sich mühe gibt und nicht alle Verantwortung auf dem Käufer schiebt. Da ich persönlich damit Erfahrungen gesammelt habe, sehe ich auch gerne das jeder Händler nicht sofort die Namensgebung der Grosshändler abnimmt, sondern bei Bedarf berichtigt. Das tun nämlich nicht alle. Ich bekomme oft die Begründung zu hören, das "der Kunde sucht aber nach diesem (erfundenen oder schlicht verkehrten) Namen". Und so werden falsche oder einst erfundene Namen eingebürgert.

KAPE schrieb:Es ist sicherlich manchmal sehr schwierig bei der sich veränderten Nomenklatur und Sytematik immer auf dem neuesten Stand zu sein.Allerdings habe ich festgestellt,des es eben Händler gibt,die ein und dieselbe Planze eben unter unterschiedlichen Namen anbieten,Ich unterstelle hier keinen Betrug,sondern eher guten Geschäftssinn.
Mit gutem Geschäftssinn hat das wenig zu tun, denn dazu gehört auch Ehrlichkeit. Man könnte die Verkaufspräsentation auch so gestalten, dass die unterschiedlichen Namen (soweit bekannt) bei jedem Abruf zum Vorschein kommen. Das wäre für mich guter Geschäftssinn, denn so kommt der Kunde auch gerne wieder.

/ CG
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Eigenheiten bei der Nomenklatur - Seite 6 Empty Re: Eigenheiten bei der Nomenklatur

Beitrag  Shamrock Sa 10 Jul 2021, 02:17

Genau das habe ich ja gemeint und bei diesen Spielchen geb ich dir auch absolut Recht. Zum Glück handelt es sich aber bei dem Mist auch um Ausnahmen.

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Eigenheiten bei der Nomenklatur - Seite 6 Empty Re: Eigenheiten bei der Nomenklatur

Beitrag  KAPE So 11 Jul 2021, 14:44

Ja,es wäre sicherlich sehr schön ,wenn die unterschiedlichen Namen (Synonyme) mit angegeben würden.Ob akzeptiert oder nicht.Das ist allerdings selten.
Oder ein anderes Beispiel : Was ist ein Pilosocereus odilensis?
LG Klaus
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Eigenheiten bei der Nomenklatur - Seite 6 Empty Re: Eigenheiten bei der Nomenklatur

Beitrag  Kaktusfreund81 Mo 12 Jul 2021, 14:00

chrisg schrieb:[...] aber auch bei KuaS ist seit längerer Zeit bekannt, das einige Händler Namen erfinden um attraktiv aussehende Sorten noch mal zu verkaufen. Es handelt sich also bewusst um die ein und derselben Sorte bez. Art.
Ja, leider. Populäres Beispiel: die Chamaecereus-Hybride 'Unikum' oder auch 'Harlekin' oder auch 'Papagei' ... (wer mag die Liste fortführen) Wink
Alles überflüssige, wenn auch verkaufsfördernde Namen für ein- und diesselbe Sorte.
CharlotteKL schrieb:Ich wollte ein paar neue Arten Ferocactus aussäen und hatte mir Samen bei der DKG bestellt. Leider hatte ich zum Zeitpunkt der Bestellung meine Sonderpublikation zu Ferocactus nicht da und habe deshalb ein bisschen ins Blaue hinein bestellt: Neben einfach Ferocactus peninsulae gab es noch Ferocactus peninsulae ssp. coloratus, und ich dachte, "coloratus" ist immer gut, und habe die genommen. Nun habe ich meine Sonderpublikation wieder bei mir und habe nachgelesen, dass diese vermeintliche Unterart von F. peninsulae ein Synonym von F. gracilis ssp. coloratus ist, die zwar sehr schön sind, von denen ich aber schon welche habe. Also gar kein F. peninsulae, die ja schon deutlich anders sind.
Auf solche Sachen bin ich in meiner Anfängerzeit ebenfalls hin- und wieder reingefallen. Ich habe sogar schon Pflanzen von namhaften Kakteengärtnereien unter absolut falschem Namen zugeschickt bekommen. Meine aktuellste Erfahrung ist noch nicht allzu lange her, auf die Erwartung hin, einen Notocactus oxycostatus bei der ältesten Kakteenzucht der Welt zu erwerben, bekam ich einen schlichten N. ottonis mit runden Rippen (wohlgemerkt, N. oxycostatus ist für seine scharfkantigen Rippen bekannt!) ...
WaizeBear schrieb:Ich denke auch, dass es die Händler auch schwer haben. Bei diesem Durcheinander in den Nomenklatur und wenn auch Sammler sagen: "Ich richte mich nach "Dem" aber bei den Pflanzen beibe ich beim alten Namen". Dann ist es einfach schwierig.
Genau. Würde der Großteil der Händler jetzt meinetwegen Trichocereen, Lobivien, Chamaecereen usw. alle als "Echinopsen" anbieten, würde es wohl vielen Sammlern sauer aufstoßen. Die Wissenschaftler mit ihren ständigen Umkombinationen, Zusammenfassungen und Aufspaltungen von Gattungen müssen nicht unbedingt von den Liebhabern & Sammlern in ihrer Ansicht akzeptiert werden, im Gegenteil. Und das Gute ist ja, es gibt unter den Sammlern in meinen Augen noch viel eher einen Konsens, als in der Wissenschaft. Ich hab jedenfalls noch nie jemanden kennengelernt, der auf die Schildchen seiner Chamaecereen Echinopsis chamaecereus drankritzelt.
WaizeBear schrieb:Wenn Corona wieder abebbt und es wieder Kakteenbörsen u.ä. gibt, beruhigt sich das vielleicht wieder etwas.
Ob die Unart der Händler, verkaufsfördernde Mehrfachbenennungen zu kreieren, vorwiegend aufgrund der Pandemie besonders ins Rollen gekommen ist, darüber kann man sicher diskutieren. Denn meine Wenigkeit befürchtet, dass diese Praxis wahrscheinlich auch in Post-Pandemie-Zeiten weiter aufrecht erhalten wird.

Auf Börsen kann man die Pflanzen betrachten, anfassen und vergleichen. So könnten Doppel- und Dreifachnamen eher auffallen. Aber wer kommt bei der Unmenge an Pflanzen und Händlern, die es auf Kakteenbörsen zumeist gibt, schon auf die Idee, jetzt nochmal die 30 Meter zum anderen Stand zurückzulatschen, weil einem zwei Pflanzen aufgefallen sind, die sich gleichen und unter verschiedenen Namen verkauft werden. Dann kommt hinzu, dass die Händler gerne mit Reizüberflutung spielen. Soll kein Vorwurf sein, ich meine die visuelle Präsentation ihrer Ware. Da wird gerne das Schönste rausgepickt, was gerade blüht und möglichst viel unterschiedliche Arten & Sorten präsentiert, sodass der Kunde quasi vom Eindruck überwältigt wird. Gerade wir (Pflanzen-)schönheitsverliebten Kakteenfreaks sind da eher mit Schauen & Staunen als mit kritischem Vergleichen beschäftigt. Wem geht es nicht so? Wink
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Eigenheiten bei der Nomenklatur - Seite 6 Empty Re: Eigenheiten bei der Nomenklatur

Beitrag  plantsman Mo 12 Jul 2021, 22:02

Moin,

...... wobei ihr bei euren ganzen Beispielen leider wieder Taxonomie und Nomenklatur durcheinanderbringt.

Taxonomie ist die, menschengemachte, Einordnung der Lebewesen in das, menschengemachte, System.

Nomenklatur sind "nur" die Regeln für die Namensgebung.

Um das Beispiel Ferocactus peninsulae var. coloratus aufzugreifen. Es ist eine taxonomische Entscheidung, ob er zu Ferocactus peninsulae oder Ferocactus gracilis gestellt wird. Die nomenklatorische Entscheidung wäre, ob man der Varietät den Namen "coloratus" oder "viscainensis" (Ferocactus peninsulae var. viscainensis wird, taxonomisch, auch als Synonym zu Ferocactus gracilis var. coloratus angesehen) geben muss (Prioritätsregeln usw.).

Das Pflanzenhändler und Gärtner Namen erfinden ist keine Pandemie-Erscheinung sondern gab es schon zu Backebergs Zeiten und, da bin ich mir ziemlich sicher, auch davor. Neue Namen bedeuten Geld. Sicher war Backeberg ein taxonomisch recht eigensinniger Splitter aber auch Geschäftsmann und dafür ist "splitten" eine wunderbare Herangehensweise an die Taxonomie. Nomenklatorisch hat er dadurch aber auch viel "Müll" produziert, weil ein großer Teil seiner Neubeschreibungen durch Missachtung der Regeln ungültig waren.

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