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Eine Frage der Aussprache

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Eine Frage der Aussprache - Seite 6 Empty Re: Eine Frage der Aussprache

Beitrag  Shamrock Do 16 Mai 2019, 07:37

Dropselmops schrieb:In Dieter Helms Dornenwesen heißt es sinngemäß, daß die drittletzte Silbe betont wird, sofern die vorletzte nicht gedehnt ausgesprochen wird.
Ich versuch das schon die ganze Zeit bei Puna umzusetzen, es mag mir einfach nicht gelingen. Crying or Very sad

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Eine Frage der Aussprache - Seite 6 Empty Re: Eine Frage der Aussprache

Beitrag  Dropselmops Do 16 Mai 2019, 07:54

Ist doch ganz einfach: Du dehnst einfach die vorletzte Silbe und schon mußt Du Dich nicht um die drittletzte kümmern: Puuuna grinsen
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Eine Frage der Aussprache - Seite 6 Empty Re: Eine Frage der Aussprache

Beitrag  CO2 Do 16 Mai 2019, 08:32

Hallo Leute,

da es offenbar keinen Altphilologen im Forum gibt, versuche ich mich einmal, da ich mich mit alten Sprachen ganz gut auskenne (und auch etwas mit Latein und Altgriechisch).

Ich würde folgendes vorschlagen, muss aber gleich sagen, dass Aussprachekonventionen in einzelnen Wissenschaftsbereichen manchmal auch ihren eigenen Weg gehen (so bei Cephalium, dass "eigentlich" besser mit k am Anfang gesprochen werden sollte, da gr. Wort, - oder auch nicht Wink ).

Aussprache:

Das c wurde in der klassischen Zeit (Cicero und so) noch überall als k ausgesprochen, später wie ts vor e und i, im Vatikan jetzt wie tsch vor e und i. Problem: Pflanzennamen sind eine Mischung aus lat. und gr. Bestandteilen, und gr. k (= c in lat. Schreibweise) wurde eigentlich immer wie k ausgesprochen mit Ausnahme sehr früher Lehnworte (wie lat. cera "Wachs", woraus cereus "wachs(kerzen)artiger Kaktus").
Wer das alles ganz einfach halten möchte, spricht c einfach immer wie k aus. Wenn dann jemand blöd kommt, sagt man einfach,  man befleißige sich einer klassischen Aussprache. (Außerdem: die Süddeutschen sagen doch auch Kina für das Land im Osten  Very Happy ). Man kann ja immer im Hinterkopf behalten, dass c vor e und i auch als ts ausgesprochen wird.

Betonung:

Zum Glück werden die griechischen Wörter zumeist einfach auf lat. Weise betont (altgr. hatte eine nur partiell vorhersagbare Betonung durch Tonhöhenveränderung).

Das macht die Sache einfach:
1) wenn die vorletzte Silbe zwei Konsonanten enthält oder der Vokal lang ist, hat sie die Betonung;
2) sonst die drittletzte Silbe.

2) ist selten.

Beispiel: Coryphántha macroméris (anth mit mehr als einem Konsonanten und -meris wohl aus gr. mērós "Schenkel, Teil" (ē gibt hier das gr. Eta wieder). Céreus "wachskerzenartig" wie argénteus "silbern" zu argéntum "Silber".

Geschlecht:

-us ist (meist) männlich, (Plural -i)
-a ist (meist) weiblich, (Plural -ae)
-um ist sächlich (Plural -a) und
-is ist meistens weiblich (sieht man dann am Artnamen, z. B. Maihueniopsis boliviana; -a zeigt Femininum an).

Wie gesagt, in der Praxis gibt es da sicher Abweichungen, aber mit diesen einfachen Regeln liegt man sicher zu 90% richtig.

Viele Grüße,
Jens
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Eine Frage der Aussprache - Seite 6 Empty Re: Eine Frage der Aussprache

Beitrag  Dropselmops Do 16 Mai 2019, 08:49

Das bedeutet, der Plural von Gymnocalycium ist Gymnocalycia? Und wenn hier im Forum von Hoyas die Rede ist, dann sind eigentlich Hoyae gemeint ... verstehe ...
Vielen Dank für diesen lehrreichen Beitrag, Jens. Mir hat es sehr geholfen danke
Jetzt muß ich nur noch lernen, Latein von Griechisch zu unterscheiden lol!
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Eine Frage der Aussprache - Seite 6 Empty Re: Eine Frage der Aussprache

Beitrag  CO2 Do 16 Mai 2019, 09:02

Hei Nicole,

mit den einfachen Regeln musst Du Latein und Altgriechisch ja gar nicht auseinander halten können. Die lat. Plurale muss man ja nicht verwenden, immerhin sprechen wir ja deutsch. Kommt natürlich manchmal gut, wenn man Lexika sagt anstatt Lexiköner Wink Aber Lexikone fände ich auch gut (weiß gar nicht, ob man das sagen kann).
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Eine Frage der Aussprache - Seite 6 Empty Re: Eine Frage der Aussprache

Beitrag  Grandiflorus Do 16 Mai 2019, 09:47

CO2 schrieb:Hallo Leute,

da es offenbar keinen Altphilologen im Forum gibt, versuche ich mich einmal, da ich mich mit alten Sprachen ganz gut auskenne (und auch etwas mit Latein und Altgriechisch).

Ich würde folgendes vorschlagen, muss aber gleich sagen, dass Aussprachekonventionen in einzelnen Wissenschaftsbereichen manchmal auch ihren eigenen Weg gehen (so bei Cephalium, dass "eigentlich" besser mit k am Anfang gesprochen werden sollte, da gr. Wort, - oder auch nicht Wink ).

Aussprache:

Das c wurde in der klassischen Zeit (Cicero und so) noch überall als k ausgesprochen, später wie ts vor e und i, im Vatikan jetzt wie tsch vor e und i. Problem: Pflanzennamen sind eine Mischung aus lat. und gr. Bestandteilen, und gr. k (= c in lat. Schreibweise) wurde eigentlich immer wie k ausgesprochen mit Ausnahme sehr früher Lehnworte (wie lat. cera "Wachs", woraus cereus "wachs(kerzen)artiger Kaktus").
Wer das alles ganz einfach halten möchte, spricht c einfach immer wie k aus. Wenn dann jemand blöd kommt, sagt man einfach,  man befleißige sich einer klassischen Aussprache. (Außerdem: die Süddeutschen sagen doch auch Kina für das Land im Osten  Very Happy ). Man kann ja immer im Hinterkopf behalten, dass c vor e und i auch als ts ausgesprochen wird.

Betonung:

Zum Glück werden die griechischen Wörter zumeist einfach auf lat. Weise betont (altgr. hatte eine nur partiell vorhersagbare Betonung durch Tonhöhenveränderung).

Das macht die Sache einfach:
1) wenn die vorletzte Silbe zwei Konsonanten enthält oder der Vokal lang ist, hat sie die Betonung;
2) sonst die drittletzte Silbe.

2) ist selten.

Beispiel: Coryphántha macroméris (anth mit mehr als einem Konsonanten und -meris wohl aus gr. mērós "Schenkel, Teil" (ē gibt hier das gr. Eta wieder). Céreus "wachskerzenartig" wie argénteus "silbern" zu argéntum "Silber".

Geschlecht:

-us ist (meist) männlich, (Plural -i)
-a ist (meist) weiblich, (Plural -ae)
-um ist sächlich (Plural -a) und
-is ist meistens weiblich (sieht man dann am Artnamen, z. B. Maihueniopsis boliviana; -a zeigt Femininum an).

Wie gesagt, in der Praxis gibt es da sicher Abweichungen, aber mit diesen einfachen Regeln liegt man sicher zu 90% richtig.

Viele Grüße,
Jens

Danke, Jens, für diese gute Erklärung!!!
Jedoch folgst Du bei "macromeris" Deinen eigenen Ausführungen nicht. Richtig wäre macròmeris.

Die Mehrzahl des Lexikons war früher übrigens ausschließlich "Lexika". Seit der Rechtschreibreform darf auch "Lexiken" verwendet werden. Bis auf einige Ausnahmen (mir fällt gerade keine ein) war und ist im Deutschen die Pluralbildung mit "s" tabu.

Beste Grüße.
Ingo
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Eine Frage der Aussprache - Seite 6 Empty Re: Eine Frage der Aussprache

Beitrag  Gymnocalycium Do 16 Mai 2019, 10:03

hallo
also mit 9 Jahren Latein und 6 Jahren altgriechisch habe ich eigentlich kaum Schwierigkeiten mit den versch. Aussprachemöglichkeiten, so hatten uns die Lehrer damals gebimst;
wenn ich also bei dem Beispiel meros vom gr. ausgehe, wäre das heute mit Teil von ..zu übersetzen;
wenn ich von μηρος altgr. ausgehe, wäre es dann der Oberschenkel, damals gesprochen als märos, heute im neugr. miros

VG
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Eine Frage der Aussprache - Seite 6 Empty Re: Eine Frage der Aussprache

Beitrag  Shamrock Do 16 Mai 2019, 10:26

Dieser Thread wird aber auch wunderbar am Leben gehalten! grinsen2

Also gut, nach
- Aussprache
- Betonung
- Artikel
folgt nun auch noch
- Plural

Ein für mich ähnlich seltsames Gebiet wie die Artikel. Hier wurde halt viel eingedeutscht und liegt somit irgendwo in der Grauzone zwischen korrekt und gerade noch so akzeptabel. Wink

Grandiflorus schrieb:Bis auf einige Ausnahmen (mir fällt gerade keine ein) war und ist im Deutschen die Pluralbildung mit "s" tabu.
Komischerweise liest man nie "Mammillarias", sondern immer "Mammillarien" oder nie "Opuntias", sondern immer brav "Opuntien". Aber warum um alles auf der Welt liest man dann hier ebenso häufig klangliche Vergewaltigungen wie "Fraileas" statt "Fraileen" oder "Maihuenias" statt "Maihuenien"?! Keine Ahnung, ob "Fraileen" oder "Maihuenien" fachlich wirklich absolut korrekt ist, aber "Fraileas" oder "Maihuenias" tun einfach nur brutal in den Ohren weh. Aua! Die Liste könnte man jetzt natürlich noch deutlich weiter fortsetzen. Irgendwann wagt sicher noch jemand "Echinopsias".
Entschuldigungen kann man hier nur bei Leute durchgehen lassen, deren Muttersprache keine lateinische Sprache ist und es somit schwer fällt aus reinem Sprachgefühl in unserer Sprache sicher zu handeln.

Kleine Denksportaufgabe zur Thematik "Plural" am Rande:
- wie bildet man den sinnigsten Plural der Gattung "Adenium" aus der Familie der Hundsgiftgewächse?
- und wie den Plural der hübschen Gattung "Adenia" aus der Familie der Passionsblumengewächse?

Wenn wir schon bei der Gattung "Adenia" samt ihrer hübschen Caudexe sind, ich will hier sicher nicht den Oberlehrer markieren. Wenn jemand wirklich "Caudexe" als Plural verwendet, dann hab ich damit keinerlei Probleme. Klingt ja auch ganz passabel - auch wenn die korrekte Mehrzahlbildung "Caudices" lautet (was dagegen schon recht gewöhnungsbedürftig klingt). Es geht mir also gar nicht um absolut korrekt oder falsch, sondern lediglich um´s Klangbild - und "Fraileas" klingt einfach nur Aua in meinen Ohren. Aber vielleicht bin da auch nur ich so sensibel? scratch

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Eine Frage der Aussprache - Seite 6 Empty Re: Eine Frage der Aussprache

Beitrag  CO2 Do 16 Mai 2019, 10:45

Grandiflorus schrieb:
Jedoch folgst Du bei "macromeris" Deinen eigenen Ausführungen nicht. Richtig wäre macròmeris.
Ingo

Nach meinen Ausführungen heißt es macroméris, weil das e lang ist (aus gr. Eta).
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Beitrag  CO2 Do 16 Mai 2019, 10:47

Scgau mal unter 1) Very Happy
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