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Frostharte Kakteen jetzt schon gießen?

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Frostharte Kakteen jetzt schon gießen? - Seite 10 Empty Re: Frostharte Kakteen jetzt schon gießen?

Beitrag  Andreas75 So 03 Apr 2022, 17:56

Ganz genau, Stefan.
Man räumt immer so aus und hofft, dass es dann passt. Die letzten Jahre zeigen aber, dass man sich auch darauf nicht mehr verlassen kann. Ich hause direkt am Nordrand Westerwald, und hier ist es die letzten Winter quasi immer durchgehend zu mild, alles treibt an und eitel Sonnenschein, und dann kracht es Ende März/ Anfang April wieder tierisch runter, und bis in den Mai rein kann es noch Nachtfröste geben, bzw. kommt die Temperatur nicht aus dem Knick. Das ist bzw. wird mit der Zeit so ermüdend. Zumal die einzige Beständigkeit die Unbeständigkeit ist, was viele Kakteen mit dem Ein Finger- Salut kommentieren, und ihre Knospen für dies Jahr dann halt einziehen, und man sieht sich vllt. im nächsten Jahr. Immer wieder.
Manche Jahre, wie 2021 blühen sogar eigentlich idiotensichere Dinger wie Echinopsis eyriesii nicht, bzw. ziehen die Knospen eben wieder ein, und da fängt man sich dann doch mal an, am Kopf zu kratzen.

So habe ich von einem Kakteenkameraden, der nur wenig entfernt wohnt, 2020 eine Opuntia camanchica bekommen, die ich nach freistehend ungeschütztem und nassen Winter '20/ '21 ohne groß Klimbim in den schnell abtrocknenden und direkt von oben nässegeschützten Kronenbereich unserer Haustanne hier pflanzte. Die schob auch direkt eine Blütenknospe, die aber wegen dem Wetter laaaange brauchte, dennoch nicht abfiel, und dann im August (!) endlich genug Wärme fand, dass sie aufblühen konnte. Ein super zähes Luder, die auch den Winter '21/ '22 scheinbar prima überstand, der richtig nass- eklig war. Meine O. "rhodantha" blühte letztes Jahr wie noch nie, im Frühbeet blühte noch manch andere knopsig erhaltene Opuntie, meine Escobaria missouriensis blühte erstmals- und die eröffneten mir, wie im Grunde herrlich sorglos Kakteenkultur doch sein kann, wenn man nur die richtig passenden hat.
Meine Palette hier hatte sich schon mehr auf südamerikanische Hochgebirgler verschoben, nachdem ich in Berlin vom Klima her eher mexikanische Tieflandarten besser pflegen konnte. Die winterharten dulden aber nochmal das entscheidende Quentchen mehr Kühle und Unbeständigkeit, man nehme nur meine Scleros, die ich letztes Jahr allesamt erst kaufte, auf dem Fensterbrett hatte, und die blühfähigen davon knospen jetzt. Scleros. Trotz des eher kühlen, unbeständigen Sommers '21. Womit man ja scheinbar exakt deren Nerv getroffen hat. Pflanzen, von deren Kultur ich in Berlin nur zu träumen wagte. Ich bin sehr gespannt, wie die Pedios kommen, von denen ich letztes Jahr einige, zusammen mit sehr netten harten Escobarien, hier aus dem Forum übernommen habe.
Und dann erst die ganzen Opuntien, bei denen ich mich vor allem auf für mich interessante Standortformen von fragilis und polyacantha konzentriere. Auch bei kühlerem, unbeständigem Wetter wachsen die, kriegen eine mordsmäßige Bedornung- bei mehreren sind die vorjährigen Dornen noch ein gutes Stück länger geworden- während viele Echinopsis- Hybriden das Wetter doof fanden und trotz zurückhaltenden Wässerns einfach mal die Wurzeln verloren.

Dunno, wie der Amerikaner sagt...
Eventuell leitet die Wetter- und Klimasituation die nächste Zeitenwende in meiner Sammlung ein. Plus wie gesagt dem feinen Effekt, dass man wieder mehr auf die Jagd gehen kann. Habe ich auch vermisst, weil bei knappem Winterplatz im Haus die Optionen langsam ausgehen. Und dann aber die Winterharten entdeckt, und von was für teils genialen, auch historisch bedeutsamen Standorten die so stammen. Plus der ziemlich geilen Vielfalt an äußerlichen Erscheinungsformen ein und derselben Art. Was vor allem bei so weit verbreiteten Arten wie fragilis und polyacantha zum Vorschein kommt, die auch den Vorzug haben, nicht so groß zu werden. Stellt man sich zB von fragilis zehn Standorte zusammen, hat man da eine Vielfalt an Triebgrößen und Bedornungsstärken und -farben, dass es eine reine Freude ist, sowas auf nur wenigen Quadratzentimetern bewundern zu können. Pflanzen, die im Habitat teils tausende Kilometer voneinander getrennt vorkommen, ihre regionalen Eigenheiten entwickelt haben, dann in einem Bild. Super toll! Und das vor allem auch bei polyacanthas, die teils Dornenkleider haben, dass manches Stachelschwein anerkennend nicken würde. Lauter difiizile Unterschiede, die die Sache aber uuungeheuer faszinierend machen, und das alles mit einer leichten Kultivierbarkeit, wenn man gewisse Grundsätze beherzigt (wie Sommerruhe, wenn Hitze, früh anwässern, im Herbst relativ früh wieder trocken halten, viele Arten strikt trocken im Winter), das man sich fragt, warum man da nicht viel früher drauf gekommen ist.

Es ist auf jeden Fall eine tolle Erleichterung (auch im Heizungs- Sinne), wenn man klima- angepasstere Kakteen hat als die ganzen Gattungen und Arten aus ganzjährigen Wärmegebieten. Wobei ich Wärme hier als "des Winters über 0" definiere.
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Frostharte Kakteen jetzt schon gießen? - Seite 10 Empty Re: Frostharte Kakteen jetzt schon gießen?

Beitrag  Cristatahunter So 03 Apr 2022, 18:44

Andreas75 schrieb:Es ist schön, wenn man das so kernig abtun kann "Müssen sie durch"- diese Rigorosität ist mir persönlich nicht gegeben. Will fast sagen, mir liegt was an jeder einzelnen meiner Pflanzen, die nicht irgendwelche beliebig und problemlos austauschbaren 1000 Stück- Dinger sind. Und 'nen Dukatenesel habe ich auch nicht im Keller, um sie in der Menge ohne weiteres ersetzen zu können, falls es doch in die Binsen geht. Und will irgendwann auch mal Ergebnisse sehen, und nicht immer und immer wieder von vorne anfangen. Irgendwann isses vorbei mit "Wenn nicht dieses, dann eben nächstes Jahr". Ist ja nicht mal gegeben, dass man morgen noch kann...

Eigentlich wollte ich dich, von deiner Panik befreien. Viele Kakteen sind sich frostige Nächte gewohnt. Als ich im April in der Baja California unterwegs war. Ich übernachtete in einer ungeheizten Jagdhütte. Das Thermometer das am Tag um die 25-30°C anzeigte, fiel in der Nacht unter Null. Ich schlotterte wie ein Schlosshund trotz des warmen Schlafsack. Das störte die sonst wärmebedürftigen Ferocacteen und Myrtillocacteen. Pflanzen die alles Andere als frosthart sind. Im Gespräch mit Einheimischen erfuhr ich, das einzelne Nächte bis zu -15°C kalt werden können.

Ich halte meine Kakteen seit mehreren Jahren im Winter sehr kühl und trocken. Mir sind auch schon die Heizung ausgefallen oder der Strom ausgefallen. Astrophyten und andere nicht frostharten Kakteen hatten schon ab und zu -10°C. Wenn mir Kakteen sterben, dann sind es öfter Kakteen die im Sommer zu feucht haben.

Bedenke, in den Anden müssen Kakteen regelmässig Tagesschwankungen von 50°C von +30 bis -20 am gleichen Tag.
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Frostharte Kakteen jetzt schon gießen? - Seite 10 Empty Re: Frostharte Kakteen jetzt schon gießen?

Beitrag  Andreas75 So 03 Apr 2022, 19:31

Danke Dir, sorry für das Mißverständnis!
Wir haben die Pflanzen halt nicht tief im Boden verwurzelt, sondern komplett oberirdisch, die Wurzeln nur durch Zenti- und Millimeter vom Außenklima getrennt. Dass da bei zu tiefem Frost zur unpassenden Zeit viel schief gehen kann zeigte mir das letzte Frühjahr, wo es mir alle Eichen im Topf erlegte, und die Hälfte der Eiben (habe da so eine kleine Sämlingsaufzucht besonderer Exemplare), was ich noch nie vorher so hatte.

Ich muss mich noch dran gewöhnen, dass die Sonne tagsüber auch stärkere Temperaturdifferenzen ausgleichen kann, und habe da einfach noch die Hosen bisschen (zu) voll, weil ich wirklich ziemlich einzigartige Standortformen habe, die ich nur in Holland, Dänemark oder Polen bekommen habe. Vor allem mal mit Standortangabe und teils auch Feldnummer, worauf ich auch Wert lege, denn nur so allgemein die Artangabe ist mir zu undeutlich.
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Beitrag  Shamrock Mo 04 Apr 2022, 21:05

Andreas, bleib entspannt!
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Da spart man sich das Angießen.
Ich bin mir sicher, dass selbst diese Cumulopuntia diese paar Tage locker übersteht. Wie müssen es dann erst die wirklich harten Kakteen überstehen? Willst du gesunde, abgehärtete Kakteen oder lieber Mimosen? Von nix kommt nix. Wink
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