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Meine kleine Pflegeübersicht, so richtig?

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Meine kleine Pflegeübersicht, so richtig? Empty Meine kleine Pflegeübersicht, so richtig?

Beitrag  Soulfire am Mo 09 Jan 2012, 11:48

So, nach ewigem googeln habe ich mir mal für meine Gattungen eine kleine Pflegeübersicht zusammengestellt.
Wäre toll, wenn da mal jemand drüberguckt und verbessert bzw. ergänzt, wenn etwas wichtiges fehlt.

Dazu sei gesagt eine "mineralische Erdmischung" werde ich mir aus dem, was ich dahabe zusammenstellen, das wäre Blumenerde, Kakteenerde, Quarzkies, Perlite, Spielplatzsand, evtl Lava (muss ich noch suchen), Aquarienkies und Seramis. Zum Kaufen fehlt im Moment das Geld.
Für den Lehmanteil brauche ich nur in den Garten, unsere Erde ist seehr Lehmhaltig.

So, jetzt aber die Zusammenfassung:
Echinopsis
- mineralische Erdmischung
- Winterruhe bei ~10°C, nicht austrocknen lassen, Schlückchenweise gießen
- Im Frühjahr erst nach Knospenansatz gießen

Cereus peruvianus monstrosus
- mineralische Erdmischung
- Winterruhe bei ~10°C, nicht austrocknen lassen, Schlückchenweise gießen

Euphorbia lactea
- mineralische Erdmischung, etwas mehr Erde, als bei Kakteen
- Winterruhe im warmen Wohnzimmer möglich, wenig gießen

Ferocactus
- Sehr mineralische Erdmischung, nährstoffreich
- Winterruhe bei ~12°C, ohne Wasser
- Wenig gießen im Sommer

Gymnocalycium
- Sehr mineralische Erdmischung, leicht sauer, etwas Lehm, Komposterde
- Winterruhe bei ~5-8°C, wenig gießen, je nach Temperatur trocken
- Im Sommer nicht vollständig austrocknen lassen

Mammillaria
- mineralische Erdmischung, mit Lehmanteil
- Winterruhe bei ~10°C
- Grüne Arten schattiger

Isolatocereus
- mineralische Erdmischung
- Winterruhe im warmen Wohnzimmer möglich, wenig gießen

Stenocereus
- mineralische Erdmischung, mehr Sand
- Winterruhe bei ~10°C, trocken
- Selten umpflanzen

Cleistocactus
- mineralische Erdmischung
- höhere Luftfeuchtigkeit (Abends sprühen)
- Winterruhe bei 10-15°C, nicht austrocknen lassen
- dichtbedornte Arten Ruhezeit von Juli bis August, durch trocken halten

Pachycereus
- Nässe empfindlich
- Winterruhe bei mind. 12-15°C
- Sehr mineralische Erdmischung

Pilosocereus
- Sehr mineralische Erdmischung, Lehmanteil
- höhere Luftfeuchtigkeit (Abends sprühen)
- öfter gießen
- Winterruhe bei 10-15°C, nicht austrocknen lassen

Melocactus
- feuchtwarmes Klima durch regelmäßiges Nebeln
- im Frühjahr erst nebeln, später gießen
- Winterruhe mind. 15°C, trocken
- Sehr mineralische Erdmischung

Notocactus
- mineralische Erdmischung, Nährstoffreich
- Winterruhe bei ~12°C, nicht ganz trocken


und noch eine Frage, wie bekomme ich die leicht saure Erde hin?
Bei Gymnocalycium stand, dass das sehr wichtig ist, reicht dafür meine angegebene Mischung?
Gießen tue ich mit Regenwasser, das soll wohl auch helfen beim ansäuern?
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Meine kleine Pflegeübersicht, so richtig? Empty Re: Meine kleine Pflegeübersicht, so richtig?

Beitrag  Wühlmaus am Mo 09 Jan 2012, 12:56

Hallo Soulfire,

ich will gerne versuchen, Dir ein wenig zu helfen bei deinen Fragen.

Zuerst möchte ich die Begriffe "mineralisch" und "humusreich" etwas erklären:

"Mineralische Erde" enthält keinen Humus (Humus = Pflanzliche Bestandteile, die verrotten). Hierin sollten folgende Substanzen enthalten sein (nicht alle, das sind einfach nur Beispiele, was drin sein könnte): Lehm, Bims, Perlite, Blähschiefer, Kies, grober Flußsand, Lavagranulat,

"Humusreich" ist z. B. die normale gekaufte Kakteenerde. Der hier enthaltene Humus ist nichts anderes als Torf. Dazu wird im Handel bestenfalls noch Sand untergemischt. Fertig. Diese Erde ist zwar zum Zumischen zu den anderen oben genannten Zutaten geeignet, für sich allein aber nicht wirklich tauglich. Nun gibt es die spezialisierten Kakteengärtnereien, die diese Kakteenerde noch weiter strecken, indem sie etwas Bims, Perlite und Blähschiefer, gegebenenfalls noch fenkörniges Tonmaterial (Ziegelsplitt) hinzufügen.

Nun gibt es Kakteengattungen, die brauchen mehr Humus, andere die hält man besser in rein-mineralischer Erde, und dann gibt es Kandidaten, die irgendwo dazwischen mit einem guten Teil von beiden leben können.

Ich selbst kultiviere mittlerweile den größten Teil meiner Pflanzen in rein-mineralischer Erde, wobei der Anteil Lehm nicht so groß ist. Die gekaufte rein-mineralische Erde enthält nämlich häufig so viel Lehm, dass die Erde im trockenen Zustand vollkommen fest zusammenbackt. Da muss man dann eben schauen, dass man unter diese Erde von vornherein noch einen größeren Teil mineralische Zutaten untermischt, überwiegend kann das ruhig Bims sein. Man muß nicht unbedingt ein Supersüppchen aus tausend Zutaten kochen.

Wenn ich nun Kandidaten habe, die es gerne humos wünschen, dann wird eben ein gewisser Anteil torfhaltige Kakteenerde mit untergemischt, jedoch nicht zuviel, also weniger als die Hälfte.

So, zu deiner Auflistung kann ich folgendes beisteuern:

Echinopsis
- mineralische Erdmischung
- Winterruhe bei ~10°C, nicht austrocknen lassen, Schlückchenweise gießen
- Im Frühjahr erst nach Knospenansatz gießen

- eher humushaltig, etwa 30 - 40 % normale Kakteenerde, Rest mineralisch
- Winterruhe 8 - 12 °C, trocken, nicht gießen ab etwa Mitte Oktober bis ca. Mitte März
- Ob Knospenansatz oder nicht dürfte egal sein, weil Knospen den ganzen Sommer über nachkommen


Ferocactus
- Sehr mineralische Erdmischung, nährstoffreich
- Winterruhe bei ~12°C, ohne Wasser
- Wenig gießen im Sommer

- Erde okay, wenig Lehm
- wenig gießen ist relativ, das kommt auch auf die Sommertemperatur an


Gymnocalycium
- Sehr mineralische Erdmischung, leicht sauer, etwas Lehm, Komposterde
- Winterruhe bei ~5-8°C, wenig gießen, je nach Temperatur trocken
- Im Sommer nicht vollständig austrocknen lassen

- Komposterde? Lieber nicht, da holst du dir zu schnell Krankheiten an die Pflanzen. Lieber etwas humose Kakteenerde mit untermischen
- Im Sommer nicht in die pralle Sonne stellen, Halbschatten genügt, sonst werden meiner Erfahrung nach die Pflanzkörper ziemlich dunkelrot.


Mammillaria
- mineralische Erdmischung, mit Lehmanteil
- Winterruhe bei ~10°C
- Grüne Arten schattiger

das passt ganz gut. Es gibt aber auch Mimosen, da muss man seeehr aufpassen mit der Pflege. Weiße, dicht bedornte Mammillarien volle Sonne

Pilosocereus
- Sehr mineralische Erdmischung, Lehmanteil
- höhere Luftfeuchtigkeit (Abends sprühen)
- öfter gießen
- Winterruhe bei 10-15°C, nicht austrocknen lassen

Soweit gut. Meine Pilosocereen stehen im Winter ebenso, aber völlig trocken!
Im Sommer lieben sie viel Sonne.


Melocactus
- feuchtwarmes Klima durch regelmäßiges Nebeln
- im Frühjahr erst nebeln, später gießen
- Winterruhe mind. 15°C, trocken
- Sehr mineralische Erdmischung

Nach meiner Kenntnis im Winter wärmer als andere, 15 °C dürfte okay sein. Im Winter gelegentlich nebeln.

Notocactus
- mineralische Erdmischung, Nährstoffreich
- Winterruhe bei ~12°C, nicht ganz trocken

Auch hier würde ich im Winter ganz trocken halten. Es stimmt aber, dass man häufig liest, sie nicht ganz austrocknen zu lassen. Erfahrene Kakteengärtner machen das aber wohl nicht so.

Zu den anderen Sachen kann ich nichts sagen.

Deine letzte Frage war:

und noch eine Frage, wie bekomme ich die leicht saure Erde hin? (durch Torf/humose Kakteenerde)
Bei Gymnocalycium stand, dass das sehr wichtig ist, reicht dafür meine angegebene Mischung? (s. o.)
Gießen tue ich mit Regenwasser, das soll wohl auch helfen beim ansäuern? (Leitungswasser ist unterschiedlich kalkhaltig, je nachdem wo es herkommt. Regenwasser ist in der Regel immer besser, sofern es nicht vom Dach verschmutzt ist.)

Du findest gute Anhaltspunkte hier: http://www.kakteensammlung-holzheu.de/gymnocalycium_achirasense.html

LG Elke



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Beitrag  sensei66 am Mo 09 Jan 2012, 13:14

Dann fange ich mal an...

Soulfire schrieb:eine "mineralische Erdmischung" werde ich mir aus dem, was ich dahabe zusammenstellen, das wäre Blumenerde, Kakteenerde, Quarzkies, Perlite, Spielplatzsand, evtl Lava (muss ich noch suchen), Aquarienkies und Seramis.

Zum Thema Substrat gibt es ja 1001 Meinungen und noch mehr Rezepte. Aber Blumenerde und "Kakteenerde" sind schon mal nicht mineralisch, sondern bestehen aus organischen Materialien. Daher finden sich die immer in humosen Mischungen. Des Weiteren sind Quarzkies, Aquarienkies und Spielplatzsand mehr oder weniger das Gleiche. Zu feine Bestandteile (Spielplatzsand) würde ich nicht nehmen.
Generell halte ich für wichtig, dass die Substrate (egal, ob mineralisch oder humos) gut durchlässig sind, Luft an die Wurzeln lassen und schnell wieder abtrocknen. Generell kann man alle Kakteen mineralisch halten, man muss das dann übers Düngen regeln.

Und so würde ich deine Gattungen einteilen:
humoses Substrat: Echinopsis, Cereus, Gymnocalycium, Cleistocactus, Pilosocereus, Stenocereus, Notocactus
mineralisch: Ferocactus, die meisten Mammillarien, Pachycereus

Was die Winterruhe betrifft: Melocacteen und ähnliche Weicheier hab ich nicht, die Euphorbien stehen im Schlafzimmer (~15°) und alles andere steht kalt (deutlich unter 10°) und trocken. Wasser gibts im Winter nicht, auch nicht für Notos. Dafür halte ich auch nichts von einer Gießpause im Sommer.

Torf (also Blumenerde...) reagiert leicht sauer. Ebenso frisches Regenwasser. Also mach dir da mal keine Gedanken.

Aber du wirst hier sicher noch andere Meinungen hören.

ciao
Stefan

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Beitrag  kaktusgerd am Mo 09 Jan 2012, 14:19

Hallo Soulfire,
da hast du ein heikles Thema angesprochen, an dem sich immer wieder die Geister scheiden.
Elke und Stefan haben dir das eigentlich Wichtige zur Pflege deiner Kakteen schon gesagt.
Ich möchte nur noch auf das Substrat eingehen. Es gibt grundsätzlich mal keine verlässlichen Daten darüber, welches Substrat für welche Kaktee am geeignetsten ist. Generell kennt man im Kakteenbereich rein humose, rein mineralische und humos/mineralisch gemischte Substrate.
Wieviel Anteile humos/mineralisch für welche Pflanzen verwendet werden können, das muß Du selbst in Erfahrung bringen. Wie Stefan schon sagte, die Haltung in mineralischem Substrat funktioniert grundsätzlich mal für alle Kakteen. Deswegen wachsen aber manche gar lange noch nicht optimal. Also muß man probieren und auch etwas experimentieren. Das ist leider so, aber das macht die Sache auch interessant.
Speziell für deine Pflanzen würde ich ein Gemisch aus 2 Zeilen Torf oder Blumenerde und 8 Teilen mineralischen Komponenten verwenden. Aber wie gesagt, das ist nur meine Meinung. Entscheiden mußt du es letztlich selbst, denn was bei mir klappt muß bei dir lange noch nicht funktionieren. Da spielen auch viele andere Faktoren noch mit, wie Gießverhalten, Standort,
Temperatur, Luftfeuchte u.u.u.
Da heißt es einfach probieren. Denn probieren geht über studieren!

Viel Erfolg
Gerd
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Beitrag  papamatzi am Mo 09 Jan 2012, 16:35

Kleine Ergänzung:
Soulfire schrieb:wie bekomme ich die leicht saure Erde hin?
Möchte man rein mineralisches Substrat, könnte man Kieselgur untermischen. Das soll auch leicht sauer reagieren.
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