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Pflanzenpatente

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Pflanzenpatente Empty Pflanzenpatente

Beitrag  Lophogona Do 08 März 2012, 19:56

Hallo Ihr,

ich möchte hier mal nachfragen, was es für mich als privaten Verbraucher bedeutet, wenn ich eine Pflanze durch Teilung oder Aussaat vermehre oder hybridisiere, die im Ausland, konkret in den USA patentiert wurde?

Wenn nun der Abkömmling so einer Pflanze unbemerkt zu einem auch Handel treibenden Liebhaber findet, der die Herkunft derselben nicht kennt, macht der sich dann strafbar, weil er zuvor nicht das Recht erworben hat, diese Pflanzen zu veräußern?

Weiß jemand mehr über die Bedeutung dieser Patente in den USA und der EU?

Das Thema kommt leider auf uns zu. Aktuell betrifft es verschiedene Aloe-Hybriden einer amerikanischen Züchterin, die infolge gern mit einem Doppelnamen geführt werden, einmal der Name, den die Züchterin der Pflanze gegeben hat, und einmal der Name, unter dem diese Pflanze gehandelt wird.

LG Monika
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Pflanzenpatente Empty Re: Pflanzenpatente

Beitrag  Torro Do 08 März 2012, 20:04

Hallo Monika,

das klingt sehr ... schräg: "Ein Handel treibender Liebhaber, der eine Pflanze nicht kennt."
Dummheit oder dumm stellen schützt vor Strafe nicht.
Da würde ich die Finger von lassen.



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Pflanzenpatente Empty Re: Pflanzenpatente

Beitrag  Lophogona Do 08 März 2012, 20:21

Hi Torro,

ich denke, Du mißverstehst meine Frage. Wo lebende Menschen sich an schönen Pflanzen erfreuen, wird zwangsläufig auch vermehrt. Da bei Ankauf entsprechender Pflanzen nicht klar ist, ob sie einem solchen Patent unterliegen, müsste "Lieschen Müller" in Zukunft beim Ausbrüten aller Samen und Anwurzeln gewonnener Teilstücke damit rechnen, sich eventuell strafbar zu machen. Da frage ich mich, ob es dem gewöhnlichen Pflanzenliebhaber zuzumuten ist, alle Pflanzen, die ihm in die Finger kommen, zunächst auf eventuell vorhandene Patente zu überprüfen, bevor er seinem Hobby fröhnt.
Ich denke nicht und halte das auch nicht für durchsetzungsfähig in einer Demokratie.

Ich bezweifel ebenfalls, dass gerade die kleinen Händler, die vlt. auch mal Bestände von Privat erwerben, in der Lage sind, die Herkunft jedes einzelnen Pflänzchens, insbesondere die Abstammung bei Hybriden exakt zu bestimmen.

Ich spreche hier nicht von Gesetzesuntreue und kriminellen Potential, sondern den mit der Patentierung von Zierpflanzen einhergehenden Gefahr des unbewußten und ungewollten Verstoßes.

Da hätte ich gerne mehr über die Macht dieser Patente erfahren. Ich hoffe, es ist möglich, dieses Thema hier abseits von moralischen Vorstellungen als Problem in der Pflanzenliebhaberei eines jeden von uns zu diskutieren.

LG Monika
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Pflanzenpatente Empty Re: Pflanzenpatente

Beitrag  davissi Do 08 März 2012, 20:57

Hallo Monika,

ja, das ist m.W. strafbar.

Letztendlich sind Patente auf Pflanzen m.W. nichts anderes als z.B. Patente auf eine Erfindung. Lt. Wikipedia gilt für Patente folgendes:


[...]
Ein Patent verleiht seinem Inhaber nur bedingt ein positives Benutzungsrecht, wie sich daraus ergibt, dass § 9 S. 1 PatG für die Benutzungsbefugnis des Patentinhabers auf den „Rahmen des geltenden Rechts“ verweist. Die Patentierung hat primär zur Folge, dass die Erfindung grundsätzlich von niemand anderem als dem Patentinhaber selbst gewerblich benutzt werden darf.
[...]
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Patent#Kein_Benutzungsrecht
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Beitrag  Torro Do 08 März 2012, 21:47

Hallo Monika,

ne, ne - ich habs nicht falsch verstanden.
Wenn ich ne Pflanze kaufe und zieh mir ein paar Ableger, dann mag das in Ordnung sein.
Aber die jetzt verkaufen - da sei das Patent vor. Dafür ist es da.

Wenn nun der Abkömmling so einer Pflanze unbemerkt zu einem auch Handel treibenden Liebhaber findet, der die Herkunft derselben nicht kennt, macht der sich dann strafbar, weil er zuvor nicht das Recht erworben hat, diese Pflanzen zu veräußern?

Darum ging es, ziemlich schräge Konstruktion.

Um das weiter auszubauen: Damit bist Du hier im falschen Forum!
a) Hier kennt (fast) jeder seinen Kaktus bis auf die GPS-Koordinate seiner Herkunft, also auf 10 Meter genau, den Sammler etc.
b) Gerade bei Kakteen werden Herkunft und Internationale Abkommen (CITES) ziemlich genau beachtet.

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Beitrag  Lophogona Do 08 März 2012, 22:41

Nun, wenn Du Dich so engagiert gegen die Wahrnehmung eines Problems stemmst, bitte. Ich dachte auch nicht, dass dies ein Forum speziell für Profis ist und ja, ich habe im Fachhandel durchaus auch mal offensichtlich falsch, widersinnig, schwammig oder als unbekannt deklarierte Pflanzen entdeckt und wüßte nicht, ob wirklich irgendjemand auf der Welt von sich behaupten kann, sich in der komplexen vielfalt aller Arten und Hybriden traumwandlerisch zurecht zu finden.

Desweiteren pflege ich durchaus unbekannte Haworthien, Kakteen und alle möglichen anderen Pflanzen und kann beileibe nicht jeden Hybriden beim Namen nennen, obwohl ich gerne mal von allen vermehre. Wenn ich dadurch für Dich schon unwürdig bin, in dieses Forum zu schreiben, tut es mir nichtmal leid, denn Du hast recht, dass ich hier nichts schreiben muss und mir folglich auch nicht die Mühe zu machen brauche, Fotos meiner Sammlung einzustellen.

Ich hoffe, meine Worte dringen über den Tellerrand.
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Beitrag  Lophogona Fr 09 März 2012, 01:06

Wenn Ihr Euch jeden Schuh anzieht, ist das nicht meine Angelegenheit.

Ich warte immer noch auf ein Statement, was nun hier "erwünscht" ist und von wem.
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Pflanzenpatente Empty Re: Pflanzenpatente

Beitrag  Echinopsis Fr 09 März 2012, 06:38

rudir1962 schrieb:...
Lange nicht sowas überhebliches gelesen !! ...

Pssst....es geht auch etwas freundlicher bitte!


Nun zu Monika: Ich habe mir nun Dein Posting mehrfach durchgelesen, um auch zu verstehen was du wirklich wissen willst.
Ich habe mir allerdings die Worte "Dummheit schützt vor Strafe nicht" bereits gedacht, bevor ich Torros Posting gelesen habe und konnte da nur zustimmend nicken.

Evtl. sollte man erstmal klären ob es überhaupt Pflanzen in den USA gibt (dort hybridisiert oder weiß der Teufel) die tatsächlich ein Patent haben? Ich höre zugegebenerweiße heute das allererste mal davon....bisher wusste ich nur dass man z.B Hybriden anmelden kann, Name geben etc, aber ein Patent darauf?

Zum anderen sollte es dann meiner Meinung nach eine exakt aufgeführte Liste mit diesen Pflanzen geben, die jedem leicht verfügbar im www zustehen sollte.
Das ist eine ganz schwierige Frage, die meiner Meinung nach nur sehr schwer beantwortbar ist.
Ich bin aber trotzdem der Meinung dass Dummheit vor Strafe nicht schützt, auch wenn der es nicht weiß.

Edit @Monika: Natürlich ist hier jede Frage erwünscht und erlaubt, ob sie dann beantwortet wird ist die zweite Frage.
Wieso sollte man hier irgendwelche Fragen einschränken? Ein Forum ist ein öffentlicher Platz, wer damit nicht leben kann das auch mal Fragen gestellt werden, die etwas aus der Reihe fallen (damit ist gemeint dass diese Frage nicht die alltägliche Bestimmungsfrage oder Eintopffrage ist) habe ich als Betreiber des Forums kein Problem damit.

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Beitrag  davissi Fr 09 März 2012, 07:40

Hi Daniel,

Ja, sowas in der Art von Pflanzenpatente gibt's. Z.B. manche hochbekannte, weißblühende Christrosen (Heleborus niger). Ich kann später mal nachschauen auf dem Etikett, aber wenn ich mich recht erinnere steht da das von mir weiter oben beschriebene drauf (in der Kurzfassung natürlich).
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Pflanzenpatente Empty Re: Pflanzenpatente

Beitrag  Tim Fr 09 März 2012, 16:40

Patente gibt es nicht auf Pflanzen... nur auf neue Methoden, wie man Pflanzen in Ihren Eigenschaften verändert.
Dazu bedarf es eine gewissen Erfindungshöhe...es muß wirklich NEU sein und nicht gedanklich aus dem Stand der Technik naheliegend. Normales generatives Vermehren und Zufallsauswahl ist schon lange nicht mehr neu.
Wenn man also Pflanzen nicht genmanipuliert hat, kann man diese nur als Sorte schützen, d.h. kein anderer darf vegetative Vermehrungen dieser Pflanze unter diesem Namen(!) verkaufen.
Dabei wird es aber schwammig (Grauzohne), weil ich die Pflanze unter anderem Namen ja auch verkaufen könnte (ich könnte ja auf gleichem Wege zum gleichem Ergebnis gekommen sein).
Nur bei gentechnisch veränderten Pflanzen kann ich das nicht, weil ja die Nutzung der Pflanze über die Methode, mit der sie erstellt wurde (z.B. Mais mit Genen aus einer ganz anderen Pflanze versehen) und dem Problem, was sie löst, (Schädlinge oder Spritzmittelresistenz), patentiert und damit 20 Jahre geschützt ist.

Patente sind meist als Problemlösung formuliert.
Beispiel:
"Methode um Wandfarbe als Kopfschmerzmittel zu nutzen". Very Happy
Das wäre dann das Problem "Kopfschmerzen" und die Lösung "völlig neue Verwendung eines bekannten Stoffes"
Wenn das jetzt also neu, nicht naheliegend und gewerblich anwendbar ist und zudem eine gewisse Erfindunghöhe überschreitet, dann kann ich Wandfarbe patentieren lassen und niemand darf diese als Kopfschmerzmittel nutzen...für die Wand natürlich, aber nicht medizinisch . Wenn jetzt aber einer in den Baumarkt geht, Wandfarbe kauft und zweckwiedrig für seinen Brummschädel einsetzt, kann ich nix tun, er darf es nur nicht gewerblich, ohne Lizenz von mir, tun und mit Kopfschmerzen bewerben.

Wieder auf die Pflanzen gemünztes Beispiel:
Ich darf z.B. eine bestimmte Schädlingsresistenz von Monsanto-Mais nicht nutzen, wenn diese das Problem "Schädlinge" bei Ihrer Pflanze mit einer bestimmten Methode "Genkombination XYZ aus der Bauwolle" geschützt haben. Wenn ich jetzt aber rausfinde, das diese Veränderung auch dazu führt, das der Mais kuschelieger wird, kann ich ihn als Füllstoff für Kopfkissen patentieren (das wäre neu, gewerblich anwendbar und erfüllt vermutlich sogar die Erfindungshöhe). Ich darf ihn dann zwar nicht anbauen und die Schädlingsresistenz nutzen, aber Monsanto dürfte die Kuscheligkeit auch nicht nutzen Cool
Ich kann also Patente durch neue, andere Verwendung oder anderen Methoden/Wege zum gleichen Ziel quasi aushölen. Da verdienen viele kluge Köpfe ihr Geld mit.
Es ist also immer die Methode, ein bestimmtes Problem zu lösen oder eine Eigenschaft zu erzeugen, die patentierbar ist.

Mit diesem Richtlinien können Firmen aber viel Schindluder treiben. Das perfideste Beispiel aus der Medizin ist, ich kann z.B. eine Genkombination finden, die gegen die Krankheit XY hilft. Wenn ich jetzt eine Methode erfinde, mit der ich sie für andere Menschen nutzbar mache, kann ich dies patentieren lassen und damit faktisch die Genkombination für mich schützen lassen. Und daraus folgt dann: Wenn irgendein Mensch diese Genkombination natürlicherweise hat (er ist damit geboren worden), hat er daran eigentlich keine Rechte (er dürfte sie nicht nutzen), wenn das Patent "gut" formuliert ist...
Um sowas wird weltweit unglaublich viel politisch gestritten und es gibt verschiedenste Lobbygruppen, die das ausweiten oder eingrenzen wollen. Mad


Sortenschutz ist juristisch sehr viel niedriger angesetzt, deshalb lieben Großkonzerne die Molekularbiologie/Genetik so. Seine Rechte beim Sortenschutz durchzusetzten kann wirklich kompliziert sein, wenn das Gegenüber nicht wirklich sehr dreist war.
Gestört
Tim
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