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Astrophytum richtig aussäen

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Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Wühlmaus am Sa 02 Jan 2010, 11:24

Hallo zusammen,

habt Ihr Tipps für mich, wie ich diverse Astrophytum-Arten am besten aussäe, damit sich die Verluste in Grenzen halten? Muss es von Anfang an mineralisches Substrat sein? Womit habt Ihr die besten Erfahrungen gemacht? Ich habe zwar einige Sämlinge vom letzten Jahr, aber gerade bei den teureren Samen sind wenige was geworden.

LG Elke
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Arzberger am Sa 02 Jan 2010, 11:37

Hallo Elke,

Ich habe bei der Aussaat von Astros mit Katzenstreu sehr gute Erfahrungen gemacht.
Auch für andere Gattungen funktioniert es, aber bei Astrophyten scheint sich der pH-Wert
günstig auszuwirken. Seitdem mische ich Katzenstreu auch für grössere Astrophyten ins Substrat.
Noch ein Vorteil: Wurzelläuse mögen es nicht!

Beste Grüsse
Alex
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Wühlmaus am Sa 02 Jan 2010, 16:29

Hi Alex,

von Katzenstreu war schon häufiger die Rede. Nur hab ich leider keine Mieze und werde mir von daher auch keinen Sack hinlegen. Ich habe aber schon viel Gutes von Kieselgur gehört und wollte es unter die normale Kakteen-Aussaaterde von Haage mischen. Ich dachte bloß, wenn die Astros mineralisches Substrat benötigen, könnte/sollte man ihnen das womöglich gleich von Anfang an geben.
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Egger am Sa 02 Jan 2010, 22:52

Ich sähe wirklich alles rein mineralisch aus und habe damit bisher die besten Erfahrungen gemacht.
So hatte ich z.B. noch nie eine einzige Trauermücke bei mir zu Besuch.
Das Dir die anderen nicht gelungen sind kann aber viele Ursachen haben, das muss nicht unbedingt an der Erde liegen.
Welches mineralische Substrat benutzt Du sonst ?

viele Grüße Egger!
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  kaktussnake am Sa 02 Jan 2010, 23:10

teure samen - oft von multihybriden -haben auch schon mal nen gendefekt und keimen dann nicht oder die sämlinge sind zu schwach und gehen sofort wieder ein.
auch zu alte samen keimen kaum mehr, bzw die sämlinge sind zu schwach. aber die müssen schon über 3 jahre alt sein - aber wer weiss schon, was man da immer angeboten bekommt.
eigentlich sollten astrophyten keine probleme machen - im gegenteil, die sämlinge haben schnell eine gute grösse und wachsen eigentlich zügig.

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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Travelbear am So 03 Jan 2010, 00:46

Hallo Elke,

Astrophyten zu einer Aussaat gehören zu mir dazu wie die Aussaat von Discos... Laughing
Ich säe bisher immer rein mineralisch aus. Und zwar besteht mein Aussaatgemisch aus Bims, Lava, Akadama, Zeolith und Kalkgrus. Als Zusatzstoffe tue ich meist zwei Esslöffel Naturgips und 2 Esslöffel Urgesteinsmeht (Neudorff pH=8,5) hinzu. Darin wachsen meine Keimlinge sehr gut. Wie Edith gesagt hat, liegt es bei schlechten Keimausbeuten und anschließenem Massensterben nicht am Substrat sondern an der Qualität der Samen. Sei es von schwachem Erbgut her, unsachgemäße Lagerung oder Überalterung.
Einfach zwei Beispiele von mir:
1. Astrophytum asterias cv. weinrote Blüte: Hier hatte ich 220 Korn ausgesät, wovon 130 Korn gekeimt sind. Nach 1 Monat hatte ich noch 70 Keimlinge, nach zwei Montaten waren es dann noch 40 und heute nach 8 Monaten sind es noch 33. Wobei ich die letzten fünf Monate keine Verluste mehr hatte.
2. Astrophytum asterias cv Syowa rote Blüte: Hier hatte ich 103 Korn ausgesät, wovon 15 gekeimt sind. Nach 2 Monaten hatte ich dann schließlich noch 7. Diese habe ich aber noch heute.
Und von dieser Zahl an Sämlingen muß sich in ferner Zukunft ersteimal zeigen, daß es auch weinrote Blüten, bzw rote Syowablüten sind!

Die zwei Beispiele zeigen deutlich, daß oftmals die Vitalität der Keimlinge von Züchtungen miserabel ist und man sehr stark auf die Herkunf der Samen achten muß. Ich hab mit Samen von privaten Züchtern fast immer bessere Erfahrungen gemacht als von Samen von professionellen Händlern. Sei es Keimrate oder Vitalität. Ich persönlich schaue inzwischen nach privaten Züchtern, wenn ich nach etwas ganz besonderem Ausschau halte. Meist zeigen mir diese dann auch noch die Elternteile, so daß ich mich wirklich von der Güte der Gene des Kultivars überzeugen kann.
Nicht zu vernachläßigen ist auch die Streuung von Kultivaren und Hybriden. Meist zeigt nur ein geringer Prozentsatz die Eigenschaften der beiden Elternteile. Auch das ist ein Grund weshalb ich Kultivare meist in Massen aussäe, obwohl ich nur an ein paar wenige Pflanzen interessiert bin man kultiviert einfach auch sehr viel "minderwertiges" Material mit bevor die Eigenschaften deutlich heraustreten.
Botanische Arten, haben sich bisher eigentlich immer problemlos gestaltet. Sei es in der Keimrate (wenn nicht überalterter Samen), Vitalität und Streuung (ist eigentlich keine vorhanden, wenn nicht miteingekreuzt wurde). Aber in den ersten 2 Monaten ist immer ein Schwund drin, denn da werden einfach die ganz schachen Keimlinge ausselektiert (Selektionsphase).

Zum Schluß ein kleines Beispiel: Ich möchte von einem Kultivar 5 genau definierte, gesunde Blühfähige Pflanzen erhalten. Die Keimrate sei 60%, die Mortalität 50% und die Streuung 70%( d.h. nur 30% werden auch die gewünschten Pflanzen). Diese Werte sind garnicht einmal sosehr aus der Luft gegriffen. Wieviel Korn muß ich dann mindestens aussäen, damit ich das Ziel ereiche Question
Anhand der angebebenen Daten läßt sich dies bestimmen: 0,6x0,5x0,3 = 0,09 (9%) der Kehrwert dazu ist 11,1111x5 = 56 Samen -----> ergeben statistisch gesehen 5 Pflanzen mit den gewünschten Genen. Für die kleine Zahl an Pflanzen ist das schon eine ganze Menge!!!

Daher lasse Dich nicht entmutigen! Einfach weitermachen! Very Happy

Gruß Peter
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Wühlmaus am So 03 Jan 2010, 09:42

Hallo zusammen und vielen Dank für die Antworten.

@egger
Trauermücken hatte ich bisher auch noch nicht. Ich verschließe die Töpfe aber immer in Gefrierbeuteln. Meine bisherigen Aussaaten habe ich stets in der normalen Aussaaterde von Haage gemacht. Jetzt - mit etwas mehr Kenntnissen - würde ich auch gerne Alternativen ausprobieren. Fürs Umtopfen habe ich u. a. das rein mineralische Substrat von Haage, weiß aber nicht, ob es zum Aussäen geeignet ist. Als Einzelkomponenten könnte ich aus meinen Vorräten noch anbieten: Kieselgur 1 - 3 mm (noch nie benutzt), Bims 2 - 5 mm Körnung, Blähschiefer 1 - 3 mm Körnung, Perlite 3 - 5 mm Körnung. Sand und Aquariumkies könnte ich auch noch anbieten. Ich wollte jetzt eigentlich einmal das reine Kieselgur austesten sowie eine Mischung Aussaaterde/Kieselgur. Bims scheint mir noch zu großkörnig zu sein, um es allein zu verwenden.
Aber was ist denn nun von dem mineralischen Haage-Substrat als Aussaatsubstrat für die Astros zu halten? Eventuell gemischt mit Kieselgur?

@kaktussnake
Mit dem Alter der Samen hast du sicherlich recht. In der Regel weiß man nicht, wie alt es ist. Und das Fingerspitzengefühl/die Erfahrung, was wann am besten keimt, die habe ich einfach noch nicht. Da ich aber jetzt die Astrosamen von Herrn Kahler habe, weiss ich wenigstens, dass sie frisch sind.

@travelbear
Danke, Peter, für den ausführlichen Beitrag. Du scheinst eine längere Erfahrung mit den Astros zu haben. Deine mathematische Formel finde ich faszinierend. Ich habe mir auch das Buch von dem alten Herrn Haage "Kakteensterne" durchgelesen. Die Tests, die er anführt, finde ich schon sehr erstaunlich. Z. B. hätte ich nie gedacht, dass durch die Bestäubung einer Blüte mit gattungsfremdem Pollen die Selbstfertilität (nennt man das so?) der Astroblüte angeregt wird. Auch, dass bei den Kreuzungen verschiedener Arten kaum je zu 100 % Hybriden rauskommen, ist für mich eine neue Erkenntnis.
Von daher ist es mir jetzt klar, dass ich mit meinen jeweils 20 Samen nicht so viel reißen kann. Am meisten habe ich wohl überlebende Exemplare von Beguin-Hybriden, einige 4-rippige (die aber laut H. Haage auch irgendwann mehrrippig werden können) und einige wenige aus einer Mischung. A. myriostigma cv. Onzuko White Zebra habe ich schon zweimal gesät, mit dem Erfolg von 1 oder 2 aufgegangenen Keimlingen. Das gleiche bei A. m. nudum cv. Red Body. Aber jetzt wird mir allmählich klar, dass ich wahrscheinlich einfach zu wenig ausgesät habe, um nur annähernd ein paar anständige Exemplare zu erhalten.

Mögt Ihr wissen, was ich bei H. Kahler gekauft habe? Ich schreib es trotzdem mal hin Wink

Ariocarpus fissuratus ssp. intermedius (blüht ab 5 cm)
Ariocarpus trigonus v. minor (blüht ab 5 cm)
Astro. asterias "BALL" (7 Rippen - kugelrunder Körper)
Astro. asterias (Areolen wie eine Perlenkette, dick, weiss)
Astro. asterias Hybride Roseiflora (riesige Blüte)
Astro. Snow Kabuto (schneeweiße Beflockung)
Astro. myriostigma Varigata (Körper marmoriert)
Astro. Onzuka "V-Form" 5 Rippen
Astro. capricorne cv. Krausii (wirre Bedornung)
Astro. senile (dichte schwarze Bedornung)
Astro. senile f. aureum (lange Dornen, golden)
Astro. senile spec. (Rote Blüte)
Astro. Super Kabuto (extrem dichte weiße Beflockung)
Astro. asterias f. Multipunktata (viele feine Flocken)
Astro. senile f. aureum (dichte goldene Bedornung)
Lophophora williamsii
Lophophora caespitosa

Naja, wie gesagt, von jedem nur 20 Korn..... Ich werde auf jeden Fall allles daran setzen, dass hier ein paar Exemplare mehr überleben.

Ach ja, was mich noch interessieren würde: Ist da irgendwas bei, was UNBEDINGT gepfropft werden muss? Macht man das nicht neben des schnelleren Wachstums/der früheren Blüte auch noch mit bestimmten heiklen Arten?

LG Elke
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Echinopsis am So 03 Jan 2010, 09:48

Wühlmaus schrieb:

Ach ja, was mich noch interessieren würde: Ist da irgendwas bei, was UNBEDINGT gepfropft werden muss? Macht man das nicht neben des schnelleren Wachstums/der früheren Blüte auch noch mit bestimmten heiklen Arten?

Nene Elke, gepfropft werden muss gar keine Gattung.
Man kann so gut wie jede Pflanze wurzelecht aufziehen, sofern es die gegebenen Bedingungen bei dir zulassen. Ich würde aber erstmal alles wurzelecht lassen.
Man macht das nur mit solchen Arten, die auf eigenen Füßen (bzw Wurzeln Laughing ) kaum überlebensfähig sind, dazu gehören deine aber nicht. Oder solche Pflanzen, die wirklich extrem langsam wachsen werden manchmal gepfropft, z.B Aztekium, Blossfeldia, obwohl ich persönlich das auch für unnötig empfinde! Wurzelecht ist doch viel besser und natürlicher.

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lG,
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Gast am So 03 Jan 2010, 10:27

Hallo zusammen,

@Elke

ich muss meinem Vorspecher hier voll und ganz zustimmen, denn für gewöhnlich ist das Pfropfen nur dann wirklich angebracht, wenn es sich zum Beispiel um sehr schwer nachzuziehende Arten handelt, oder es darum geht diese überhaupt erst einmal zu integrieren! Damit dann unter anderem die Pflanzen an den natürlichen Standorten die ehe schon einer Vernichtung unterliegen, gerettet bzw. geschont werden können.

Gruss Reviger
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Echinopsis am So 03 Jan 2010, 10:39

Noch etwas muss ich hinzufügen:

Natürlich wird auch gepfropft um bestimmte Arten/Gattungen/Gene zu erhalten, falls diese wurzelecht nicht wachsen sollten, oder am eingehen sind (siehe Notpfropfungen).
So kann zumindest die Art erhalten werden.
Oder eben auch, um schneller an Samen zu kommen von seltenen Gattungen, die einer Vermehrung bedürfen.
Peter kann dir dazu sicher noch mehr schreiben

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