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Astrophytum richtig aussäen

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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Wühlmaus am Mo 04 Jan 2010, 09:47

Peter, ich finde Deine Beiträge auch sehr informativ. Was einen interessiert, das liest man auch. Mach ruhig so weiter!

Die Frage, warum nicht sofort im richtigen Substrat aussäen, um sich die Arbeit zu sparen, hatte ich mir auch schon gestellt. Schließlich haben sie in der Natur auch nur das endgültige Substrat zur Verfügung. Allerdings kenne ich es von normalen Gemüsepflanzen her, dass die Keimlinge doch sehr empfindlich gegen zuviel Düngung sind. Von daher nimmt man eben ungedüngtes Aussaatsubstrat. Letztlich säen wir doch viel weniger Saatgut aus als das in der Natur der Fall ist und wir wollen zudem auch noch, dass davon möglichst viel zum Wachstum kommt. Du sagst ja selbst, dass die Natur verschwenderisch umgeht mit dem Saatgut und lt. einer Studie oft nur ein einziges Korn davon überlebt. Wer könnte sich das bei seinem Hobby schon leisten. Deswegen machen wir uns ja so einen Kopf um das geeignete Substrat.

Im übrigen, Edith, gibt mir Deine Aussage "den Sämlingen scheint es schnurzpipelgal zu sein, worin sie aufwachsen" doch auch wieder die Hoffnung auf eine einfache Lösung. Mit Deiner Aussaatmethode könnte ich auch gut leben.

Vielen Dank auf jeden Fall an alle, die sich hier so fleißig beteiligt haben.

Elke
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  sensei66 am Mo 04 Jan 2010, 13:11

Travelbear schrieb:Einzig was ich nicht so richtig verstehe, ist warum eine Aussaat erst in einem Substrat, die Aufzucht aber dann in einem anderen Substrat erfolgt. Wenn die zwei Substrate zu stark voneinander abweichen (hauptsächlich im pH), dann bedeutet das für die Pflanze nur Stress sich an das neue Umfeld zu gewöhnen (führt natürlich auch wieder zu einer Selektion). Meiner Meinung nach ein vermeidbarer Stress. Also säe ich doch gleich im richtigen Substrat aus, oder? Wink ... übrigens habe ich dann nur einmal die Arbeit mit dem Mischen!

Peter, der einzige Grund bei mir ist Faulheit.... Einmal Substrat anmischen, sterilisieren, aussäen, fertig.

Gut, es gibt auch noch andere Gründe: das Substrat, das ich später verwende ist grober als das Aussaatsubstrat, und jeden einzelnen Bestandteil vorher auch noch zu sieben wäre mir zu umständlich bzw. bei Bims 4-7 mm kommt nicht viel dabei raus. Sämlinge in dieses Substrat zu pikieren geht, während Samen darin möglicherweise verschwinden würden. Außerdem pikiere ich nicht alle Aussaaten auf einmal. Wenn ich dann mal anfange, suche ich mir die Arten mit ähnlichen Bedürfnissen aus und mische dafür dann das Substrat. Beim nächsten Mal gibts dann anderes Substrat für andere Arten...
Pikieren an sich ist schon Stress für die Pflanze. Ich habe allerdings bisher noch nicht die Erfahrung gemacht, dass ein Wechsel des Substrats zu Ausfällen geführt hat. Die meisten Sämlinge sterben entweder vorher oder dann im Winter. Im Gegenteil, oft bekommen die Sämlinge nach dem Pikieren einen Wachstumsschub. Vielleicht werden sie ja durch die geänderten Bedingungen angeregt, evtl. durch die frischen Mineralstoffe...?

ciao
Stefan
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Travelbear am Mo 04 Jan 2010, 16:58

Hallo Stefan,

ok meine Gattungsvielfalt die ich kultiviere ist sehr begrenzt. Sie läßt sich eigentlich an einer Hand abzählen. Und bis auf die Discos haben sie auch sehr ähnliche Bodenansprüche. Letztendlich ist oft der einzige Unterschied der Zusatz von Kalkgrus oder nicht. Auch ist die Körnung meines Substrats fast zwischen grobem Feinkorn und feinen Grobkorn. Damit kann ich es sowohl für Aussaaten als auch für's Umtopfen von größeren Pflanzen nehmen. Feros, Echinocacteen, Pedios und Astros bekommen bei mir (fast) das gleiche Substrat. Feros oft ohne Kalkgrus aber dafür etwas Blumenerde... sonst ändert sich nichts. Ich hab dann erst mal meine Basismischung zusammengestellt und bei Bedarf kommt dann entweder Kalk oder Erde hinzu. Die entsprechenden Mengen eines Bestandteils dann noch zuzumischen ist dann skalierbar und Minutenarbeit.
Daß die Sämlinge nach dem Pikieren einen richtigen Wachstumsschub bekommen, liegt einfach an dem größen Platzangebot ober- wie unterirdisch, mehr Licht durch geringere Beschattung von den Seiten her und dem höheren Nährstoffangebot, da der Konkurrenzdruck im Wurzelraum ersteinmal wieder entfällt. Das kompensiert fast immer den Umtopfstress.

Gruß Peter
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Travelbear am Mo 04 Jan 2010, 17:10

Wühlmaus schrieb:Allerdings kenne ich es von normalen Gemüsepflanzen her, dass die Keimlinge doch sehr empfindlich gegen zuviel Düngung sind. Von daher nimmt man eben ungedüngtes Aussaatsubstrat.

Hallo Elke,

gerade wenn Du rein mineralische kultivierst, hast Du das Problem der Überdüngung nicht. Eher im Gegenteil, man muß vielmehr darauf achten, daß man die Pflanzen nicht verhungern läßt. Mein mineralisches Substrat ist grundsätzlich ersteinmal nährstoffarm egal in welcher Körnung und daher für Aussaaten wie für größere Pflanzen gleich gut geeignet. Wann ich mit der Düngung anfange und in welcher Menge, kann ich sehr individuell entscheiden. Es spricht also eigentlich nichts dagegen, gleich von Anfang an das richtige Substrat einzusetzen. Wink

Gruß Peter
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Travelbear am Sa 09 Jan 2010, 15:05

Hallo Elke und die anderen natürlich auch,

das Sache paßt gerade so schön zum Thema, daher möchte ich es Euch nicht vorenthalten. Am Neujahrstag habe ich zwei Aussaaten angesetzt. Und diese hier stellt gerade alles in den Schatten. Der Samen stammt von einem Kakteenliebhaber und ist Eigenproduktion von 2009.
Das Aussaatsubstrat ist ein Gemisch aus Bims, Lava, Zeolith, Akadama und Kalkgrus (letztendlich mein Standardaussaatsubstrat für alle kalkliebenden Wüstenkakteen [Echinocactus, Astrophytum, Pediocactus, Sclerocactus u.a]). Die Samen wurden mit Redomil gebeizt, das Aussaatsubstrat mit 0,05% Chinosollösung bis zur Sättigung angestaut. Die Schale wurde mit einer Frischhaltefolie überspannt, unter einer LSR (Sylvannia, zuvor mindestens schon 4-5 Jahre in Betrieb gewesen) im Abstand von 8 cm bei einer Temperatur von 28°C (301,16 K) bei einer Beleuchtungsdauer von 14 h gelagert. Zur Aussat kamen 216 Korn!

Das Ergebnis ist:
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Jetzt noch eine Frage an Judith, was sagt Dein Mondkalender zu dem Aussaattermin?
Da ich diesen nicht kenne und meine Aussaat eher nach der Besonderheit des Tages und der eigenen Laune angesetzt habe, wäre sie ein guter Kanditat für Deine Mondkalenderstatistik (Ich könnte Dir da noch ein paar andere Kandidaten liefern).

Gruß Peter
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Wühlmaus am So 10 Jan 2010, 11:00

Hallo Peter,

das sieht ja wirklich gut aus. Beinahe 100 % Keimquote. Du scheinst da ja auch optimale Vorbedingungen zu bieten.
Mir selbst kribbelt es auch schon in den Fingern, aber ich habe keine Zusatzbeleuchtung und möchte mir, ehrlich gesagt, auch keine zulegen. Meine Familie stöhnt ohnehin schon, weil sie keine Gardine aufziehen kann, ohne dahinter irgendwelche Pflanzentöpfe zu finden. Oder davor. Bei mir muss es noch 4 Wochen warten. Im letzten Jahr habe ich im Februar erstmalig ausgesät, weil so schön die Sonne schien. Auf meiner Fußbodenheizung war es zudem recht warm. Die Keimung meiner Erstlingsaussaat war zu dem Zeitpunkt schon ganz gut, so dass ich es in diesem Jahr wieder so halten will.

Zu Deinem Substrat nochmal eine Frage: Was nimmst du denn als Kalkzusatz? Kalkgruß heißt ja wohl fein pulverisiertes Kalkgestein? Könnte man dafür wohl z. B. gemahlene Eierschalen verwenden? Nicht lachen - die häcksele ich oft in der Küchenmaschine als Futterzusatz für die Schildkröten meiner Tochter. Es wird dabei wirklich sehr fein. Sepiaschale ist ja wohl auch Kalk. Ich frage deshalb, weil ich mir davon keine großen Mengen zulegen möchte und lieber auf überall erhältliche Materialien zurückgreifen würde. Zerkleinerte Muscheln könnte ich mir jetzt auch noch vorstellen, aber im Augenblick ist kein Urlaub an der Ostsee geplant Evil or Very Mad . Wie sieht es mit NEUDORFF Vital-Kalk (85 %) aus?

Elke
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Travelbear am So 10 Jan 2010, 14:03

Hallo Elke,

Mein Kalkzusatz ist Kalkgrus aus einem Sack Streugut für den Winter, den ich meinem Vater (nach Nachfragen!) gemopst habe. Die Körnung ist optimal. Erkennen kannst Du Kalkgrus daran, daß er elfenbeinartig bis leicht gelblich aussieht. Gibt es gerade in Baumärkten für ca. 5 € den 10 kg Sack. Natürlich gehen auch andere Kalkquellen, wie zertrümmerte Korallenzweige und das was Du schon erwähnt hast. Bei Eierschalen sehe ich da eher ein anderes Problem. Nur, wenn ich ich 2,25 l Substrat mache, dann sind dort ein viertel Liter Kalkgrus drin. Das in Eierschalen umgerechnet, gibt schon einen ganze Menge Eier, die man vorher vertilgen muß! Laughing
Das würde schon auf eine gesamtfamiliäre Eierphobie zusteuern, und die Colesterinwerte bei jedem in schwindelnde Höhen ansteigen lassen.
Ein anderer Punkt ist, daß Eierschalen durch ihre Proteinreste, hervorragende Grundlange für das Wachstum von Schadpilzen sein kann. Ich würde diese daher nur nach Erhitzen auf mind. 100-150° C einsetzen. Den Schildkröten tun diese Extraportionen Protein gut und nähren sie, aber Kakteen brauchen diese nicht wirklich. Sepiaschalen, Muscheln sind sicherlich auch gut geeignet, aber zertrümmertes Gebirge, gibt es reichlicher und is auch einfacher zu organisieren. Wobei Grus heißt, daß die Korngröße größer als Sand und kleiner als Kies ist. Kalkpulver würde ich nicht gerne nehmen wollen, da es verdichten kann und den Wurzeln dann die Atemfähigkeit nimmt. Neudorff Vitalkalk kenne ich nicht, daher kann ich da nicht viel dazu sagen. Allerdings sind viele Gartenprodukte auf Gartenpflanzen ausgerichtet und oftmals nur bedingt für die Sukkulentenhaltung geeignet. Ein genaueres Nachlesen der Inhaltsstoffe is da sicherlich ratsam.

Noch ein Wort zu der Aussaat. Wie Edit schon gesagt hat, die Keimung kann auf fast allem erfolgen. Erst bei der Auzucht sind dann gewisse Rahmenbedingungen einzuhalten. Daß die Keimung so außergewöhnlich gut ist, rechne ich nicht meinen Fähigkeiten zu, sondern vielmehr der Frische des Samens, der Keimfreiheit und einem Zufallsfaktors der mir diesemal positiv gestimmt ist.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag!

Gruß Peter
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Gast am So 10 Jan 2010, 14:15

Hallo zusammen,


meine Erfahrung zu dem anreichern des Substrates mit Kalk, ist ganz einfach Düngegibs von z.B.Kakteen-Haage.
Bei Einhaltung der richtigen Mengen je Mischung sollte dies die einfachste Lösung sein.
Aber wie hier schon geschrieben wurde, ist das reine aussähen kann auch auf reinem Sand, Bims, Kies & Kieselgur o.ä. erfolgen. Nur zur weiteren Ernährung, sollten die Sämlinge auch die für die Gattung bzw. Art entsprechenden Bodenverhältnisse vorfinden zum guten gedeihen!

Gruss Reviger
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Travelbear am So 10 Jan 2010, 14:34

Reviger schrieb:Hallo zusammen,


meine Erfahrung zu dem anreichern des Substrates mit Kalk, ist ganz einfach Düngegibs von z.B.Kakteen-Haage.
Bei Einhaltung der richtigen Mengen je Mischung sollte dies die einfachste Lösung sein.
Aber wie hier schon geschrieben wurde, ist das reine aussähen kann auch auf reinem Sand, Bims, Kies & Kieselgur o.ä. erfolgen. Nur zur weiteren Ernährung, sollten die Sämlinge auch die für die Gattung bzw. Art entsprechenden Bodenverhältnisse vorfinden zum guten gedeihen!

Gruss Reviger

Hallo Olaf,

wenn es um die Calciumversorgung der Pflanze geht, dann hast Du völlig recht. Sollte es aber auch noch die pH-Regulierung des Bodens eine Rolle spielen, dann ist Gips ungeeignet, da indifferent.
Gips löst sich ganz von alleine sehr langsam auf, wenn der Boden mit Wasser getränkt wird. Kalk tut das nicht, hier müßen Säuren aus dem Regenwasser (Kohelensäure, Salpetersäure, Schwefelsäure) dazu beitragen, oder saure Wurzelausscheidungen. Erst dann kommt dem Kalk auch eine Düngewirkung zu.

Gruß Peter
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Re: Astrophytum richtig aussäen

Beitrag  Gast am So 10 Jan 2010, 14:39

Hallo Peter,

ja natürlich diesbezüglich gebe ich dir recht, nur scheinen meine Pflanzen entweder nicht lesen zu können, oder Sie wachsen weil alle anderen Bedienungen einfach stimmen..... Lach
Also in benutze keinen zusätzlichen Kalk im Substrat.

Gruss Olaf Very Happy
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