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"Instrumente" desinfizieren

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"Instrumente" desinfizieren - Seite 2 Empty Re: "Instrumente" desinfizieren

Beitrag  Torro am Do 10 Mai 2012, 08:28

Hey Wilson,

Karlchen hat Recht, aber etwas heftig reagiert.

Ich denke auch, Alkohol schadet nie. Razz
Auch nicht beim pfropfen. Dort nehme ich Isopropanol - ist schön einfach
mit der Sprayflasche.
ausserdem, wer pfropft epiphyllum ?
Bin ich ein Loch in der Landschaft?
Und neben übermäßigem Spieltrieb macht es auch Sinn.
Zumindest wenn man Epis züchtet und die Sache beschleunigen will,
kann man das mittels Sämlingspropfung auf Peres tun.
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LG Torro
Si vis pacem, para bellum.
Zu deutsch: Willst Du Blüten, dann pfropfe rechtzeitig.
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"Instrumente" desinfizieren - Seite 2 Empty Re: "Instrumente" desinfizieren

Beitrag  karlchen am Do 10 Mai 2012, 09:12

@Wilson: ich wollte hier niemanden persönlich angreifen, aber hast du schonmal was von Pflanzenviren oder Phytoplasmen gehört?
@Muthandi: weil es die Altvorderen so gemacht haben, nicht nur bei Kakteen, haben wir so einige Probleme mit Viren und Phytoplasmen an fast allen Kulturpflanzen. Von Fähigkeit und Coolness brauch man da gar nicht weiterreden, wenn sowas einfaches nichtmal beachtet wird. Jeder normale Gärtner desinfiziert sein Werkzeug beim Pfropfen/Verededeln, wer es nich macht ist einfach nicht fähig. Das gehört heute zu den Grundlagen.
Wenn man so was noch erklären muss, weiß ich auch nicht weiter Cool.
karlchen
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"Instrumente" desinfizieren - Seite 2 Empty Re: "Instrumente" desinfizieren

Beitrag  Liet Kynes am Do 10 Mai 2012, 10:56

@ Karlchen : Schade, je mehr Hintergrundwissen du dazu servieren kannst, desto mehr haben Leute wie ich davon. Von Viren und Infektionen habe ich diesbezüglich ja schon einiges gehört. Ich desinfiziere Pfropfbesteck auch so gut ich kann. Von Phytoplasmen habe ich noch nichts gelesen und von generations-übergreifenden Vererbungen solcher Infektionen (Immunschwächen ?) bei KuaS nur sehr vereinzelt und grob.
Ich frage mich jetzt in erster Line, warum das bei WILSON dann 35 Jahre lang ohne Probleme funktioniert hat.
Außerdem frage ich mich, ob es möglich ist, dass man wie im med. Bereich dann Träger von Krankheiten haben könnte, die zwar infizieren, bei denen selber aber nichts ausbricht.
Ich hoffe ich disqualifiziere mich mit dieser Frage jetzt nicht Wink . Gruß, Tim

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"Instrumente" desinfizieren - Seite 2 Empty Re: "Instrumente" desinfizieren

Beitrag  karlchen am Do 10 Mai 2012, 11:14

Hallo Tim,

du disqualifizierst dich mit der Frage keineswegs, denn genau dort liegt das Problem: Das nennt sich latente Infektion. Bei Pflanzen ist es häufig so, dass Virosen und Phytoplasmen erst sichtbar werden wenn die Pflanzen Stress haben (Nährstoffmangel, Temperaturschwankungen,...), ähnlich wie bei uns mit dem Herpes. Die Pflanzen tragen die Erreger aber immer in sich und diese können dann auch durch Pfropfen verbreitet werden. Solch latente Infektionen können sich aber auch auf die gesamte gesundheit der Pflanze auswirken ohne, dass man es direkt sieht.
Dieser Bereich ist noch nicht vollständig erforscht aber es gibt sehr gut untersuchte Virosen an Pflanzen z.B. das Tabakmosaikvirus, das Scharkavirus, Das TomatoRingSpotVirus,... fast jede Kulturpflanze hat ein Virus. Ganz bekannt ist es nunmal bei den Epiphyllen: Viele Züchter dachten früher sie hätten tolle Blütenfarben gezüchtet, mit Streifen und Scheckungen und so, die bei unterschiedlichen Temperaturen auch noch anders aussehen. Dabei sind das alles Virosen und an den Blüten sieht man es halt. Problem ist nur, dass diese Blütenfarben nicht stabil sind, sindern von der Temperatur und Nährstoffversorgung (Sprich: Stress) abhängen.
Deshalb ist es so wichtig darauf zu achten damit es nicht noch mehr verbreitet wird.
Ich kann ja mal ausführlich dazu schreiben, falls Bedarf besteht.
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Beitrag  Liet Kynes am Do 10 Mai 2012, 12:00

Überzeugende Einleitung soweit : Bitte auf jeden Fall mehr,da du es schon anbietest. Is sehr interessant und erscheint mir auch wichtig.
Es ist im med. Bereich schließlich auch so, dass bestimmte Arten von Aufklärung immer wieder propagiert werden müssen, damit der Inhalt nicht nur überall an kommt, sondern auch nicht vergessen oder verdrängt wird.Außerdem entsteht sonst schnell verbreiteter "Aberglaube".
Zum Vergleich : Sogar ich hatte in meiner Generation damals noch eine Lehrerin (!), die noch empfahl Mehl auf Brandwunden zu streuen... Gruß, Tim
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Beitrag  Astrophytum Fan am Do 10 Mai 2012, 17:03

Was latente Krankheiten betrifft muss ich Karlchen rechtgeben!
Dazu ein kleiner Exkurs: Schon heute gib es bei Tauben in bestimmten Zuchten latente Krankheiten(zb. Trichomonaden, Salmonellen, Kokzidien etc.)
Meist merken die Züchter nichts davon, stehen die Tiere jedoch unter Stress, kommt es meist zum Massensterben:
- Tiere verenden nach Wettflügen
- Verlust von fast 75% bei der Jungtieraufzucht
- noch beim kauf gesunde Tiere verenden kurz nach der Ankunft im neuen Stall
Viele Züchter haben heute das Problem, dass sie kaum noch Tiere kaufen, da sie Angst haben, dass diese Krankheiten in den Bestand bringen gegen die gekauften möglicher wiese Imun sind, die eigenen jedoch sehr anfällig sind. Die Daraus resultierende Inzucht engt die Biologische Vielfalt Stark ein, was schon zum verschwinden mancher Rasse geführt hat. Hinweisen möchte ich auch auf Multiressistente Keime, aber das würde den Rahmen glaub ich Sprengen.
Das hat zwar nichtsdirekt mit Kakteen zu tun, musste ich jedoch mal loswerden.
@Wilson: Ich weis nicht ob du ein GWH hast, gehe aber mal davon aus. Solange du deine Pflanzen unter solch Optimalen Bedingungen kultivieren kannst, mag das noch gehen, sobald jedoch eine Pflanze (ich weis nicht ob sich solche Keime auch auf das Saatgut "vererben")das "System" verlässt und zB. im Freiland kultiviert werden soll, Könnte das zu Problemen führen.
Die daraus resultierenden Folgen könnte den Oben genannten gleichkommen: Krankheiten würden sich über verschiedene Zuchten verbreiten, Züchte würden keine Pflanzen mehr zukaufen woraus nach einiger Zeit/nach einigen Generationenn Inzucht resultieren würde. Ich finde in Zeiten von Klimawandel und Umweltzerstörung ist es eine Pflicht der Kakteenzüchter eine Gesunde Population in menschenhand zu Erhalten. Um mit einer großen biologischen Vielfalt diesen Problemen entgegen treten zu können.
Mit diesem Beitrag wollte ich auf keinen Fall Wilson persönlich angreifen oder ihm unterstellen, minderwertiges Pflanzen Materrial in den Umlauf zu bringen. Auch wollte ich nicht einen auf Panik machen sondern lediglich darauf hinweisen was sich aus solcher "bequemlichkeit" Entwickeln kann.
Obwohl ich mich jetzt sicherlich etw. Unbeliebt gemacht habe
Mfg Michael
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Beitrag  karlchen am So 13 Mai 2012, 14:01

Hallo Leute,

nochmal sorry falls ich jemandem zu Nahe getreten bin. Es kann durchaus sein, dass jemand noch nie etwas von Pflanzenviren gehört hat. Ich hatte im Biologieunterricht schon etwas vom Tabakmosaikvirus gehört, das ist jetzt ca. 15 Jahre her. Ich denke mal, dass das Thema vor den 90ern nicht so aktuell war und heute noch in bestimmten Schulformen niemals angesprochen wird. Man ist also nicht immer selbst schuld, wenn man ein Thema nicht so auf dem Schirm hat.
Wenn man sich jedoch mit Pflanzenvermehrung und Pfropfen beschäftigt, sehe ich das etwas anders. Man konnte mangelnde Hygiene bei der Pflanzenvermehrung in den 80ern, des letzten Jahrhunderts sicher noch wegdiskutieren, beim heutigen Wissensstand ist dies aber nicht mehr möglich. Jeder der Pflanzen auf vegetativem Wege, durch pfropfen und/oder veredeln vermehrt, sollte , neben den Pilzen und Bakterien auch wissen was Pflanzenviren und Phytoplasmen sind. Ich denke mal jeder kann Google benutzen und sich bei Wiki einen ersten Überblick verschaffen, zusätzlich hab ich noch ein paar Links gesammelt und von einfach nach speziell geordnet. Die Fachartikel kann sich jeder Interessierte bei einer Uni-Bibliothek beschaffen. Ein Bibliotheksausweis kann sich jeder (auch Nichtstudenten) in fast jeder Unibib für wenig Geld besorgen (bei mir nur 20€ pro Jahr in einer Fremdbib).
Nach der Lektüre dieser Quellen, kann sich natürlich jeder sein eigenens Bild machen, Fakt ist jedoch, dass diese Organismen (wenn man es bei Viren überhaupt so nennen kann) existieren und Schäden an unseren Kulturpflanzen anrichten. Neben der Infektion durch natürliche Vektoren (v.a. Insekten (mit ungeputzten Zähnen Laughing )) sind wir Menschen ein bedeutender Überträger dieser Krankheiten, durch unsere Kulturmaßnahmen. Das muss man nicht unnötig machen. Man kann schon mit kleinem Aufwand dafür sorgen, dass das Risiko einer Verbreitung in unseren Kakteenkulturen stark vermindert oder gar ausgeschlossen wird.

Hier ein paar Links (die zugegebenermaßen auch jeder selbst finden könnte):
Pflanzenviren:
1. http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d35/35.htm
2. http://www.dpvweb.net/intro/index.php
3. http://www.agls.uidaho.edu/ebi/vdie//sppindex.htm
4. http://www.agls.uidaho.edu/ebi/vdie//famly029.htm
5. http://plantpath.ifas.ufl.edu/pdc/Inclusionpage/Cactus/Opuntia.html
6. http://www.dpvweb.net/dpv/showdpv.php?dpvno=58
7. http://www.apsnet.org/publications/plantdisease/2001/February/Pages/85_2_229.1.aspx
8. http://vir.sgmjournals.org/content/5/1/155.full.pdf
9. http://md1.csa.com/partners/viewrecord.php?requester=gs&collection=ENV&recid=6232446&q=cactus+virus+x&uid=791766215&setcookie=yes
10. http://www.springerlink.com/content/u3n622011035x205/
11. http://www.dpvweb.net/dpv/showdpv.php?dpvno=148
12. http://www.mattslandscape.com/epiphyllum_virus/
13. http://www.springerlink.com/content/r216638t774g84q5/
14. http://www.springerlink.com/content/n03l57g0v1364733/

Phytoplasmen:
1. http://www.hortipendium.de/Phytoplasmen
2. http://www.laimburg.it/download/Phytoplasma_allgemein.pdf
3. http://www.cabdirect.org/abstracts/20093153473.html;jsessionid=5DE96E1D663D2EF64280917206F3344E;jsessionid=A3C4A0907FF8A5F76512CBA3B1C16C02
4. http://www.academicjournals.org/AJMR/PDF/pdf2011/18Apr/Zak%20et%20al.pdf
5. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-3059.2007.01517.x/full
6. http://apsjournals.apsnet.org/doi/abs/10.1094/PDIS-91-4-0461C
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Beitrag  NorbertK am Mo 12 Dez 2016, 21:47

Hallo an Alle,
da will ich auch noch meine 2 Cent dazugeben auch wenn dieser Thread schon still geworden ist. Ich stimme dem Desinfizieren der Instrumente voll und ganz zu. Es wurde hier aber auch von Pfropfen geschrieben und wenn nur eine einzige Pfropfung gemacht wird es sich wohl relativieren, da Unterlage und Pfröpfling ja eh zusammengeführt werden. Wichtig wird es nur wenn man hintereinander an verschiedenen Pflanzen herumschnippelt. Nicht zu letzt gibt es noch andere Übertragungswege von Viren, z.B. durch saugende Insekten.
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"Instrumente" desinfizieren - Seite 2 Empty Re: "Instrumente" desinfizieren

Beitrag  konsilia2014 am Di 13 Dez 2016, 00:23

Ich pfropfe zwar nicht.

Wenn ich allerdings mal rumschnipple (Schere/Brot-Fleischermesser) wird das Instrument vorher und nachher mit Leitungswasser gründlich abgespritzt und anschließend abgetrocknet, und meinen Stecklingen ging es anschließend hervorragend wie auch der Mutterpflanze.

Kenne auch einen Gärtner, der schnippelt in seiner Gärtnerei mit einem Taschenmesser rum, das mit einem Tuch kurz vorm Schnitt grob abgeputzt wird, dem ist auch noch kein Schaden entstanden.

und wenn ich pfropfen würde, täte ich ebenfalls mit Leitungswasser "desinfizieren".

Der Unterschied zwischen Alkohol und Wasser erschließt sich für mich bei der Reinigung nicht.
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"Instrumente" desinfizieren - Seite 2 Empty Re: "Instrumente" desinfizieren

Beitrag  konsilia2014 am Di 13 Dez 2016, 00:32

karlchen schrieb:@Wilson: ich wollte hier niemanden persönlich angreifen, aber hast du schonmal was von Pflanzenviren oder Phytoplasmen gehört?
@Muthandi: weil es die Altvorderen so gemacht haben, nicht nur bei Kakteen, haben wir so einige Probleme mit Viren und Phytoplasmen an fast allen Kulturpflanzen. Von Fähigkeit und Coolness brauch man da gar nicht weiterreden, wenn sowas einfaches nichtmal beachtet wird. Jeder normale Gärtner desinfiziert sein Werkzeug beim Pfropfen/Verededeln, wer es nich macht ist einfach nicht fähig. Das gehört heute zu den Grundlagen.
Wenn man so was noch erklären muss, weiß ich auch nicht weiter Cool.

https://de.wikipedia.org/wiki/Phytoplasma

https://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenvirus

Glaube hier gehts (und ging es) nicht darum, dass man nicht desinfiziert.

Nur tut es für mich einfaches Leitungswasser auch, außer man arbeitet Akkord und macht 100 am Stück, in dem Fall macht vielleicht ein Behältnis mit Alkohol, dass sofort abtötet (??) Sinn.
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