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Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  espina am Do 26 Jul 2012, 10:21

Lieber Gerd,

was Du schriebst, gefällt mir sehr gut und so möchte ich noch einmal antworten, um dieses Thema mit meinen Erfahrungen zu "komplementieren". Dazu sei aber als allererstes gesagt, dass ich Kakteen noch nicht lang pflege und somit bzgl. der Kulturbedingungen noch einen ganzen Haufen lernen muss und vorallem auch keine wertvollen Pflanzen besitze, so dass es zwar ärgerlich aber nicht so schmerzhaft ist, wenn man mal ein Pflänzchen verliert.

Also: ich "biogärtnere" seit ca. 15 Jahren auf dem Balkon und im Kübel, sofern man das gärtnern nennen kann. Meine Erfahrung daraus ist, dass man tatsächlich, sofern man es denn konsequent durchhält und auch bereit ist, einen Verlust zu verschmerzen, nach einer Zeit von ungefähr 2 Jahren, mit weniger bzw. gar keinem Viehzeug sich mehr plagen muss. Wieso ich dann überhaupt Wollläuse hatte? Berechtigte Frage!
Zum einen bin ich mir selbst untreu geworden und habe einen mineralischen Dünger in höchstwahrscheinlich auch noch zu hoher Konzentration verwendet. Ich befürchtete, dass in dem fast anorganischem Substrat die armen Pflänzchen Hunger leiden würden. Evt. habe ich damit eine Stickstoffüberdüngung herbeigeführt, was ja nicht so prickelnd ist und Pflanzen anfälliger macht. Zum anderen habe ich es nachdem auch noch versäumt, Neuzugänge umzutopfen und evt. daran versteckten Wollläusen Eintritt gewährt. Das ist jetzt natürlich recht spekulativ. Doch nach ca. 3 wolllausfreien Jahren scheint es mir, dass es wohl eher am Dünger als an den neuen Pflanzen lag, denn es war nicht das erste Mal, dass ich Neuerwerbe einfach so dazugestellt habe. Den Mineraldünger hab ich in die Tonne getreten und bin jetzt zum alten Vorgehen zurückgekehrt.
Falls Interesse besteht kann ich in 1-2 Jahren berichten, ob ich auf dem Holzweg war oder nicht.
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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  kaktusgerd am Do 26 Jul 2012, 11:07

Hallo Reinhard,

da ich, wie du aus der Konversation mit Andrea entnehmen konntest, prophylaktisch gegen Schadinsekten vorgehe, sollten natürlich auch verschiedene Präparate zur Anwendung kommen, um Resistenzen möglichst gering zu halten.
Neben Confidor, Bi 58 und Perfektion kommt auch Careo und Danadim zum Einsatz. Leider sind die Inhaltsstoffe bei vielen Insektiziden die gleichen, lediglich die Dosierung weicht voneinander etwas ab.
Somit ist die Auswahl an geeigneten Mitteln nicht sehr ergiebig.

Gruß
Gerd
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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  Liet Kynes am Do 26 Jul 2012, 11:58

Also ich bin in solchen Fällen ja mit dem Wirkstoff Imidacloprid bisher gut gefahren. Er dürfte auch die Palette der zur Auswahl stehenden Wirkstoffe optimal ergänzen wenn es um Resistenzbildung geht. Das Patent dafür hat nämlich nur eine Firma und eben weil andere Produkte ganz andere Wirkstoffe enthalten, könnte man damit bestimmt optimal kombinieren.

Mir persönlich reichte in Kombination bisher das biologische, Knoblauch enthaltende EnviRepel mit Vitanal kombiniert als Spritzmittel (Diese zwei Mittel entsprechen in der Zusammensetzung übrigens scheinbar auch dem Produkt Vitanal Sauer-Kombi). Wenn ich also bei akutem Befall (oder generell im April/Mai vorbeugend) mit Imidacloprid behandelt habe, kam ich danach meist mit diesem biologischen Mittel weiter durch die Sasion und konnte damit das Einwandern neuer Schädlinge vermeiden. Dadurch konnte ich den Pflanzen bis zur nächsten Imidacloprid-Behandlung immer etwas Zeit verschaffen und die Schädlinge hatten so keine Möglichkeit Resistenzen zu bilden. Wahrscheinlich weil keine Folge-Generationen aufeinander treffen konnten.

Mir kommt es also bisher so vor, als könnte man durch die Anwendung geeigneter biologischer Mittel zumindest vermeiden,gleich mehrere chemische Produkte abwechselnd verwenden zu müssen. Nur einmal war bei mir zusätzlich der Griff zu einem Akarizid nötig. Da hatte ich aber auch vorher zu selten die Bio-Spritzbrühe verwendet: Sonst wären die Spinnmilben evtl. nicht eingewandert, nachdem meine Kakteen keinen Imidacloprid-Schutz mehr hatten.

Gruß, Tim

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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  dr.rankenstein am Do 26 Jul 2012, 12:00

hallo
der prof. muthandi hat mich auf diesen thread aufmerksam gemacht, also gebe ich mal meinen senf dazu:

ich kenne das bestäuben mit gesteinsmehl aus der rosenzucht, damit behandeln die mir bekannten rosenliebhaber alle ihre pflanzen prophylaktisch gegen pilzbefall und schadinsekten. in japan ist das (wie mir gesagt wurde) schon lange der renner bei allen möglichen pflanzenarten. dort gibt es auch handbetriebene zerstäuber für das gesteinsmehl die solchen druck erzeugen, dass man damit eigentlich auch bei dicht bedornten kakteenarten jede stelle erreichen müsste. (habe schon so einen getestet)

vorsicht ist nur geboten, wenn das gesteinsmehl zu kalkhaltig ist und an pflanzen angewandt wird, die keinen kalk mögen. hier kann man dann auf gesteinsmehl aus anderen steinbrüchen ausweichen und neutrales verwenden. ich bestäube meine pflanzen einmal nach dem ersten giessen und dann vielleicht noch einmal falls sich spinnmilben zeigen.

ich wende die methode übrigens auch im garten sehr erfolgreich an.
die wirkung ist doppelt: 1. pilz- und schädlingsbekämpfung und 2. versorgung mit spurenelementen.

bei starkem befall greife ich aber auch zu systemischen mitteln...

mehlige grüsse
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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  Prof.Muthandi am Do 26 Jul 2012, 13:59

Besten Dank an dr. rankenstein für diese Ausführungen.
Vielleicht lässt sich ja hier mal eine Sammelbestellung für diese handbetriebenen Gesteinsmehl-Zerstäuber organisieren Question

Gruss


Zuletzt von Prof.Muthandi am Do 26 Jul 2012, 14:16 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  dr.rankenstein am Do 26 Jul 2012, 14:06

nächste woche besuche ich den besitzer des zerstäubers und da ich weiß, dass er noch die originalverpackung hat werde ich mir mal die adresse des händlers geben lassen.
gruss dr.rankenstein
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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  Ralle am Fr 27 Jul 2012, 06:36

Danke für den Tipp mit dem Gesteinsmehl - wäre mal ein Test wert. Wink

Ich bin wohl einer der brutaleren Kakteenliebhaber ... da meine Kakteen draußen stehen und ich auch nicht so viele besitze ... sprühe ich prophylaktisch nach der Winterpause und kurz vor der Winterpause meine Pflanzen mit der Chemiekeule ein.
Bin so halbwegs sicher, das ich sämtliches Getier was an meine Kakteen will und nicht dahin gehört, zur Strecke gebracht habe. Sollte man aber wirklich nach Anleitung und einer Portion gesunden Menschenverstand anwenden.

Lief bisher immer prima und auch den Sämlingen hat es nie geschadet. Very Happy

Viele Grüße

Ralf
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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  hardy am Fr 27 Jul 2012, 13:33

Hallo,

mit der biologischen Bekämpung von Schädlingen wird viel Schindluder getrieben und massenhaft Halbwahrheiten und kompletter Unsinn (Spinnmilben sterben bei hoher Luftfeuchtigkeit ab) in der Welt verbreitet.
Für eine kleine Sammlung lohnt es sich sicher, nach "Grünen" Alternativen zu suchen, bei größeren Sammlungen, zumal mit vielen weißhaarigen Pflanzen die auch noch aus Platzmangel ziemlich verschachtelt stehen, kann als Beispiel die Sache mit dem Gesteinsmehl nie funktionieren. Erstens würde ich meine Pflanzen (siehe diesen Beitrag ) nie mit irgendeinen Pulver einstauben ( ich gieße ja auch nur ausnahmsweise von oben!) und zweitens muß ich mich auch auf die hier nicht sicher nachgewiesenen Wirkung verlassen können.
Gegen alle Lausarten nehme ich Confidor in flüssiger Form, was speziell im Frühjahr angewand als kleiner Nebeneffekt die Wurzelbildung enorm steigert. Lt. Hersteller soll die systemische Wirkung mindestens ein viertel Jahr anhalten, meine Erfahrung zeigt, dass dieses Mittel eine ganze Saison vorhält, sprich, alles Ungetier hält sich von meinen Pflanzen fern. Einmal angewand, kommt es erst dann zur Neuanwendung, wenn sich irgendein (meist Wurzellaus) Plagegeist wieder zeigt. Dann wird aber der gesamte Bestand durchgegossen ( ca. 100 Liter).
Die Spritzerei nur so als Vorbeugung kann auf die Dauer nicht funktionieren weil die Wirkdauer der einzelnen Spritzmittel unterschiedlich lange anhält und eine Infektion mit Schädlingen beim Abklingen der Wirkung leicht möglich ist. Als Beispiel, wenn es auch nicht mit Läusen zu tun hat, wäre die Spritzung gegen Spinnmilben erst dann sinnvoll, wenn auch ein Befall vorliegt und nicht in´s Blaue hinein.
Deswegen sollte man auch die Zeit Generationsfolge von den Biestern kenne um ggf. eine Nachspritzung wegen der schlüpfenden neuen Generation vornehmen zu könne.
Hierbei versagt ganz sicher die Wirkung des Gesteinsmehles und würde die nach einiger Zeit aufteuchenden neuen Plagegeister in Andreas Beitrag erklären.
Um das noch einmal klarzustellen: Ich bin nicht der mit der chemischen Keule um sich dreschende Typ, aber richtig und im richtigen Verhältnis lt. Beipackzettel und nicht nach dem Motto "Viel hilft viel" angewand, kann die Chemie auch in gewisser Weise segensreich sein.
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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  Ralle am Fr 27 Jul 2012, 14:29

Immer wieder interessant die Anwendung von Bekämpfungsmittel in der Kakteenhaltung.
Jeder hat sein eigenes Rezept womit er gut fährt. Very Happy

Viele Grüße

Ralf

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Re: Wollläuse killen mit Gesteinsmehl

Beitrag  Travelbear am Sa 01 Sep 2012, 22:42

Hallo Leute,

daß Gesteinsmehl gegen Wolläuse helfen kann, glaube ich sehr wohl. Denn es ist bekannt, daß Wurzelläuse in Gegenwart größerer Mengen von Schichtsilikaten nicht leben können. Die Silikate nehmen die Wachsschicht, mit den die Tiere sich gegen Austrocknung schützen auf und so vertrocknen die Tiere. Einen ähnlichen Effekt kann ich mir durchaus auch beim Gesteinsmehl vorstellen, denn dies sind meist auch Silikate mit Absorbtionseigenschften. Nachteil versteckte Winkel werden nicht erreicht und bieten den Tieren Überlebensinseln.

Vernünftig halte ich eine Kombination von chemischer Keule und "alternativen" angepassten Behandlungsmethoden. Denn dadurch kann die chemische Keule auf ein minimum redziert werden und Resistenzbildung verhindert werden.

Gruß Peter
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