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Herbstspritzung - was macht Ihr so?

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Herbstspritzung - was macht Ihr so? - Seite 2 Empty Re: Herbstspritzung - was macht Ihr so?

Beitrag  Travelbear Mo 03 Sep 2012, 01:32

Hallo Karlchen,

in allen Punkten hast Du recht. Aber bedenke bitte auch, daß die Kakteenhaltung ein Spezialfall ist.
Wenn eine Pflanze in der Winterruhe ist und Wurzelläuse hat, dann sehe ich den Effekt erst dann, wenn es der Pflanze schlecht geht, oder sie durch Sekundärinfektionen am Sterben ist. Dann ist es aber zu spät um noch etwas retten zu können. Bei alten nicht zu ersetzenden Pflanzen ein zu hohes Risiko. Optimale Wachstumsbedingungen können wir von vornherein nicht bieten um die Pflanze zu schützen, dazu sind die Sammlungen oft viel zu heterogen. Auch haben wir hier in unseren Breiten andere Schädlinge als am Standort. Daher sind unsere Kulturpflanzen immer anfälliger gegen Schädlingsbefall. So macht es durchaus Sinn einer Pflanze zu Beginn der Ruhepause der Pflanze etwas zu unterstützen um ihre Widerstandskraft zu stäken. Auch kann ich nicht jede Pflanze austopfen und nachschauen ob alles ok ist. Schon alleine mit dieser Vorgehensweise schädige ich ebenso die Pflanze.
In der Ruhephase kann ich auch viele Kakteen nicht mehr mit einem Pflanzenschutz gießen, sollte ein Befall wahrnehmbar sein. Dies Behandlung würde genauso den Tod der Pflanze bedeuten. Wenn zu diesem Zeitpunkt es nicht Schadtiere tun, tun es Pilze durch die Feuchtigkeit anschließend. Also muß ich eine vernünftige Methode finden, meine Pflanzen gegen Angriffe rechtzeitig zu impfen. Und etwas systemischen Pflanzenschutz mit in die Pflanzensäfte einzubringen ist meines Erachtens nach kein abwegiger Ansatz. Ganz klar damit bringe ich auch die Gefahr auf, Resistenzen bei Schädlingen zu erzeugen. Es ist halt wieder einmal eine Gradwanderung!

Ich persönlich setze Pflanzenschutzmittel nur zu Beginn der Ruhephase ein, oder wenn ich einem Befall mit mechanischen und milden Mitteln nicht mehr Herr werde. Wenn ich Schädlinge während der Wachstumsperiode bekomme, dann ist wirklich zu hinterfragen, ob ich nicht etwas an der Haltung falsch mache. Auch gebe ich dem Gießen den Vorzug, da ich den Wirkstoff sehr punktuell und gezielt einbringe und nicht wie beim Spritzen weitflächig und wenig steuerbar verteile.

Gruß Peter
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Herbstspritzung - was macht Ihr so? - Seite 2 Empty Re: Herbstspritzung - was macht Ihr so?

Beitrag  Wühlmaus Mo 03 Sep 2012, 08:51

Ich sehe schon, dass ich hier ein Thema mit schier unerschöpflichen Möglichkeiten und den unterschiedlichsten Meinungen angestoßen habe.

Eins vorweg: Ich bin auch überzeugter Biogärtner in meinem Garten und weigere mich, unnötig giftige Substanzen anzuwenden.

Aber andererseits sind meine Kakteen mittlerweile auch eine teure Investition gewesen. Nach dem letztjährigen Verlust etlicher Pflanzen durch meines Erachtens Spinnmilben (anscheinend die "böse" Rote Spinne, obwohl nur das Schadbild sichtbar war)möchte ich doch versuchen, etwaig vorhandene Eier/Tiere von jedwedem Ungeziefer weitestgehend zurückzudrängen.

Wenn Kiron nur als Kontaktgift hilft, verstehe ich, dass es nicht unbedingt Sinn macht, alles einzusprühen. Andererseits sieht man die Rote Spinne doch nicht mit dem bloßen Auge.

Generell wäre es mir auch lieber, mit dem vorletzten Gießwasser etwas auszubringen, was in der Erde befindliche Insektenstadien angreift und über den Pflanzensaft wirkt.

Dieses Jahr habe ich - bis auf wenige Ausnahmen - Wuxal und Vitanal angewendet. Also als Dünger/Pflanzenstärkung. Es ist ja mein erstes Jahr und somit auch der erste Winter mit einem GWH. Vitanal Sauer-Kombi habe ich noch nicht benutzt, werde es mir aber für nächstes Jahr mal vornehmen.

Gut, wenn die Tendenz ist, dass vorsorgliches Spritzen nicht viel bringt, werde ich es wohl doch lassen. Vielleicht sollte ich mal eine Ladung Knoblauchzehen in die Töpfe stecken. lol! Lüften im Winter sollte nicht das Problem sein. Auf ausreichend Lüftungsmöglichkeiten habe ich beim Bau geachtet und die automatischen Fensterheber kann man auch umgehen, wenn man aktiv lüften muß.

Danke erstmal und wenn noch neue Meinungen hinzukommen, immer gerne her damit.

LG Elke

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Herbstspritzung - was macht Ihr so? - Seite 2 Empty Re: Herbstspritzung - was macht Ihr so?

Beitrag  Torro Mo 03 Sep 2012, 09:39

Hallo Elke,

das wesentliche Problem bei einem Gewächshaus (in meinem Fall Wintergarten) ist
eine lange Frostperiode. Wenn man dann nicht lüften kann und in dem Aquarium
ist ja eine Menge Wasser drin... z.B. in Form von Kakteen und Erde - wird
das problematisch.

Wie Wolli schrieb: Die Feuchtigkeit ist das Problem. Nicht die Auswirkung in
Form von Pilzen.

Bei mir hat ein elektrischer Luftentfeuchter geholfen.

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LG Torro
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Herbstspritzung - was macht Ihr so? - Seite 2 Empty Re: Herbstspritzung - was macht Ihr so?

Beitrag  Cristatahunter Mo 03 Sep 2012, 16:22

Viech ist nicht gleich Viech. Spinnmilben sind wohl das gefärlichste was in unseren Gewächshäusern sein Unwesen treibt. Sie sind so klein dass sie für das menschliche Auge nahezu unsichtbar ist. Wenn der Befall sichtbar wird ist meist die Epidermis schon beschädigt und die Haut wird bräunlich und schrundig. Zudem ist die Kakteenspinnmilbe nicht die selbe wie die, die z.B. an den Grünpflanzen tummeln und verräterische Netze machen, sondern eine spezialisierte Spinnmilbenart. Es gibt einige Kakteenarten die bei der Spinnmilbe besonders beliebt ist und als Indikator benutzt werden kann. Chamaecereus Lophophora und Corryphantha werden meist zuerst befallen. Also gebt bei diesen Pflanzen besonders acht. Eine Lupe gehört zum Werkzeug wie die Pinsette und das Stecklingsmesser.
Zudem lässt einem die Chemie in falscher Sicherheit wiegen. Ein systemisches Insektizid wie z.B. Confidor wirkt durch die Pflanze und macht diese giftig für stechende, nagende und saugende Insekten. Und hier kommt der springende Punkt. Die Spinnmilbe ist kein Insekt sondern ein Spinnentier eine sogenanntes Akaride.
Spinnmilben lassen sich nicht durch Insektizide bekämpfen sonder ausschliesslich durch Acarizide. Acarizide sind alles Kontaktgifte und können nicht systemisch angewendet werden. Zudem haben Spinnmilben einen sehr schnellen Generationenwechsel und werden schnell resistent gegen die Mittel. Also sollte man sich am besten mehrere verschiedene Acaricide zulegen und abwechslungsweise verwenden. Ich spritze jedes Jahr zweimal gegen die Spinnmilbe. Einmal im März und einmal im August. Behalte aber trotzdem die Indikatoren im Auge. Für den biologisch dynamischen Kakteenfreund gibt es auch Hilfe. Raubmilben! Jedes Frühjahr kauft der Biogärtner beim Nützlingshändler ein schächtelchen Raubmilbeneier die dann im Gewächshaus zum schlüpfen kommen.

Die Läuse sind dagegen einfacher in der Bekämpfung. Jetzt ist die beste Zeit für eine Kur mit systemischem Insektizid. Jetzt nehmen die Kakteen noch Wasser auf. Danach sind die Pflanzen resistent gegen die Läuse ob ober- oder unterirdisch. Jetzt ist auch noch Zeit mit kalibetontem Dünger die Zellstruktur der Pflanzen zu festigen und die Pflanze abzuhärten. Auch temperaturmässig ist das Abhärten angesagt. Erst Einräumen wenn es wirklich frostig wird. Dafür darauf achten dass das Substrat schön austrocknen kann. Wer zu früh einräumt verweichlicht die Pflanzen was auch wieder zu Befall führen kann.
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Beitrag  Echinopsis Mo 03 Sep 2012, 17:16

Stefan - da muss ich Dir klar wiedersprechen!
Spinnmilben sind (für mich) mit Sicherheit nicht das Gefährlichste.
Du kannst einfach einen Chamaecereus in die Sammlung stellen, ein guter Indikator für Spinnmilben in der Sammlung.
Ansonsten erkennst Du verholzte/verkorkte Schäden relativ gut und kannst gezielt behandeln.

Viel gefährlicher für Sammlungen sind kalifornische Thripse.
Diese winzigen, fliegenden Tierchen (soweit mir bekannt kann nur ein Geschlecht fliegen, ich glaube es war das Weibchen) sind winzig klein und kaum mit dem menschlichen Auge zu erkennen.
Mittels "Stachel" stechen sie den frischen, gesunden Teil der Pflanze (also den Scheitel) an und legen durch den Stachel Ihre Eier. Die später schlüpfenden jungen Thripse fressen sich durch gesundes neues Gewebe und schlüpfen später und vermehren sich. Innerhalb kürzester Zeit entstehen Millionen, wenn nicht Milliarden Nachkommenschaften ohne dass man von deren Bekanntschaft im Gewächshaus überhaupt weiß, da man erst später, wenn die Pflanze weiter austreibt einen Schaden erkennt. Und das kann mitunter Jahre sein.

Das einzigste, wirklich wirksame Mittel zur Erkennung sind Gelbtafeln und der Einsatz von Vertimec.

Ein sehr gutes PDF Dokument befindet sich hier (klick mich)

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Beitrag  Cristatahunter Mo 03 Sep 2012, 17:49

Hallo Daniel, du hast wohl nur die ersten Worte meines Textes gelesen. Das mit dem Chamaecereus als Indikator habe ich bereits erwähnt.
Wegen den Tripsen sage ich ja: Giessen nicht Spritzen.
In deinem Link steht aber nichts von Gefährdung von Kakteen.
Ich habe einen Kakteenfreund erlebt die ganze Sammlungen aufgab weil die Kakteenmilbe zugeschlagen hatte.
Ein mehrwöchiger Spitalaufenthalt hatte genügt um mehrere hundert Pflanzen bis zur Unkenntlichkeit zu schädigen. Die Sammlung musste aufgegeben werden.

Ich wollte vor allem darauf hinweisen das normale Insektizide nichts nutzen.
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Herbstspritzung - was macht Ihr so? - Seite 2 Empty Re: Herbstspritzung - was macht Ihr so?

Beitrag  Cristatahunter Mo 03 Sep 2012, 17:51

Hallo Daniel
Was unternimmst du um deine Pflanzen zu schützen?
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Herbstspritzung - was macht Ihr so? - Seite 2 Empty Re: Herbstspritzung - was macht Ihr so?

Beitrag  Echinopsis Mo 03 Sep 2012, 17:52

Doch, das hatte ich gelesen.

Glaube mir, ich habe Pflanzen durch Thripsschäden gesehen, dagegen war eine Schädigung von Spinnmilben harmlos im Vergleich!
Spinnmilbenschäden erkennt man wenigstens schneller als Thripsschäden und kann daher schneller eingreifen!

Natürlich habe ich auch schon Sammlungen gesehen, die derart von Spinnmilben heimgesucht wurden dass sie bis zur Unkenntlichkeit fast entstellt waren

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Herbstspritzung - was macht Ihr so? - Seite 2 Empty Re: Herbstspritzung - was macht Ihr so?

Beitrag  Echinopsis Mo 03 Sep 2012, 17:53

Stefan: Ich spritze und gieße vorbeugend...und hänge Gelbtafeln auf.

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Herbstspritzung - was macht Ihr so? - Seite 2 Empty Re: Herbstspritzung - was macht Ihr so?

Beitrag  Reinhard Mo 03 Sep 2012, 18:12

Auf den Tipp mit dem Chameocereus als Indikator sollte man sich lieber nicht verlassen. Da bin
ich auch schon eines besseren belehrt worden.
Jetzt bin ich auf Schwefel umgestiegen - das überlebt keine noch so versteckte Milbe. Blöd ist nur, dass
es noch eine Woche lange stinkt.
Gruß,
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