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Tod und "tot"

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Re: Tod und "tot"

Beitrag  Der Kaktusfreund am Fr 22 Apr 2016, 21:52

Und wo ist jetzt das ursprüngliche Thema?
Ich wüßte auch mal gerne, woran man erkennt, ob ein Kaktus an einem Pflegefehler oder eines natürlichen Todes gestorben ist.

LG Anja
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Re: Tod und "tot"

Beitrag  Cristatahunter am Fr 22 Apr 2016, 22:07

Wenn nicht, dann muss ein Verbrechen vorliegen.
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Re: Tod und "tot"

Beitrag  Shamrock am Fr 22 Apr 2016, 22:36

Cristatahunter schrieb:Wenn nicht, dann muss ein Verbrechen vorliegen.
llachen

Naja, wenn der Pflegefehler offensichtlich ist (massiver Sonnenbrand, erfroren, unbehandelter Schädlingsbefall, vom Auto überfahren, etc.), dann ist die Todesursache klar - in allen anderen Fällen wird wahrscheinlich nichtmal eine Obduktion weiterhelfen. Vielleicht kann ja CSI Miami noch was rausbekommen?

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Re: Tod und "tot"

Beitrag  Cristatahunter am Sa 23 Apr 2016, 21:44

Oben blühts und unten faults.

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Meine Lieblingsmammillaria ist gestorben.

Eine Mammillaria goldii gepfropft auf Eriocereus jusbertii. Seit 10 Jahren regelmässig geblüht und gewachsen. Vom 7er bis zum 16er Topf.
War eine treue Begleiterin.



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Re: Tod und "tot"

Beitrag  gerwag am So 24 Apr 2016, 16:32

Prinzipiell gibt es hier drei Gruppen.

1.  Pflanzen, die ihre kompletten Vorräte in eine einmalige Blüte und Fruchtung stecken und danach absterben.
Das sind zu meist einjährige Pflanzen wie z.B. Weizen oder Mais oder auch ein paar Seedum Arten und zweijährige wie z.B. Königskerzen oder Mariendisteln. Darüber, ob Vieljährige Pflanzen, wie z.B. Hauswurzen oder Agaven, die sich zumeist vor der Blüte vegetativ durch Kindel oder Ausläufer vermehren und so zumindest theoretisch ewig leben können zu dieser Gruppe gehören kann man sich streiten (ich bin der Meinung, dass sie nicht hierher gehören). Viele Bambuspflanzen gehören aber trotz vegetativen Phasen von oft jenseits der 100 Jahre eindeutig dazu. Dort ist die Wuchszeit von der Keimung bis zur Blüte genetisch vorgegeben, so dass auch vergetativ vermehrte Kindel und ableger im selben Jahr wie die Mutterflanze blühen und absterben.

2. Pflanzen, die entweder recht schnellwüchsig sind und früh, in der Regel noch im ersten Jahr blühen und fruchten aber zu meist nur ein geringes Alter erreichen und nicht selten bereits im ersten Lebensjahr absterben und deshalb fälschlicher Weise als einjährig wahrgenommen werden und ausdauernde Pflanzen, die oft erst nach vielen Jahren sterben. Dabei handelt es sich entweder um Pflanzen, die in sich schnell verändernden Habitaten, z.B. mit starken jahreszeitlichen Schwankungen oder mit instabiler Oberfläche leben oder ausdauernde Pflanzen mit einer mehr oder minder begrenzten Lebensdauer. Beispiele sind hier Kürbisgewächse und Nachtschattengewächse (z.B. bei uns einjährig gezogene Paprikapflanzen können unter idealen Bedingungen zu mehrjährigen Bäumchen heranwachsen), die in der freien Natur meist durch Trockenzeiten oder Frost getötet werden aber unter idealen bedinungen durchaus mehrjährig sind. Hier ist die geringe Lebensdauer meist durch einen schnellwüchsigen aber "billigen" Bau bedingt. Eine Pflanze, bei der auf Kosten der Stabilität und durch den weitesgehenden verzicht von Reparaturmechanismen all ihre Kraft in schnelles Wachstum setzen kann hat unter instabilen Lebensbedingungen ein Vorteil, da sie früher und damit im Schnitt mehr Samen produzieren kann, führen aber unter stabilen Bedingungen durch nicht reparierbare Altersschäden zunehmend Krankheitsanfällig werden und/oder die alternden gefäße nicht mehr in der Lage sind, die Nährstoffe von und zu den Wurzeln zu transportieren. Manche sind der Meinung, dass ind iese kategorie nur Pflanzen gehören, die maximal wenige Jahre alt werden. Meiner Meinung nach gehören in diese Kategorie alle Pflanzen, die keine fixe Lebensdauer haben und sich nicht oder nur in geringem Maße vegetativ vermehren, auch wenn sie unter idealen Bedingungen sogar ein 4stelliges Lebensalter erreichen. Bei uralten Bäumen sieht man zu meist schon auf den ersten Blick die nicht mehr reparierbaren Altersschäden, die irgendwann zum Zusammenbruch führen. Zu dieser Kategorie zählen meiner Meinung nach auch die meisten Kakteen, auch wenn diese sich theoretisch durch Kindelbildung und Bewurzelung abgetrennter Pflanzenteile beliebig verjüngen können, so beginnen die Pflanzen doch irgend wann zu kümmern, weil sich nach und nach immer mehr Schäden an Gewebe und Gefäßen einschleichen und sterben irgend wann an Krankheiten, die für Jungpflanzen keine Gefahr gewesen wären. Im Allgemeinen kann man diese Kategorie in die nicht ausdauernden (sehr kurzlebigen) und die ausdauernden (langlebigen) Pflanzen teilen. Allerdings ist es schwierig, hier eine genaue Grenze zu ziehen. Normaler Weise müsste man alle Kakteen zu den ausdauernden Pflanzen rechnen. Aber dann gibt es wieder Sonderfälle, wie z.B. die relativ kurzlebige E. mirabilis

3. "Ewig" lebende Pflanzen.
Zu dieser Gruppe gehören eigentlich nur Pflanzen, die sich durch vegetative Vermehrung ständig verjüngen. Genau genommen muss man hier aber sagen, dass lediglich die Gene der Pflanze annähernd ewig leben (abzüglich einiger Mutationen, die auch bei vegetativer Zellteilung vorkommen). Ich selbst zähle hierzu eigentlich nur Pflanzen, deren Ableger oder Ausläufer primär der Vermehrung dienen, also lange Ausläufer (Erdbeeren) oder Brutknospen ("Goethepflanze") oder bei denen Kindel oder komplette Pflanzenteile, die sich von der Mutterpflanze (nahezu) von allein lösen und offensichtlich zum Zweck der vegetativen Vermehrung gebildet wurden. Da bei der Mehrheit der Kakteen die Kindel recht fest an der Mutterpflanze sitzen und eher als Ersatz für Seitenäste und Verzweigungen zu betrachten sind, zähle ich die meisten Kakten nicht zu dieser Kategorie. lediglich mit menschlicher Hilfe könenn diese durch das gezielte Bewurzeln von Ablegern . Z.B. Echinopsis chamaecereus ist ein Grenzfall. Zwar bildet er große Polster, aber wenn der zentrale Trieb stirbt, stirbt zu meist das gesammte Polster einschließlich aller daran haftender Kindel ab. Die Kindel fallen in der Regel nicht von allein ab, aber es braucht eine geringe mechanisch Kraft, etwa ein Tier, das die Pflanze streift, um sie abzureißen. Trotzdem scheint diese Vermehrungsmethode nicht primär so vorgesehen zu sein, sonderns tellt lediglich Plan B bei mechanischer Beschädigung dar. Selbst als ich einmal ein Pflanze mehr als ein Jahr ohne Wasser gehalten habe, hat sich kein einziges Kindel gelöst. Die Pglanze hat lediglich mit starker Verkorkung reagiert und so die Oberfläche reduziert. Dagegen finde ich bei meiner Mammillaria vetula gracilis (in einem hoffnungslos überfüllten Römertopf-Unterteil, den ich schon seit Jahren dringend umtopfen müsste) immer mal wieder kleine auffallend runde Kindel, die sich offenbar von allein gelöst haben und bei Sturm sogar weggeweht werden, während die wurstförmigen Kindel sich nur bei (zugegebener maßen sehr geringer) mechanischer Beanspruchung lösen.
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Oder anders ausgedrückt, ich hatte mal diesen E. ferox
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Vor 5 Jahren hat er angefangen, immer schmaler zu werden und hat nicht mehr geblüht. Da ich weder an den Wurzeln, noch an der Pflanze faule Stellen noch irgend etwas anderes entdecken konnte, habe ich erst einmal abgewartet. Vor 3 Jahren habe ich dann das untere 4tel abgeschnitten. Es war auch im Querschnitt nicht das geringste zu finden. Der Stumpf hat dann Kindel getrieben, diese sind aber sehr langsam gewachsen und er ist letztes Jahr einfach so mitten in der Vegetationsperiode gestorben. Der inzwischen extrem dünn gewordene Kopfsteckling brauchte tatsächlich über 2 jahre um letztes Jahr endlich neue Wurzeln zu treiben. Inzwischen ist er wieder fast so dick, wie die ursprünglich Pflanze. Ich nehme hier einfach an, dass die Wurzelgefäße durch altersschwäche (oder eventuell Kalkeinlagerungen) nicht mehr in der Lage waren, den kaktus ordentlich zu versorgen und kein Reparaturmechanismus da war, der das hätte in Ordnung bringen können. Normaler weise wäre er einfach irgend wann so ausgezehrt gewesen, dass er an ansonsten harmlosen Krankheiten gestorben wäre (so wie der Stupf es wirklich gemacht hat). Durch meinen Schnitt hat er überlebt. Und wenn in den nächsten Jahrzehnten immer rechtzeitig jemand mit dem Messer da ist, kann er ewig leben. Aber in der freien Natur wäre er an den Folgen der Altersschwäche eingegangen.
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Oder die Kurzantwort.
Wenn einem auffällt, dass eine Pflanze trotz guter Pflege und ohne offensichtlichen Krankheitsanzeichen  kaum noch bis gar nicht mehr wächst oder sogar kleiner wird und eventuell weniger blüht (oder die Pflanze plötzlich massen an Blüten treibt, während sie selbst immer kleiner und schmächtiger wird), ist sie am Ende der Fahnenstange angekommen und es ist  an der Zeit, Kindel, Kopfstecklinge und/oder Samen zu nehmen oder -wenn man die Altpflanze in ehren sterben lassen will- über den Kauf einer neuen Pflanze nachzudenken. Brutal
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gerwag
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Re: Tod und "tot"

Beitrag  Der Kaktusfreund am So 24 Apr 2016, 17:05

Hallo gerwag

Na das ist mal eine Antwort mit der man was anfangen kann.
Danke für deine ausführliche Ausführung. danke

LG Anja
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