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Potenzielle Winterhärte einer Agave aus Oaxaca.

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Potenzielle Winterhärte einer Agave aus Oaxaca. Empty Potenzielle Winterhärte einer Agave aus Oaxaca.

Beitrag  Tuska Do 12 Jan 2023, 02:58

Moin,

Aktuell ziehe ich potenziell winterharte Agaven aus Samen, weil ich mal die Anzucht miterleben wollte und durch Forenbeiträge ein wenig angefixt wurde. Allerdings sind meine Agaven noch nicht über Das Stadium des langen Grashalmes hinausgewachsen, also nicht sehenswert.

Eine der Agaven, die ich ebenfalls aus Samen ziehen möchte, ist eine Agave atrovirens, deren Samen aus einer höhe von 3100m, also höher als die eisige Zugspitze, gesammelt wurde. Problem, Breitengrad ist wohl 17° oder so und damit sehr nah am tropischen Klima, daher an der Schwelle der Problematik von z.B. den Lobelien am Kilimandscharo, welche zwar jeden Tag auch harte Fröste wegstecken, aber nur bis zur sofortigen Erwärmung am Tagesbeginn, frostets länger als den halben Tag, sind die hin, ergo braucht es eine gewisse Saisonalität, damit Dauerfröste ermöglicht werden und die Pflanzen daran angepasst werden.

Schaue ich mir das Klima von Toluca de Lerdo auf 2660m Höhe an, lässt sich trotz 19° Breitengrad eine Saisonalität erkennen, es erwärmt sich zwar Mittags auch im Winter, aber nur sehr wenig, so dass Dauerfrost bei einer Kältewelle möglich sein könnte.

Die Hoffnung, die Agave atrovirens aus 3100m Höhe aus Oaxaca könnte -8°C und 3-4 Tage Dauerfrost an der Nordsee packen, mit Regenschutz natürlich, sie reift, doch tut sie das zurecht?

LG Tuska
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Beitrag  Cristatahunter Do 12 Jan 2023, 08:08

Deine Recherchen zeigen, die Agave kann Frost aushalten. Das ist doch schon mehr als die halbe Miete. Bei mir steht eine Agave montana im Folientunnel. Sie hält das aus, ohne Flecken zu bekommen.

Hast du eine oder mehrere Pflanzen? Probiere es einfach aus. Oder führe sie an die Bedingungen heran. Ich habe eine Yucca aus Nordafrika mitgenommen. Erster Winter im Treppenhaus, zweiter Winter in der Garage, dritter Winter vor der Garage und heute steht sie ungeschützt im Freien und das schon mehrere Jahre.
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Beitrag  Shamrock Do 12 Jan 2023, 09:29

Einen Versuch ist es allemal wert, aber trotz der Höhenlage kann ich mir nicht vorstellen, dass es klappt. Natürlich ist eine Abhärtung durch eine entsprechende Kultur möglich, aber sowas wie Frosthärte ist letztlich genetisch veranlagt. Gerade eine sukkulente Pflanze muss ja für den Frost auch diverse Vorbereitungen treffen wie Wasser aus den Zellen auslagern, Zellsaft mit Glukose verdicken, etc. und das wird eine Agave aus dem Süden Mexikos kaum "programmiert" haben.
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Potenzielle Winterhärte einer Agave aus Oaxaca. Empty Re: Potenzielle Winterhärte einer Agave aus Oaxaca.

Beitrag  Cristatahunter Do 12 Jan 2023, 12:57

Nicht alle Frostharten werden im Winter zu Glykoholikern.
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Potenzielle Winterhärte einer Agave aus Oaxaca. Empty Re: Potenzielle Winterhärte einer Agave aus Oaxaca.

Beitrag  plantsman Do 12 Jan 2023, 17:35

Moin Tuska,

bei einer laubwerfenden Pflanze, die im Winter nur mit einem Überdauerungsorgan der kalten Jahreszeit begegnet, wären die Prognosen von meiner Seite besser. So ist z.B. Dahlia merckii, die in ähnlichen Höhen in Oaxaca vorkommt, auf durchlässigen Böden problemlos winterhart und versamt sich sogar reichlich.
Immergrüne Pflanze sind in dieser Hinsicht deutlich empfindlicher weil in den Blättern, vor allem wenn sie sukkulent sind, ganz andere physiologische Vorkehrungen nötig sind. Bei einem Test würde ich die Pflanze auf jeden Fall vor Kahlfrost  und Ostwind schützen. Man könnte sicher auch eine Massenauspflanzung machen und gucken, welche Sämlinge durchkommen.
Bedenken muss man jedoch immer, das sich die Winterhärte nicht alleine durch die Temperaturen sondern durch ein Zusammenspiel diverser Wetter- und Klimafaktoren definiert.

Eine weitere Frage stellt sich aber zusätzlich: sind unsere Sommer kühl genug. In derartigen Hochlagen wie die Deiner Agave liegen die sommerlichen Tagesdurchschnitts-Temperaturen bei ca. 8 - 10° C! In Bremerhaven, um ein Beispiel von der Nordseeküste zu nennen, liegen die Temperaturen von Mai bis September im Durchschnitt! 7 - 10° höher. Es kann also sein, dass die Sämlinge eventuell nie in die Lage kommen werden, ihre Frosthärte auf die Probe zu stellen, weil sie in einem heissen Sommer vorher "gekocht" wurden. Vor allem eine Reihe von warmen Nächten mit über 16° C machen ihnen möglicherweise schnell den Gar aus. Das haben wir in den Gruson-Gewächshäusern mit einer kenianischen Hochland-Lobelie aus 3100 m vom Mt. Kenia selbst erlebt. Bis Mitte Mai sahen die Rosetten noch super aus........ und dann kam eine Hitzewoche. Man konnte ihnen beim Gelbwerden zugucken. Nach einem Monat waren alle Sämlinge tot.

Wenn tatsächlich genug Material vorhanden ist, wäre ein Versuch aber sicher interessant.

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