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Aus meiner Grafiksammlung - der Charme der vergangenen Jahrhunderte!

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Beitrag  prosopis Mi 26 Jun 2013, 23:11

Soweit ich während meines bisherigen kurzen Forumdaseins feststellen konnte, tummeln sich hier tatsächlich wahre Experten. Ich weiß, wovon ich spreche. Dies ist ehrlich und nicht ironisch gemeint.  
Chapeau!


Vor über vierzig Jahren fing ich auch mal an, Kakteen zu züchten und baute sogar eine recht gut gehende Kakteengärtnerei auf, mit allem Drum und Dran – aber lassen wir das – Mitgliedervorstellung mach ich noch – versprochen…
Das schräge bei mir ist jetzt, dass ich mich neben all den Pflanzen schon immer auch noch für alte dekorative Graphik zum Thema Kakteen und andere Sukkulenten interessiert habe. Das Marktangebot ist limitiert, um es mal zu übertreiben, oder überteuert, um es mal zu untertreiben, aber ab und an findet sich was. Aus antiken Tafelwerken, Kräuterbüchern und anderen Quellen rekrutierte sich so bei mir über die Jahre gesehen eine kleine Galerie. Also jetzt keine Riesensachen, wie vielleicht Blätter von Basilius Besler aus dem „Hortus Eystettensis“ , wo man für ein einziges Blatt einer Sukkulenten- oder Kakteendarstellung schon mal 3000,00 Euro und mehr hinblättern muß… Nee, einfach nur schöne, reizvolle Darstellungen mit Charme. Alles was vor dem Jahr 1900 erschienen ist, weckt mein Interesse.
Und daraus möchte ich mal einiges zeigen.
Interessant ist hier die Opuntia cochenillifera. Hier mal paar olle Prints davon:

Oben, links: "Cactus cochenillifer" von M. A. Burnett: " An Encyclopedia of Useful and Ornamental Plants used in ...", bei G. Wills, London 1855, Lithographie, handkoloriert, 1852
Oben, rechts: “Opuntia cochenillifera”  aus: „Dizionario di Szcenze Naturali”, nach Jean Francis Turpin, bei Batelli, italienische Ausgabe, Kupferstich, handkoloriert, 1837
Unten: "Opuntia cochenillifera", aus: "Das Buch der Welt", bei Hoffmann'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1848, Lithographie, handkoloriert (Ausschnitt)                                    

[/url][Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]

Die Blätter haben in Natura unterschiedliche Größe. Der besseren Darstellung wegen habe ich diese auf eine Höhe, bzw. Breite von 800 Pixeln vereinheitlicht.

Aber nun was Besonderes:

vielen Autoren mangelte es in früherer Zeit an Lebendmaterial von Kakteen. Also übernahmen sie halt einfach bereits bestehende Abbildungen für ihre eigenen Werke. Urheberschutz war damals klein geschrieben. Hier ein Beispiel, wie auch schon vor fast 250 Jahren Plagiate entstanden (der Ausdruck "Abkupfern" kommt von da):

Johann Jakob Scheuchzer (1672 -1733) war Mediziner. Er war darüber hinaus auch in weiteren Wissenschaftsgebieten tätig, so auch als Paläontologe. Er brachte das vielbeachtete Tafelwerk "Physica Sacra" heraus (Die so genannte Kupferbibel, ab 1729), worin er seine Überzeugung zum Ausdruck brachte, dass das biblische alte Testament wissenschaftlich zu nehmen sei, was die Enstehung der Welt und deren Geschichte anging. Er wollte aufzeigen, dass die Existenz Gottes durch die Naturwissenschaften zu erklären sei. Biblische Geschichten erläuterte und illustrierte er auf seine naturwissenschaftliche Weise, ein Meisterwerk der damaligen Druckkunst. Eine ganze Mannschaft von Kupferstechern übertrug die Zeichnungen auf die Druckplatten. Es ist unmöglich, in wenigen Worten die unvergleichliche Schönheit der Kupferstiche, ihren romantischen Reiz, ihre Naivität, ihre Erzählfreude zu schildern. Nur zu nennen die physikalische Erklärung des Regenbogens nach der Sintflut In der Bibel u.v.m.
Im Zweiten Buch Mose (Exodus), Kapitel 35, Vers 4 ist die Rede davon, welche Opfer die Israeliten an den Herrn zu entrichten hätten. Da ist von Wertsachen die Rede, wie Gold und Silber usw., aber auch vom Färbestoff Karmesin. Der gute Herr Scheuchzer erinnerte sich daran, dass die Cochenillelaus roten Farbstoff lieferte und schuf eine Darstellung, einen tollen Kupferstich, worauf die Herstellung von Karmesin aus Cochenilleläusen dargestellt war. (Bild unten, links)

Ein gewisser Friedrich Justin Bertuch in Weimar verfasste von 1792-1822 ein 12-bändiges Werk: "Bilderbuch für Kinder enthaltend eine angenehme Sammlung von Thieren, Pflanzen...", hieraus zu sehen ein handkolorierter Kupferstich, die Herstellung von Karmesin aus Cochenille erläuternd. Heute wäre Herrn Bertuch der "Goldene Plagiarus" sicher. Aber damals gang und gäbe... (Bild unten, rechts)

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Und dabei unterlag der Herr Scheuchzer auch noch einem Irrtum. Zu seiner Zeit kannte man die Cochenille-Laus schon, weil Amerika bereits auf der damaligen Landkarte existierte. Zu biblischer Zeit war Opuntia cochenillifera für die Menschen nicht existent. Der rote, in der Bibel angesprochene Farbstoff konnte also nicht von der Cochenille-Laus kommen, sondern eine andere Laus könnte der Lieferant gewesen sein. Auch von der Kermesbeere (Phytolacca), welche zwar eingeschleppt, aber dennoch aus der neuen Welt stammte konnte er nicht sein. Er kam entweder von den auf den Kermeseichen (Quercus coccifera L.) lebenden Läusen oder von der armenischen Kermeslaus (Porphyrophora hameli BRANDT), die auf den Wurzeln bestimmter Gräser zu finden war.

Immerhin hat Justin Bertuch noch eine weitere Abbildung in seinem "Bilderbuch für Kinder", welches neben der Cochenille-Opuntia auch noch die Kermeseiche mit den darauf prangenden Läusen zeigt

links Kupferstich von Bertuch aus "Bilderbuch für Kinder", Weimar, 1796, rechts Beschreibungstext (Ausschnitt):

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Wenn gewünscht, dann kann ich in lockerer Folge immer wieder mal was aus meinem Altpapier ans Licht bringen
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Beitrag  Echinopsis Do 27 Jun 2013, 06:37

Hallo Wolfgang,

ich finde dieses Thema hochinteressant und wäre für eine gelegentliche Fortsetzung sehr dankbar.
Diese alten, teilweiße längst vergessenen Schätze sind es doch wert auch der "Nachwelt" erhalten zu bleiben.
Danke für Deine Arbeit!

Grüße
Daniel

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Beitrag  OPUNTIO Do 27 Jun 2013, 09:36

Da schließe ich mich Daniel vorbehaltlos an.
Bitte mehr davon.
Gruß Stefan
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Aus meiner Grafiksammlung - der Charme der vergangenen Jahrhunderte! Empty Re: Aus meiner Grafiksammlung - der Charme der vergangenen Jahrhunderte!

Beitrag  Christian Do 27 Jun 2013, 11:31

OPUNTIO schrieb:Da schließe ich mich Daniel vorbehaltlos an.
Bitte mehr davon.
Gruß Stefan

Dito ... ich will auch mehr davon sehen Very Happy
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Beitrag  william-sii Do 27 Jun 2013, 12:13

Hallo Wolfgang,
sehr interessanter Beitrag. Mach' weiter so.
Ich habe auch noch 2 Scans aus alten Büchern gefunden, die besonders für die Pfropfspezialisten von Interesse sein dürften. Leider habe ich mir die Quelle nicht notiert, die Abbildungen könnten aber aus einm Kakteenbuch von Berger sein (und damit das Urheberrecht erloschen).
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Beitrag  prosopis Do 27 Jun 2013, 14:28

Hallo, Ernst,

diese in den Buchtext eingefügten Illustrationen kenne ich auch. Als ich noch alle meine Kakteenbücher hatte (etwa 1000 Titel), stand so etwas auch in meiner Bibliothek. Heute hab ich gar kein Kakteenbuch mehr. Was ich weiß, hab ich mir entweder gemerkt und was ich nicht weiß finde ich ja vielleicht im Internet.

Ich meine, diese Bilder mal gesehen zu haben bei W. O. Rother: Praktischer Leitfaden zur Anzucht und Pflege der Kakteen und anderer Sukkulenten. Ich hatte da mal alle neun Auflagen, die letzte war von Werdermann bearbeitet und hieß: Meine Kakteen, Arten, Pflege und Anzucht, von 1938

a propos Pfropfen
Hier mal eine alte Chromolithografie aus: "Illustrirte Garten-Zeitung", herausgegeben in Stuttgart 1885, als beigelegtes, rückseitig unbedrucktes Blatt.

Eine alte Hybridzüchtung

" CEREUS HYBRIDUS SPLENDENS (R. H. MÜLLER)", gepfropft, wohl auf Epiphyllum. Da könnte ein Aporocactus mitgespielt haben:

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Bei dieser Chromolithografie dürften dem Anschein nach 4 verschiedene Druckvorgänge mit jeweils entsprechender Einfärbung des Litho-Steines stattgefunden haben. hell- und dunkelgrün, rot, gelb. Dazu schwarz für die Schrift.

und weil's grad so schön ist, hier aus derselben Quelle eine weitere Lithographie. Die Tafel Nr. 1 von 1866. Jetzt mal diverse Schlumbergera-Züchtungen. Hier bezeichnet als "Cactus Epiphyllum"

oben, v. l. n. r.: 1. E. violaceum superbum; 2. Roseum amabile; 3. Salmoneum rubrum; 4. Salmoneum grandiflorum:

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und weiter geht's mit Weihnachtskakteen!

Eine weitere Chromolithografie aus: "Revue de l’horticulture belge et étrangère" Hrsg: Frédéric Burvenich, Oswald de Kerchove de Denterchem, Édouard Pynaert, August van Geert & Hubert J. van Hulle.
Gand [Gent], Bureau de la Revue, 1887, Band 13, Tafel 8:
Ein Magazin aus Belgien, herausgegeben monatlich von 1875 bis 1914. Die gezeichneten Vorlagen und die Lithografien wurden gefertigt von P. de Pannemaeker, einem der führenden Illustratoren der Zeit, als Gent sich zu einem Zentrum für die Gartenwelt entwickelte.

Leider habe ich hier die Sortenbezeichnungen nicht parat

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Und zum Abschluss noch zwei mal Schlumbergera/Zygocactus/Epiphyllum

das linke aus Curtis's Botanical Magazine: Zygocactus truncatus, Kupferstich, handkoloriert von 1819; rechts aus Schumann: "Blühende Kakteen" (Iconographia Cactacearum), Band 1, Heft 7, 1900

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wobei die Schumann-Blätter schon außerhalb meines Sammelgebietes liegen, da diese erst nach 1899 erschienen sind. Ich sammle nur Sachen aus der Zeit davor. Interessant zu Schumann: Die seinerzeit gebräuchlichen Chromolithografien konnten sich die Herausgeber von "Blühende Kakteen" nicht leisten, dazu fehlte das Geld. Deswegen brachte man normale Lithografien, welche handkoloriert wurden. Für den heutigen Sammler die bessere Alternative. Chromolithos entwickelten sich damals schon zur Massenware. Man findet diese z.B. in den Lexika von Meyer und Brockhaus. Drucke daraus sind vergleichsweise billig und schon mal für 1 oder 2 Euro zu haben.

NACHTRAG zu obigem Satz über meine Bücher: 1 Kakteenbuch hab ich doch noch. Ist kein wirkliches Buch, sondern die komplette Loseblattsammlung von Hans Krainz: "Die Kakteen" in 4 Ordnern. Wenn's einer braucht, dem kann ich's ja verscherbeln:D


Zuletzt von prosopis am Do 27 Jun 2013, 14:41 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Nachtrag)
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Beitrag  prosopis Fr 28 Jun 2013, 00:59

wie ich weiter oben schon sagte, hatten die altvorderen Kakteenliteraten nicht immer das nötige Pflanzenmaterial zur Hand. Wenn sie eine Abbildung brauchten, dann kam es eben auch vor, dass man sich anderer Illustrationen aus bestehenden Publikationen bediente. Oft machte man sich nicht die Mühe, das Bild seitenrichtig darzustellen. Man übertrug es per Hand einfach eins zu eins auf die Druckplatte oder den Lithographiestein. Beim Drucken wurde dann aus rechts links und die linken Bildelemente wanderten nach rechts. Gott sei Dank blieb wenigstens oben und unten gleich. Die Kupferstecher mußten ja alles - auch die Schrift, nicht nur die vom Künstler gelieferte Vorlage - seitenverkehrt auf, bzw. in die Druckplatte bringen. Dabei behalf man sich oft eines Spiegels.
Auch hatten viele Nachahmer oft nicht das kunsthandwerkliche Geschick ihrer Vorbilder, so dass eher vereifachte Darstellungen entstanden sind. Andere wieder nahmen leichte Gestaltveränderungen vor, so dass alles irgendwie neu aussah. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass doch auch öfter die Herkunft der Abbildungen angesprochen ist. Dennoch alles sehr sammelwürdig.

Hier mal Beispiele:

Cereus setaceus, heute Selenicereus. Beides Lithographien, handkoloriert.

Links: "Cereus setaceus", aus: L. Pfeiffer/Fr. Otto "Abbildung und Beschreibung blühender Cacteen", Vol. 1, Taf. 16, Kassel, 1843
Rechts: "Cereus setaceus" aus: Das Buch der Welt, Stuttgart 1843
Darunter: Der Beschreibungstext aus "Buch der Welt"

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Bleibt noch zu sagen, dass es der Kolorist beim Bild links wohl etwas zu gut mit der Blütenfarbe gemeint hat.

Dann hätt ich noch Hylocereus triangularis anzubieten.

Links: "Cactus triangularis", aus Laurent de Jussieu: "Dictionnaire des Sciences Naturelles", Künstler: P. J. F. Turpin, Herausgeber: F. G. Levrault, seltene 1. frz. Ausgabe, Paris 1829, Kupferstich, handkol.
Rechts: "Cactus triangularis", aus einem deutschen Jugendmagazin von 1833, Lithographie (selten angeboten, da man Zeitschriften seltener aufhob als Bücher)

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Und zum Abschluss noch zweimal Hylocereus triangularis, wovon ich keine Doppelgänger besitze, was nicht heißen mag, dass es da nicht auch welche gäbe.

Links ein Ausfaltblatt mit "Cactus triangularis", Kupferstich, handkoloriert aus: "Curtis's Botanical Magazine", Vol. 44, London, 1817
Rechts: "CEREUS TRIANGULARIS", aus: How & Parsons "The Florist's Journal", Stahlstich, handkoloriert, London, 1841 (wird selten angeboten)

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Beitrag  sensei66 Di 02 Jul 2013, 14:39

Lieber Wolfgang,

herzlichen Dank für diese Beiträge, zeigen sie unser Hobby einmal aus einer anderen und sehr spannenden Perspektive. Die sowieso schon schönen Motive werden durch deine Erläuterungen erst richtig zum Leben erweckt. Ich finde das ausgesprochen lesenswert.

danke und bitte mehr davon
Stefan
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Beitrag  prosopis Di 02 Jul 2013, 23:09

Danke für die Blumen!

da wir bei Plagiaten waren, könnte ich ja noch ne Kleinigkeit anhängen.

Das untere ist allerdings kein abgekupfertes Bild, sondern wohl auf Grund seiner Schönheit dazu geeignet gewesen, eine Briefmarke zu zieren. Die Leute aus "NAGALAND" brachten ein Postwertzeichen heraus, als Motiv mit einer antiken Darstellung eines "Epiphyllum Splendidum" geschmückt. Dies sind allerdings nichtamtliche, wertlose, sogenannte "Cinderella"-Ausgaben der Exilregierung. Ende der sechziger Jahre ließ ein selbsternannter Präsident von Nagaland mit Unterstützung eines britischen Briefmarkenhändlers eigene Marken drucken. (Nagaland ist ein ostindischer Bundesstaat, grenzt an Myanmar). Kurz noch was für dür die Palmenfreunde: vor nicht allzu langer Zeit hat man in Nagaland eine neue Trachycarpus-Art gefunden (Hanfpalme; Samen gibt's bei Ebay):

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und hier unten das Original. Eine Ausklapptafel mit handkolorierter Zinkographie (Druckverfahren ähnelt etwas dem der Lithographie; hier wurden statt Sandsteinplatten halt Zinkplatten genommen). Diese Darstellung zeigt ein "Epiphyllum Splendidum" und ist aus:
Sir Joseph PAXTON, (1803-1865). "Paxton's Magazine of Botany, and Register of Flowering Plants". London: Bradbury and Evans for Orr and Smith, herausgegeben von 1834 bis 1849 insgesamt bestehend aus 15(16) Bänden. Eines der erfolgreichsten und polpulärsten botanischen Magazine in viktorianischer Zeit. Viele Pflanzenjäger brachten damals ihre Entdeckungen zur Weiterkultur nach England, wo sie dann in botanischen Sammlungen studiert wurden. Paxton war Superintendent der Gärten in Chatsworth House, welche dem 6. Duke of Devonshire gehörten. Dort fanden viele Neuentdeckungen ihr Ziel. Joseph Paxton, der eigentlich gar keine richtige Ausbildung genoss, war ein gärtnerisch interessierter Enthusiast, er wurde sogar zum Ritter geschlagen und hatte einen Platz im "House of Commons" inne. Er betätigte sich auch als führender Gartenarchitekt seiner Zeit; er entwarf den berühmten Londoner Kristallpalast, ein großes Schauhaus aus Glas und kunstvoll verschnörkeltem Gußeisen, fertiggestellt 1851 für die Weltausstellung (76000m²). Viele der in Paxton zu findenden Darstellungen wurden seinerzeit mit Gummiarabicum gehöht, das hatte zum Ziel, dass die Darstellungen an den entprechend bepinselten Stellen einen seidigen Glanz und somit mehr Brillanz erhielten. Rechts daneben abgebildet noch ein zweites Blatt, dieselbe Darstellung zeigend, allerdings mit einfacher, mittiger Falzung; vielleicht ein etwas früher erschienenes; die Zinkplatte ist hier noch weniger abgenutzt, zu erkennen an der stärkeren Schrift. Außerdem ist das rechte Blatt mit Gummiarabikum gehöht; die dunklere Blütenmitte und die Spitzen der Blütenblätter, auch die äußeren, kleinen Blütenblätter der darüber liegenden Knospe sind damit bearbeitet, sowie die Rippen und dunklen Kanten der Blätter, wogegen die linke Illustration keine Gummiarabikum-Behandlung aufweist:


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"Epiphyllum Splendidum"
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Beitrag  Gast Mi 03 Jul 2013, 11:40

Du sagst "Kleinigkeiten"? Diese Erläuterungen zu lesen macht mindestens genausoviel Spaß wie die Bilder von dir zu bestaunen. Richtig unterhaltsam! Very Happy Und man lernt als "Außenstehender" jede Menge dazu.
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