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Phytohormone in der Kakteenkultur

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Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  karlchen am Fr 19 Nov 2010, 18:09

Der Wirkstoff in Rhizopon ist ja einer mit Auxinwirkung.Wenn sich schon ein Kallus gebildet hat, ist ja schonmal ein gutes Zeichen. Jetzt muss man die Pflanze nur dazu bringen Wurzeln zu bilden. Das geht mit hormonellen Umstellungen einher. Einerseits spielt dort auch Auxin eine Rolle, andererseits ist es auch ein Zusammenspiel anderer Phytohormone(Cytokinin, Gibberelinsäure). Es muss sich ja Gewebe differenzieren und Streckungswachstum stattfinden. Wenn ich nur das Bewurzelungspulver hätte, würde ich mal experimentieren und das ganze in Wasser lösen, in verschiedenen Konzentrationen, vielleicht ein bisschen Traubenzucker dazu, für die Energie. Bei einer bestimmten Konzentration könnte die Pflanze sich dann vielleicht dazu bewegen lassen ihren Hormonhaushalt in Schwung zu bringen. Einfach die Konz. in 2-4 Wochen Abständen steigern bis sich was tut und ordentlich Licht dazu (aber aufpassen das sie unter vegetativen Bedingungen bleiben, also besser nicht mehr als 12h). Das mit dem Fungizid dürfte auch ne gute Idee sein, damit sie nicht vorher gefressen wird. Manche Fungizide haben aber auch bestimmte Nebenwirkungen, welche für die Bewurzelung durchaus förderlich sein könnten (muss mal nachschlagen was da so möglich ist). Aber immer vorsichtig mit der Konzentration, zu hohe Auxingaben hemmen nämlich die Ausdifferenzierung des Wurzelgewebes. Ok, das wären so meine Ideen. Geht, wie Travelbear schon sagte auch mehr in Richtung In-Vitro lol!
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karlchen
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Astrophytum am Fr 19 Nov 2010, 18:33

Hallo Karlchen,
von Gibberilinsäure zur Wiederbewurzelung würde ich abraten. Es stimmt wohl es das Längenwachstum anregt aber hier würde ich die Gibb nur einsetzten um Pflanzen zum Sprossen zu bewegen. Ich habe diesbezüglich Versuche gestartet mit einer Lophophra die auch in einem Masse gekindelt hatt die ich mir nicht vorgestellt habe. Wenn ich mal Zeit habe stell ich gerne dazu ein Bild ein. Ich habe mir selber ein Bewurzelungsmittel hergestellt mit mehreren Komponenten so wie ich es für gut befunden habe und habe ausgezeichnete Resultate. Hier muss ich aber dazu sagen das auch sonst alles passen muss also Luftfeuchte Wärme Licht. Dann kann ich mit bestimmtheit sagen das mein Pulver eine besonders gute und schnelle Bewurzelung bewirkt. Selenis hab ich gerade wieder inerhalb von 8-12 Tagen bewurzelt. Auch andere Versuche brachten gute Ergebnisse. Vitamine wie sie in Superthrive sind brachten absolut keine Verbesserung der Resultate. Die Konzentration einiger Botenstoffe die ich anwende liegt im Promillebereich schon fast Homäopatisch! Es ist ein sehr interessantes Betätigungsfeld ähnlich wie das Pfropfen.
Mfg.Heinz
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  karlchen am Fr 19 Nov 2010, 18:54

Nur ganz schnell mal um das richtig zu stellen: habe nicht geschrieben das ich Gibberelinsäure geben würde! Meinte nur das die Pflanze es im Zuge der Wurzelstreckung selbst produziert, bzw. das es dann in der Wurzel zu finden ist. Nicht während der Differenzierungsphase. Gibberelinsäure in Konzentrationen über 10ppm wirkt normalerweise hemmend auf die Wurzelbildung. Wie gesagt ist alles ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren und teilweise auch in zeitlicher Abfolge. Man muss ja nicht alles zum selben Zeitpunkt geben sondern der Reihe nach. (z.B. Auxin-Kallusbildung, Auxin, Cytokinin-Differenzierung, Auxin,Cytokinin,Gibberelin-Streckung) Und jede Art hat da auch ihre eigenen "Bedürfnisse".
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karlchen
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Travelbear am Sa 20 Nov 2010, 02:12

Und damit sind wir dann wirklich bei den Verfahrensweisen, wie sie in der Zellkultur angewendet wird. Leider habe ich kein Cytokinin sonst würde ich in dieser Richtung mal etwas unternehmen wollen.

Gibberilinsäure zur Inizierung der Sproßung, das hört sich interessant an. Bisher dachte ich dabei immer an Benzyladenin (6-Benzylamiopurin). Das wäre dann tatsächlich mal einen Versuch wert, eine Areole mit einer sehr verdünnten Lösung damit zu bestreichen. Deine Bilder Heinz würden mich hierzu brennend interessieren!

Gruß Peter
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Astrophytum am Sa 20 Nov 2010, 08:10

Morgen erstmal,
Bilder kann ich gleich mal zufügen. Erstmal muss ich dazu etas schreiben. Ich experimentiere ja seit einigen Jahren um mir ein Bewurzelungsmittel herzustellen. Im Netz findet man da allerhand manchmal zu gebrauchen mal absolut nicht. Dazu gehören die Versuche mit der Gibberelinsäure. Entweder habe ich die Dosierung falsch angewendet oder wie auch immer der Erfolg blieb aus. So habe ich mehr zum Spass eine Pflanze im Frühling mit einer etwa 0,05 % ingen Lösung besprüht. Das Ergebniss ist ganz erstaunlich zuerst mal passierte gar nix die Pflanze blieb einfach im Wachstum stehen und rührte sich überhaupt nicht mehr, um dann etwa Ende Juli dicke geschwulste zu bekommen die dann nach und nach aufbrachen und viele Kindel zeigten. Es sah aus als wären die Kindel schon in der Pflanzue gewachsen um dann nur noch herauszubrechen. Aber sehr selber.
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Die meisten Kindel bekamm der Lophopho fricii oben wo er besprüht wurde aber auch seitlich hatt er zu Kindeln begonnen. Wie gesagt ich habe die Versuche mit der Gibb eingestellt da der Erfolg bei mir ausblieb. Der Lopho war im Frühling noch ein Einzelkopf der keinerlei anzeichen einer Kindelung zeigte obwohl er schon 3 Jahre auf der Unterlage steht. Evtl hab ich ja auch nur die Dosierung falsch angewendet oder den Zeitpunkt nicht richtig gewählt, ich möchte aber ein Mittel in das ich den frisch geschnittenen Steckling tauchen kann und ihn dan zur seite stellen und nach ein einer kurzen Zeit Wurzeln zu bekommen Very Happy . Na ja und das hab ich ja jetzt auch geschafft.
Ich hab mal Versucht Aztekium in der Petrischale zu züchten. Das Ergebniss war das die Pflanzen zu Wachsen beganen aber nach etwa einem halben Jahr einfach stehen blieben. Der Nährboden war ein Produkt aus Agar Agar mit Dünger angereichert. Der Vorteil ist das man sich nicht um die Pflanzen zu kümern braucht, nachtteil es hatt nicht gefunzt und viel Schalen wurden von Pilzen verunreinigt, obwhol ich mir damals eine Impfbox gebaut hatte.
Mfg.Heinz
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  karlchen am Sa 20 Nov 2010, 12:38

@Travelbear: Benzyladenin ist ein Stoff mit Cytokininähnlicher Wirkung, also wenn du sowas hast, könntest es ja mal versuchen Wink
@ Astrophytum: Gibberelinsäure wirkt ja meist nur auf den Spross und der einzige Versuch der mir jetzt zu Kakteen einfällt wurde mit Opuntien gemacht. Dabei sahen die Pflanzen am Ende vergeilt aus, da die Internodien gestreckt waren. Überdosen von diesen Stoffen wirken meist hemmend bzw. in die entgegengesetzte Richtung. Vielleicht hast du bei deiner Lophophora aber einfach nur den Stoffwechsel ein bisschen verschoben. Man muss bei den Phytohormonen auch immer dazu sagen das jede Art,Familie anders reagiert, auch ist es immer abhängig vom Entwicklungszustand der Pflanze, z.B. ältere holzige Teile reagieren anders als jüngere krautige, usw. Da ist einfach experimentieren angebracht, zumal da in Richtung Kakteen noch nicht sooo viel gelaufen ist. Wobei ich weiß das die Holländer und Mexikaner auch schon Kakteen in Zellkultur vermehrt haben. Muss mal ein paar Arbeiten raussuchen, wenn ich Zeit habe.
Wäre cool wenn du noch so ein paar Experimente hättest Gestört
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Astrophytum am Sa 20 Nov 2010, 12:48

Hallo,
da die Ergebnisse beim bewurzeln nicht berauschend waren hab ich aufgehört mit der Gibb zu Experimentieren. Dazu hab ich auch nicht die Möglichkieten um genauere Ergebnisse zu erziehlen. Da müsste man bestimmt mit zig Pflanzen Experimentieren und Vergleichspflanzen ziehen und auch die Dosis variieren. Es ist wäre bestimmt interessant zu sehen wie sich solche Pflanzen entwicklen also wenn sich mal jemand damit beschäftigen möchte lol! . Die Pflanze behalte ich natürlich und werde sie beobachten. Ich denke aber mal das sie jetzt wieder normal weiterwächst also nicht mehr Kindelt, da ihr der Botenstoff nicht in der geeigneten Menge zur Verfügung steht. Mein Ziel hab ich aber erreicht ich habe ein gutes Bewurzelungsmittel Teufel .
Mfg.Heinz
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Phytohormoe in der Kakteenkultur

Beitrag  Travelbear am Sa 20 Nov 2010, 17:39

Hallo Heinz,

die Lopho sieht erschreckend aus! Schon fast krebskrank!

Ich denke mit einer 0,05%igen Lösung warst Du noch VIEL zu hoch gelegen, das entspricht immer noch 500 mg GA pro Liter. Meist wird sie aber in 5 mg/l eingesetzt, also um den Faktor 100 geringer (0,0005%).

Ich glaube, ich werde mal einen der vielen minderwertigen Superkaputos opfern und sehr punktuell mit einer GA3-Lösung behandeln. Bin mal gespannt was dabei herauskommt. Aber alles erst im nächsten Jahr, denn jetzt sind meine Pflanzen in Winterruhe und sollen es auch bleiben.

Heinz, Du entpuppst Dich ja als richtiger Giftmischer lol! ! Finde ich klasse!!!
Hättest Du aber auch schon früher sagen können..... Wink Laughing

@karlchen
leider habe ich das Benzylamionpurin noch nicht, aber ich möchte es mir nächstes Jahr mal anschaffen und dann etwas damit experimentieren. Mein Ziel wäre die vegetative Vermehrung von seltenen Kultivaren mit guten Merkalen und Eigenschaften.
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Travelbear am Sa 20 Nov 2010, 17:45

Hallo Leute,

ich hab das Thema mal abgetrennt, denn inzwischen sind wir meilenweit von der Bewurzelung von Aztekien entfernt! Nichtsdestotrotz bleibt das Thema richtig spannend!

Also weiterhin viele neue Beiträge dazu!

Gruß Peter
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Astrophytum am Sa 20 Nov 2010, 18:07

Ja spannend ist das allemal! Da geb ich dir recht Peter. Aber ich hatte doch schon vor einiger Zeit mit dir am rande über Bewurzelungsversuche gesprochen, damals wollte ich noch einen richtigen Wurzelbuster entwickeln was bestimmt auch möglich ist, aber nicht unbedingt erforderlich ich bin auch so sehr mit den Ergebnissen zufrieden die ich mit Superthrive erreiche. Wichtig ist hier die richtige Dosierung anfänglich hatte ich eine Dosierung von 5 Tropfen auf 5 Liter. Das war viel zu hoch deshalb habe ich die Dosierung auf 1 Tropfen reduziert mit dem Ergebniss das die Pflanzen ein sehr schönes Wurzelsystem entwickeln.
Die Dosierung der Gibb war bestimmt viel zu hoch deshalb hatte die Pflanze ja auch fast 4 Monate nicht zugelegt. Erst als die Konzentration innerhalb der Pflanze abgefallen war sind auch die Kindel erschienen. Aber wie ich schon geschrieben habe fehlt mir hier die Masse um etwas spezifisches aussagen zu können und auch Vergleichspflanzen habe ich leider nicht vorgesehen. Ich werde weiter mit verschiedenen Mitteln experimentieren um verschiedene Entwicklungen zu steuern, aber hier kann ich noch nix vorlegen. Ein anderes Betätigungsfeld ist das Pfropfen auf krankhafte Unterlagen um zu sehen wie sich die Pfröpflinge Entwickeln. Hier sind einige Opuntien im Versuch. Mit den Pfropfungen starte ich nächstes Jahr. Bitte aber jetzt nicht gleich wieder Dikusionen über Sinn oder Unsinn solcher Pfropfungen starten. Ich werde mich hierzu nicht äussern, es gibt gute Gründe um zu pfropfen aber gute Gründe um es sein zu lassen. Das kann jeder für sich selber entscheiden und sollte auch jeden der anderer Meinung ist respektieren oder ignorieren so wies jeder halt halten mag.
Mfg.Heinz
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