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Phytohormone in der Kakteenkultur

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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Gast am Mo 22 Nov 2010, 20:01

Sie werden jedoch in der Regel mit Stauchmitteln, die in die Bildung der für das Streckungswachstum verantwortlichen Gibberellinsäure eingreifen, behandelt, um eine gedrungene Form

Könnt ihr mir das erklären , wer ist der Gegenpart zur Gibberelinsäure ? Und was mich noch brennend Interessiert ist ,woher wisst ihr welche Pflanzenart wie auf des Zeug reagiert ? ,nur aus eigenen Test´s oder gib´t´s schon ne Art Datenbank wo man schauen kann was wie bei welcher Art mit welcher Konzentration passieren wird ? Hach ich weiß ... der Häcksler nervt wieder total Gestört

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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Travelbear am Mo 22 Nov 2010, 22:29

Hallo Mike,

Gibberellinsäure hat verschiedene Wirkung, jenachdem an welchem Pflanzenkörper es sich befindet. Allerdings gebe ich zu, ich bin kein Pflanzenphysiologe sondern Chemiker und kann Dir mehr zu deren Synthese erzählen als über deren genauen Wirkung und Mikrobiologie in Einzelschritten. Wenn mir da jemand genauere Literatur geben kann, wäre ich sehr dankbar.
Bei der Keimung ist der Gegenspieler der Gibberellinsäure die Abscisinsäure. Sie bewirkt die Keimruhe des Embryos im Zusammenspiel mit anderen Phytohormonen. Vermutlich ist genau sie das Problem bei der Keimung von Samen der Gattung Austrocactus, das wir ja in einem anderen Thread angesprochen haben. Bei Gabe zu in Wuchs befindlichen Pflanze bewirkt sie ein Wachststumsstop, vorallem in Knospen. Eine snthetische Verbindung mit sehr ähnlichem Character ist Benzoylhydrazid. Es legt die Pflanze fast augenblicklich ins Koma bzw. in eine Ruhephase. Ich vermute mal derartige Verbindungen werden auch eingesetzt um bei Pflanzen das Wachstum stark zu verlangsamen wie z.b. Minipflanzen als Schlüßelanhänger oder sonstigem Tünnef. Im Gartenbau um eine einheitliche Ruhephase zu haben und damit Kulturkosten zu sparen.

Zu Gibberellinsäure ist schon viel experimentiert worden. Aber wie so oft in der Wissenschaft, alles sehr verstreut und so wird sich auch eine Literaturrecherche recht zeitaufwendig gestalten um einen guten Überblick zu bekommen. Sicherlich kann uns Karlchen einige Übersichtsartikel (Reviews) nennen auf die wir uns stürzen können! Wink Laughing

Übrigens Gibberellinsäuren gibt es viele. Eigentlich ist es mehr eine Art Grundgerüst, das dann durch Veränderung an gewissen Stellen dann zu einem Stoff mit neuen spezifischeren Wirkungen führt. Entdeckt wurde diese Soffgruppe in einem Pilz der Gattung Gibberillum daher auch der Name Gibberellinsäure.
Viele Schadpilze sondern bei deren Wachstum in Pflanzen Gibberellinsäuren ab. Vielleicht hat schon der eine oder andere bemerkt, daß eine seiner Pflanze plötzlich in der Ruhezeit im Sproß anfängt frisches grün zu entwickeln und dann ein paar Tage später hat man dann nur noch einen Matschhaufen. Dieses Erscheinungsbild ist auf die Gibberellinsäure zurückzuführen.

Gruß Peter

hier noch ein relativ allgemeiner, kurzer Artikel für den allerersten Überblick:
http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d31/31e.htm
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  karlchen am Mo 22 Nov 2010, 23:14

Hallo,

hab grad leider nich soviel Zeit, denn darüber könnte man schon wieder sehr viel schreiben Gestört .
Also die Gibberelinsäure hat so gesehen keinen richtigen Gegenspieler, wie Peter schon sagt kommts auch auf die jeweilige Physiologische Situation an. Bei der Erwachsenen Pflanze ist die Gibberelinsäure für die Zellstreckung verantwortlich. Sprosse und Blätter werden gestreckt, bei Überdosis sieht das dann wie Etioliert aus. Im Pflanzenbau wird Gibberelin benutzt um z.B. das Ruhebedürfnis von Kältebedürftigen Pflanzen zu brechen und somit die Kulturzeit zu verkürzen. Am ehesten als Gegenspieler für Gibberelin könnte man Ethylen bezeichnen.
Wirkstoffe wie z.B. Cytokinine wirken förderlich auf die Verzweigung der Pflanzen. Auxine sind für die Wurzelbildung und die Apikale Dominanz der Vegetationszentren verantwortlich. Daneben werden noch viele synthetische Stoffe mit Phytohormonwirkung und auch Stoffe, welche die Bildung von verschiedenen Phytohormonen in der Pflanze unterdrücken in der Praxis angewendet z.B. Triazole, CCC, Flurprimidol. Diese Anwendung von Phytohormonen und Hemmstoffen sind schon seit vielen Jahrzehnten in der Pflanzenbaulichen Praxis üblich (z.B. werden Hemmstoffe auf Getreide gespritzt um kürzere und stabilere Stengel zu erreichen(Windbruch)) und auch an vielen(wirtschaftlich bedeutenden) Pflanzenarten erprobt. Mit den Kakteen müssen wir leider noch experimentieren, denn die Reaktion einer Pflanzenart ist nicht ohne weiteres auf andere übertragbar. Ich werde mal eine Übersicht mit Links zusammenstellen um hier einen kurzen Überblick darzustellen, wenn Zeit ist. Kurz: es gibt Datenbanken dazu, weiß aber nicht ob die öffentlich/kostenlos zugänglich sind!?
@Peter: was für Literatur suchst du? Hast du Zugriff auf eine Bibliothek bzw. würdest du dir auch ein Buch kaufen? Das würde es einfacher machen etwas zu empfehlen, denn zu diesem Thema ist der Inhalt im Internet evtl. nicht so groß, werde aber mal Filtern was man gebrauchen kann.
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Gast am Di 23 Nov 2010, 11:13

Hallo ihr zwei !

Prima ! Also kann och mit der richtigen Konzentratipn bestimmter Stoffe quasi ein SPS-Programm für Pflanzen erstellen was die Pflanze wie und Wielands ich will machen soll ... Das ist ganz schön heftig , aber auch verdammt interessant . Das Thema muß ich mir mal näher anschauen , komme zwar aus der Ecke derjenigen die kein Bio/Chemie-Fachwissen haben aber ich lese mir mal einiges durch , fragen kann ich Euch ja Very Happy
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  karlchen am Di 23 Nov 2010, 15:33

Hallo Mike,

ja man kann schon einiges Steuern, aber alles innerhalb des genetischen Rahmens der jeweiligen Pflanzen. Wobei da viele Vorgänge auch noch nicht genau aufgeklärt sind, oft weiß man durch Experimente das es funktioniert und so wird es auch angewendet, aber was da manchmal auf molekularer Ebene passiert ist immernoch aktuelles Thema der Forschung. Gentechnik geht dann ja sogar noch einen Schritt weiter, aber das ist ein anderes Thema. Du kannst dir ja auf der Seite der Uni Hamburg (Link hat Peter ja schon angegeben) schonmal einen Überblick verschaffen. Habe hier auch noch einen Link, ist aber sehr viel und in English, musst du mal schauen ob dir das passt.
http://5e.plantphys.net/categories.php?t=t
Werde mal nach Anwendungsbeispielen suchen, damit es etwas Praxisorientierter wird. Wir wollen ja auch nicht übertreiben, ne?
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Gast am Di 23 Nov 2010, 15:38

Spitze ! Endlich was zum lesen Teufel , die Links werd ich mir erstmal zu Gemüte führen , danke Karlchen & Peter !!!
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Travelbear am Di 23 Nov 2010, 20:12

Hallo karlchen,

danke für Deine Erklärungen. Mit dem Ethylen war doch was, wird es nicht zur Unterbindung der Weiterreife von nicht kühlbaren Früchen wie Bananen während des Transportes (z.B. Containerschiffen) eingesetzt? Auch soll ein Apfel, wegen der Abgabe von Ethylen die Augenbildung von eingelagerten Kartoffeln hemmen. Omas Hausmittelchen hat damit eine wissenschaftliche Erklärung gefunden.
Das geht doch prinziell alles in die Richtung Hemmung von Wachstumsprozessen.

Was für Literatur suche ich? scratch Pflanzenphysiologie interessiert mich sehr und auf Grund meiner Ausbildung die chemische Seite, was dann wiederum fast in die Molekularbiologie einmündet. Wie Du schon geschrieben hast, ist da viel aktuelle Forschung dabei. Aber mir geht es jetzt weniger um Aktualität sondern erstmal um einen generellen Überblick. Sicherlich möchte ich mich irgendwann mal an eine Vermehrung durch Zellkultur wagen, alles ganz privat denn mein berufliches Umfeld ist ein völlig anderes. Auch komme ich augenblicklich nicht an kostenpflichtige Datenbanken noch an Onlinebibliotheken heran. Ich müßte, wie vor 30 Jahren mich in eine Unibibliothek begeben und ganz manuell die dortige Hardware durchsuchen. Du kennst das ja. Achja und ein gutes wissenschaftliches Buch, das ich auch mal ganz gemütlich auf dem Sofa an einem Sonntag Nachmittag anstatt eines Groschenromans durcharbeiten kann ist mir am liebsten. Einige halten mich ja eh schon für abgedreht...... grinsen lol!

Gruß Peter
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  karlchen am Do 25 Nov 2010, 13:13

Hallo,
hier noch ein paar Links:

http://www.springerlink.com/content/gj16g52247401775/
http://flor.hrt.msu.edu/PGRs
http://pubs.ext.vt.edu/430/430-102/430-102.pdf
http://ipm.ncsu.edu/agchem/9-toc.pdf
http://cib.bau.tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_mathematik_und_naturwissenschaften/fachrichtung_biologie/botanik/pflanzenphysiologie/AnlWS2009-10_Entwicklungsphys.pdf

Finde es ist besser wenn sich jeder den es interssiert, das selbst durchliest als hier dann Ellenlange Texte zu schreiben, hier bekommt man das ja gar nicht in der Vollständigkeit hin.
Hier noch ein paar Literaturempfehlungen:
Ganz Toll und übersichtlich finde ich diese hier, obwohl schon über 20 Jahre alt:
1."Entwicklungsphysiologie der Pflanzen - Eine Einführung", Günther Fellenberg, Thieme Verlag
2."Das Hormonsystem der Pflanzen", Karl Dörffling, Thieme Verlag
sind gebraucht zu bekommen aber auch in Unibibliotheken zu finden - Kleiner Tip: Meistens sagt niemand was, wenn man da nur zum lesen reingeht auch wenn man kein Student ist.
Und zum allgemeinen Überblick:
3."Pflanzenphysiologie", Schopfer/Brennicke, Spektrum, letzte Auflage 2006 - finde ich persönlich sehr vollständig und übersichtlich. Es gibt da noch zwei Gesamtwerke zur Pflanzenphysiologie finde die aber persönlich nicht ganz so übersichtlich bzw. nicht so leicht zu lesen. Diese Bücher kann man überall kaufen da sie ja aktuell sind.
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Travelbear am Do 25 Nov 2010, 21:46

Hallo karlchen,

vielen Dank für Deine Mühe uns ein paar gute Informationsquellen zu diesem Thema herauszusuchen. Ich werde mich jetzt über die trübe Jahreszeit mal daranmachen und die angegebenen Quellen durchzuforsten. Bei den angegebenen älteren Büchern bin mir sehr sicher, daß diese in der Bibliothek der Universität Hohenheim zu finden sind. Zwar nur als Leseexpemplare und nicht als Ausleihexemplare aber darfür stehen ja an allen Ecken Kopierer Idea Wink
War ja schon immer die Methode der Wahl bei nicht mehr erhältlichen Büchern.

Nochmals vielen Dank!

Gruß Peter
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Re: Phytohormone in der Kakteenkultur

Beitrag  Arzberger am Do 25 Nov 2010, 22:46

Danke Euch für die vielen Informationen!

Ich werde mir das auch einmal durchlesen, denn interessant ist es für jeden, der sich mit Pflanzen
befasst!

Viele Grüsse
Alex
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