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Faustregeln zur Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten

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Faustregeln zur Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten

Beitrag  M.Ramone am Do 07 März 2019, 23:37

Lieber Neuling, lieber Freund der KuaS,


Kakteen und andere Sukkulenten (kurz KuaS) werden heute immer noch von vielen Pflegern stiefmütterlich behandelt. Diese Art der Pflege hat zur Folge, dass unsere Lieblinge meist entartet wachsen. Sie fristen ihr Dasein geschwächt und stellen eine leichte Beute für Krankheiten und Schädlinge dar. Viele von ihnen überstehen nicht einmal den ersten Winter. Die Freude über die hübsche und interessante Neuanschaffung weicht somit schnell dem Frust. Das ist sehr schade, denn die Pflanze soll dem Pfleger doch Spaß machen. Man möchte sie doch anschauen und Gefallen an ihr finden. Und wenn sie sich das erste Mal mit Blüten bedankt, so kann man sie doch zu Recht voller Stolz seinen Freunden und Bekannten zeigen. Denn eine blühende Sukkulente hat nicht jeder bei sich stehen.

Bevor du also hier im Forum so richtig loslegen kannst, und auch sollst, möchten wir dir einen kleinen Ratgeber mit an die Hand geben, um schon die ersten Fragen bezüglich der Pflege von KuaS im Allgemeinen beantworten zu können. Die Pflege dieser besonderen Pflanzen ist keine Raketenwissenschaft. Bitte verstehe diesen Ratgeber als verallgemeinernd. Wir möchten nur sichergehen, dass die gröbsten Fehler vermieden werden.

Der richtige Standort
KuaS lieben das Licht. Sie brauchen es, um kompakt und gesund wachsen zu können. Zu viel Licht geht kaum, zu wenig aber sehr schnell. Was unseren Augen als "hell genug" erscheint, kann ein Kaktus oder eine andere Sukkulente schon als zu dunkel empfinden. Ist dies der Fall, denkt die Pflanze sie müsse mit einer anderen Pflanze um das Licht konkurrieren, oder sie müsse aus einem Felsspalt klettern, in dem sie zufällig rein geraten ist. Somit streckt sie sich dem Licht entgegen, um schnellstmöglich an das wertvolle Sonnenlicht zu gelangen. Nur so erhält sie die nötige Energie, um wieder gesund weiterwachsen zu können. Um so eine Situation zu vermeiden, stellen wir deshalb unsere KuaS am liebsten in den Garten oder auf den Balkon. Aber auch hinter der Fensterscheibe können sich unsere speziellen Freunde pudelwohl fühlen. Es gilt nur zu beachten, dass auf der Fensterbank auch genügend Licht vorhanden ist. Der Lichtstrom nimmt hinter der Glasscheibe nämlich mit zunehmender Entfernung rapide ab. Deswegen wenn Fensterbank, dann direkt hinter der Scheibe, Vorzugsweise an einem Südfenster. Alternativen stellen das Ost- und das Westfenster dar. Nur das Nordfenster sollte vermieden werden. KuaS, die zu lange zu dunkel standen, müssen erst an die Sonneneinstrahlung gewöhnt werden. Andernfalls kann die Sonne Verbrennungen auf der Haut (Epidermis) verursachen.

Das richtige Gießverhalten
Der Name "Sukkulente" kommt nicht von ungefähr. Ist eine Pflanze sukkulent, bedeutet es, dass sie Wasser speichert. Diese Eigenschaft hat sie sich angeeignet, damit sie dort, wo sie beheimatet ist, Trockenphasen von mehreren Monaten mehr oder weniger problemlos überstehen kann. Was den Gießintervall betrifft, ist weniger mehr. Ist das Substrat permanent feucht, haben die Pflanzen große Probleme dies zu bewältigen. Viel zu oft bedeutet das Fäulnis und somit den Tod der Pflanze. Gegossen werden sollte also immer, wenn das Substrat komplett durchgetrocknet ist. Wenn es dann aber wieder Zeit zum Gießen ist, darf ruhig monsunartig gegossen werden; das Wasser soll unten aus dem Topf strömen. So sorgst du auch gleichzeitig dafür, dass die Luft, die sich im Substrat befindet, ausgetauscht wird. Bist du mal für mehrere Wochen abwesend brauchst du kein Wasser im Topf stehen lassen. Wenn die Pflanze durstig ist, wird sie sich einfach an ihren Reserven bedienen. Es schadet auch nicht, den Ersatzpfleger darauf hinzuweisen.

Wenn die Möglichkeit besteht, ist Regenwasser immer die erste Wahl.

Das richtige Substrat:
Hier scheiden sich die Geister. Jeder Pfleger hat seine eigene Rezeptur auf die er schwört. Aber in einem Punkt sind sich alle einig: Das Substrat sollte überwiegend aus mineralischen Bestandteilen bestehen. Ein hoher mineralischer Anteil bedeutet im Regelfall, dass das Substrat schön luftig und locker ist. Es trocknet auch deutlich schneller wieder aus. Stark humuslastige Substrate bleiben zu lange nass und verdichten auch recht schnell. Ist es erst einmal ausgetrocknet, schrumpft es zusammen und das Wasser läuft beim Gießen eher daran vorbei, oder es kommt erst gar nicht durch. Deswegen empfiehlt sich die Beigabe von ca. 25% Humus zur mineralischen Mischung. Damit kommen viele KuaS ganz gut klar.

Vielleicht hast du schon einmal Kakteenerde im Baumarkt erspäht (schlimmer: gekauft). Diese Erde besteht meist aus Torf und etwas Quarzsand oder Perliten. Dem Käufer wird mit der Bezeichnung etwas falsches suggeriert, nämlich der Verwendungszweck. Von solchen Erden solltest du lieber die Finger lassen, wenn dir deine KuaS lieb sind, und deswegen bist du ja hier, oder? Abgesehen davon werden für die Gewinnung des Torfs wichtige und schützenswerte Lebensräume zerstört. Sollte nun dein neu erworbenes Exemplar unter einem vertorften Klumpfuß leiden, sollte dieser entfernt werden, denn Kakteen wachsen nicht im Moor, sondern eher dort, wo es trocken ist, in Wüsten oder auf Gebirgsgestein.

Für den Anfänger empfehlen sich fertige Mischungen wie sie z.B. Vulcatec oder Susterra anbieten. Ersteres wird in diesem Forum oft empfohlen und ebenso oft dann auch genutzt. Diese Erden bestehen aus Bims, welcher die Grundlage bildet, sowie Zeolith und Lavalit in nicht allzu großer Körnung.

By the way: Kakteen sollte man lieber auch nicht aus dem Baumarkt beziehen. Spätestens dort werden sie zu oft falsch gepflegt, und man läuft Gefahr sich eine kranke Pflanze oder noch schlimmer eine Kolonie von Schädlingen ins Haus oder den Garten zu holen. Es gibt genügend seriöse Kakteengärtnereien in der Umgebung oder im Internet, die gesunde Pflanzen zu wirklich fairen Preisen anbieten.

Der richtige Dünger
Oder besser: Muss ich düngen? Ja klar! Auch Pflanzen brauchen Futter. Hier ist wieder weniger mehr. Wenn du die Hälfte von dem nimmst, was der Hersteller empfiehlt, machst du sicherlich nichts verkehrt. Ein mineralisches Substrat kann die Pflanze nicht ernähren, wenn dem nichts zugefügt wird. Also nur Mut, greif zum Dünger! Einige Bestandteile der mineralischen Mischungen sind in der Lage die Nährstoffe zu halten und langsam an die Pflanze abzugeben.

Winterruhe
Es sollte zumindest hier erwähnt werden, dass KuaS eine Winterruhe benötigen. Du musst wissen, dass die Wintersonne schwach ist und KuaS. die sich in der Wohnung oder im Haus befinden, nicht genügend Licht erhalten, um gegossen werden zu können; Vergeilung droht. Stehen sie zu warm, zehren sie stärker von ihrer Masse. Temperatur, Wasser und Licht stehen in direktem Zusammenhang. Bitte lies dich zu diesem Thema aber im Forum etwas ein. Merke dir: Überwintert wird kühl und trocken, dann klappt's auch mit der Blüte!



Wichtig:

Wie eingangs erwähnt, sind diese Tipps nur verallgemeinernd zu verstehen. Das Ziel ist, dein Bewusstsein für sukkulente Pflanzen zu erwecken.

Sei dir bitte im Klaren darüber, dass KuaS auf der Welt weit verbreitet sind, und dass sie ähnlich ihrem heimischen Klima gepflegt werden sollten. Denn ein Kaktus aus tropischen Regionen ist kälteempfindlicher als ein Kaktus aus z.B. Südargentinien. Kakteen, die in Chile auf mehreren tausend Höhenmetern wachsen, bekommen vielleicht nur ein oder zwei Mal im Jahr Regen zu Gesicht, während andere wiederum längeren Regenphasen ausgesetzt sind. Sukkulenten aus Äthiopien oder Somalia stellen andere Ansprüche an eine Ruhephase, als Sukkulenten aus Südafrika. Ihre Vertreter aus Sommerregengebieten haben andere Wachstums- und Ruhephasen, als die direkte Verwandtschaft, die sich wenige hundert Kilometer entfernt im Winterregengebiet befindet. Die sogenannten Epiphyten, die auf Bäumen wachsen, wollen anders gepflegt werden, als ein Kaktus der auf einem Felsen wächst.

Mit unseren Pflegetipps bist du aber schon mal aus dem Gröbsten raus und hast die wohl am häufigst begangenen Pflegefehler abgestellt. Du solltest jetzt in der Lage sein eine riesen große Palette an den gängigsten Vertretern erfolgreich kultivieren zu können.


Wir wünschen dir viel Spaß in diesem Forum und viele Blüten an deinen Lieblingen!
M.Ramone
M.Ramone
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Lieblings-Gattungen : Afrikaner

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