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Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  Travelbear am Di 08 Sep 2015, 16:59

Ich habe auch keine Möglichkeit Regen aufzufangen und muß auf das Leitungswasser, das bei uns aus dem Bodensee eingespeist wird, zurückgreifen. Damit ich den Kalk herausbekomme, gebe ich immer die stöchiometrische Menge Oxalsäure hinzu und lasse zwei Tage das ausgefallene Oxalat absitzen. Diese Methode ist für mich günstiger, als eine teure Umkehrosmoseanlage anzuschaffen. Das Wasser hat danach eine Gesamthärte von 3 °DH (als permanente Härte).
Meine Baumfarne, Kakteen und alle anderen Pflanzen scheinen es zu mögen. Da gerade meine Baumfarne jeden Tag 10 l Wasser verpumpen würden in Windeseile das Kübelsubstrat und die Stämme der Pflanzen versalzen.
Die meisten australischen Pflanzen wachsen auch auf kalkarmen Böden, so daß mein Bedarf an kalkfreiem Wasser ordentlich gestiegen ist, sich aber noch in einem gut handhabbaren Bereich bewegt.
Ich bin mal auf Deine Berichte gespannt.
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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  plantsman am Di 08 Sep 2015, 17:18

Moin,

klingt so, als wärst Du mit Chemie aufgewachsen. Schwefel- und Oxalsäure sind nicht die Flüssigkeiten, die jeder zu Hause im Putzschrank hat.

_________________
Tschüssing
Stefan

Ein "geklautes" Zitat von einem Bekannten aus einem anderen Forum:
"Trotz aller Wissenschaftlichkeit und Systematik vergeßt mir niemals, daß die Pflanzen einfach schön sind."
Prof. Hans Pitschmann, 1984
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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  Travelbear am Mo 25 Apr 2016, 01:18

Hallo zusammen,

die etwas längere Ruhephase hat nicht bedeutet, daß ich mich von dieser Pflanzenfamilie zurückgezogen habe. Ganz im Gegenteil, ich habe nun einiges über die Proteaceen durch Aussaaten und Kultur gelernt. Natürlich sind mir einige Pflanzen eingegangen. Aber das hat mich nicht abgeschreckt es noch einmal zu versuchen. Mein Augenmerk liegt nach wie vor bei australischen Proteaceen und hier ganz hauptsächlich die Gattung Banksia.
Die sprichwörtliche Phosphatempfindlichkeit konnte ich beim Umtopfen meiner Pflanzen erleben. Selbst die an Nährstoff arme Anzuchterde hatte selbst in einem Anteil von 10% (Rest Bims ca. 10%, ungedüngter Torf 10%, 70% grobkörniger Quarzsand) zu Pflanzenschäden mit dem schließlichen Tod geführt. Seither lasse ich den Erdeanteil vollkommen weg oder habe ihn durch Xylit ersetzt. Daß dies nun die richtige Mischung ist, sehe ich an den Wachstumsschüben. Da dieses Substrat kaum Wasser zurückhalt und auch keine Nährsalze speichert, muß recht häufig gewässert werden. Gedüngt wird mit einem phosphatfreien Dünger (Hakaphos Gelb) mit max. 1g/l je nach Wetterbedingungen ein bis 2 Mal im Monat. Das Substrat darf niemals austrocken! Mir ist dies durch Unachtsamkeit ein paar mal passiert und dies hat dann fast immer zum Verlust der Pflanzen geführt. Daher habe ich ich jetzt meine Banksien fast alle in große Töpfen gesetzt. Untersetzer sind tabu, denn ein Sumpffuß ist genauso schädlich wie zu wenig Wasser. Ein zu naßes Substrat führt schnell zu Pilzbefall und daran sind Proteengewächse auf Grund ihres Habitats nicht gewappnet.
Wie schon berichtet, verwende ich zum Gießen enkalktes Wasses (grundsätzlich, und nicht nur für Proteaceen). Seit mir anfänglich Aussaaten von Banksien durch Verpilzung vernichtet wurden, entkeime ich das Gießwasser zusätzlich mittels einer UV-C Lampe. Seither habe ich auch mit der Anzucht von sehr pilzempfindlichen Banksien, wie Banksia brownii, keine Probleme mehr.
Damit zur Anzucht von Banksien aus Samen. Es wird zwar beschrieben, daß Samen von Banksien keiner Vorbehandlung bedürfen, aber trotzdem unterziehe ich sie einer Rauchwasser Behandlung. Wenn man einen Grillsmoker hat, kann man den Rauch direkt durch Wasser leiten und so die Rauchstoffe im Wasser aufnehmen. Die Stoffe im Rauch bewirken eine Keimstimmulierung, denn die meisten Proteen sind sogenannte Pyrophyten. Also Pflanzen die in Gebieten wachsen, die mehr oder weniger regelmäßig von Buschfeuern heimgesucht werden. Diese Buschfeuer bringen zwar für die Altpflanzen fast immer den Tod, aber das Feuer gibt aber auch der nächsten Generation die Chance zu keimen und neue gesunde, kräftige Pflanzen hervorzubringen.
Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Smoke Prime Paper. Diese Papier enthält u.a. Rauchstoffe sowie Hormone und Vitamine, die ein Keimen von Pyrophytensamen induzieren.
Hierzu wurden die Samen zuerst mit 10%iger Wasserstoffperoxidlösung 2Std desinfiziert und danach 2 Tage in Smoke Prime Paper Wasser eingelegt. Anschließend wurden die Samen auf reinem grobkörnigen Quarzsand ausgelegt und mit einer Chinosollösung 1g/l die mit 1 bis 2 Tropfen Salpetersäure auf pH <4 angesäuert wurde (das verhindert die Keimung von Pilzsporen). Die Keimung begann meist nach 2 Wochen und zog sich weitere 4 Wochen hin. Als Aussaatsgefäß dienten kleinere "Tuperschalen" auf einer Festerbank. Ich hatte die Samen sehr eng ausgelegt, denn sobald ich eine deutliche Keimung sah, wurde der Keimlinge entnommen und in aufgequollene Torftöpfchen eingesetzt. Darin ließen sich die Keimlinge gut zu kleinen Jungpflanzen heranziehen. Brachen die Wurzen aus den Torftöpfchen hervor, kamen sie dann in kleine aber tiefe Vierkanttöpfe mit vorbereitetem Substat. Auf diese Weise habe ich folgende Banksien-Arten angezogen:
Banksia blechnifolia
Banksia brownii
Banksia ericifolia ssp ericifolia
Banksia meisneri
Banksia nutans ssp nutans
Banksia ornata
Banksia prionotes
Banksia seminuda
Banksia speciosa
Banksia telmatiaea
Banksia violacea
Gute Keimungen hatte ich auch bei Banksia hookeriana, Banksia leptohilla und Banksia stuposa. Allerding verpilzten mir alle Keimlinge. Ebenso konnte ich beobachten, daß die Keimung recht gut erfolgte, jedoch die Keimlinge selbst sehr schwach waren und oftmals sich gar nicht unter Bildung von sekundär Blättern weiterentwickelten sondern wochenlang oder monatelang nur die Keimblätter zeigten und schließlich abstarben. Die Gesamtausbeite ist daher mit ca. 30% eher mäßig.
Doch nun schließlich einge Bilder:


v.r.n.l. Banksia brownii, Leucadendron galpinii, Banksia prionotes


v.r.n.l. Leucospermum patersonii, Banksia blechnifolia, Banksia seminuda


v.r.n.l. Banksia ornata, Banksia Blechnifolia, Banksia seminuda, Banksia speciosa, Banksia brownii


v.o.n.u. Banksia brownii, Banksia prionotes, Banksia meisneri, Banksia blechnifolia, Banksia nutans, Banksia speciosa, banksia telmatiaea


v.r.n.l. Banksia meisneri, Banksia nutans, Banksia ericifolia (Vierkanttöpfchen)

Bilder von Proteaceenpflanzen zeige ich im nächsten Beitrag.

Gruß Peter
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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  johan am Mo 25 Apr 2016, 07:59

hallo peter,
habe volle mißerfolg gehabt mit saat von protea obwohl in rauchwasser eingeweicht;keine keimung.
respekt für dein erfolg

lg
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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  Travelbear am Mo 25 Apr 2016, 10:54

Hallo Johan,
bei Protea ist es ganz besonders wichtig, daß man sehr frische Samen erhält. Außerdem muß man für starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sorgen. Es wird empfohlen, die Aussaaten tagsüber unter einer Lampe und nachts in einem Kühlschrank zu lagern. Außerdem muß der Samen sehr sorgfältig desinfiziert, denn er ist sehr anfällig für Verpilzung.
Bei Leucospermum habe ich festgestellt, daß die Keimung sehr lange dauern kann. Bei mir ist Leucospermum patersonii erst nach 5 Monaten gekeimt. und auch dieser Samen fällt gerne Pilzbefall zum Opfer. Ein guter Teil der Keimling war nach der Keimung kaum lebensfähig. Er dümpelte ein, zwei Monate vor sich hin, ohne groß eine Entwicklung zu zeigen und starb dann schließlich.

In dieser Hinsicht Ist die Gattung Banksia sehr viel einfacher. In der Natur lagert oft der Samen jahrelang in dem Zapfen, bis er die Chance hat aus seiner Kinderstube zu entkommen. Dies kann entweder durch Feuer oder durch Verwitterung geschehen. Wäre ein Samen nur kurze Zeit keimfähig, wären diese Arten längst ausgestorben. Generell kann man sagen, daß australische Proeteen etwas weniger schwierig sind unter unseren klimatischen Bedinungen zu pflegen als südafrikanische.

Gruß Peter
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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  johan am Mo 25 Apr 2016, 11:26

hallo peter,
danke,aber habe dann doch lieber proteapflanzen.gefunden internet madeira-exotics eine leucospermum ssp.yellow
probiere sie jetzt aus in kalkfreier kakteenerde mit eine spur torf,im garten an adriaküste.

lg
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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  Travelbear am Mo 25 Apr 2016, 11:39

Hallo Johan,
wenn Du an der Adriaküste wohnst, dürftest Du keine Schwierigkeiten haben den Leucospermum ausgepflanzt durchzubekommen. Zumindest von den Temperaturen her. Solltest immer darauf achten daß die Erde leicht feucht ist. Mit der Kakteenerde bin ich gespannt ob das gut geht, denn wie gesagt wenn die Erde vorgedüngt ist, wird das enthaltene Phosphat den Todesstoß bedeuten. Ich wünsche Dir viel Erfolg!
Bilder von meinen Proteen erfolgen die Tage.

Gruß Peter
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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  johan am Mo 25 Apr 2016, 11:54

hallo peter.
danke!
kakteenerde habe ich von nachbar,mineralisch,phosphat frei,kein dünger nur zeolith

lg
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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  Travelbear am Mo 25 Apr 2016, 20:49

So jetzt ein paar Bilder von hauptsächlich südafrikanischen Proteengewächsen:


Im linken Kasten handelt es sich um Proteen aus dem Protea cynaroides Komplex. Im rechten Kasten sind zwei Teleopea specississima und
eine Gevillea banksii (mitte) untergebracht.


links und rechts  stehen Protea nerifolia Hybride, in der Mitte ist Gevillea juniperina. Auf der Marmorsäule steht eine
Banksia spinulosa mit verblühtem Blütenstand


links und mitte, Leucospermum cordifolium Hybride, rechts Leucospermum tottum Hybride


Leucospermum cordifolium in einer gelb und rot blühenden Form.

Gruß Peter


Zuletzt von Travelbear am Mo 25 Apr 2016, 22:10 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Wer beschäftigt sich mit Proteen-Gewächsen?

Beitrag  plantsman am Mo 25 Apr 2016, 20:50

Moin,

für unser Fynbos-Segment im geplanten Xerophyten-Haus hab ich letztes Jahr in Südafrika 9 verschiedene Proteaceae als Samen bestellt. Sie wurden alle in Smoke-Primer vorgequollen und dann am 11.01.2016 ausgesät. Die Samen standen dann in meinem Mittelmeer-Haus mit Temperaturen von nachts 6° C und tagsüber 12° C, bei Sonne oft mehr. Das Substrat ist vom Carnivoren-Substrat meines Kollegen inspiriert, enthält aber noch einen Anteil aus einer mineralischen Mischung Bims-Lava. Verhältnis gröberer Quarzsand (Körnung ca. 1 mm) : Mineralmischung : Weißtorf 3:2:1.
6 Arten sind inzwischen gekeimt und die durchschnittliche Zeit von Aussaat bis zur Keimung waren 7 Wochen. Darunter ist auch eine Leucospermum-Art (L. formosum). Die anderen beiden lassen sich noch bitten, aber von den langen Keimzeiten dieser Gattung habe ich auch schon erfahren. Dazu zeigt sich bei Sorocephalus lanatus noch nichts.

Bei den Sämlingen entwickeln sich gerade die ersten Laubblätter. Mit Verpilzung hatte ich bisher keine Probleme und die Wurzeln schauen teilweise schon aus den Abzugslöchern raus.

Meine Liste:
Leucadendron elimense (machen alle bisher keine Probleme)
L. linifolium
L. uliginosum
Leucospermum formosum
L. muirii
L. tottum
Protea neriifolia (beide Arten sehen sehr gut aus)
P. scolymocephala
Sorocephalus lanatus

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