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Brauche Hilfe bei eventueller Pilzerkrankung!

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Beitrag  Gärtner am Sa 19 Jan 2019, 13:10

Hallo zusammen,

Ich habe den Verdacht das diverse Kakteen in meinem Überwinterungslager unter einer Pilzerkrankung erkankt sind.
Mit allgemeinen Pilzerkrankungen an Zier und Zimmerpflanzen kenne ich mich aus. Bei Kakteen allerdings nicht!
Ich hoffe ihr könnt mir einen Rat geben.

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Gepropfte Sulcorebutia rauschii

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Gepropfter Lophophora williamsii

Ich hoffe ihr könnt die rötliche Verfärbung erkennen. Habe schon diverse Opuntia microdasys komplett entsorgt. Diese waren übersäät mit leuchtend orangenen Flecken.

Zudem habe ich heute einen Echinopsis peruvianus von meiner Aussaat 2017 entdeckt der komplett zusammen gefault war. Von unten her weich geworden. Alle anderen Pflanzen scheinen gesund zu sein.

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Echinopsis peruvianus

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Opuntia microdasys

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Aktuelle Temperatur und rlf



Vielen Dank und liebe Grüße vom Gärtner sm1
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Beitrag  Kaktusfreund81 am Sa 19 Jan 2019, 13:43

Hallo Gärtner,

keine Panik - oft steckt hinter den scheinbaren "Pilzerkrankungen" nur ein Milbenbefall, in der Regel haben wir es hier mit Spinnmilben zu tun. Der Sulco hat klassische Symptome eines beginnenden Spinnmilbenbefalls - erkennbar an den knallorangen Flecken auf der Epidermis. Beim Lopho sieht es jedoch so aus, als ob er mal zu prall war und daraufhin gerissen ist - dann wären die bräunlichen Flecke nur der Kallus an den entstandenen Wunden. Spinnmilben würde ich bei dem Kollegen aber nicht ganz ausschließen wollen.

Sobald irgendeine Pflanze bräunlich wird, zusammenfällt oder anfängt unangenehm zu riechen - handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die Fäulnis herbeigeführt hat. Das trifft nach deinen Beschreibungen allerdings nur auf den E. peruvianus (heute: E. repandus) zu. Bei der gezeigten O. microdasys ist die Fleckenfärbung für eine Spinnmilbeninfektion untypisch, hier könnte ebenfalls ein Pilz dahinter stecken. Das Schadbild spricht meiner Ansicht nach für Bipolaris sacchari. Auch hier kann und will ich andere Phytopathogene nicht ausschließen.

Zu den Temperaturwerten: wenn ich das richtig erkenne, ist der Zeiger im Minusbereich - also könnten auch Kälteschäden die Ursache für die Infektion mit den Phytopathogenen sein, die zum Verfaulen der betroffenen Pflanzen geführt haben. Ist der Gesamtzustand der Pflanze schon im Allgemeinen schlecht, haben Schädlinge und Pilze leichtes Spiel. Gegen die Spinnmilben kannst du spritzen, pilzinfizierte Pflanzen solltest du entsorgen. Die befallenen Exemplare weit weg von den anderen stellen, auf Quarantäne achten. Ich selbst habe noch nicht viele Mittel probiert, mit Promanal AF Schild- und Wolllausfrei gute Erfahrungen gemacht. Das wirkt auch gegen Spinnmilben. Falls wertvolle Pflanzen dabei sind, die eine Pilzinfektion haben, würde ich noch versuchen diese mittels Abschneiden zu retten. Die Leitbündel und das gesamte Chlorenchym muss nach dem Schnitt erkennbar frei von braunem Gewebe sein, ansonsten nochmals schneiden.
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Beitrag  Gärtner am Sa 19 Jan 2019, 13:57

Vielen Dank für die zügige Antwort!
Die Temperatur liegt im Durchschnitt bei ca 10 Grad Celsius. Also nicht im Minusbereich Very Happy
Wann wurde denn der Artname geändert? Der Gattungsname hat sich ja schon vor längerer Zeit von Trichocereus zu den Echinopsis gändert.
Ich denke eine Fungizid Anwendung macht bei den aktuellen Temperaturen und dem langsamen Stoffwechsel der Pflanzen im Moment keinen Sinn?
Die Opuntia habe ich wie gesagt direkt entsorgt. Alle anderen Pflanzen sind augenscheinlich gesund. Razz
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Beitrag  Kaktusfreund81 am Sa 19 Jan 2019, 16:48

Wann wurde denn der Artname geändert?
Stefan (aka plantsman) hier im Forum meinte, E. peruvianus sei ein ungültiger Name; jedoch nach wie vor fälschlicherweise im Handel Gang und Gebe. Die Frage nach den "Warum" kann dir also nur Stefan am besten beantworten, da er ja bzgl. Nomenklatur ziemlich bewandert ist, insofern vertraue ich ihm einfach mal. Wink
Ich denke eine Fungizid Anwendung macht bei den aktuellen Temperaturen und dem langsamen Stoffwechsel der Pflanzen im Moment keinen Sinn?
Fungizide sind lediglich im Rahmen der Aussaat sinnvoll, bei infizierten Kakteen hilft wirklich nur das konservative Abschneiden, weil der Pilz leider schon im Leitbündel drinsteckt und er sich weder durch gutes Zureden noch durch Fungizide aus dem Inneren der Pflanze entlocken lässt.
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Beitrag  Fred Zimt am Sa 19 Jan 2019, 18:14

Das Schadbild spricht meiner Ansicht nach für Bipolaris sacchari.
Hallo zusammen,
gibts da nähere Informationen, die diese Ansicht stützen? (Ausser Opuntia und Blattflecken googlen)

fragt der
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Beitrag  abax am Sa 19 Jan 2019, 19:05

hallo,
ich halte das auch für Pilzbefall , würde aber nichts unternehmen. Entweder es bleibt ein Schönheitsfehler, oder die Pflanze geht sowieso ein. Je schneller die Pflanzen wachsen sollen/ müssen, durch zu viel Dünger oder Pfropfung, desto anfälliger werden sie für Pilze- das würde ich die hier als Ursache sehen. Fastfood macht zwar groß, aber nicht unbedingt fit Wink .
Probier doch mal eine etwas "magerere" Kultur, gibt auch kompaktere Pflanzen.
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Beitrag  Kaktusfreund81 am So 20 Jan 2019, 12:38

Fred Zimt schrieb:gibts da nähere Informationen, die diese Ansicht stützen?
Zumindest hat Uhlig, unser bourgeoiser Gärtner, Wink den B. sacchari auf seiner Liste der Kakteenkrankheiten. Dort sind einige Pilzgattungen aufgeführt, die bei Kakteen aufgetreten sind bzw. gesichtet wurden. In der Beschreibung des Schadbildes steht: "bei Opuntien runde Flecken bildend". (klick) Zwar sind diese bei der gezeigten Pflanze nicht einfallend, das beigefügte Adjektiv rund würde bei der O. microdasys jedoch zutreffen... für weiteres wendest du dich bitte an einen deutlich kompetenteren bourgeoisen Mykologen, der dir die Pilzgattung zweifelsfrei bestimmen kann. Very Happy
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Beitrag  Gärtner am So 20 Jan 2019, 13:22

Vielen Dank für die Tipps Smile

Laut Uhlig macht bipolaris sacchari aber schwarze Flecken mit Schimmelrasen. Das ist bei mir nicht der Fall.
Ich werde es weiter beobachten und befallene Pflanzen separieren bzw entsorgen..

Das der gepropfte williamsii durch zuviel Druck Mal gerissen ist könnte tatsächlich sein. Er ist zumindest der einzigste mit diesen Symptomen.
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Beitrag  Fred Zimt am So 20 Jan 2019, 14:09

Zumindest hat Uhlig...

Danke und jawoll, das hab ich mit den oben genannten Suchbegriffen auch gefunden,
ich hätt mich aber nicht getraut; irgendwas zu vermuten. Das ist ja ein extrem weites Feld und ein unübersichtlicher Acker noch dazu.
Thomas Brand hat eine ganze Liste von Blattflecken erzeugenden Pilzen in seinem Buch.

nachdenkliche Grüße

Fred
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Beitrag  plantsman am So 20 Jan 2019, 18:44

Moin,

die Sulcorebutie und der Schnapskopf (Lophophora) zeigen leichten Spinnmilben-Befall. Bei uns zeigen die, für Kakteen recht zarthäutigen, Lophophora das gleiche Schadbild und bei Kontrollen wurden kleine rotorangefarbene Milben dort entdeckt.
Den kleinen Säulenkaktus kann man nicht mehr retten. Hier dürfte der zu große Topf mit eine Rolle gespielt haben. Bei nässeempfindlichen Pflanzen, vor allem im Jugendstadium, ist es besser, sie etwas zu "untertopfen", damit das Substrat schnell durchwurzelt und immer etwas durchtrocknen kann. Umtopfen kann man immer, wenn der Topf zu klein wird, ein Staunässeschaden mit Pilzinfektion geht dagegen stets tödlich aus.
Auch ich denke, dass die Opuntie eine Pilzinfektion hat. Welcher Pilz sie verursacht und wo die Ursache der Infektion liegt, ist so natürlich schwer zu bestimmen. Wenn man die Opuntie artgerecht weiterpflegt, sollte sie diesen Schaden aber eigentlich ganz gut wegstecken. Makellose Pflanzen sind selten in den Sammlungen zu finden......... irgendwelche Narben von irgendwelchen Schäden kommen immer mal wieder vor. Das ist bei uns Menschen nicht anders Wink .

@Sami, Deine Erinnerung trügt Dich ein wenig. Gesprochen hatte ich über Cereus peruvianus, der, weil es mehrere gleichnamige Taxa von verschiedenen Botanikern gibt, entweder nicht gültig ist (jüngerer, gleicher Name, "Homonym") oder als identisch mit dem älteren Taxon Cereus repandus erkannt und deshalb zu dessen Synonym wurde.
Echinopsis peruvianus selbst gibt es jedoch, wird aber von einigen Autoren der aktuell wieder anerkannten Gattung Trichocereus zugeordnet. Dort jedoch als ein Synonym zu Trichocereus macrogonus.
Kleine Verwechslung von Echinopsis/Trichocereus und Cereus...... kann mal vorkommen. Lasst euch vom hinterlistigen "peruvianus" nicht täuschen grinsen2 .

_________________
Tschüssing
Stefan

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