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Kakteen und andere Sukkulenten bei -5,4 Grad - ein Erfahrungsbericht

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Beitrag  Tarias Mo 01 Feb 2021, 18:16

Hallo,

da ich seit Wochen zeitlich völlig am Limit arbeite und dann auch noch im Dezember schlauerweise meine Kellerfläche, die eigentlich im Winter den Kakteen gehört, mit ungebrannter Keramik gefüllt habe, kam es, wie es kommen musste: Frost unter -5 Grad war vorhergesagt, und ich hatte weder Platz noch Zeit noch Kraft die Kakteen und Sukkulenten, die noch im Tomatengewächshaus stehen, an einen frostsicheren Platz zu bringen.
Noppenfolie, Gartenvlies und Kerzen mussten es retten, aber dennoch hatte ich mehrfach Frost unter -5 Grad im Gewächshaus.

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Die Pflanzen haben jetzt über drei Wochen regelmäßig Frost abbekommen.
Bei den Lobivien und Chamaecereen habe ich mir ehrlich gesagt keine Sorgen gemacht, da war ich mir sicher, dass sie die Temperatur gut abkönnen.
Manche haben eine typische Rotfärbung als Käkteschutz bekommen, aber das ist ja nicht ungewöhnlich.

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Hier war ich schon froh, das nichts passiert ist. Die Pfropfunterlage im Hintergrund hat den Frost weggesteckt, und die Aloe im Hintergrund hat außer Trockenstress keine Schäden abbekommen.
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Diese kleinen Besonderheiten (ich habe davon erst seit letztem Frühling Pflanzen) haben den Frost auch gut überstanden: Glandulicactus, Neoporteria, Neochilena, Pseudolobivia, Stenocactus. Nicht im Bild ein Homalocephala und Matucana.
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Auh Trichocereus- und Echinopsis-Hybriden hat die Kälte nichts ausgemacht, genau so wenig wie den Aylostera heliosa im Vordergrund.
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Hier kommt jetzt der Teil an Pflanzen, der mir die größten Sorgen gemacht hatte:

Die Lithops stehe alle da wie eine Eins, gut die Hälfte hat schon mit dem Lobenwechsel angefangen.
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Bei den Echeverien, Graptopetalum und Pachyphytum gab es auch keinen einzigen Ausfall:
E. amoena
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E. calderonia
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E. derosa
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Fabiola
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Graptopetalum mendozae
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Blattstecklinge von Pachyphytum oviferum
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Perle von Nürnberg
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E. agavoides "Romeo"
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Echeveria elegans, derenbergii, Blue Prince, lilacina, Madiba, minima, halbingeri, cuspidata, Silvergreen, setosa, laui - keine hatte Probleme mit der Kälte

Bei diesen hier war ich dann doch erstaunt, dass hatte ich nicht gehofft:

Bulbine frutescens
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Aloe Hybride (humilis?)
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Diese Aloe Hybride stand sogar ganz draußen und hat vor Regen geschützt -9 Grad überstanden.
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Ein Aporocactus flagelliformis hat ebenfalls nur mit einer Noppenfolie geschützt -9 Grad auf der Terrasse ausgehalten, und noch mehrere darauf folgende Fröste.

Aus meiner Erfahrung der letzten Jahre war mir ja schon klar, dass sehr viele KuaS deutlich kälter aushalten als man ihnen zutraut, sofern sie schon im Vorfeld abgehärtet werden.
Dieser Härtetest wird ein weiterer wichtiger Baustein in meinem Erfahrungsschatz.
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Beitrag  Shamrock Mo 01 Feb 2021, 18:24

Waren's Dauerminusgrade oder wie hier überwiegend nächtlicher Frost?
Aber meine Rede seit vielen Jahren: Halbwegs abgehärtete Pflanzen stecken sowas locker weg, solange sie ordentlich trocken stehen. Und auch in Südafrika gibt's oft genug Frostnächte.

Vor dem Einräumen im Herbst bin ich immer froh, wenn das Wetter noch mitspielt und ich Frostnächte über die Bande ergehen lassen kann. Wenn sie dann mal im Treppenhaus stehen wird das schon deutlich schwieriger.

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Beitrag  Lithopslove Mo 01 Feb 2021, 18:56

Danke für den Erfahrungsbericht und die tollen Bilder! Ich hoffe das hat dich in der schwierigen Zeit richtig aufgestellt und dir neuen Mut gegeben!

Dass Lithops ziemlich stark sein können, kann ich bestätigen. Meine haben vor ca.3 Jahren als Tiefsttemperatur alle -6,7°C ertragen. Natürlich gut abgehärtet, Substrat staubtrocken und vermutlich nur kurz, am Tag schien die Sonne wieder.

Liebe Grüße Rebi
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Beitrag  Tarias Mo 01 Feb 2021, 19:03

@Matthias: Im Gewächshaus hatten sie tagsüber natürlich wieder über Null Grad. Einmal ging das Thermomether ja auch schon fast auf 30 Grad hoch.
Aber wie gesagt, sie haben drei Wochen lang jede Nacht Frost abbekommen.

Ich finde die Entwicklung spannend, die ich da durchmache. Vom überbehütenden "Kein Kaktus kann unter +5 Grad überleben, andere Sukkulenten schon gaaar nicht" zum "Ach, Frost, ja das stecken die locker weg". Cool
Gute Vorbereitung natürlich vorausgesetzt!
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Beitrag  Kaktusfreund81 Mo 01 Feb 2021, 19:29

Hallo Bianca,

sehr sehr spannend das Ganze! Gerade für mich auch deshalb, weil ich diesen Winter erstmals alle meine Echinopsis-, Trichocereus-, Lobivia- und Chamaecereus-Hybriden draußen auf dem Balkon überwintere, in einem Regal umhüllt mit dicker Luftpolster-Noppenfolie. Innen ist ein Heizkabel verlegt, zur Sicherheit. Bisherige Tiefsttemperatur wurde vorletzte Nacht (-2,2 °C) erreicht. Ich bin ebenfalls zuversichtlich, dass die das alle packen werden.

Ich habe das nicht zu unterschätzende Problem, hier gibt's weder einen Keller noch ein kühles Treppenhaus noch ein Wintergarten geschweige denn ein GWH zum Überwintern. Somit musste ich ein ehemaliges Schlafzimmer den Kakteen "überlassen". Doch auch mit ständig angekipptem Fenster und geschlossener Tür wird's da selten unter 10°C. Meistens dümpelt das Thermometer im 13-15°C-Bereich rum. Tja, und ich wundere mich die letzten Jahre warum meine Hybriden so blühfaul sind, trotz regelmäßigem Umtopfen und guter Düngung. Nun überwintern sie draußen - glücklicherweise haben wir hier keine extrem kalten Winter, zweistellige Minusgrade sind eher die Ausnahme. Und der Klimawandel lässt hoffen... Wink
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Beitrag  plantsman Mo 01 Feb 2021, 19:47

Moin,

für die Pflanze ist physiologisch die Tagesmittel-Temperatur der wichtigste Wert. Das bedeutet, wenn es nachts -6° C und tagsüber 30° C ist, dann ist die Mittel-Temperatur 12° C........ perfekt! Gesunde Pflanzen, die auf die Ruhezeit vorbereitet wurden und nicht im Wachstum sind, sind natürlich die Vorraussetzung.

Bei Winterwachsern und den etwas tropischeren Echeverien aus Oaxaca, Veracruz und Chiapas wird es aber schon kritisch und so hab ich mal durch nur zwei Nächte mit -4° C einige Haworthia und die ganze Artengruppe um Echeveria carnicolor verloren.

Durch die Recherchen für unsere Pflege-Datenbank habe ich auch schon ein paar Lithops bearbeitet und es sind tatsächlich bisher alle Arten mindestens Kalthauspflanzen, die auch mal ein paar Nächte mit -5° C aushalten sollten, was sich bei Dir ja auch bestätigt hat. Lithops salicola müsste vom Standort sogar Nachttemperaturen bis - 10° C aushalten können, wenn er trocken steht.

Deine Aloe humilis ist tatsächlich eine und die andere "Aloe-Hybride" ist Aristaloe aristata, von der bekannt ist, das sie ordentlich was aushält. Es gibt Exemplare und Herkünfte die man am richtigen Standort ausgepflanzt auch als winterhart bezeichnen könnte.

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Beitrag  Shamrock Mo 01 Feb 2021, 21:44

Na wenn´s nur Nachtfrost war, dann fällt das in die Kategorie "gesunde Abhärtung" - das Beste was man seinen Pfleglingen im Winter anbieten kann. *daumen*

Und durchhalten, es kommen auch wieder entspanntere Zeiten!

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Beitrag  Karin Di 02 Feb 2021, 03:05

Bianca,

ich kann mir vorstellen, dass du dir die ganze Zeit auch Sorgen um deine Pflanzen gemacht hast. Es freut mich sehr, dass sie die unfreiwillige Abhärtung so gut überstanden
haben. Bei mir ist es wie bei Sami meist zwischen 12-15°C und die Echeveria mögen das gar nicht und im nächsten Winter probiere ich auch mal was mehr draußen zu lassen.

Ich drück die Daumen, dass die Schule demnächst wieder los gehen kann und du wieder etwas mehr Zeit für dich hast!

lg,Karin
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Beitrag  adtgawert324 Di 02 Feb 2021, 09:25

Wird man nicht erst im Frühjahr sehen, ob die Pflanzen dies unbeschadet überstanden haben, wenn man anfängt sie wieder normal zu gießen? Bisher steht deren Stoffwechsel doch fast still und die möglichen Gewebeschäden sind pausiert....
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Beitrag  Shamrock Di 02 Feb 2021, 10:13

Normalerweise verwandeln sich TiefkühlKuaS nach dem Auftauen relativ schnell in Matsch, falls es ihnen nicht gut bekam. Nach den besagten drei Wochen würde man im Falle eines Scheiterns auf jeden Fall jetzt schon Konsequenzen sehen, wenn auch vielleicht noch nicht alle.

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