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Schwefelverdampfung

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Schwefeldioxid

Beitrag  william-sii am Mi 01 Nov 2017, 12:39

Ich habe mal gelesen, dass man gegen Spinnmilben das Gewächshaus samt Pflanzen duch das Verbrennen von Schwefel ausräuchern kann.
Hat Jemand das schon mal gemacht?
Wie ist die Dosierung, ein Schwefelspan auf wie viele Kubikmeter?
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Cristatahunter am Mi 01 Nov 2017, 13:06

Kenne ich auch nur vom hören sagen. Wird so viel ich weiss zum Auslöschen von Bienenvölkern verwendet. Es werden alle lebenden atmenden Organismen abgetötet. Egal ob Feind oder Freund Menschen, Haustiere usw.
Dann Schluss mit Käferfotos, keine Ameisen laben sich an Nektardrüsen.
Es gibt auch selektive Mittel.
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Hardy_whv am Mi 01 Nov 2017, 14:09

Hallo Ernst,


m. W. wird der Schwefel nicht verbrannt, sondern verdampft. Der Wirkstoff ist somit Schwefel, nicht Schwefeldioxid.

Eingesetzt wird das u. a. gegen Mehltau, aber alles was Luft atmet, kann damit auch dezimiert/geschwächt werden. Nebenwirkung ist allerdings, dass der Schwefel (eine gelbe Masse) sich auch an der Verglasung des Gewächshauses (und auch auf den Pflanzen?) absetzt. Wie effektiv so ein Einsatz gegen die einzelnen tierischen Schädlinge ist, kann ich nicht aus eigener Erfahrung berichten. Ich habe mir zwar mal so ein Teil gekauft, aber noch nicht gewagt, es einzusetzen.


Gruß,

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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Dornenwolf am Mi 01 Nov 2017, 15:10

Das Schwefeln der Bienenwaben im Winterquartier kenne ich. Dazu wurde oben auf die gestapelten Kästen ein Blechdeckel mit einem Stückchen Schwefelschnur gelegt. Letztere wurde dann angezündet und die Kästen abgedeckt. Ist aber schon 50-60 Jahre her. Im GWh stelle ich es mir aber nicht praktikabel vor.

Gruß Wolfgang
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Hardy_whv am Mi 01 Nov 2017, 16:05

In Gewächshäusern verwendet man zumeist strombetriebene Schwefelverdampfer. Hier beispielsweise im Shop von Haage. Und das ist das Schwefel, dass damit verdampft wird. Gem. Haage ist das Mittel gegen Echten Mehltau und Spinnmilben zu verwenden.


Gruß,

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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Escobar am Mi 01 Nov 2017, 18:49

Hallo zusammen,

die Schwefelverdampfer wurden früher oft im Produktionsgartenbau verwendet, speziell im Schnittblumenanbau, um verschiedene Pilzkrankheiten bei Chrysanthemen, Nelken und Rosen zu bekämpfen. Ob man damit Läuse oder Milben komplett erledigen kann, kann ich mir jetzt nicht so vorstellen. Soweit ich weiß, hämmt es jedoch deren Vemehrungsgeschwindigkeit.

Grüße

Escobar
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  airabocse am Mi 01 Nov 2017, 19:18

Hallo zusammen,

grundsätzlich muss zwischen dem Verdampfen und dem Verbrennen von Schwefel unterschieden werden. Wird Schwefel verbrannt, reagiert er mit Sauerstoff und es entsteht vorwiegend Schwefeldioxid. Weiterhin könnte dann bei hoher Luftfeuchtigkeit sogar schweflige Säure entstehen. Alles was atmet wird absterben. So ähnlich funktioniert der saure Regen. Deswegen auch Entschwefelungsanlagen in der Industrie.
Die Verdamper von Haage usw. verdampfen Schwefel, hauptsächlich gegen Pilze. Natürlich mögen das auch die Organismen wie Spinnmilben und Läuse nicht, wenn sie durch
eine Schwefelschicht saugen müssen. Sie werden dadurch sicher auch geschädigt, nur wirksam bekämpft glaube ich nicht.
Ehrlich gesagt habe ich auch schon mal über Schwefelverbrennung nachgedacht. Besonders als mich vor zwei Jahren die Tripse genervt haben. Letzlich habe ich es auch anders in den Griff bekommen und damit auch den Raubmilben, Spinnen und anderen Nützlingen eine Chance gegeben.

Beste Grüße
Wolfgang
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Hardy_whv am Mi 01 Nov 2017, 19:40

airabocse schrieb:Wird Schwefel verbrannt, reagiert er mit Sauerstoff und es entsteht vorwiegend Schwefeldioxid.

Mir sind keine Anwendungen verbrannten Schwefels im Pflanzenschutz bekannt. Und im Gewächshaus sauren Regen zu produzieren könnte auch zu ungewollten Nebenwirkungen führen Wink


Gruß,

Hardy Cool

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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  william-sii am Mi 01 Nov 2017, 19:41

Der genannte Schwefelverdampfer verdampfst ja reinen Schwefel.
Nach meinen Informationen schlagen sich die Schwefeldämpfe auf den Pflanzen nieder, und werden mit der Zeit durch Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit zu Schwefeldioxid und Schwefelsäure.
In Wikipedia steht: "Als protektives Kontaktfungizid wirkt Schwefel vorbeugend durch Kontakt an der Pflanzenoberfläche, wo es langsam zu Schwefeldioxid oxidiert wird und die Sporenkeimung hemmt."
Meine Überlegung dazu: Wenn ich Schwefel verbrenne, dann entsteht direkt Schwefeldioxid, und zwar in größeren Mengen. Wenn ich dabei einen Lüfter laufen lasse, dann kommt das Schwefeldioxid auch in die hintersten Ecken vom Gewächshaus. Wenn ich den Schwefel am Tag verbrenne, wenn also die Schließzellen der Kakteen geschlossen sind, dann dürften doch die Kakteen das Schwefeldioxid nicht oder nur minimal aufnehmen, die Spinnmilben aber schon. 3-4 Stunden Begasung dürften doch dann genügen, um alle Spinnmilben im Gewächshaus abzutöten. Es erhebt sich nur die Frage, ob das Schwefeldixid in hoher Konzentration schädlich für die Kakteen ist.
Mal schauen, was Andere dazu sagen.
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  SFri am Mi 01 Nov 2017, 20:20

Ich kannte bisher auch nur den Schwefelverdampfer (und auch nur vom Zusehen), eingesetzt gegen Mehltau im Gewächshaus.

Die Überlegungen von Ernst kann ich gut nachvollziehen. Beim Schwefeldioxid dürfte die richtige Dosierung entscheidend sein, um keine Schäden zu bewirken. Zum Glück schließen die Kakteen tagsüber ihre Stomata und haben eine dicke Cuticula, durch die nicht so viel durchgehen dürfte, so dass sie von allen Pflanzen wahrscheinlich am wenigsten betroffen sind (falls noch anderes Grünzeug im GWH steht).

Ein anderer Punkt ist die Philosophie der Schädlingsbekämpfung. Zum einen würde ich vorher abklären: Ist die Methode auch effektiv gegen die Eier der Spinnmilben? Wenn nicht, müsste man noch ein zweites Mal Schwefel verbrennen, um die neu geschlüpften Tierchen auch zu erwischen.
Zum anderen: Geht es darum, die Kakteen-Spinnmilbe loszuwerden? Dann wäre diese radikale Methode eine Überlegung wert - wenn man danach konsequent alle Neuzugänge mit einen Akarizid behandelt. Wenn es um die "normalen" Spinnmilben (Rote Spinne) geht: Die werden regelmäßig mit dem Wind wieder angeweht. Meistens werden sie von den verschiedenen Raubmilben gut in Schach gehalten, vor allem weil Kakteen eben nicht zu ihren bevorzugten Nahrungspflanzen gehören. Tötet man einmal auch die Nützlinge ab, riskiert man, die Behandlung jedes Jahr (oder noch öfter) wiederholen zu müssen. Das möchte ich zu bedenken geben.

Was man nun macht, hängt davon ab, welcher Philosophie man folgt. Beides wurde schon ausführlich hier im Forum diskutiert.
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