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Schwefelverdampfung

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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Pieks am Mi 01 Nov 2017, 20:52

Noch in meiner aktiven Brauerzeit haben wir die frisch gereinigten und noch feuchten Lagertanks geschwefelt. Wir haben pro 300-700 Hektoliter-Tank ein bis zwei solcher Schwefelblätter verbrannt, das noch an der Tankwand befindliche Haftwasser bildete so schweflige Säure, die eine ausreichende Desinfektion bis zur Wiederbefüllung der Tanks gewährleistete. Schwefel im Gewächshaus zu verbrennen halte ich für überhaupt keine gute Idee, das Ausschwefeln mit verbranntem Schwefel wird bei leerem Gewächshaus empfohlen. Pflanzen können wohl mit Verbrennungen auf die Säure reagieren, sicher in Abhängigkeit der Konzentration, siehe hier. Weil die Mahnerei hier im Forum Tradition hat: Schwefel ist in Deutschland nicht als Insektenbekämpfungsmittel zugelassen.
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Orchidsorchid am Mi 01 Nov 2017, 21:03

Hallo miteinander
Schwefel verbrennen ist nicht gut es entsteht Schwefeldioxid und in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit H2SO3 Schweflige Säure ,ich habe das als Lehrling
im eigenen Gwh mal gegen Blattläuse probiert meine Geranien und anderen Pflanzen waren dann alle ohne Blätter und die Triebspitzen waren auch alle verätzt.
In der Imkerei zum bekämpfen von Wachsmotten ist das absolut super,aber bei Pflanzen würde ich es nie mehr wieder machen.

Grüsse Manfred
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  sensei66 am Do 02 Nov 2017, 14:09

william-sii schrieb:Nach meinen Informationen schlagen sich die Schwefeldämpfe auf den Pflanzen nieder, und werden mit der Zeit durch Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit zu Schwefeldioxid und Schwefelsäure.
In Wikipedia steht: "Als protektives Kontaktfungizid wirkt Schwefel vorbeugend durch Kontakt an der Pflanzenoberfläche, wo es langsam zu Schwefeldioxid oxidiert wird und die Sporenkeimung hemmt."
Meine Überlegung dazu: Wenn ich Schwefel verbrenne, dann entsteht direkt Schwefeldioxid, und zwar in größeren Mengen. Wenn ich dabei einen Lüfter laufen lasse, dann kommt das Schwefeldioxid auch in die hintersten Ecken vom Gewächshaus. Wenn ich den Schwefel am Tag verbrenne, wenn also die Schließzellen der Kakteen geschlossen sind, dann dürften doch die Kakteen das Schwefeldioxid nicht oder nur minimal aufnehmen, die Spinnmilben aber schon. 3-4 Stunden Begasung dürften doch dann genügen, um alle Spinnmilben im Gewächshaus abzutöten. Es erhebt sich nur die Frage, ob das Schwefeldixid in hoher Konzentration schädlich für die Kakteen ist.
Mal schauen, was Andere dazu sagen.
Hallo Ernst,

prinzipiell stimmt deine Überlegung schon, allerdings wird sie in der Praxis nicht funktionieren. Die im Allgemeinen ausgesprochen langsame Luftoxidation von elementarem Schwefel setzt nur extrem geringe Mengen SO2 über einen längeren Zeitraum frei. Dies ist wohl ausreichend, um empfindliche Organismen wie Pilze in Mitleidenschaft zu ziehen, aber nicht genug, um höhere Pflanzen zu schädigen.
Damit sind die Mengen, die bei einer Verbrennung entstehen, in keiner Weise zu vergleichen. Hier werden in kurzer Zeit lokal große Mengen SO2 gebildet, die sicher (auch wenn eine gute Luftumwälzung stattfindet) weit jenseits einer allgemein pflanzenverträglichen Konzentration liegen werden. Konzentrationen über 8 ppb gelten als pflanzenschädigend. Wenn dein Gewächshaus z.B. 20 m³ Rauminhalt hat, wären die 8 ppb bei 160 µl SO2 erreicht. Die würden bei der Verbrennung von ca. 250 µg Schwefel entstehen. Da brauchst du schon ne gute Waage...
Falls es jemand näher inteessiert: https://bfw.ac.at/030/pdf/bfw-dok_8.pdf

ciao
Stefan
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Schwefelverdampfung

Beitrag  Hansi am So 25 Feb 2018, 10:27

Da das Jahr 2017 auf Grund der großen Hitze im Gewächshaus mir einige Unannehmlichkeiten bereitete, so hatte ich einige Ausfällen durch erheblichen Befall an Wollläusen aber auch die Rote Spinne hat ihr Unwesen getrieben.
Leider hab ich das Problem zuspät erkannt. Wollläuse tummeln sich immer da wo das Auge nicht hinschaut, habe zwar sofortige Maßnahmen eingeleitet (Dichotomische Wirkstoffe) leider habe ich bei meiner Frühjahrssichtung noch Kandidaten stehen.
Bei günsiger Wetterlage möchte ich eine Schwefelverdampfung machen.
Meine Frage: Schädigt bei Verdampfung es auch die Wollläuse??
Rote Spinne sowieso und bäugt auch Pilzbefall vor.

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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Cristatahunter am So 25 Feb 2018, 12:05

Die ideale Zeit zur Schädlingsbekämpfung ist die vegetationszeit. Das ideale Mittel ist Dimethoat.

Die Wirkung geht über die Wurzeln in die Pflanze. (Systemisch) Mittel zu sprühen wirken nur zuverlässig wenn die Pflanze komplett benetzt wird. Im Versteck oder unter der Erde überleben die Läuse die Spritzung.

Der Gärtner schwefelt seine leeren Gewächshäuser und Frühbeete. Der Bienenzüchter vernichtet kranke Bienenvölker mit Schwefel.

Ich würde es erst probieren wenn ich die klare Zusage eines Fachmann bekäme. Ich befürchte schwere Schäden auf den Pflanzen.

Ist der Befall schwer dann würde ich noch einzwei Monate warten. Danach das Gewächshaus ausräumen, wenn es so ist wie bei dir, dann mit Hilfe von Kollegen. Dann im Freien die ganze Sammlung mit einem systemischen Mittel durchgiessen und mit einem Akarizid  einsprühen, Das Gewächshaus reinigen und danach wieder Einräumen.

Ist der Befall leicht dann würde ich überall wo du die Schädlinge vermutest mit einem Zerstäuber ein Kontaktinsektizide hinsprühen.

Ich habe auch einzelne Wollausnester entdeckt. Da mache ich mir keine grossen Sorgen. Wenn die Vegetationszeit beginnt, giesse ich alles mit Dimethoat durch und dann habe ich Ruhe für eine längere Zeit.
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Hansi am So 25 Feb 2018, 14:27

Ich danke dir für deine guten Ratschläge.
Nur ist mit bekannt, dass Haage seine Kakteenbestände auch gegen Rote Spinne mit Schwfel besampft und so einen profesionellen Bedampfer habe ich auch, nur noch nicht getestet
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Cristatahunter am So 25 Feb 2018, 14:58

Hansi schrieb:Ich danke dir für deine guten Ratschläge.
Nur ist mit bekannt, dass Haage seine Kakteenbestände auch gegen Rote Spinne mit Schwfel besampft und so einen profesionellen Bedampfer habe ich auch, nur noch nicht getestet
Vielleicht solltest du mal bei Haage nachfragen. Ich kenne keinen der damit Erfahrung hat. Vermutlich gibt es genaue Regeln die eingehalten werden müssen. Hoffentlich stinken danach dein Gewächshaus und die Pflanzen nicht nach faulen Eiern.
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Litho am So 25 Feb 2018, 18:04

Nach faulen Eiern wird es beim Schwefel Verbrennen nicht stinken. Dabei entsteht Schwefeldioxid und das riecht lediglich stechend - irgendwie eben nach Schwefel...
Das stinkende Schwefelprodukt ist Schwefelwasserstoff. Der entsteht nicht beim Verbrennen, sondern wenn man ein Sulfid (z.B. Schwefeleisen) mit einer Säure in Kontakt bringt.

Das nur zur allgemeinen Aufklärung, wirklich ohne besserwissende Einmischung. Wir möchten ja nicht, dass Hansi wegen faulem Eiergestank keinen Schwefel verbrennt - was manche ja offenbar tun.

@ Christatahunter: Ich habe letzten Sommer alle Pflanzen mit Dimethoat gegossen. Daraufhin haben meine Adenium nicht gut reagiert. Diesen Winter sind mir sogar einige ca. 10 cm hohe Jungpflanzen eingegangen.
Ich hatte mit Dimethoat durchdringend gegossen, damit Wurzelläuse auch angegriffen werden, die tief unten im Topf vor sich hin knabbern. "Nur" spritzen kommt ja nur an die oberirdischen Pflanzenzeile.
Da frage ich mich doch gleich mal, ob durch oberirdisches Spritzen auch die Wurzeln mit Dimethoat versorgt werden - also dass das Mittel durch den Pflanzenkörper auch an die Wurzeln gelangt... scratch
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Epi-Anzucht-Fan am So 25 Feb 2018, 18:18

Hallo Hansi,
habe vor ca. 2 Jahren es mal mit Schwefelverdampfen probiert, war ein ziemlicher Reinfall, weil ich keine Erfahrung hatte! Hat mehr geschadet als genutzt!.
Schwefeldioxid ist ein stechend riechendes Gas, bringt vieles um, auch Dir würde ich nicht empfehlen, es einzuatman, denn mit Wasser  bildet es schwefelige Säure.
Hier ist fachkundiger Rat unverzichtbar!
Schädlinge im Übermaß sind immer ein Zeichen für geschädigte Pflanzen; was Du falsch machst, wirst Du am besten wissen.
Systemische Gifte sind ein letzter Rettungsanker, weil das biologische Gleichgewicht auch vernichtet wird, vergleichbar mit Antibiotika beim Menschen.
Bei Deinem großen GWH natürlich auch eine Frage des Zeitaufwands.
MfG
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Re: Schwefelverdampfung

Beitrag  Litho am So 25 Feb 2018, 18:25

Wenn Hansi so ein großes Gewächshaus hat, muss man sich ja auch fragen, ob beim Schwefel Verbrennen auch die unterirdischen Schädlinge vernichtet werden.
Ich fürchte, eher nicht. Hansi wird sein Gewächshaus eher öffnen als dass das SO2-Gas an die Wurzeln gekommen ist.
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