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Ringförmige Verfärbungen an Echinops

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Re: Ringförmige Verfärbungen an Echinops

Beitrag  Nopal am So 18 Nov 2018, 18:08

Hallo Angela,

der große matschige kann Platz für viele kleine machen Wink


Beste Grüße
Nopal
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Re: Ringförmige Verfärbungen an Echinops

Beitrag  Kaktusfreund81 am Mo 19 Nov 2018, 19:07

Schade um die Pflanze. Aber wie Simon schon sagte, macht Platz für Neues. Einkaufen

Das faulende Gewebe ist wohl doch kein Fusarium, da die Leitbündel noch 'clean' sind. scratch
Der Pilz breitet sich seitlich aus, somit sind die Pilzsporen sicherlich über eine seitliche Areole eingedrungen.
Die Pflanze ist vor der Infektion oft schon in einem schlechten Allgemeinzustand, der durch negative abiotische
Faktoren wie Hitze oder Kälte beeinträchtigt wurde. Diesen Sommer habe ich einen Thelocactus bicolor durch
die Hitze und die danach einsetzende Fäulnis verloren. Nachzulesen ist das hier.

Die Ursachen sind bei Pilzinfektionen mannigfaltig:

Verletzungen der Epidermis (die z.B. durch saugende Schädlinge erzeugt wurden), stehende Nässe, Hitze,
Kälte (Erffrierungen des Gewebes), Wurzelschaden... Die Pilzsporen sind immer auf der Suche nach neuen
Wirtspflanzen. Selbst die kleinste Wunde genügt, damit sie eindringen können. Geschwächte Pflanzen
werden bevorzugt. Wenn man Pech hat, werden ausgerechnet die Lieblingsexemplare von ihnen
heimgesucht und platt gemacht. Deshalb muss man sein Hobby aber nicht aufgeben. Die nächsten
Lieblinge warten schon auf dich. Ab geht die Post! Wink
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Re: Ringförmige Verfärbungen an Echinops

Beitrag  plantsman am Di 20 Nov 2018, 11:10

Moin,

Doodelchen schrieb:Merkwürdigerweise haben die Kakteen, die da drin standen, alle so ne Art Jahresring bekommen. Die Verfärbung geht lückenlos rundum.

meine Frage wäre, ob die Kork-Ringe genau an diesen scheitelfernen Bereichen angefangen haben, oder ob sie anfangs weiter in Scheitelnähe entstanden sind.

Ausserdem kann ich zwei Formen von Verkorkung erkennen, einmal die scheitelnahen und dann die im unteren Bereich des Pflanzenkörpers. Diese scheinen sich auch in ihrer Struktur zu unterscheiden.

Der Zusammenhang mit dem Substrat ist, für mich, nur bei der basalen Verkorkung sicher nachvollziehbar. In diesem Fall kann es tatsächlich mit den humosen Bestandteilen zu tun haben, wenn der pH-Wert in einen Bereich abgedriftet ist, der der Pflanze nicht zuträglich ist. Hier wird von der Pflanze dann +/- aktiv eine Schutzschicht gebildet.
Jedoch kann sich so auch ein allgemeiner Nährstoffmangel äußern. Da die hochsukkulenten Kakteen ja keine alten Blätter haben, aus denen sie bei Mangel Nährstoffe abziehen können, holen sie sich diese aus Bereichen des Körpers, der durch das Wachstum sowieso langsam ins Substrat wandert. Das wäre hier die Epidermis an der Stammbasis. Durch den Nährstoffentzug sterben die Zellen ab und Verkorken ebenfalls.
Als dritte Ursache sehe ich eine Versalzung des Substrats an, bei der die Pflanze natürlich auch versucht, die schädlichen Einflüsse abzuhalten.

Die ringförmigen Verkorkungen sind nicht so einfach zu erklären wie hier angedeutet wird. Da können alter Schädlingsbefall, falscher Spritzmitteleinsatz, eine überstandene Pilzinfektion, speziell Sclerotium oder, tatsächlich substratbedingt, eine starke Versalzung des Substrats Ursachen sein. In all diesen Fällen entstehen sie durch das Absterben der Zellen in den betroffenen Bereichen. Da zusätzlich noch Wundkallus in die abgestorbenen Zellen einwächst, entstehen raue Strukturen, wie man sie hier sehen kann.

Ist das Substrat verkrustet, verhärtet, trocknet zu schnell aus und verklumpt, haben die feinen Faserwurzeln, die sehr wichtig für die Wasseraufnahme sind, keine Chance.
Bei Kakteen halte ich diese Merkmale des Substrats für nicht sehr dramatisch. Sie sind an ihren Standorten oft genau an diese Bedingungen angepasst. Diese sind im Topf sicher suboptimal, da man die Standortbedingungen nicht nachvollziehen sollte, aber zu Schäden, wie sie Doodelchen hier zeigt, haben sie in unseren Beständen noch nie geführt.

Die Verkorkungen auf der Epidermis signalisieren ein allgemeines Unwohlsein, bei vielen Gattungen begünstigt durch das Vorhandensein von Huminsäure der organischen Bestandteile deines Uhlig-Substrats. Das führt zur partiellen Stauchung bzw. zum Absterben der Wurzelspitzen und schädigt die Wurzelapikalmeristeme chronisch.
Das ist fachlich leider total falsch. Huminsäuren haben eine hohe biologische Aktivität die sogar wurzelfördernd ist. Kakteen haben zwar keinen hohen Bedarf an diesen Stoffen, aber sie sagen sicher nicht nein, wenn sie durch sie gefördert werden.
Es darf nicht mit saurer Bodenreaktion verwechselt werden. Diese kann tatsächlich die Wurzeln schädigen weil z.B bei pH-Werten unter 4 zu viel pflanzenschädliche Ionen wie Aluminium gelöst werden und dann giftig auf die Wurzelspitzen wirken können. In sehr geringen Mengen ein wichtiges Spurenelement kann es bei Überdosierung Schäden verursachen. Man denke an Paracelsus...........

Die Verkorkung stellt für den Organismus einen Transpirationsschutz dar, bedingt durch Suberin, das sich auf der Primärwand der Protoplasten ablagert und Plasmodesmen für den Stoffaustausch, sowie zahlreiche Stomata verschließt. Wenn die Akkrustierung mit ihrem lipophilem Material auf den verdickten Zellwandschichten lange genug erhalten bleibt, stirbt der Protoplast endgültig ab.
Das ist schön geschrieben (von hier, oder?) aber am Thema vorbei, denn diese Beschreibung bezieht sich auf die Verkorkung an Gehölzen, also auf die Bildung von Borke. Das prominenteste Beispiel ist sicher die Kork-Eiche aber auch alle anderen Bäume mit dickerer Borke haben, biologisch-morphologisch gesehen, Kork auf ihren Trieben und Stämmen. Die Verkorkung von Doodelchen hat andere Ursachen und ist auf zellulärer Ebene auch anders entstanden.

Bezogen auf den gelb-matschigen Kaktus, das könnte eine Folge der basalen Verkorkung sein, muss es aber nicht. Durch das Dickenwachstum der Pflanze reisst der tote Kork natürlich ein und bietet dann eine Eintrittspforte für diverse Pilzarten...... Feuchtigkeit und Nährstoffe......... mnjammnjam...... lecker. Ein Eindringen über die Areolen halte ich für eher unwahrscheinlich. Aufplatzen der Korkschicht oder Schädigung der Epidermis durch auskristallisierte Salze schon eher.
Bei den einzelnen Pilzgattungen kann es dann Unterschiede im Wachstum geben, die sich in einer unterschiedlichen Abgrenzung des befallenen Gewebe äußern. Pythium sieht z.B. anders aus als Phytophthora oder Sclerotium usw. Vielleicht kann ja Thomas Brand hier mal vorbeischauen. Ein Teil der Pilze wird aber auch durch niedrige pH-Werte und eine Versalzung des Substrats gefördert. So kommen wir wieder auf mögliche Ursachen der Ringe.

Nur noch eine Anmerkung zur Händlerdiskussion. Kleinere Familien-Unternehmen werden den Teufel tun ihre Kunden durch falsche Informationen zu verschrecken. Da ist der persönliche Kundenkontakt immens wichtig. Das man es nicht allen Recht machen kann, liegt aber in der Natur der Menschen.
Der Kostendruck für diese Unternehmen ist jedoch ebenfalls immens und so müssen sie bei ihren Produktionsmitteln einen Mittelweg zwischen Produktionssicherheit und Kosten finden. Leider ist ein Teil der Endverbraucher bei Pflanzen nämlich nicht willens, die tatsächlichen Kosten der Produktion von Sonderkulturen zu bezahlen. Die Sukkulenten-Gärtner könnten bestimmt die Pflanzen in fast rein mineralischen Substraten kultivieren. Die zusätzlichen Kosten, die z.B. für den Transport, die Lagerung, das Gewicht, den Einkaufspreis usw. werden vom Kunden aber nicht unbedingt mitgetragen.
Das die Betriebe in teilweise unterschiedlichen Mischungen kultivieren und diese auch als Kultursubstrat anbieten hat dann mit der Verfügbarkeit der Bestandteile, den Kulturbedingungen und Pflegegewohnheiten in den Gärtnereien zu tun. Diese haben sich in den Jahren herauskristallisiert und die Arbeitsabläufe darauf eingespielt. Aber das kennen wir von uns doch auch. Es gibt fast so viele Substratmischungen wie es Gärtner gibt. Nicht umsonst gibt es aber auch den Tipp, die Pflanzen, egal aus welcher Quelle, nach Erhalt in sein eigenenes, bewährtes Substrat umzusetzen. Nur die Suche danach ist, am Anfang der Liebhaberei, immer die "schmerzhafteste" bzw. verlustreichste Zeit. Das kennen wir doch auch alle.

Ich selbst habe fast 30 Jahre in solchen Spezial-Gärtnereien, hauptsächlich Stauden und Gehölze, gearbeitet. Da bleiben von einer Pflanze, die im Verkauf vielleicht 1,80 € kostet, gerade einmal 0,2 € für den Betrieb übrig. Davon müssen dann noch die Gehälter der Angestellten, die Investitionen, Sonderabgaben und Steuern bezahlt werden. Für den Betriebsinhaber bleibt dann der Rest zum Leben. Wenn der Kunde bereit wäre, für die gleiche Pflanze 3,00 € zu bezahlen, würde es vielen kleinen Gärtnereien besser gehen und sie könnten liebhaberorientierter produzieren. So ist es aber leider nicht weil der 08/15-Kunde die Pflanzen vergleicht, die er aus dem Baumarkt oder Gartencenter kennt und die Hintergründe nicht kennt. Das zwingt die Unternehmen dann, sich diesem Druck einigermaßen anzupassen. "Geiz ist geil"....... was für ein Scheiß Spruch und leider für so einige aktuelle Missstände verantwortlich.

Bei anonymen Massenproduzenten ist diese Strategie, nicht bei allen, aber tatsächlich zu finden. Hier hat der "Endverbraucher" aber die Verbindung zum Erzeuger verloren weil teilweise mehrere Zwischenhändler dazwischen liegen. Ihm ist es egal, ob die Pflanze beim Kunden überlebt. Er möchte eine hohe Auslastung der Gewächshausfläche erreichen und braucht deshalb eine stetig hohe Nachfrage.

Damit möchte ich Doodelchen nochmal an meine erste Frage erinnern, wo die Ringe zuerst aufgetreten sind.

_________________
Tschüssing
Stefan

Ein "geklautes" Zitat von einem Bekannten aus einem anderen Forum:
"Trotz aller Wissenschaftlichkeit und Systematik vergeßt mir niemals, daß die Pflanzen einfach schön sind."
Prof. Hans Pitschmann, 1984
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Re: Ringförmige Verfärbungen an Echinops

Beitrag  Doodelchen am Di 20 Nov 2018, 12:40

Danke an Stefan für die ausführlichen Erklärungen.
Ich hab grade überlegt, ob ich einfach samt Kaktus in die Grusonhäuser fahre zur Begutachtung Very Happy


Los ging das mit einzelnen Flecken die sich wie eine Art Schwimmring um den Kaktus gelegt hatten und in wenigen Tagen eben diese Ringe bildeten.
Dann wurden die Kakteen ganz hellgrün.
Unten an der Basis die leichte Verkorkung war schon dran, als die hier ankamen, ich hab die wahrscheinlich auch nicht wieder so tief ins neue Substrat getopft wie sie vorher saßen, daher sieht man das wohl zum Teil.

Die Flecken sahen aus wie Schorf, gingen aber nicht abzukratzen, da hätte man den Kaktus beschädigt.
Mittlerweile sind die von oben nach unten zu wieder grün geworden (Standort ist nicht anders) und die Flecken sind bis auf wenige verschwunden, darunter sind die Kakteen wieder schick.

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Nur einer hat noch ne Art Ring, geht aber auch langsam weg. Hier sieht man auch noch mal, daß das so mittig um die Kakteen war.
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Bessere Nahaufnahmen bekomme ich leider nicht hin.
Doodelchen
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