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Was Hilft am besten gegen Spinnmilben

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Was Hilft am besten gegen Spinnmilben - Seite 6 Empty Spinnmilben umweltfreundlich, biologisch und effektiv bekämpfen

Beitrag  Hendrik am Fr 03 Mai 2013, 14:11

Hallo Leute

Ich wollte euch gerne eine Methode vorstellen mit der ich persönlich allerbeste Erfahrungen bei der Spinnmilbenbekämpfung gemacht habe. Es geht um eines der effektivsten Nervengifte die die Natur bereitgestellt hat: Nikotin. Ich spreche hier aber nicht von irgendwelchen widerwärtig stinkenden Zigarettenstummeln sondern von einem sehr flüchtigen und zielgerichtetem, nahezu geruchslosen, für Mensch und Umwelt minimal belastendem Gift. Nikotin aus dem Tabak verursacht keine Verfärbungen und riecht keineswegs intensiver oder unangenehmer als ein Tee o.ä.
Die weitläufige Meinung ist ja, daß man Spinnmilben nicht ohne industriell hergestellte Insektiziden beikommt. Das ist nach meinen Erfahrungen nicht richtig. Es bedarf einfach mehr Kontinuität und dem entsprechenden Know-how. Was ich so im Internet in verschieden Foren gelesen habe ist leider oft nicht konsequent durchgeführt worden bzw. es mangelt auch einfach an entsprechenden Erfahrungsberichten und Anleitungen. Deshalb hier meine Anwendungsmethode.

1. Den richtigen Rohstoff.

Zur Anwendung frischen Tabak verwenden. In konventionellem Tabak sind jede Menge unterschiedlichste Katalysatoren zugesetzt, die sich auf das freiwerden von Nikotin im Bezug auf Verdampfen ( also an der Luft ) beziehen. Für eine zuverlässige Schädlingsbekämpfung muß Nikotin aber optimal im Wasser gelößt sein!
Ich habe immer einen starken Bio-Drehtabak genommen ohne ( unzählige ) Zusatzstoffe, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Die meisten Bio-Tabake werden ohne Zusatzstoffe verarbeitet und müßten somit gut funktionieren. Nach meinen Recherchen ist "Pueblo-Drehtabak" der einzige Tabak, der biologisch angebaut und biologisch verarbeitet wird.

2. Die richtige Zubereitung.

Den Tabak mit kochendem Wasser übergießen und in einem Luftdichtem Gefäß über Nacht ziehen lassen. Luftdicht ist sehr wichtig, da Nikotin ähnlich wie Alkohol sehr flüchtig ist und schnell verdampft. Auch nicht benutzter Tabak muß luftdicht aufbewahrt werden. Den Tabak kann man öfter aufgießen, wenn er verbleicht ist er auf alle Fälle durch. Am besten beim Umfüllen noch von Hand auspressen. Wie gesagt, das riecht nicht stärker als ein Tee. Als Initialbehandlung empfehle ich 2 Gramm frischen Tabak pro Liter. Zur Dauerbehandlung nehme ich ca. 1 Gramm frischen Tabak pro Liter.
Die Zugabe von Spülmittel ist essentiell wichtig, um auch die Wirkung als Kontaktgift an den Milben zu gewährleisten und um die Spannkraft des Wassers zu verhindern. Für die systemische Wirkung ist es wichtig, daß so viel Oberfläche wie möglich mit dem Gift benetzt wird. Bei feindornigen Pflanzen kann das zum Problem werden, da das Wasser abperlt. Deshalb die Spannkraft des Wasser durch Spülmittel verhindern. Auch Pelecyphoren, Encephalocarpen etc. können so gut behandelt werden, da die Lösung die Pflanzen so komplett umspült. Ich nehme ein Spritzer pro Liter. Ich habe in 2 Jahren keine negative Auswirkung des Spülmittels auf die Pflanzen oder das Substrat feststellen können.

3. Die richtige Anwendung.

Spinnmilben werden aktiver je wärmer und trockener es ist. Deshalb wird oft als Prophylaxe empfohlen die Temperatur zu senken und die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Das ist für diese Methode aber kontraproduktiv. Je stärker der Stoffwechsel der Spinnmilben hochgefahren ist, desto stärker wirkt das Gift. Jeder Raucher weiß wie sehr eine Zigarette nach dem Sport wirkt....
Auch die Pflanzen sollten vorher trocken stehen um möglichst viel von dem Nikotin aufzunehmen. Über die Oberfläche und über die Wurzeln. Also als Vorbereitung für Trockenheit sorgen und idealer Weise bei Wärme die Pflanzen behandeln.

Nikotin ist ein stiller und leiser Mörder bei dem es auf die regelmäßige Versorgung der Pflanzen ankommt. Es kann durchaus sein, daß einzelne Milben nach den ersten Behandlungen noch leben. Das liegt schlichtweg daran, daß manche Pflanzen länger brauchen um das Gift auf zu nehmen bzw. deren Stoffwechsel eine höhere Dosis braucht. D.h. Nikotin muß regelmäßig angewendet werden, bzw. gelegentlich mit der Sprühflasche nachbehandelt werden. Bei den Turbinocarpen und Lophophoren habe ich z.B. mehrere Anwendungen gebraucht, aber auch hier nimmt der Befall sofort rapide ab und verschwindet schließlich. Astrophytum, Copiapoa, Notocactus, Mammillaria, Melocactus sind sehr schnell milbenfrei.

In den Gärten meiner Nachbarschaft sind Spinnmilben ein ständiges Thema, eine Berührung ist daher immer gegeben. Ich habe seit der regelmäßigen Anwendung nur noch Befall an Pflanzen, die noch nicht im Versorgungszyklus integriert sind. Also an Neuzugängen oder an Sämlingen. Die Methode ist effektiv, unkompliziert und umweltfreundlich. Vor allem aber scheinen Spinnmilben Schwierigkeiten zu haben gegen Nikotin eine Resistenz zu entwickeln.

In meiner Sammlung gibt es überwiegend Kakteen mit langsamerem Stoffwechseln. Ich könnte mir vorstellen das Nikotin bei Kakteen mit schnellerem Stoffwechsel ( z.B. Epiphyten ) noch viel besser wirkt. Vielleicht hat ja mal jemand Lust das dort anzuwenden und zu berichten?

Ansonsten hoffe ich, daß ich dem einen oder anderen eine Hilfestellung oder Anregung geben konnte.

LG
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Beitrag  roli am Fr 03 Mai 2013, 16:49

Ein toller bericht Hendrik, Danke dafür!
Aber wo bekommt man einen frischen Tabak, insbesondere den "Pueblo-Drehtabak" her?
Die "Giftbrühe" sollte dann auch gegen andere Schädlinge, wie z.B. Schildläuse und Blattläuse, wirken, oder?
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Beitrag  Liet Kynes am Fr 03 Mai 2013, 18:24

Hi
Roli : Pueblo oder "American Spirit" (auch ohne Zusätze/Aroma) gibts im Zweifel auch auf dem Land an der Tankstelle.

Ich frage mich viel mehr,welches Gift ich lieber in Kauf nehmen würde. Ob das wirklich eine umweltschonendere Methode als der Weg über aktuell zugelassene Schutzmittel ist ?
Gruß,Tim
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Beitrag  Hendrik am Fr 03 Mai 2013, 18:34

Hallo Roli

Gerne, ich habe auch eine Weile gesessen bis ich endlich alles zusammen hatte. Wink
Mit "frischem Tabak" habe ich mich unverständlich ausgedrückt, ich meinte frisch ausgepackten, unverbrauchten Tabak.
In meinem Falle habe ich den "Pueblo-Tabak" genommen. Da er ohne Zusatzstoffe ist und ich eindeutige Ergebnisse haben wollte. Den bekommt man eigentlich in jedem Geschäft mit etwas größerer Auswahl.
Es gibt aber noch Tabake, die viel höhere Dosis an Nikotin haben ( Rothändle, Schwarzer Krauser etc. ). Ob die Zusatzstoffe dort einen Einfluß haben müßte man ausprobieren. Auch Zigarren könnten gut funktionieren, da hier das Nikotin in erster Linie über die feuchte Mundschleimhaut aufgenommen wird. Dieser Tabak also auf die Nikotinaufnahme in Verbindung mit Feuchtigkeit zugeschnitten ist. Hiermit habe ich aber noch keine Erfahrungen.

Gegen Wolläuse und Wurzelläuse hilft ein Nikotinsud natürlich auch. Um auch eine schnelle Wirkung als Kontaktgift zu erreichen sollte die Spülmittelzugabe hier aber erhöht werden, da sie eine stärker wasserabweisende Hautoberfläche als Spinnmilben haben. Die systemische Wirkung ist auch hier zuverlässig. Dauert aber eben eine Weile.

LG
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Beitrag  roli am Fr 03 Mai 2013, 18:48

Ach so, danke Hendrik, Very Happy
hab schon überlegt wo ich den her bekomm. Embarassed
@ Tim: Danke für den Tipp, dann weiß ich ja wo ich suchen muss. Wink
Und ja, ich würd Nikotin vorziehen.
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Beitrag  soufian870 am Fr 03 Mai 2013, 18:56

Ich definitiv auch Smile
Tabak ist ja nen Naturprodukt. Wenn ich ne Tabakpflanze hab und die Blätter trockne müßte das doch auch gehen oder ?
Ich hab früher auch Brennnesselsud oder Wermuthsud aufgesetzt um meine Rosenstöcke Blattlausfrei zu bekommen. Letzteres stinkt allerdings abartig Evil or Very Mad
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Beitrag  stachelmaus am Fr 03 Mai 2013, 18:57

Hendrik, vielen Dank für diesen Bericht! Das ist ja mal ne andere Möglichkeit Pflanzenschutz zu machen. Gießt Du Deine Kakteen regelmäßig damit (Prophylaxe), wenn ja, wie oft?

LG Heike
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Beitrag  Hendrik am Fr 03 Mai 2013, 19:03

Hi Tim

Nun, mit wissenschaftlichen Belegen kann ich nicht dienen. Aber meiner Einschätzung nach ist es so. Zumindest kann ich sagen, daß mir bei meiner letzten Anwendung von Bi58 tagelang speiübel war und ich den Geruch nicht mehr aus der Nase bekommen habe. Und das obwohl ich Handschuhe getragen habe und nur mit dem Wind von mir weg gesprüht habe. Alleine die Zubereitung in geschlossenen Räumen hat bei mir anscheinend schon ausgereicht.
Für sowas mußt du den Nikotinsud schon trinken. Wink

LG
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Was Hilft am besten gegen Spinnmilben - Seite 6 Empty Re: Was Hilft am besten gegen Spinnmilben

Beitrag  Hendrik am Fr 03 Mai 2013, 19:22

Ach Gott seid ihr fix.... Ich komme ja gar nicht hinterher mit den Antworten. Shocked
Ich gieße es ca. alle 2-3 Monate, vor allem sprühe ich es aber regelmäßig. So wie Neem.

Nochmal allgemein: Die Wirkung von Nikotin ist für mich persönlich zweifelsfrei. Das größere Problem ist vielmehr, wie man das Nikotin in die Pflanze bekommt! Da spielen so viele Faktoren eine Rolle, die ich selber nicht durchschaue. Die Pflanzenart, das Substrat, der richtige Luftdruck etc. Es dauert einfach eine Weile bis alle Pflanzen den ausreichenden Nikotinspiegel haben. Pflanzen, die selber Alkaloide bilden scheinen sich hier schwerer zu tun. Sie scheinen das Nikotin schneller ab zu bauen oder sie nehmen es schwerer auf weil die Rezeptoeren alle besetzt sind. Ich kann da nur rätseln. scratch
Man braucht also einfach etwas Gedult und Muße und muß bei solchen Pflanzen öfter nachbehandeln.
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Beitrag  Liet Kynes am Fr 03 Mai 2013, 19:29

Hi Hendrik
Trinken wird nicht nötig sein, Nikotinpflaster wirken auch über die Haut :
Ich fände auf jeden Fall sehr praktisch,wenn jemand die unterschiedlichen Gifte miteinander vergleichen könnte,im Bezug auf ihre Umweltverträglichkeit.
Z.B zur Behandung gegen Spinnmilben eine Erläuterung,weshalb ein gängiges Akarizid für Mensch und Tier schädlicher sein kann, als die Nikotinbehandlung.
Oder auch weshalb Nikotin gegen Wollläuse etwa Wirksoffen wie Imidacloprid vorzuziehen wäre.
Ich denke, die hier beschriebene Methode ist sicher sehr brauchbar und vor allem günstiger als die offiziell kaufbaren Schutzmitteln. Aber weshalb sie umweltverträglicher sein soll, könnten mir nur fachkundige Vergleiche letztendlich beweisen. Das wäre es dann auch,was mich zum Ausprobieren der Methode letzlich überzeugen könnte. Ansonsten bleibt Nikotin für mich ein Gift wie die anderen. Der Wirkstoff liegt schließlich im Falle der bechriebenen Lösungsmethode in entsprechend schädlicher Form und Potenzierung vor. Den Sud würde ich dann nicht mehr so bedenkenlos mit der Haut in Kontakt kommen lassen,wie vorher den Tabak aus dem er gewonnen wurde...
Gruß, Tim
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