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Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

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Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  Coni am So 13 März 2016, 20:07

Hallo

Meine Frage richtet sich vor allem an „Kaktüssler“ mit grossen Sammlungen optimal mit Gewächshaus. Natürlich kann aber jeder seinen Ratschlag abgeben!  Very Happy

Bis auf gelegentlich Woll- oder Wurzeläuse auf Neuerungenschaften in Quarantäne (mache ich immer strikte) hatte ich bisher nie Probleme mit Schädlingen in meiner Sammlung.

Seit nun gut 3 Jahren habe ich mein Gewächshaus und im letzten Frühling das erste Mal Probleme mit Spinnmilben. So wie ich erfahren musste können diese auch durch den Wind hergeweht werden und lieben speziell das sehr warme und trockene Gewächshausklima. Vermutlich hatte ich darum bisher noch nicht das Vergnügen als meine Kakteen auf den Fenstersimsen im Freien lebten. Oder es lieg daran, dass sich jetzt anfälligere Pflanzen in meinem Bestand befinden. Bei mir waren vor allem Lobivien und Echinocereus betroffen und das quer durchs Gewächshaus verteilt. Andere Gattungen ringsum blieben unbeschädigt.

Mir wurde empfohlen 1x im Frühling und 1x im Herbst die ganze Sammlung mit einem entsprechenden Insektizid durchzusprühen. Naja, ich bin keine begeisterte Giftlerin und habe bisher Insektizide nur bei Bedarf angewandt.

Wie macht Ihr das?

- Führt ihr ebenfalls prophylaktische Giftkuren durch?
- Wie oft und in welchen Monaten?
- Besprüht ihr die ganze Sammlung oder nur die anfälligen Kandidaten?
- Gegen was alles sprüht ihr regelmässig? (nur Spinnmilben oder auch Läuse)
- Ist es möglich Insektizide zu „mischen“ (z.B. Spomil mit Bi 58) oder geht dann die Wirkung irgendwie verloren oder mutiert zu einem „tödlichen Gift-Cocktail"?
- Ist es möglich ein Insektizid mit Dünger zu mischen?
- Wirkt Bi 58 auch gegen Spinnmilben? Und wenn nein warum genau nicht?

Ihr merkt also, dass ich bisher noch nicht so wirklich oft die Giftkeule schwingen musste und wäre daher um einige Erfahrungswerte sehr froh.

Danke & Grüsse

Coni
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Re: Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  feldwiesel am So 13 März 2016, 20:17

Gegen Spinnmilben setzt man spezielle Akarizide ein.
Bei Spinnmilbenbefall gibt es bei mir nur ein "alle oder nichts".
Vorbeugend mache ich überhaupt nichts, dadurch kann es nämlich, z.B. weil man in diesem Fall auch zu weniger Sorgfalt tendiert, zu Resistenzen kommen.
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Re: Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  Shamrock am So 13 März 2016, 20:17

Moin Coni,

herzlich Willkommen hier im Forum!

Les mal zur Inspiration und Einleitung diesen Thread aufmerksam: https://www.kakteenforum.com/t22534-wisst-ihr-noch-damals-als-es-einmal-insekten-gab

Gegen was willst du denn überhaupt prophylaktisch vorgehen? Saugende Insekten? Spinnentiere? Pilze? Bakterien? Alles zusammen und zeitgleich? Oder doch lieber ein paar Resistenzen züchten, damit deine Nachbarn auch was von deiner Giftkeule haben? Oder einfach nur mal ein paar Bienchen umbringen, weil irgendwann ja mal eine Wolllaus "Hallo" sagen könnte? Wink
Es bringt mehr, wenn man seine Pflanzen vernünftig und artgerecht kultiviert sowie angemessen abhärtet. Schädlingsbesuch ist dann sowieso selten und im Bedarfsfall kann man ja immer noch intervenieren - aber nur, wenn man auch weiß gegen wen man genau vorgehen will.

Liebe Grüße und noch viel Spaß hier!

Shamrock (aka Matthias)

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Re: Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  Coni am So 13 März 2016, 20:35

Hi Matthias

Erstmals danke für den Link. Den werde ich sicher aufmerksam studieren. Very Happy

Wie Du meinem Posting ja entnehmen kannst habe ich grundsätzlich eine Abneigung gegen unnötige Giftkuren und diese bisher nur bei Bedarf angewandt. Blöderweise sieht man einen Spinnmilbenbefall erst wenn der Schaden schon entstanden ist. Wenn dann leider einige alte, wertvolle Pflanzen optisch "ruiniert" sind, stelle ich mir schon die Frage ob ich etwas an meiner Pflege verändern muss. Schliesslich habe ich erst seit Kurzem ein Gewächshaus und eine deutlich grössere Sammlung. Ich hatte eigentlich auf Erfahrungswerte-/Tipps ohne zusätzliche Moralpredigten gehofft.

In dem Sinne noch einen schönen Sonntagabend. Very Happy

Grüsse Coni


Zuletzt von Coni am So 13 März 2016, 20:36 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  Cristatahunter am So 13 März 2016, 20:35

Das beste Mittel gegen Schädlinge ist das geschulte Auge, regelmässige Kontrolle und ein Vergrösserungsglas. Es geht auch darum zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu schauen. Zudem ist es enorm wichtig die Pflanzen stark zu machen, richtig düngen und gezielt düngen. 
Können Schädlinge erkannt werden, dann sollten alle Pflanzen behandelt werden.
Systemische Gifte sollten erst dann angewendet werden, wenn es keine Blüten mehr hat. Beim letzten mal Wasser geben vor der Winterpause macht das am ehesten Sinn.
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Re: Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  Hardy_whv am So 13 März 2016, 20:36

Pflanzenschutzmittel lassen sich nicht prophylaktisch einsetzen. Sie haben eine kurze Wirkungszeit. Wenn keine Schädlinge da sind, kann das Pflanzenschutzmittel auch gegen nichts wirken. Es gibt systemische Mittel, die durch die Pflanze aufgenommen werden. Aber auch dort in der Pflanze sind die Mittel nur kurz wirksam. Wenn du also ein Pflanzenschutzmittel "prophylatisch" einsetzt und ein, zwei Tage kommen ein paar Spinnmilben vorbei, mag es sein, dass die noch gekillt werden. Alles, was später kommt, ist davon unbeeindruckt (und entwickeln durch die Einnahme von ein paar letzten Spuren der Pflanzenschutzmittel ggf. sogar Resitenzen).

Als Fazit bleibt: Ein prophylaktischer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist völlig unmöglich! Er erhöht indes die Gefahr von Resistenzen.

Was also kann man tun: Genau hinsehen, Schädlinge rechtzeitig entdecken. Gegen diese kann man dann gezielt vorgehen.

Zu deinen weiteren Fragen: Pflanzenschutmittel sollte man auf keinen Fall mischen. Wichtig ist bei den meisten Schädlingen, einen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu wiederholen, um die nächste Generation, die während des ersten Einsatzes noch im Ei war (und so durch die Pflanzenschutzmittel nicht erreicht wurde), zu erwischen. Zwischen den einzelnen Einsätzen kann man das Mittel wechseln. (Aber halt nicht während eines Einsatzes mischen!)

Insektizide mit Dünger zu mischen ist Unsinn.

Bi58 wirkt auch gegen Spinnmilben (sofern deine Population dagegen nicht schon resistent ist).


Gruß,

Hardy   Cool
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Re: Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  Cristatahunter am So 13 März 2016, 20:52

Coni schrieb:Hi Matthias

Erstmals danke für den Link. Den werde ich sicher aufmerksam studieren. Very Happy

Wie Du meinem Posting ja entnehmen kannst habe ich grundsätzlich eine Abneigung gegen unnötige Giftkuren und diese bisher nur bei Bedarf angewandt. Blöderweise sieht man einen Spinnmilbenbefall erst wenn der Schaden schon entstanden ist. Wenn dann leider einige alte, wertvolle Pflanzen optisch "ruiniert" sind, stelle ich mir schon die Frage ob ich etwas an meiner Pflege verändern muss. Schliesslich habe ich erst seit Kurzem ein Gewächshaus und eine deutlich grössere Sammlung. Ich hatte eigentlich auf Erfahrungswerte-/Tipps ohne zusätzliche Moralpredigten gehofft.

In dem Sinne noch einen schönen Sonntagabend. Very Happy

Grüsse Coni
Hallo Coni
Ich schaue immer um diese Jahreszeit auf Spinnmilben. Jetzt wo wenig Luftfeuchte ist und die Pflanzen noch nicht richtig im Trieb sind kommen Spinnmilben am ehesten in Frage.
Es gibt drei Gattungen an dehnen du am ehesten Spinnmilben findest. Chamaecereus, Coryphanthas und Lophophora. Spinnmilben erkennst du am einfachsten mit der Lupe. Die Spinnmilben sind immer im Scheitel zu finden. Da ist die Epidermis am dünnsten. Spinnmilben rennen nicht herum und sind nur zu erkennen wenn sie sich bewegen. Ich puste dann die Kakteen an. Die Spinnmilben fühlen sich gestört und bewegen sich.
Wichtig ist auch, schon früh im Frühling das Gewächshaus auch nachts zu lüften. So das in der Nacht kühle Luft und tau in das Gewächshaus kann. 
Im Winter möglichst wenig heizen.
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Re: Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  Aless am So 13 März 2016, 20:55

Hallo Coni,

Coni schrieb:Wenn dann leider einige alte, wertvolle Pflanzen optisch "ruiniert" sind, stelle ich mir schon die Frage ob ich etwas an meiner Pflege verändern muss.

Spinnmilben lieben trockene, stehende Luft und vermehren sich bei Wärme am besten. Im Sommer kann man mit Sprühen die Luftfeuchtigkeit im GWH erhöhen, im Winter ist das natürlich schwierig bei den Kakteen. Da kann man nur durch regelmäßiges Lüften für guten Luftaustausch sorgen, um stehende Luft zu vermeiden.
Ansonsten bleibt noch die Möglichkeit, Nützlinge gegen die Spinnmilben einzusetzen. Es gibt bestimmte Raubmilben die Spinnmilben fressen. Damit habe ich bisher aber selbst noch keine Erfahrung gemacht, aber evtl. kann jemand anderes genaueres dazu sagen.
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Re: Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  Shamrock am So 13 März 2016, 21:19

Coni schrieb:Ich hatte eigentlich auf Erfahrungswerte-/Tipps ohne zusätzliche Moralpredigten gehofft.
Coni, das tut mir jetzt wirklich leid. Wollte in keinster Weise belehrend oder als Moralapostel rüberkommen. Echt nicht!
Wahrscheinlich reagiere ich lediglich auf das leidige, häufig empfohlene Thema "prophylaktische chemische Keule" mittlerweile allergisch. Wink

Ich weiß ja nicht, wie sich bei dir in der Schweiz der Winter so gestaltet - aber ich kämpfe in meinem Winterquartier stets gegen die enorm hohe Luftfeuchtigkeit. Da würde sich wahrscheinlich jede Spinnmilbe freiwillig das Leben nehmen. Im Sommer sind dann mit den ersten höheren Temperaturen auch sofort die Raubmilben zwischen meinen Kakteen unterwegs. Wenn sie keine Spinnmilben finden, dann fressen sie Pollen. So oder so werden Spinnmilben für mich wohl nie ein Thema sein und insofern kann ich da auch überhaupt nicht kompetent mitreden.
Obwohl ich sonst eigentlich sehr vorsichtig bin, hab ich auf einer Börse mal eine winzige Frailea ergattert, welche komplett von Spinnmilben zerfressen war. Erst als plötzlich aus dem Scheitel zwei neue Köpfe kamen, musste ich feststellen, dass diese Frailea ja normalerweise ganz anders aussieht... Die einzige Gegenmaßnahme war also rausstellen und den Raubmilben überlassen. Die Frailea hatte wohl noch nichtmal eine Chance ihre Spinnmilben den benachbarten Pflanzen zu übergeben.

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Re: Sind prophylaktische Giftkuren sinnvoll?

Beitrag  Birgitt am So 13 März 2016, 21:43

Hardy_whv schrieb:Pflanzenschutzmittel lassen sich nicht prophylaktisch einsetzen.



Aber Nützlinge könnten prophylaktisch eingesetzt werden.

Hallo Coni,

ich bestelle jedes Jahr im Frühjahr die Raubmilben barkeri/cucumeris als prophylaktische Maßnahme, seit ich 2013 einen Weichhautmilbenbefall an meinen Usambaraveilchen hatte und diese damit erfolgreich bekämpfen konnte.
Bei Spinnmilbenbefall ist ein prophylaktischen Einsatz mit der Raubmilbe Amblyseius californicus sehr sinnvoll.

Andermatt Biocontrol   Amblyseius californicus
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